Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

1

Dienstag, 15. September 2020, 17:18

Bau eines Bugspriets

Hallo zusammen,
nachdem wir am Bodensee immer wieder nur mit Schwachwind segeln können habe ich mir nun einen (gebrauchten) Gennaker mit Bergeschlauch von Leesails gekauft. Bis dato habe ich noch 0 Erfahrung mit Gennaker und Spinnaker, darum wollte ich nicht sofort neueSegelb besorgen sondern erst einmal testen ob das Ganze mit unserem Schiff funktioniert.
Da der Bug keine Montage eines Gennaker zulässt hatte ich die Idee, die alte Ankterhalterung, die ich wegen passendem Anker hierzu eh nie benutzte, zu entfernen und habe hier eine Bugspriet-Kontruktion gebaut, bzw einen ersten Prototypen hierzu und wollte aber nun einmal die Expteren in der Runde fragen was man von der Idee halten kann.Die erste Frage ist, aktuell geht der Bugspriet etwa 70cm über den Bug hinaus, ist dies bei einem 10m Schiff zu viel oder zu wenig?
Wie sollte ich den Gennaker am Besten befestigen, aktuell habe ich dort einen U-Bügel in welchem ich den Hals fest anschlagen könnte.
Nun habe ich aber diverse Varianten gesehen bei denen vom Gennaker-Hals ein Halsstrop nach achtern geführt wird. Mir ist als Laie noch nicht ganz klar wo hier genau die Vorteile liegen?


Wenn man das nun aber Variable halten möchte kam mir die Idee, ich kann auf dem Vierkanktrohr ja printzipiell auch eine Genua-Schiene mit Schlitten abringen um so ggf den Hals vor und zurück schieben zu können, macht so etwas Sinn?
Viele Grüße,Daniel
»Reddingo« hat folgende Dateien angehängt:

frank_x

Salzbuckel

Beiträge: 2 714

Bootstyp: Rommel 33 / Pogo 40

Heimathafen: Rostock

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 15. September 2020, 17:37

Hmh, ich empfehle ein Training, dann sind die wesentlichen Dinge geklärt.

Ganz kurz - den Gennaker niemals nie fest belegen, da das Segel ja schon etwas größer ist und man das bei Druck sonst nicht loswerfen kann, selbst wenn Du einen Bergeschlauch hast. Deshalb die Tackline am Besten auf eine Hebel- oder Constrictorklemme führen.

Der Baum ist - nun ja ... etwas gewöhnungsbedürftig. Sicher wird er bei wenig Wind die Last noch tragen können aber bei etwas mehr Wind wird Dir das Ding abbrechen oder sich nach oben biegen oder sich hinten in's Deck bohren. Da gibt es für wenig Geld fertige Lösungen, die auch verschiebbar (Selden) oder klappbar (Trogear etc.) sind.

70cm nach vorn ist OK und viele Schiffe haben sogar weniger ( Elan 310 etc.) . Das würde ich aber vom Segel abhängig machen, denn hier gilt - viel hilft viel ... wobei Du bei mehr als 50..60cm sicher ein Wasserstag brauchst.

spliss

Hafensänger

Beiträge: 1 553

Wohnort: Berlin

Bootstyp: Charterfahrzeug

Rufzeichen: DD3489

  • Nachricht senden

3

Dienstag, 15. September 2020, 17:37

Au wacke,
das wird dir den Bugbeschlag nach oben würgen, sobald etwas "zeng" draufkommt. Folgeschäden...

Es gibt fertige Schieberüssel mit 2 Beschlägen auf Deck. Den zweiten Beschlagspunkt (achterlich): müßte man erst mal gucken, ob das Deck an dem Punkt die Last abkann.
Ein Wasserstag fehlt!
Lass einen Rigger gucken, der verkauft Dir auch ggf. den passenden Rüssel.
Mir wurde von den Experten in Sachen asymmetrisch abgeraten und deswegen bleib ich bei symm. Spi s. Die Decksbeschläge dazu sind ja meist problemlos hinzuhängen.
Bin schon gespannt auf die weiteren Kommentare. ;o)
spliss
Holt groß das Dicht !

Beiträge: 1 692

Schiffsname: Seewievke

Bootstyp: LM27

Heimathafen: 24376 Grödersby Friedenshöher Str. 21

Rufzeichen: DB8319

MMSI: 211654090

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 15. September 2020, 17:43

Der Ankerbeschlag und seine Befestigung ist für andere Lastrichtungen ausgelegt.
Da wird wohl bei etwas mehr Wind etwas passieren :zus(4):
LM27 - nicht schnell aber komfortabel

horstj

Salzbuckel

Beiträge: 2 187

Wohnort: D - Meer - Berge = Münster

Bootstyp: Jeanneau Microsail

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 15. September 2020, 18:05

Moin,

das Streichholz kannst Du wieder abschrauben. :D

Bei dem Schiffstyp und der Mastposition kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Gennaker Spass macht. Eher über einen Blister/Elvströmer/Code 0 plus einen Spinnaker nachdenken?
Bootslog und Refitblog Jeanneau Microsail https://microsail.wordpress.com/

6

Dienstag, 15. September 2020, 18:52

Da wäre der Kauf eines Schiffes mit guten Leichtwindeigenschaften mit einer dafür ausgelegt Konstruktion des Riggs und des Rumpfes die bessere Idee. :D

7

Dienstag, 15. September 2020, 19:00

Bei Leichtwind reicht das doch. Schaut grauslig aus aber als Testeimer.... why not.
++++++
Wer Kreuzfahrten bucht fickt den Planeten!

space*cadet

Salzbuckel

Beiträge: 2 246

Wohnort: Pinneberg

Schiffsname: Lekker

Bootstyp: Dehler 35 SV

Heimathafen: Fahrensodde

Rufzeichen: DA2049

MMSI: 211683610

  • Nachricht senden

8

Dienstag, 15. September 2020, 19:15

Yachttechnikseminare - hier anmelden!

9

Dienstag, 15. September 2020, 21:25

Das "Streichholz" ist ein Vierkantrohr mit 3mm Wanddicke ;-)
Hab noch Fotos von der Aufnahme, die ist aus massivem 8mm Stahl, die Schrauben sind M12
»Reddingo« hat folgende Dateien angehängt:

SaskiaK

Kapitänin

Beiträge: 686

Wohnort: Köln

Schiffsname: Robulla

Bootstyp: Contest 34

Heimathafen: Marina Stavoren

  • Nachricht senden

10

Dienstag, 15. September 2020, 21:50

Schrauben sind für Zugbelastung gemacht. Was du nutzen möchtest sind Bolzen.
Robulla - die schönste 34 Fuß Yacht unter deren Sprayhood man Tomaten züchten kann deren Sprayhood Leben rettet!

JürgenG

Super Moderator

Beiträge: 6 718

Wohnort: Kiel

Schiffsname: Skrållan

Bootstyp: Lady Helmsman II

Heimathafen: Kiel

  • Nachricht senden

11

Dienstag, 15. September 2020, 22:55

Vielleicht solltest Du Dir zunächst einmal eine Vorstellung davon machen, welche Kräfte bei solchen Konstruktionen auftreten. Berechne zunächst mal das aufrichtende Moment (RM 30) mit dieser Hilfe von Selden: hier. Danach kannst Du hier die auftretenden Kräfte berechnen. Dabei wirst Du feststellen, dass der DBS-Wert (distance between support) bei Dir durch den Abstand der beiden Schrauben/Bolzen bestimmt wird. Der scheint mir sehr kurz im Verhältnis zur Gesamtlänge. Da werden die Kräfte sehr groß. Ich glaube, Dir werden beim Rechnen die Augen aufgehen.

Grüße Jürgen

Beiträge: 1 692

Schiffsname: Seewievke

Bootstyp: LM27

Heimathafen: 24376 Grödersby Friedenshöher Str. 21

Rufzeichen: DB8319

MMSI: 211654090

  • Nachricht senden

12

Mittwoch, 16. September 2020, 07:26

@Reddingo:

Wie ist denn der (blaue) Ankerbeschlag am Rumpf befestigt?
Ist das ein Stahlrumpf und verschweißt?
LM27 - nicht schnell aber komfortabel

RainerF

Kapitän

Beiträge: 621

Wohnort: Hessen

Schiffsname: La Guapa

Bootstyp: Hanse 315

Rufzeichen: DK8597

MMSI: 211695470

  • Nachricht senden

13

Mittwoch, 16. September 2020, 08:34

Ich sage mal das bei 3mm Wandstärke das ganze halten könnte wenn der Bugbeschlag mit dem Rumpt gut verbunden ist, die Buchsen hast Du anscheinend schön in das Vierkantrohr eingesetzt und verschweißt wie es aussieht.
Das Vierkant sieht aber schrecklich aus :), abgesehen von der höheren Festigkeit von Rundmatierial hätte es auch besser ausgesehen und die beiden Büchsen für die Bolzen hätte man auch bei Runtmaterial einsetzen können.

Zusammen mit einem Wasserstag wäre dann die Konstruktion auch sicher um einiges steifer und die Last auf dem "Knotenblech" an dem auch das Vorstag angebracht ist würde sich bestimmt erheblich verringern, besonders der Knick/Biegemoment.

Ich bin mir nicht sicher ob ich der Konstruktion trauen würde, bin aber schon gespannt auf deine ersten Versuche damit, bitte berichte dochmal.
Unsere schöne: http://la-guapa-sy.de/

14

Mittwoch, 16. September 2020, 08:46

Meinen Vorrednern würde ich mich größetenteils anschließen, was die Bedenken betrifft. Bei der ersten kräftigeren Böe wird das Teil nach oben gebogen, dafür sorgt schon der kurze Abstand der beiden Schrauben.

Aber ich möchte ja nicht nur Bedenken äußern, sondern zur Lösung beitragen:

Mach doch das achterliche Lager des Baumes an der Klampe fest, die sieht doch solide aus. Dann hättest Du schon mal die Konstruktion am Bugbeschlag "entschärft".

Falls Du ein Wasserstag nachrüsten kannst, müsste die ja nicht fest sein, schön finde ich hier die Ausführung, wie es z.B. RM macht: Halsleine über den Baum führen, dann nach unten, ums Auge fürs Wasserstag und dann zur Spitze des Baumes und an den Hals vom Gennaker (ggfs. Blöcke, Kauschen).

horstj

Salzbuckel

Beiträge: 2 187

Wohnort: D - Meer - Berge = Münster

Bootstyp: Jeanneau Microsail

  • Nachricht senden

15

Mittwoch, 16. September 2020, 08:54

Moin,

vlt. klärt sich manches besser, wenn einfach mal auf einem Gennakerboot gesegelt wird bzw. mal etwas ausführlicher zum Erläuterung des "Streichholz". :D
Grob gesagt wirst Du zwei Typen finden:
1. (Fahrten-)boote auf denen ein Gennaker als Raumwinder gesetzt wird wegen der einfachen Handhabung. Bei einem 7/8 Rigg ist dafür fast kein Bugspriet nötig (meist reicht der Ankerbeschlag oder ein Tritt), weil das Tuch eh nicht so groß ist und bei vernüftiger Platzierung dennoch innen, d.h. zwischen Vorstag und Gennakervorliek gehalst werden kann. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Beneteau 30.1 (die Deinem Boot auch insofern ähnlich ist, weil der Mast relativ weit achtern steht). Der Gennaker hat vlt. 150% der Amwind Segelfläche.
2. "echte" "Raumschotsboote" leicht, breit, tendentiell ohne GEnnaker mit sehr schwacher raum/Vorwindperformance. Dort wird der Gennaker an einem Rüssel vor dem Boot gefahren, eher wie ein Drachen ("Kite"). Die Gennaker haben 200% oder mehr der Amwind Segelfläche.

Dein Boot ist relativ schwer, hat keinen Rumpf, der Raumschots irgendwie schnell werden könnte, hat ein Topprigg mit (soweit man das dem Bild entnehmen kann) relativ weit hinten stehendem Mast (und das größte Problem ist der riesen Bugkorb für das Projekt). D.h. um einen Gennakereffekt wirklich zu spüren müsstest Du ein riesiges Segel fahren, das auch noch außenrum gehalst werden müsste.

Zum probieren kann man natürlich alles mögliche mal installieren (würde ich auch :D ). Du findest hier mal ein paar "ungewöhnliche" Konstruktionen gezeigt, d.h. Blister, A1,A2, Code0, CodeF/Elvströmer an Booten installiert, an denen so etwas sonst nicht üblich ist: https://www.diekow-segel.de/gennaker.html

hope this helps
Bootslog und Refitblog Jeanneau Microsail https://microsail.wordpress.com/

16

Mittwoch, 16. September 2020, 09:02

Ich glaube auch nicht, dass es lange halten wird aber um bei 0-5kn mal versuche zu machen sollte es reichen. Ich habe ein kleineres Boot ca. 8m und habe auch erstmal als versuch den Spibaum vorne angeschlagen. Bei am Wind Kursen wenn der Gennaker keäftig durchgesetzt ist hat es den hoch gebogen "wie einen Streicholz", die Hebelwirkung an deinem 4kantrohr wird brutal sein. Bedenke, dass auch erhebliche Seitenkräfte auftretten.

Aber lieber machen als meckern. Ich habe inzwischen einen Carbon Surfmast als Baum der noch verstärkt ist der scheint haltbarer. Der kommt ca 1m vorne raus und liegt ca. 2m auf Deck. Meines wissens nach ist die länge nur wichtig um das Segel aus der Abdeckung des Groß zu holen also wenn der Wind spitz von achtern kommt, irgendwann fällt der Gen dir dann ein bis du direkt vorm Wind Butterfly machen kannst. Ausserdem könntest du auch bei längerem Bugspriet dein Vorsegel noch oben haben ---> mehr Segelfläche und hilft auch um den Gen abzudecken um ihn einzuholen. Das ist auch ein Vorteil weil man dann immer ein Vorsegel oben hat und besser manövrieren kann.

Sorry für den Roman

17

Mittwoch, 16. September 2020, 10:25

Wem ist denn schonmal ein „Bugspriet“ gebrochen? Reine Neugier....
++++++
Wer Kreuzfahrten bucht fickt den Planeten!

lelyboot

Admiral

Beiträge: 913

Bootstyp: Hallberg Rassy 31

Heimathafen: Lelystad Flevo Marina

  • Nachricht senden

18

Mittwoch, 16. September 2020, 10:30

Davon hat Danziger mal berichtet, Selden Carbon wohl im Regattamodus

Hanser

Salzbuckel

Beiträge: 4 819

Wohnort: am Bodensee

Bootstyp: Sunbeam 28.1

  • Nachricht senden

19

Mittwoch, 16. September 2020, 11:37

@Reddingo: Wenn was bricht, dann am ehesten dein Bugbeschlag - so meine unmaßgebliche Meinung. Bisher hatte der im Wesentlichen nur Zugkräfte des Vorstags in den Rumpf einzuleiten, jetzt wird es ein Biegemoment bzw. ein Kräftepaar aus Zug und Druck. Wenn dort was passiert, ist es von den Folgen her schlimm, wenn dein Vierkantrohr verbiegt (Stahl ist duktil und verbiegt sich ein ganzes Stück bevor er bricht, da kannst du die Überbeanspruchung rechtzeitig erkennen), ist das von den Folgen der Überbeanspuchung nur ein Lerneffekt ...

Mein abnehmbarer Bugspriet hat (bei nicht ganz so großer Auskragung!) übrigens einen Durchmesser von geschätzt 10 bis 12mm - gegenüber deinen vielleicht 50 bis 60mm. Und die Verankerung wird bei mir mit ca. 40 bis 50cm Abstand der gegenläufigen Kräfte viel einfacher, als bei den beiden Schrauben mit x cm Abstand (je größer der Abstand, umso kleiner die Auflagekräfte infolge der Biegung).

index.php?page=Attachment&attachmentID=248287

Ich weiß nicht, wo du am Bodensee liegst. Aber falls du doch mal einen Fachmann fragen willst, fällt mir als Möglichkeit der "Rimmele Rigg Service" aus Friedrichshafen ein. Vorher nachfragen, ob er solche Eigenkonstruktionen überhaupt bewerten möchte.
Volker

20

Mittwoch, 16. September 2020, 11:51


Ganz kurz - den Gennaker niemals nie fest belegen, da das Segel ja schon etwas größer ist und man das bei Druck sonst nicht loswerfen kann, selbst wenn Du einen Bergeschlauch hast. Deshalb die Tackline am Besten auf eine Hebel- oder Constrictorklemme führen.



Wenn ich das richtig verstehe, meinst du, dass man im Notfall die GennakerSCHOT loswerfen kann/soll?
Ich habe gerade das Video nicht bereit, bei dem man das Malheur sehen kann. Denn demnach füllt sich das Leichtwind beim Fieren der Schoten immer mehr mit Wind und alles wird schlimmer.
Lösungsorientierter wäre, das GennakerFALL zu fieren, dann kann ober der Druck raus.
Muss bei Gelegenheit mal nach dem Video suchen, tut jetzt aber nichts zum ursprünglichen Thema...

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 98   Hits gestern: 2 874   Hits Tagesrekord: 12 076   Hits gesamt: 5 859 657   Hits pro Tag: 2 416,52 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 607   Klicks gestern: 18 452   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 44 955 153   Klicks pro Tag: 18 539,51 

Kontrollzentrum