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  • »Sunshine Moody« ist der Autor dieses Themas

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Bootstyp: Moody

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1

Sonntag, 22. November 2020, 08:04

Windfinder richtig lesen ...

Guten Morgen ,

ich würde gerne mal folgendes Fragen oder diskutieren :

wir haben bei Windfinder immer den Wind und auch die Böen;

Wir hatten schon einige Diskussionen über die Windgeschwindigkeiten und wann es keinen Spaß mehr macht...

Wie beurteile ich die Böen, als Beispiel ich habe 25 kn Wind ( geht ja noch wäre ok ) aber in Böen 33 kn( wäre mir dann zu viel )

Meine Frage worauf sollte ich mich einstellen?

pf

SF-Schiffsbarde

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Bootstyp: Jeanneau 349

Heimathafen: Lemmer

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2

Sonntag, 22. November 2020, 08:28

Hey, ganz einfache Frage:
Immer auf den worst case. Deine Segelgarderobe und Dein Handling muss die Böen schadlos überstehen erlauben, egal, ob sie kommen, oder nicht. Wenn Du die Deine Segelgarderobe auf die 25 kn für MaxSpeed auslegst, hauen Dich die 33 kn vielleicht so um, dass es Schäden gibt. Also die Segel so wählen, dass es für die Böen reicht.
Im Detail sind da ja viele Dinge von betroffen: Wie schnell kannst Du reagieren und das Groß losreißen, um die Bö auszugleichen und Druck abzulassen. Das bestimmt dann, ob Du nicht doch ein Reff mehr einlegst, als die 25 kn erlauben. Jedenfalls wenn Du stressfrei non regatta segelst.

Dazu kommt, dass es ja auf die Windrichtung zum Boot ankommt, wie stark Du die Böen erlebst. Hoch am Wind ist der Druck deutlich geringer und leichter durch Anluven auszugleichen.

Ich hatte ja bisher ein leichtes Boot mit Schwert, was also doch sehr windempfindlich reagiert. Da war ich halt auf dem Ijsselmeer laufend am Ein- und Ausreffen. Bei Deinem Boot (und meinem jetztigen mit vergleichbarer Größe) ist das etwas einfacher, da steifer. Aber auch da ist für mich das Wichtigste: Die Reffvorrichtung muss leichtgängig und schnell zu bedienen sein. Das gibt mir die Sicherheit, auch vor mehr Wind, wenn aufkommend, zwar Respekt, aber kein Unwohlsein zu haben.

Grundsätzlich nur rausfahren, wenn man sich wohl fühlt. Wenn Du Dir die Frage stellst, ob Du rausfahren sollst, bleib besser im Hafen. Denn gegen ein mulmiges Gefühl entscheiden führt zu nichts Gutem. Ich segle ja äußerst defensiv und hab kein Problem, im zweiten Reff anzufangen, wenn andere unter Vollzeug rausgehen. Mich treibt keiner und mir muss es Spass machen.
Sailing is Boundless freedom.

Peter


www.sy-boundless.net

  • »Sunshine Moody« ist der Autor dieses Themas

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Bootstyp: Moody

Heimathafen: Ijsselmeer

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3

Sonntag, 22. November 2020, 08:40

schöne Antwort ... Danke

((mulmiges Gefühl ... wird man das nicht durch Erfahrung und Übung los ... ; also muss man nicht immer etwas mehr drauf legen ?))

pf

SF-Schiffsbarde

Beiträge: 6 154

Bootstyp: Jeanneau 349

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4

Sonntag, 22. November 2020, 09:11

Never. Nie durch irgendeinen Zwang steuern lassen.

Dein Gefühl zeigt Dir, wenn Du bereit bist, mehr zu nehmen. Dann empfindest Du es aber nicht so. Mit schlechtem Gefühl segeln ist immer Lebenszeitverschwendung. Leichtes Selbstfragen ist o.k., aber mulmiges Gefühl ist ein Faktor von Unsicherheit, der zu entsprechendem Fehlverhalten zu führen neigt.

Bewusst irgendwo reingehen -da hat man die Aufmerksamkeit, volle Konzentration, Kraft und den Willen. Ich bin auch schon bewusst in eine Starkwindregenfront, die ich problemlos hätte umgehen können, um zu sehen, wie das ist. War kein Thema, da genug Platz zum Ablaufen und absehbar, dass das Ganze nur maximal 1-2 Stunden dauert. Damit baut man aus. Bewusst wollen, gut vorbereiten und dann ist man auch am Lernfähigsten.

Oder man stolpert aus Versehen in eine Situation. Aber das war ja nicht das Thema.
Sailing is Boundless freedom.

Peter


www.sy-boundless.net

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Bootstyp: Spirit 28

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5

Sonntag, 22. November 2020, 09:41

Meine Frage worauf sollte ich mich einstellen?


Das hängt auch immer vom Revier ab.

Als Beispiel die Trave, auf der hier ja einige unterwegs sind.

Bei 25kn Mittelwind kannst Du eher mit weniger rechnen, da das Revier recht geschützt ist. Aber wenn in Böen >30kn angesagt sind, dann sollte man (wenn überhaupt) sehr defensiv Segel setzen, denn durch diverse Kap- und Düseneffekte kann das auch gerne mal deutlich mehr sein und dabei wechseln die Windrichtungen innerhalb von Sekunden auch gerne mal um 180°.

Auf der Ostsee selbst hätte ich bei 25kn über längere Zeit und kräftigen Böen schon alleine wegen der Welle mit meinem kleinen Boot keinen Spaß an der Sache. Da fahre ich nur, wenn ich schön unter Landabdeckung bleiben kann. Z.B. Travemünde nach Poel bei kräftigem SO (da sollte man aber bedenken, dass einen bei Boltenhagen ordentlich Wind und Welle erwartet).

Ansonsten stimme ich @pf: absolut zu. Mit mulmigem Gefühl raus ist niemals gut.
Fragt Fritzchen seinen Vater: „Papa,
ist der Stille Ozean den ganzen Tag still?“
:ueberlegen: darauf der Vater: :kopfkratz: „Kannst du mich nichts besseres fragen?“ Sohn: „Ok, woran ist dann das Tote Meer eigentlich gestorben?“ ?(


6

Sonntag, 22. November 2020, 09:48

Wie liest man Wetterapps? Mit Skepsis, und mit Erfahrungen, um das zu deuten, was drin steht. Bei 25 km mittlerem Wind sind 33 kn Böen sehr normal. Bei 10 kn Wind sind im Binnenland 20 kn Böen erwartbar, an der See ist die Spreizung m.E. nach geringer. Wenn 10 kn mittlerer Wind und 27 kn Böen angekündigt sind, kann man von Schauerböen oder Gewitterzellen ausgehen.
Ich denke, man lässt sich viel zu sehr von den sehr detailliert daherkommenden Darstellungen beeinflussen.
Wichtig ist aus meiner Sicht die grobe Kenntnis, was zu erwarten ist, Starkwind, Fronten, Gewitterzellen, Nebel.
Ansonsten gilt, jedenfalls in überschaubaren Revieren und überschaubaren Tagesdistanzen: "zum Himmel schau'n und Gott vertrau'n"
Ohne Windfinder sind wir früher auch gesegelt, und weil wir uns nicht so nen Kopp machen konnten, war's einfacher.

  • »Sunshine Moody« ist der Autor dieses Themas

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Bootstyp: Moody

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7

Sonntag, 22. November 2020, 09:49

Danke ...

die Tipps sind super und entsprechen meinem Empfinden

gerne würde ich aber die "ich segeln auch mal bei 20 kn" Hürde überwinden ; und wenn ich dann lese das hier einige erst bei 30 kn Spaß bekommen und bei 40 kn noch locker über die Segelfläche diskutieren ; dann frage ich mich ob etwas mehr Mut vielleicht auch dazu gehört ??

ich segle auf dem Ijsselmeer - hier stört mich eigentlich bei Wind mehr die Welle - die Segel kann ich ja sehr konservativ und vorsichtig klein halten.

  • »Sunshine Moody« ist der Autor dieses Themas

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Heimathafen: Ijsselmeer

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8

Sonntag, 22. November 2020, 09:51

Wie liest man Wetterapps? Mit Skepsis, und mit Erfahrungen, um das zu deuten, was drin steht. Bei 25 km mittlerem Wind sind 33 kn Böen sehr normal. Bei 10 kn Wind sind im Binnenland 20 kn Böen erwartbar, an der See ist die Spreizung m.E. nach geringer. Wenn 10 kn mittlerer Wind und 27 kn Böen angekündigt sind, kann man von Schauerböen oder Gewitterzellen ausgehen.
Ich denke, man lässt sich viel zu sehr von den sehr detailliert daherkommenden Darstellungen beeinflussen.
Wichtig ist aus meiner Sicht die grobe Kenntnis, was zu erwarten ist, Starkwind, Fronten, Gewitterzellen, Nebel.
Ansonsten gilt, jedenfalls in überschaubaren Revieren und überschaubaren Tagesdistanzen: "zum Himmel schau'n und Gott vertrau'n"
Ohne Windfinder sind wir früher auch gesegelt, und weil wir uns nicht so nen Kopp machen konnten, war's einfacher.



na dieses "Verkopfte " empfinde ich auch so ... und ist immer schwierig

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9

Sonntag, 22. November 2020, 09:58

und wenn ich dann lese das hier einige erst bei 30 kn Spaß bekommen und bei 40 kn noch locker über die Segelfläche diskutieren ; dann frage ich mich ob etwas mehr Mut vielleicht auch dazu gehört ??


Mut ist vielleicht nicht immer der Beste Ratgeber. Und bei den angesprochenen Diskussionen ist auch viel Seemannsgarn dabei. Ansonsten hängt das natürlich auch immer vom Können, den Erfahrungen und dem Boot ab. Auf Regatta mit erfahrener Crew und Topp-Material ist meine Schmerzgrenze auch deutlich höher als Einhand auf meinen 28ft.
Bin auch schon bei >30kn Regatta gesegelt, aber Spaß würde ich persönlich anders definieren. Es gehört dann halt dazu.
Fragt Fritzchen seinen Vater: „Papa,
ist der Stille Ozean den ganzen Tag still?“
:ueberlegen: darauf der Vater: :kopfkratz: „Kannst du mich nichts besseres fragen?“ Sohn: „Ok, woran ist dann das Tote Meer eigentlich gestorben?“ ?(


88markus88

Salzbuckel

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10

Sonntag, 22. November 2020, 10:09

@Sunshine Moody: Deine Fragen kann ich sehr gut nachvollziehen - ging uns auch so. Meine Frau und ich sind praktisch immer zu zweit unterwegs, und können uns aus brenzligen Situationen nicht so einfach mit Power und Bravado retten wie eine sechsköpfige sportliche Regattacrew. Also ist vorher Nachdenken und Aufpassen angesagt :)

Angefangen haben wir damit dass wir uns nur bei 3 Bft rausgetraut haben, mittlerweile durchaus auch bei 6. Aber: das hängt sehr vom Revier und der geplanten Route ab. In Landabdeckung sind 6 Bft easy. Bei 2m Welle und gegenan machen wir das nicht. Und, auch ganz wichtig: Wie sieht es in unserem Zielhafen aus? Ist er bei der angesagten Windrichtung geschützt - gut. Ist er offen, evtl. auch noch sehr eng? Dann eher woanders hinfahren, oder etwas warten.

Zum Wetterbericht: Windfinder ist mit Vorsicht zu genießen, insbesondere wenn du auf irgendwelche Spots gehts. Draußen auf See ist der Wind anders, meist stärker. Der Seewetterbericht zählt! Sehr nützlich auch die Strömungsfilme bei Windy o.ä., da bekommst du ein deutlich besseres Gefühl was dich so erwartet. Vor Böen würde ich keine Angst haben - immer gut beobachten was sich so tut, und rechtzeitig reffen. Rechtzeitig!!!
Und wenn es mal ein Gewitter gibt - Segel runter und motoren. Das ist spektakulär, aber fast immer passiert nichts.

Also: nur Mut - aber lass dich nicht verleiten rauszufahren, wenn du (oder deine Crew, auch sehr wichtig) dich damit nicht wohl fühlst.
-----------------------------------------------------
Autokorrektur ist grässlich!
-----------------------------------------------------

11

Sonntag, 22. November 2020, 10:18

Ich glaube denen, die sagen sie hätten erst bei 30+ kn Spaß, nur sehr eingeschränkt. Es gibt hier den einen oder anderen, der solche Situationen gut und mit Spaß meistern kann, das sind dann Sportfreunde mit gleitfähigen Booten, sehr viel Erfahrung und durchaus Mut. Und bergauf ist das auch für die eine Tortur.
Segeln mit 20 kn Wind, kommt auf die Verhältnisse an. Halbwinds bei Sonne selbst mit dem Jollenkreuzer und Urlaubsgepäck ein Irrer Spaß, bei Regen, gegenan und Böen eine Sache zum Abgewöhnen.
Also, bei angenehmen Bedingungen einfach mal machen.
Eine Sache zum Reffen: man darf auch nicht zu wenig Tuch stehen haben, besonders nicht gegenan. Um durch die Welle zu kommen, brauchst Du Karacho. Ohne Dein Boot genau zu kennen, würde ich bei halbwegs konstanten Bedingungen auf kleine Arbeitsfock + 1.Reff im Groß tippen.

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Heimathafen: Ijsselmeer

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12

Sonntag, 22. November 2020, 10:29

Ich glaube denen, die sagen sie hätten erst bei 30+ kn Spaß, nur sehr eingeschränkt. Es gibt hier den einen oder anderen, der solche Situationen gut und mit Spaß meistern kann, das sind dann Sportfreunde mit gleitfähigen Booten, sehr viel Erfahrung und durchaus Mut. Und bergauf ist das auch für die eine Tortur.
Segeln mit 20 kn Wind, kommt auf die Verhältnisse an. Halbwinds bei Sonne selbst mit dem Jollenkreuzer und Urlaubsgepäck ein Irrer Spaß, bei Regen, gegenan und Böen eine Sache zum Abgewöhnen.
Also, bei angenehmen Bedingungen einfach mal machen.
Eine Sache zum Reffen: man darf auch nicht zu wenig Tuch stehen haben, besonders nicht gegenan. Um durch die Welle zu kommen, brauchst Du Karacho. Ohne Dein Boot genau zu kennen, würde ich bei halbwegs konstanten Bedingungen auf kleine Arbeitsfock + 1.Reff im Groß tippen.



Danke ...

ich achte sehr auf Krängung und Gefühl ... ich habe eine Moody 35 mit 1,60 , empfinde den Wind derzeit ab 16 kn als stark , und hatte schon zwei mal nach dem Reffen der Genua auf Fock die Erfahrung das das Boot statt 5,5 kn plötzlich 7,4 lief ..
leider finde ich keine klaren Anweisungen zum Reffen... nur die Reihenfolge ist klar ...
ich merke das das Reffen bei Welle etwas Übung bedeutet (jeder Griff muss sitzen) aber das wird besser ...
beim was Reffen in welchem Umfang kann mir scheinbar keiner helfen das muss ich probieren ... auch das mit Krängung und Ruderdruck...

Paulest

Offizier

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Wohnort: Kiel

Schiffsname: Foca

Bootstyp: Jeanneau Attalia 32

Heimathafen: Kiel

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13

Sonntag, 22. November 2020, 10:50

Ich hatte am Anfang auch etwas Angst, jedoch sehe ich das inzwischen nicht mehr so kritisch. Am Anfang bin ich nach Arnis gesegelt und wir hatten auf der Rücktour in Böen 7, war dann kein Problem. Heute sehe ich keine Gefahr bei diesen Werten, inzwischen habe ich auch ein Reff das ich vom Cockpit aus auch einhand einziehen kann.

Brynja

Salzbuckel

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Wohnort: OWL

Schiffsname: Brynja

Bootstyp: Etap 32s

Im Marktplatz: 3

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14

Sonntag, 22. November 2020, 13:09

Da kann ich dir noch mit ein paar Fakten aushelfen
https://sybrynja.wordpress.com/anmerkung…m-ijsselmeer-2/

15

Sonntag, 22. November 2020, 15:07

und hatte schon zwei mal nach dem Reffen der Genua auf Fock die Erfahrung das das Boot statt 5,5 kn plötzlich 7,4 lief ..
Da hat dein Boot dir gezeigt, wann ein Reifen angesagt ist.
Anweisungen wirst du nicht erhalten, aber Hinweise. Zum Beispiel der Ruderdruck. Wenn du an der Pinne reißen musst, stimmt etwas nicht. Mit der Zeit und durch häufiges Segeln entwickelt du dein Popmeter zu einem hochempfindlichen Instrument. Du merkst, wann sich dein Boot wohlfühlt und fast wie auf Schienen läuft.
So Long, and Thanks for All the Fish.

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16

Sonntag, 22. November 2020, 15:30

ich habe mich schlecht ausgedrückt ....

man kann fast alles Google oder auch hier nachlesen oder erlesen...

in welchen Verhältnis bei wie viel KN man den welches Reff einbindet oder wie klein die Genau werden sollte ..

dafür braucht man das POPO meter ...

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17

Sonntag, 22. November 2020, 15:48

Hallo Sunshine Moody,
für dieses Thema gibt es keine pauschale Arbeitsanleitung, dafür sind Bootstypen, Revierunterschiede und persönliches Empfinden zu unterschiedlich.Grundsätzlich kommt Erfahrung von fahren, d.h. aber auch, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Es dauert halt ein wenig bis man einen Erfahrungsschatz aufgebaut hat.

Was dein Boot bei unterschiedlichen Bedingungen möchte, sagt es dir durch Ruderdruck, Lage, feststampfen usw. Einfach mal bei etwas mehr Wind nicht die gewählte Segel-Konfiguration unverändert stehen lassen (geht schon, wir sind ja gleich im Hafen), sondern aktiv mit verschiedenen Reffs, Traveller, Liekspannung, Achterstag rumprobieren. Da geht doch so einiges.Wetter-Apps gibt es ja reichlich, ich würde mich da nicht von extremen Einzelwerten verrückt machen lassen. Verschiedene Apps/Dienste miteinander vergleichen und dann bewerten, wo die größte Wahrscheinlichkeit für die aktuelle Situation gegeben ist.
Wenn man die laufende Wetterentwicklung über die letzten Tage verfolgt hat, kann man oft besser die aktuelle Situation am Tag X einordnen. Dabei hilft es, wenn man in der App auch die Zugrichtung und Geschwindigkeiten der Druckgebilde verfolgen kann.

Die schon angesprochenen Gewitterlagen im Sommer am IM sind für Apps schwer vorauszusagen. Da gibt es sehr lokal grosse Unterschiede zwischen lauem Sommertag und Weltuntergang, das drückt sich dann in den Vorhersagen in z.B. niedrigem Grundwind und grossem Böenpotential aus. Deswegen muss man aber nicht im Hafen bleiben, da sind die kurzen Entfernungen am IM wieder super. Spätestens nach 2 Std. kann man wieder irgendwo im Hafen sein. Wetter beobachten und los... :D
IMG_20170819_203721.jpg
Dietmar


-failure is always an option-

grauwal

Lotse

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18

Sonntag, 22. November 2020, 16:52

Windfinder & Co?
Alle Windvorhersagen sind in den letzten Jahren erstaunlich gut geworden. Das hat uns nie gehindert die unterschiedlichen Anbieter zu vergleichen. Gelernt haben wir dabei, dass sie sich zuweilen deutlich unterscheiden.

Der Unterschied von einer Windstärke und 30° macht aus einer sportlichen Reise einen Kampf, bestimmt wenn es längere Schläge sind. Von Kolobrzeg nach Bornholm sind 5 Bft aus 300° für ein < 10m Boot sportlich, 6 Bft aus 330° schon unangenehm.

Bei solchen Abwägungen war die Vorhersage der örtlichen Dienste immer erste Wahl, z.B. für die Deutsche Bucht der DWD, für die südliche Ostsee der dmi. Das gleiche gilt für schwedische und englische Vorhersagen.

Bei Grenzwerten ist das Handling sehr wichtig. Steht ein Vorsegelwechsel zur Debatte, eher zurückhaltend vorbereiten. Ein Reff ins Groß soll kleiner weniger Minuten zu bewerkstelligen sein, da kann man großzügig sein. Die modernen Riggs stark im Vorteil, da kommt der Vorsegelwechsel so gut wie nicht vor. Das gilt alles für die Fahrtencrew. Die tollkühnen Männer (und Frauen, natürlich) auf ihren rasenden Kisten mögen das anders sehen.
Aber, Leute, wer bei Geschwindigkeit und Windstärke keine 2 addiert kann nicht erzählen
halber Wind reicht völlig

grauwal

Lotse

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Bootstyp: Aquanaut 1000

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19

Sonntag, 22. November 2020, 18:46

Da kann ich dir noch mit ein paar Fakten aushelfen
https://sybrynja.wordpress.com/anmerkung…m-ijsselmeer-2/

prima Info, danke

un´ ich sach doch: wer bei Windstärke und bei der Geschwindigkeit keine 2 addiert kann nicht erzählen.

:) Franz
halber Wind reicht völlig

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