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Hufi

Offizier

  • »Hufi« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 22. Mai 2020, 22:10

Selden EInleinenreff mit Reffblöcken?

Hallo zusammen,

für die neue Saison haben wir uns schon letztes Jahr für neue Segel entschieden. Ohne große Diskussion hat der Segelmacher uns die Segel ganz einfach entsprechend bisheriger Aufträge angefertigt. Unsere Bavaria 36 von 2005 hat das ältere Selden Einleinenreffsystem verbaut, das bisher verwendete Elvström-Großsegel hatten hierfür am Achterliek Ösen zum durchführen der Leinen, am Vorliek lediglich Kauschen zum anknoten eingenäht. Da unsere Reffleinen schon für dieses Segel etwas zu kurz geraten waren sollen die auch durch neue ersetzt werden (liegen bereits zu Hause, Spleissen wir am Wochenende).
Das neue Großsegel hat allerdings sowohl am Achterliek als auch am Vorliek Reffblöcke eingenäht um die Reffleine mit möglichst wenig Reibung zum Baum zurück zu führen. Das würden wir natürlich gern nutzen, sind uns aber unsicher ob das am Vorliek überhaupt klappen kann...
Das befürchtete Problem: Entsprechend dieser Zeichnung von Selden sind die Reffleinen fürs Vorliek fest an zwei im Baum fahrende, von der achterlichen Leine gezogene, Wagen befestigt. Die Strecke, die diese Wagen nach achtern zurücklegen kann, ist durch die Baumlänge (ca. 420cm) begrenzt - dadurch scheint uns auch die maximale Reffhöhe am Vorliek begrenzt. Wird diese Reffleine nun auch noch durch den Reffblock zum Baum zurückgeführt muss (durch den so erzeugten einfachen Flaschenzug) auch noch die doppelte Länge mit dem Wagen in den Baum gezogen werden(?). Ohne nachgemessen zu haben denken wir mal, dass das zweite Reff höher als die rein theoretisch maximal möglichen 210cm (wahrscheinlich sind es ja sogar weniger) liegt. Dann wäre das zweite Reff also nicht voll nutzbar.

Da wir unserem Segelmacher eigentlich vertrauen hoffen wir auf einen Denkfehler unserseits ?( Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen, erkennt ihr einen Denkfehler oder haben wir das System doch noch nicht ganz verstanden?
Wir befürchten, dass wir die Segel noch einmal auf Kauschen für die Reffs am Vorliek umarbeiten lassen müssten - ein Palstek o.ä. um den Reffblock wäre fürs erste sicherlich auch okay.

Wir freuen uns auf eure Antworten
Handbreit

Bernd

GER-387

Bootsmann

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2

Freitag, 22. Mai 2020, 22:16

Deine Befürchtungen sind korrekt: die maximale Reffhöhe ist begrenzt auf die Baumlänge und eine Untersetzung vorn erfordert den doppelten Weg, den du nicht ziehen kannst. Das wäre auch völlig übertrieben, weil du bei Selden auf dem Achterliek bereits eine Untersetzung hast (hier entstehen hohe Lasten) und am Vorliek sind die nötigen Kräfte überschaubar. Ist nicht das erste Mal, dass ein Segelmacher in diese Falle getappt ist, die Selden da ausgelegt hat.

VG Thomas

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Brynja

Salzbuckel

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3

Samstag, 23. Mai 2020, 06:30

Es gibt auch Selden-Bäume ohne diese Schlitten und die damit verbundenen Probleme.
Die Reffleine lauft dann vom Baum hoch zum achteren Block, wieder runter achtern in den Baum, nach vorne, raus aus dem Baum nach oben zum vorderen Block und wieder nach unten. Dann am Mast belegt oder umgelenkt ins Cockpit.
Von dieser Lösung wird der Segelmacher ausgegangen sein.
Hier die entsprechenden Seiten aus unserem Bootsmanual.
Die Lösung mit dem Schlitten ist anfällig gegen Verschmutzung und Verschleiß, außerdem unterwegs kaum zu erreichen.
»Brynja« hat folgende Datei angehängt:

mjo

Leichtmatrose

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4

Samstag, 23. Mai 2020, 07:24

Moin,


ja, da war der Segelmacher zu engagiert. Ihr habt recht, was Kräfte und Wege angeht.
Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch funktioniert das System so wie es soll. Ich reffe ein und aus einhand in jeweils max. 1 Minute. Zumeist finden sich aber in den Bäumen alte, steife Leinen mit aufgefasertem Mantel. Kein Wunder, dass das Reffen schwer geht und das Ausreffen ein fummeliger Kraftakt ist.

Ich habe mal im Winterlager beide Reffleinensysteme plus UL-Strecker gegen 2 mm dünnere, gut laufende Leinen mit Dymeemakern getauscht, alle Blöcke (5 pro Reff!) geschmiert. Die Röllchen an den Schlitten (Achtung, fallen beim Rausziehen des Schlittens aus dem Baumprofil sofort ab!) ebenfalls mit etwas PTFE beglückt.

Wichtig ist halt, strikt nach der Zeichung vorzugehen.

Viel Spass,
Martin

Hufi

Offizier

  • »Hufi« ist der Autor dieses Themas

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5

Samstag, 23. Mai 2020, 10:02

Vielen lieben Dank für euren schnellen Antworten.
Das neue Segel wurde dann gerade schnell noch stationär beim Segelmacher aufgenommen und wird bis zum Krantermin nächste Woche noch fertig :) Ist natürlich etwas ärgerlich um die beiden Reffblöcke, welche pro Stück wohl mindestens 150€ gekostet haben werden...
@mjo: Unsere neuen Reffleinen haben auch "nur" 10 statt der bisher verwendeten 12mm. Wir werden den Blöcken dann auch mal etwas PTFE gönnen.

GER-387

Bootsmann

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6

Samstag, 23. Mai 2020, 12:19

Dünnere Reffleinen sind grundsätzlich eine gute Idee i.S.v. Leichtgängigkeit. Es gibt aber zu beachten:
-alte Hebelklemmen, die immer 12mm gefasst haben, können mit 10mm schon mal rutschen
- die Bruchlasten und die Dehnung von Reffleinen werden unterschätzt. Ich empfehle dir die Reffleine mit Dyneema Kern zu nehmen und die Bruchlast sollte min 50-60% des Falls (entspricht der Arbeitslast) aufweisen.

VG Thomas

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7

Mittwoch, 27. Mai 2020, 13:26

Es gibt von Selden Segelmacherinformationen die die genauen Reffhöhen und die Ausführung das Segels auf den mm festlegen.
Mit Baumprofil und E Maß gibt es da keine zwei Meinungen wie es werden soll :-)

Auf der Unterseite des Baumes am Lümmelbeschlag ist die Baumnummer eingraviert.

http://www.seldenmast.com/files/1582268944/595-542-E.pdf


Ab Seite 85 sind die Einleinenreffs beschrieben.

Bavaria wird meistens mit Gleitrutschern am Segel ausgeliefert, bei einem neuen Segel unbedingt auf MDS Rutschen umrüsten, so bringt das Segeln Spaß!!

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