Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen [x]

Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 4. Februar 2020, 21:15

Überholung / Instandsetzung BUKH DV8/DV10L

Hi,
in den nachfolgende Beiträgen möchte ich Euch an meiner Motorüberholung teilhaben lassen. Ich bin noch nicht fertig, so ein Drittel des Weges habe ich und es kann auch noch schief gehen.

Warum das Ganze?

Der Motor in Martha ist Bj. 85. Als ich sie gekauft habe, habe ich fest damit gerechnet, den Motor recht bald tauschen zu müssen. Seit Ende 2014 waren aber einfach immer andere Dinge wichtiger und da ich fast alles an Autos und Boot selbst mache, habe ich in den letzten Jahren nur das Nötigste gemacht, damit Martha bewegt werden kann. Dabei habe ich in 5 Jahren nicht einmal Öl gewechselt.
In diesen Jahren ist der Motor klaglos nach dem Winter mit wenigen Umdrehungen angesprungen und hat auch sonst in der Saison anstandslos funktioniert. Er wurde wohl von Anfang an mit einer Zweikreiskühlung betrieben, die aber so doof angeordnet war, daß man sie nicht kontrollieren, geschweige denn Befüllen konnte. Aufgrund diverser Lecks an den Schläuchen war sie dann zweimal in 2015 leer und der Motor heiß. Auch bin ich im Sommer 2015 mit meinen zwei Söhnen motorlos von Samsö über Anholt und Läso bis nach Göteborg gesegelt, um dort dann endlich die defekte gegen eine neue Johnson Pumpe der Zweikreiskühlung zu tauschen.
Anfang 2016 habe ich die Zweikreiskühlung dann dann versetzt, neue Schläuche eingebaut aber besser gefühlt habe ich mich dann nicht. Denn der Motor drückte Abgas ins Kühlwasser. Das ist nicht gerade doll, wenn die Motoren dafür bekannt sind, Kopfrisse zu bekommen. Dennoch lief er so all die Jahre. Ich hatte aber immer ein ungutes Gefühl, wenn ich mal bei viel Wind dem Motor kurz viel abverlangt habe. Segel waren da immer bereit und ich habe im Kopf durchgespielt, wie ich da am besten wegkomme, wenn der Motor streikt.
Der DV8/DV10L geht m. W. auf einen italienischen Landwirtschaftsmotor von Ruggerini zurück (ich sage immer Güllepumpenmotor :D ), der von Bukh mit einer wassergekühlten Büchse und einem wassergekühlten Kopf ausgestattet wurde. Da liegt auch genau der Engpass, denn diese Teile sind neu nicht mehr zu bekommen. Gerade das ist doof, wenn die Köpfe Risse bekommen. Allerdings haben sich auch die Möglichkeiten weiterentwickelt und man kann heute Köpfe mit Laserauftragsschweissen instand setzen, von denen man es gar nicht glaubt.
Auch habe ich keinen alternativen Motor gefunden, der so leicht und klein ist, wie der vorhandene. Ich kenne keinen 10 PS Einbausdiesel mit Saildrive der 87 kg Trockengewicht komplett hat. Auch hat er eine einzigartige Bauform: Vertikale Kurbelwelle, die direkt in den Saildrive geht und so einen Winkeltrieb spart.
Deswegen ist bei mir der Plan gereift, ihm dennoch eine Chance zu geben, auch wenn es nicht mehr alle Teile gibt und die dann z. T. in Gold aufgewogen werden.
Nachdem ich mal mit dem Technikmann von Bukh in Bremen telefoniert habe, wußte ich auch, wie man Saildrive von Motor trennt und der Ausbau ging locker von der Hand. Ohne Schwungrad und Saildrive kann ich ihn alleine heben. Da ich das irgendwie vermutet habe, habe ich mir zuhause schon einen Abzieher für das Schwungrad vorbereitet. Damit war auch alles halbwegs gut zu tragen.
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »x-molich« (5. Februar 2020, 11:36)


x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 4. Februar 2020, 21:33

So kam er dann erstmal in die Garage am Zweitwohnsitz und dann per Palettenversand zusammen mit anderem Zeugs an den Erstwohnsitz um dann schließlich einen schönen Schrauberplatz in der Garage zu bekommen.

Beim Ausbau habe ich noch andere Stellen gefunden, die dringender Zuwendung bedürfen:
  • Leckage an der Seewasserpumpe, die den Antrieb korrodiert hat
  • Zum Glück Ölaustritt am Seewasserpumpenantrieb, der die Korrosion nicht ganz so schlimm hat werden lassen
  • Ölaustritt an den Gashebel und Abstellerwellen
  • Brüchige Verkabelung
  • Ein Phase des Stromerzeugers verkokt
  • ...
Wie man am Bild vom Fundament sehen kann ist die Gelegenheit auch ganz gut, etwas an der Verkabelung zu tun, den Diesel Tank mit einem Abgang für die Heizung zu versehen und und und
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Ausbau.jpg (267,44 kB - 78 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:42)
  • Versand.jpg (361,02 kB - 47 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:43)
  • Garage.jpg (226,03 kB - 54 mal heruntergeladen - zuletzt: Heute, 15:40)
  • Fundament.jpg (204,66 kB - 60 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:43)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »x-molich« (4. Februar 2020, 21:44)


x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

3

Dienstag, 4. Februar 2020, 22:11

Da mich die Frage nach dem Zustand des Kopfes am meisten drängte, habe ich den auch zuerst mal vom Geraffel befreit. Als Thermostat mit Gehäuse, Einspritzleitung, Rücklaufleitung usw. ab. Die Einspritzdüse leistet als Erstes Widerstand. Mit WD40 und im Stehbolzenspiel hin- und herwackeln geht sie dann nach zwei Tagen raus.


Voller Erwartung dann die vier Muttern vom Kopf gelöst und nix rührt sich. Er geht nicht ab. Steht anders im Reparatur Manual :D . Ich sehe Verkokungen an den Stehbolzen, könnte auf eine defekte Kopfdichtung hindeuten. Auf jeden Fall geht so nix weiter und außer mit leichten Hammerschlägen möchte ich da nicht ran, denn es gibt ja keine Ersatzköpfe.

»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Kopf1.jpg (383,63 kB - 49 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:44)
  • Kopf2.jpg (426 kB - 48 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:44)
  • Thermostat.jpg (353,88 kB - 48 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:44)
  • Kopfnackt.jpg (493,06 kB - 50 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:44)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 4. Februar 2020, 22:19

Die Stehbolzen vom Zylinderkopf haben Kegelsenkungen an den Enden. Das bietet doch die Möglichkeit, einen Abdrücker anzusetzen. Aber wo am Kopf ziehen? So nach und nach denke ich mir, dass es am besten wäre, in der Bohrung für Frischluft und Abgas zu ziehen. Während ich noch drüber nachdenke, baue ich mal die Seewasserpumpe ab und begutachte deren Antrieb. Nicht schön ;( Aber auch nicht aussichtslos :D
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Seewasserpumpe.jpg (396,75 kB - 40 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:45)
  • AntriebPumpe.jpg (393,51 kB - 45 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:45)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 4. Februar 2020, 22:28

Mittlerweile habe ich mir einen Abzieher für den Kopf aus Resten zusammengebaut. Eigentlich wollte ich noch einen Kegel auf die Schrauben drehen, habe es vergessen, komme nicht mehr in die Werkstatt und versuche es so. Nicht professionell, aber mit Schaum vor dem Mund ist es mit der Geduld nicht so weit her. Ich knalle die Schrauben alle an und nix rührt sich. Abends spät mache ich mal wieder WD40 drauf und vertage das Ganze.

Am nächsten Abend setze ich die Schrauben wieder unter Spannung und klopfe beherzt mit einem 2 kg Hammer auf den Abzieher. Der Kopf löst sich an drei Ecken, so daß eine Messerklinge dazwischen passt. Nur rechts oben will er nicht.

Also mal wieder WD40 in den Spalt und das WE erstmal in Ruhe lassen.

Auch auf dem Tisch sieht es wüst aus; ich muß mal wieder aufräumen.
»x-molich« hat folgende Datei angehängt:
  • KopfAbzieher.jpg (354,49 kB - 61 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:47)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 4. Februar 2020, 22:38

Am Ende habe ich doch gewonnen und der Kopf ging mit Zug durch den Abzieher und Klopfen ab. Ziemlich verkokt die Stehbolzen. Ich kenne das eher rostig oder trocken. Hat die Kopfdichtung da abgeblasen? Auch die Dichtfläche des Kopfes sieht komisch aus. Naja irgendeinen Grund muß es ja geben, daß Abgas in das Kühlwasser gedrückt hat.

Erste Begutachtung zeigt keinen Riss im Kopf; soll ich mich da jetzt freuen? Bin ich einer der wenigen, die bei diesem Motor keinen Riss im Kopf haben? Erstmal putzen und dann lasse ich wahrscheinlich eine Rissprüfung machen.
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Kopfab1.jpg (866,15 kB - 59 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:48)
  • Kopfab2.jpg (301,85 kB - 57 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:48)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

Ente 24

Admiral

Beiträge: 880

Wohnort: Leverkusen

Schiffsname: plan b

Bootstyp: Etap 24i

  • Nachricht senden

7

Mittwoch, 5. Februar 2020, 09:07

Weiterhin viel Erfolg, sieht doch gut aus :tee:
Hinter dem Horizont geht's weiter

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

8

Mittwoch, 5. Februar 2020, 09:13

Weiter geht es mit dem Abbau von Kleingeraffel.
Als erstes den Pumpenantrieb. Neben dem Pumpenantrieb sieht man den Öldruckschalter im Deckel des Ölfiltergehäuses. Wie es sich für einen richtigen Güllepumpenmotor gehört, muß der Sieb-Ölfilter nur bei Überholungen gereinigt werden, wenn er gut zu erreichen ist. Der Öldruckschalter war die letzten Jahre abgehängt, denn der hat immer gepiept. Die schöne Ursache wäre, daß er defekt ist, die andere, naja...

Dann weiter mit dem Stoppmagnet. Auf dem Bild vom Stoppmagnet sieht man den Abstellerhebel und den Gashebel. An beiden drückt es Öl raus und beide müssen nach innen herausgenommen werden.

Und zuletzt den Laderegler, der auf einem Trägerblech sitzt, welches auch den Motorstecker samt Kabelbaum trägt.
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Pumpenantrieb.jpg (444,44 kB - 39 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:02)
  • Stoppmagnet.jpg (435,41 kB - 33 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:02)
  • Laderegler.jpg (296,83 kB - 32 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:49)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

9

Mittwoch, 5. Februar 2020, 09:29

Die Büchse muß natürlich auch ab. Es ist recht unwahrscheinlich, daß die Fußdichtung nach > 30 Jahren und der Aktion noch dicht bleibt.

Da ich aus diffusen Gründen, die ich selbst gerade nicht kenne, den Kolben erstmal drin lassen will, baue ich den vorderen Deckel ab. Der will nicht so richtig raus, weil ich es nicht schaffe, die Ölleitung, über die die Pumpe ansaugt, auszufädeln.
Also löse ich sie. Na hoffentlich finde ich beim Zusammenbau wieder die richtige Stellung.

Innen sieht das ganze schonmal ganz gut aus. Schnell die Pleuelschrauben lösen und mit einigen Hammerschlägen geht die Büchse dann auch runter. Die Lagerschalen des Pleuellagers mal vorsorglich so hinlegen, daß man sie in der gleichen Position wieder einbauen kann und auch dafür sorgen, daß man später noch weiss, in welcher Lage das Pleuel am Hubzapfen war.
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Deckelvorne.jpg (484,13 kB - 38 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:50)
  • Pleuel.jpg (383,27 kB - 35 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:50)
  • Pleuelgelöst.jpg (323,04 kB - 37 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:50)
  • Buchseab.jpg (360,76 kB - 34 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:50)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

10

Mittwoch, 5. Februar 2020, 09:56

Schöner Bericht,danke !

Ja, die guten alten Bukh-Motore laufen und laufen. Aber leider gehen die Ersatzteile so langsam aus.
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
Alexis Carrel

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

11

Mittwoch, 5. Februar 2020, 09:57

Eigentlich wollte ich ab jetzt den Motor nur noch so weit zerlegen, daß ich die Dichtungen der Gas- und Abstellwellen erneuern kann. Dazu noch Flachdichtungen und Wellendichtringe an der Kurbelwelle.
Also frohen Mutes den schwungradseitigen Lagerdeckel ab.

Tja, Delta Golf (dumm gelaufen), mittlerer Lagerschaden.

Die Vorgeschichte vom Motor kenne ich ja nicht, aber er muß wohl mal Ölknappheit gehabt haben. Das Pleuellager sieht ja noch gut aus, aber das ober Lager hat mal gefressen. Der Motor lief aber trotzdem ;( :D


Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis muß wohl doch die Kurbelwelle ausbauen und die Ölversorgung, respektive auch den möglicherweise nur vermeintlich defekten Öldruckschalter genauer unter die Lupe nehmen.


So mittelfrustriert nehme ich erstmal Abstand und denke nach.
Eigentlich hatte ich gehofft, da nicht ran zu müssen. Auch sind die Hauptlager in STD-Maß mit ca. € 400/Stück nicht gerade billig.


Na, wie dem auch sei, die Kurbelwelle muß raus, um die andere Lagerseite begutachten und messen zu können.


Einen Nachteil dieser Motorbauart möchte ich nicht verschweigen: Wenn der untere Wellendichtring seinen Geist aufgibt, dann ist das Öl schneller als bei horizontaler Kurbelwelle weg. Es fällt dann in den Saildrive. 8o
Unwahrscheinlich, daß die Wellendichtringe über 30 Jahre gehalten haben sollen, denn es war alles trocken. Unwahrscheinlich auch, daß sie im Rahmen einer geplanten Wartung getauscht wurden, denn dazu muß der Motor raus. Vielleicht ist das mal passiert und der Lagerschaden rührt daher.
»x-molich« hat folgende Datei angehängt:
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

12

Mittwoch, 5. Februar 2020, 10:18

Um die Kurbelwelle auszubauen mußte ich zuerst einen Abzieher leihen, um den Kupplungsflansch unten abzubekommen. Auch habe ich mir einen Gegenhalter bauen müssen, um die Mutter am Kupplungsflansch abzubekommen.
Bilder machen habe ich dann vergessen. Aber kann ich ja beim Zusammenbau zeigen.

Jedenfalls konnte ich den unteren Lagerdeckel ausbauen, nachdem der Kupplungsflansch ab war. Ich hatte nicht richtig geguckt und gelesen und angenommen, das untere Hauptlager sei im Deckel. Doch da war nur der Wellendichtring.
Danach habe ich mir noch die Markierungen für die Steuerzeiten angesehen, mit dem Werkstatthandbuch gegengeprüft und die Kurbelwelle beherzt rausgezogen.

Das untere Lager ist ok, auch die Kurbelwelle sieht am unteren Ende gut aus, am oberen Ende hat sie sichtbare Spuren.

Als langjährig in der Optikfertigung tätig gewesen seiender weiß ich, daß es oft für das Auge krasser aussieht, als es meßtechnisch ist, weil das Auge so unglaublich empfindlich ist. Also erstmal Entspannung und Möglichkeiten durchspielen. Auch die Spur von den Wellendichtringen sieht man ganz gut :P , aber kein Beinruch.

1. Kurbelwelle ist meßtechnisch ok, oberes Ende etwas polieren und sauteures neues Hauptlager in den oberen Deckel einbauen.
2. Gleich wie 1, aber versuchen, aus der Ruggerini Güllepumpen Ecke ein günstigeres Hauptlager zu bekommen
3. Obere Lagerstelle auf zweites Untermaß schleifen und das bezahlbare Zweite Untermaßlager einbauen
4. Das gleiche, aber für beide Lagerstellen.

Ok, das kann man nicht esoterisch entscheiden, ich benötige die passenden Mikrometer. Zum Glück habe ich da eine Quelle...
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • KW.jpg (323,08 kB - 34 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:02)
  • KW_oben.jpg (241,44 kB - 31 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:02)
  • KW_unten.jpg (257,65 kB - 28 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:02)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

micha571

Admiral

Beiträge: 846

Bootstyp: Seaquest 36

Heimathafen: Greifswald

  • Nachricht senden

13

Mittwoch, 5. Februar 2020, 10:22

Schöner Bericht. Ich mag den Motor auch, hatte den in meiner X-99 und auch viel daran gebastelt. Ich hatte ihn auch mal rausgenommen und komplett überholt.
Die Köpfe sterben meist, weil sie von innen (Kühlwasserkanal) zum Auslassventil hin durchgammeln, da würde ich mal genau prüfen, wie es bei Deinem aussieht.
Falls Du Teile brauchst, auf ebay Kleinanzeigen verkauft jemand gerade zwei Motoren inkl. Saildrive (nicht ich):
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anze…244544-211-1142

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

14

Mittwoch, 5. Februar 2020, 10:39

Hi Micha,

danke für den Hinweis zum Durchgammeln. Ich hoffe, daß es bei meinem besser ist, weil der mit Zweikreiskühlung lief.

Dem Anbieter habe ich schon geschrieben, mal sehen, was er haben will. Wäre aber eh nur ein Ersatzmotor, den ich vielleicht auch richten würde.

Grüße
Sascha
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

15

Mittwoch, 5. Februar 2020, 11:33

Erstmal aufräumen und sauber machen.
Meßequipment besorgt, leider nur eine Bügelmessschraube mit 0,01 mm, aber die Tendenz kann man auch zwischen den Strichen erkennen. Die Innenmikrometer haben 0,005 mm. Also los. Bei der Kurbelwelle konnte ich nicht fotografieren, aber die Werte sind absolut gut. Nach meinem Empfinden praktisch kein Verschleiß. An beiden Hauptlagerstellen konnte ich zum Vergleich im Bereich der Ölnuten der Hauptlager mesen (dort kein Verschleiß) und es war praktisch kein Unterschied meßbar. An der Lagerstelle des Pleuels fehlt der Vergleich, aber der Durchmesser fällt mit der oberen Angabe im Werkstatthandbuch zusammen. Gemessen habe ich auch in verschiedenen Winkellagen, um sicher zu sein, daß die Lagerflächen nicht unrund sind.

Die Innenmessungen waren auch soweit gut, beim Lager im Block ergeben sich 25 - 30 µm Lagerspalt, beim Pleuel ebenso. Beim beschädigten Lager im Deckel sind es etwa 50 µm Spalt, was nach WHB auch noch ok wäre. Aber ich denke, daß das gemacht werden muß. Beim Pleuel ist der Mindestspalt mit 15 µm angegeben. Hier sind wir etwas drüber, aber ich kann nicht beurteilen, ob das Verschleiß oder normale Toleranz oder eine Mischung aus beidem ist. Muß ich mir mal überlegen, ob ich die Pleuellagerschalen auch tausche.

Da ich auf der Suche über den vermuteten Ruggerini Basismotor ein Hauptlager von Lombardini (die haben Ruggerini gekauft) für knappe € 40 in der Bucht gefunden habe, das passen könnte, habe ich das erstmal bestellt. Sollte das das richtige sein, werden ich die Kurbelwelle auf einer Seite nur polieren und das neue STD Hauptlager einsetzen. Anhand der Maße des neuen Lagers entscheide ich dann, ob ich auch das im Gehäuse tausche.

Nächste Woche kommt das Lager, dann geht es wohl weiter. Mein Radlager Abziehersatz hat sogar die passende Scheibe, um das Lager auszuziehen, allerdings ist die Glocke zu groß. Da muß ich wohl noch was drehen (lassen).

In der Zwischenzeit werde ich mich mal der Abdichtung der Gashebel und Abstelle widmen. Da bin ich ja nicht so scharf drauf. Das wirkt so unübersichtlich. Wellendichtringe für die Kurbelwelle muß ich dann auch mal besorgen und mir so langsam Gedanken über Reinigung, Lackierung und Ruckprüfung vom Kopf und der Büchse machen.
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
  • Aufgeräumt.jpg (284,85 kB - 38 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:55)
  • Messung_Deckel.jpg (809,23 kB - 37 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:55)
  • Messung_Block.jpg (585,47 kB - 37 mal heruntergeladen - zuletzt: 21. Februar 2020, 16:55)
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

Marinero

Salzbuckel

Beiträge: 3 898

Schiffsname: Lilla My

Bootstyp: Omega 42

Heimathafen: Aabenraa Sejl Club

Rufzeichen: DF5010

MMSI: 211391180

  • Nachricht senden

16

Mittwoch, 5. Februar 2020, 13:49

find ich toll

:Laie_71mini:

F28

Salzbuckel

Beiträge: 3 024

Schiffsname: Rike

Heimathafen: Colijnsplaat

  • Nachricht senden

17

Mittwoch, 5. Februar 2020, 15:23

Herrlich.
Vor lauter Mitgefühl bekommt man schon beim Lesen schmutzige Finger.
Gruß
F28

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

18

Freitag, 14. Februar 2020, 22:46

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist das Ersatzhauptlager endlich gestern angekommen. Die gute Nachricht: Es passt, auch wenn es ein Kohler Lombardini Ersatzteil ist. Insofern hat sich das Warten gelohnt. € 37 gegen > € 400 für ein Lager.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich das Lager in der Hand hatte: Aluminium 8o


Ich habe ja eher gedacht, daß das silbrige von einer Beschichtung auf einem Bronzewerkstoff kommt, aber Alu? Naja, hat lange funktioniert, wird wohl auch lange funktionieren. Das hätte ich auch fast selbst drehen können.
Allerdings habe ich mich bei den Gedanken um den Abzieher vertan. Ich habe nicht damit gerechnet, daß der Außendurchmesser vom Hauptlager kleiner als der Außendurchmesser vom Wellendichtring ist. Hätte ich den mal früher rausgemacht. Vor dem WE komme ich leider nicht mehr an die Drehbank und das, wo ich Zeit hätte.
»x-molich« hat folgende Datei angehängt:
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

x-molich

Seebär

  • »x-molich« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 381

Schiffsname: Martha

Bootstyp: Molich-X-Meter

  • Nachricht senden

19

Freitag, 14. Februar 2020, 22:55

Kleines Erfolgserlebnis brauchte ich noch, also mal den Pumpenantrieb zerlegt. Deckel unten ab und nu?

Erstmal den Dreck wegmachen, in der Explosionszeichnung nachgucken: Da muß ein Seegering sein. Aber wie komme ich da ran? Da ist noch ein Ring davor, der ins Gehäuse eingesetzt ist. Den raushebeln und ab da lief es von selbst.
Dann alles rausziehen, noch paar Fotos, wie das zusammen war und angefangen zu putzen. Auf der Seite der Seewasserpumpe ist viel Dreck und oh Wunder, darunter ist ja noch ein Wellendichtring. Den dann auch noch mit einem verbogenen Schraubenzieher rausgehebelt, etwas geputzt und das wars für heute. Auch im Pumpenantrieb ist eine Alu-Lagerbuchse. Alles sieht ok und wenig verschlissen aus.
»x-molich« hat folgende Dateien angehängt:
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

20

Sonntag, 16. Februar 2020, 10:48

Ich bin sprachlos, wenn einer in unserer bekloppten Digi-Zeit so etwas kann (und auch tut) ! ;)

Ähnliche Themen

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 2 210   Hits gestern: 2 213   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 5 234 659   Hits pro Tag: 2 368,07 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 16 126   Klicks gestern: 15 043   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 40 716 973   Klicks pro Tag: 18 419,68 

Kontrollzentrum