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Segelalex

Salzbuckel

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21

Dienstag, 23. Februar 2021, 08:52

Sogenannter Lochfrass in VA, außer in sehr hoch legierten Edelstählen mit >3% Molybdän, wird begünstigt durch Anwesenheit von NaCl und höherer Tempertur. Edelstahl ist als Material für Seeventile nicht geeignet.

@Hugi: Es gibt auch DZR Messing. Das ist hochwertiger und gegen die Auszinkung beständig durch eine kleine Menge Blei die als Binder mit einlegiert ist. Dieses DZR (Dezinkifikation resistant) oder CR Messing oder auch CW602N kannst du nehmen, auch im Salzwasser. Hab ich auch damals genommen aus genau dem gleichen Grund wie du: Es gab die passenden Teile nicht. Bei DZR Messing sieht das besser aus. Siehe SVB Katalog. UND: Da es sich um Messing handelt, kannst du notfalls hinter dem Kugelhahn (die sind bei mir immer zu etwa am WC außer bei Nutzung), notfalls mit normalem Messing weiter, ohne einen Materialmix zu erzeugen.

Groetjes

Alex

Katty262

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22

Dienstag, 23. Februar 2021, 08:57

1.4408 va ist Seewasser und fäkalienbeständig. Die Durchlässe und Armaturen gibts mit Zulassung für See, sind nur leider sehr teuer.

Wenn der Platz vorhanden ist nimm TD. Der Stuff aus dem Versandhandel ist leider oft fernost Qualität.
„Man ist entweder Teil der Lösung oder Teil des Problems“ zitat Gorbatschow.

Segelalex

Salzbuckel

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23

Dienstag, 23. Februar 2021, 09:30

Ja, es gibt seewasserbeständiges Edelstahlmaterial, leider mit viel Schindluder. Wie genau stimmt die Legierung? Ist es überhaupt die angegebene Legierung?

Wenn man den Bauraum dafür hat, bin ich auch für TD. Wenn nicht, eben CW602N Messing. SVB kauft bei Guidi in Italien, zumindest stand derern Logo auf den Teilen die ich geliefert bekam. Teuer aber feines Stöffchen.

Groetjes

Alex

Katty262

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24

Dienstag, 23. Februar 2021, 09:52

Das stimmt Alex, die Qualitäten der Legierungen schwankt teils extrem (egal welcher Werkstoff). Daher bin ich bei Versandhäusern sehr kritisch und kaufe da meistens nicht ein.
„Man ist entweder Teil der Lösung oder Teil des Problems“ zitat Gorbatschow.

grauwal

Salzbuckel

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25

Dienstag, 23. Februar 2021, 10:04

Sowohl die Bezeichnungen als auch die angepriesene Beständigkeit stiften in Fachkreisen erhebliche Verwirrung, ganz zu schweigen von der in Laienkreisen.
Messing ist böse, wissen wir alle. Nur Rotguss und einige unter Xyzbronze angebotene Legierungen sind auch Messing. Moderne Bronze- und Messinglegierungen überschneiden sich und sind nicht eindeutig zu trennen.

Vor Jahren habe ich SVB um eine Äußerung gebeten und eine fundierte Antwort erhalten. Hier ein Ausschnitt aus dem Antwortschreiben:

> Ms58 à Wie bereits in der Yacht, Palstek und im Yachtforum hinlänglich geschrieben ist diese Bezeichnung seit etwa 1967 eigentlich nicht mehr zulässig. In der damaligen DIN 17660 wird für Ms58 folgende Zusammensetzung angegeben: Cu 57-59.5; Pb 1-3; Zn Rest; Fe 0.5, Sn 0.3, Al 0.1, Mn 0.2, Ni 0.5, Sb 0.02. In 1967 erfolgte eine Aufteilung in drei Legierungsgrupppen und zunächst 5 Legierungen, was 1974 auf die heute noch vorhandenen 3 Legierungen reduziert wurde – CW612N (CuZn39Pb2), CW614N (CuZn39Pb3) und CW617N (CuZn40Pb2) -. Von dem Kupferanteil dieser Legierungen in Höhe von 58% ist übrigens die weitbekannte Bezeichnung Ms58 abgeleitet.
>
>
>
> Nun zu Ihrer konkreten Frage: Die von uns am 12.12.2006 gelieferte Borddurchführung Art.-Nr. 11531 und das Kugelventil Art.-Nr. 11520 beziehen wir aus italienischer Produktion und wurden/werden bei der Firma Maestrini (www.maestrini.com) hergestellt. Die verwendete Legierung war/ist CW617N (CuZn40Pb2). Dieses Material soll nach Aussage des Kupferinstitut nicht seewasserbeständig sein.
>
> Unsere Erfahrungen: Seit Unternehmensgründung in 1989 ist uns noch kein Fall bekannt geworden, dass sich eine von uns gelieferte Borddurchführung bzw. ein Kugelventil „zerlegt“ hat. Auf Nachfrage bei unserem Hersteller haben wir gestern folgende Antwort erhalten:
>
>
>
> the item *0042H is in standard brass CW617N,
> are approx 50/60 years that this brass is used also in salt water, but in the last two/three years there is a real campaign against it.
> Years ago we built the line "2000" in bronze for the most exigent customers, this material is better for the corrosion but very expansive, people doesn't want to spend...
> So last year we decided to invest in the CW602N, this special brass if recooked in the right way, can guarant the same level of corrosion resistance than a standard bronze like the CC491K (is the most common and the most used) reaching, we think, the satisfaction of every customer. We mark it "CR".
>
>
>
> Genau diese Aussagen decken sich mit unserem Erfahrungen. Zum einen haben wir gute Erfahrungen mit dem Werkstoff, zum anderen scheint es in den letzten 2-3 Jahren eine regelrechte Kampagne gegen Ms58 zu geben und zu guter Letzt ist keiner bereit, viel Geld für Bronze ausgeben.
>
> In der ISO 9093-1 ist Seewasserbeständigkeit wie folgt definiert:
>
>
>
> All boats must conform to a wide range of compulsory ISO standards. The standard for metallic seacocks and throughhull fittings (IS0 9093-1) states:
>
> ‘Materials used shall be corrosionresistant...´ „…the directive defines corrosionresistant as: ‘a material which, within a service time of five years, does not display any defect that will impair tightness, strength or function.’’
>
>
>
> Alternativen: Nach meiner Kenntnis war die Firma SVB war vor etwa 18/19 Jahren der erste Anbieter von Faserverstärkten Kunststoff-Kugelventilen (Marelon). Seinerzeit haben wir diese Ventile von der Firma Forespar aus Amerika importiert. In den ersten Jahren hatten wir immer wieder Probleme mit den Ventilen. Die „Dinger“ wurden schwergängig und ließen sich irgendwann überhaupt nicht mehr bewegen. Ich hatte seinerzeit die Vermutung das der Kunststoff Wasser aufnimmt und das Ventil quillt. Bei Reklamationen hat sich der Hersteller immer auf seine Zertifikate zurückgezogen und uns „abgebügelt“. Erst nach 3-4 Jahren hat sich Problem wie von Geisterhand erledigt und die Ventile funktionierten einwandfrei!?
>
> Als uns jedoch im Herbst 2009 von der Firma Trudesign Kunststoff Ventile mit „Bureau Veritas“ Zertifikat vorgestellt worden, sind wir zu diesem Hersteller gewechselt. Auch hier war die Firma SVB der erste Anbieter dieser Ventile nebst Zubehör.
>
>
>
> Was möchte ich hiermit sagen; wir bemühen uns immer um neue, innovative Produkte. Stehen im Kontakt mit unseren Herstellern und Lieferanten. Setzten insbesondere bei sicherheitsrelevanten Produkten auf seriöse Hersteller und vermeiden etwaige zweifelhafte Importe. Wir setzten aber auch auf gutes, bewährtes Material, Ausrüstung welches über Jahre keine Probleme bereitet.
>
>
>
> Ich möchte Ihnen an dieser Stelle folgenden Vorschlag unterbreiten: Wir liefern Ihnen kostenlos ein 1 ½“ Kugelventil mit Borddurchführung von Trudesign. Sie wechseln das von uns in 2006 gelieferte Ventil auf Ihre Kosten aus und wir verschaffen uns mal gemeinsam einen Eindruck von dem seit nunmehr 6 Jahren im Einsatz befindlichen Ms58 Ventil / Borddurchführung.
>
>
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Thomas Stamann


Die Entscheidung für True Design ist in keinem Fall falsch

Gruß Franz
halber Wind reicht völlig

Hugi

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26

Dienstag, 23. Februar 2021, 15:22

Hallo,

ich habe bei Firma Heimeier betreffend des HEIMEIER Kugelhahn Globo H PN16 nachgefragt,
die raten von der Verwendung ab. Das Rotguss wäre nicht das Problem,
aber die verwendeten selbst schmierenden PTFE Dichtringe an der Kugelabdichtung wären auf Dauer nicht Salzwasserfest.

VG

Ingo

grauwal

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27

Dienstag, 23. Februar 2021, 15:57

........
aber die verwendeten selbst schmierenden PTFE Dichtringe an der Kugelabdichtung wären auf Dauer nicht Salzwasserfest.

VG

Ingo


PTFE (Teflon) ist gegen "alles" resistent. Nur mechanische Belastung machtt allen weichdichtenden Hähnen zu schaffen. Metallisch dichtende sind i.d.R. nicht totraumfrei.
Der Urinstein ist der Tod, er setzt der Dichtung mechanisch zu.

Gruß Franz
»grauwal« hat folgende Datei angehängt:
  • IMG_4759a.JPG (27,2 kB - 8 mal heruntergeladen - zuletzt: 24. Februar 2021, 22:50)
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Hugi

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28

Mittwoch, 24. Februar 2021, 07:56

Hallo,
vielen Dank für die Antworten, ich habe mir jetzt die Maestrini in der CR Version bestellt.
TD ist leider doch etwas groß unter der Küche und unter der Sitzbank.

Lille Oe

Salzbuckel

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29

Mittwoch, 24. Februar 2021, 08:05

moin

ich mache mir ehrlich um meine 11 Seeventile keinen Kopf und lasse alles wie es ist . Da vertraue ich der Bauwerft und der Qualität die hoffentlich verbaut wurde .

handbreit

Frank

30

Mittwoch, 24. Februar 2021, 08:10

Wenn der Kahn neu ist, ja. Aber die natürlichen Prozesse werden sich nicht ändern und nach 5-10 Jahren sollten die Dinger getauscht werden. Ölwechsel machst du ja auch regelmäßig, obwohl da bestimmt mal wirklich hochwertiges Öl von der Werft in den Motor gekippt wurde. (oder stehendes Gut erneuern, oder filter wechseln oder oder oder...)
Robulla - die schönste 34 Fuß Yacht unter deren Sprayhood man Tomaten züchten kann deren Sprayhood Leben rettet!

sdw

Salzbuckel

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31

Mittwoch, 24. Februar 2021, 08:33

Ihr habt ja schon einiges geschrieben.
Ich habe nun vom WC beide Seeventile und Borddurchlässe gewechselt. Die alten Borddurchlässe herauszubekommen war ein bisschen Arbeit.
Die Plasteborddurchlässe waren etwas kleiner als die Messingteile. Ich habe Sie eingeklebt und von innen ordentlich angeschraubt. Gut ist es, das passende Werkzeug pro Borddurchlass und Seeventil mit zu bestellen..
Die Teile kosten so ca. 3-4 € pro Stück sind aber besser als eine Zange zu nehmen. Den Bordurchlass habe ich dann gute 48 Stunden ruhen lassen. Dann habe ich erst die Winkel, wo die Schläuche daran kommen, an die Seeventile
geschraubt. Erst dann wurde das Seeventil auf den Bordurchlass geschraubt. Auf die Gewinde kommt Teflonband drauf. Da braucht man nicht sparsam umzugehen.
Dann die Schläuche drauf und nun warte ich ab, wenn das Boot zu Wasser geht, das auch alles dicht ist. Um die Borddurchlässe habe ich wieder die Osmoseschutz- Primer- und Antifoulingschichten aufgebracht.
Jetzt heißt es hoffen, das alles dicht ist.
sdw :Laie_22:




Auf`m Boot :segeln: ist wie zu Hause auf`m Sofa (Entspannung) :segeln:

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