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Floppy

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1

Montag, 1. März 2021, 17:30

Pöggskensreise Refit einer Hurley 2

Hallo Leute,
Pöggsken ist natürlich meine Hurley 27.
Pöggskensreise ist die Entwicklung von einem 50 Jahre alten englischen
Boot zu meinem Boot. Einige haben bestimmt die abenteuerliche Reise über
die Kanäle von Berlin an die Ostsee verfolgt. Auch die Berichte zur
ersten Segelsaison mit vielen Problemen hat vielleicht der eine oder
andere gelesen. Ich möchte diesen Beitrag nutzen um die Erfahrungen und
Entwicklungen zu dokumentieren.

Neue Relingfüße für Pöggsken:

Ich habe mich im vergangenen Jahr immer sehr geärgert weil sehr wenig Platz
zwischen Reling und Aufbau meiner Hurley war. Zum Ende der Saison ist
mir dann bei einem Sturm ein Relingfuß abgebrochen. Ich hatte bereits
Ersatzfüße zum Boot dazubekommen, doch diese Passten vom Lochbild nicht
und waren auch nicht besonders schön oder praktisch. Nach langem Suchen
habe ich heraus gefunden, dass die originalen Füße noch gibt und von der
Firma alen sind. Für nur 70 Schweizerfranken sind diese käuflich zu
erwerben. Andere Füße kosten 8€. Aber alle diese Füße beheben nicht das
Problem, dass die Relingstützen sehr weit innen stehen. Also hin und
her überlegt, man müsste die Stütze weiter nach außen oberhalb der
Scheuerleiste montieren, dann hätte man recht viel Platz gewonnen. Dann
habe ich versucht mit Edelstahlfittings zu arbeiten und eine Art S aus
Rohrbögen zu fertigen, doch das wäre auch nicht wirklich schön geworden,
und ich hätte Edelstahl schweißen müssen. Dann war die Überlegung ein
Edelstahl blech zu biegen und so die Relingfüße oberhalb der
Scheuerleiste zu montieren. doch das funktioniert leider auch nicht weil
sich die Lochbilder vom neuen und alten Relingfuß überlappten und
gegenseitig behinderten.
Jetzt habe ich mich hingesetzt und
aus seewasserbeständigem Aluminium 30mm starke Platte die Füße aus dem
Vollen zu fräsen. Also ich habe jetzt Füße die dem original Lochbild
entsprechen, jedoch so gekröpft sind, dass die Relingstütze oberhalb der
Scheuerleiste steht. Bei nahe zu allen Relingfüßen steht die Stütze in
einer Bohrung, da war bei dieser Lösung natürlich schwierig um zu
setzen, deshalb habe ich die Funktion umgedreht. Die Füße haben einen
Zapfen der in die Relingstütze greift. Dadurch ist nicht nur die
Fertigung wesentlich einfacher, es sieht auch wesentlich eleganter aus,

wenn da unten an der Stütze nicht noch so eine unförmige Hülse ist.

Auf dem Bild ist oben ein originaler Relingfuß und unten die 6 neuen zu sehen.
Ich habe am letzten Wochenende auch noch eine ziemlich gute Lösung gefunden
alte Borddurchlässe zu entfernen. Ich habe nicht wie letztes Jahr mit
der Flex den Bund abgeschliffen sonder diesen einfach mit einem
Stufenschälbohrer ausgebohrt. Das geht innerhalb von 2 Minuten, und man
hat keine Möglichkeit ins Unterwasserschiff zu schleifen. Ich kann die
15€ Investition in einen Schälbohrer nur empfehlen.

Ich hoffe ihr habt Spaß daran wenn ich meine Erfahrungen und Ideen auf
diese weise veröffentliche. Weiter Temen die in der nächsten Zeit noch
anstehen sind die neue Abwasserinstalation, der neue Kartenplotter
braucht noch ein Gehäuse und natürlich muss auch der neue
DIY-Pinnenpilot noch installiert werden.
ich wünsche allseits immer eine handbreit Wasser unterm Kiel, Mast- und Schotbruch

Philipp
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  • Relingfusss.jpg (16,23 kB - 50 mal heruntergeladen - zuletzt: 20. September 2021, 11:11)

pf

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2

Montag, 1. März 2021, 19:49

Danke, von solchen Beiträgen lebt ein Forum. Eigene Ideen aus denen anderer entwickeln, anpassen, sehen wer was wie löst, Ratschläge, damit andere selbst gemachte Fehler vermeiden.

Immer her damit. Das mit den Relingsfüßen sieht schon einmal gut aus. Und der Ausbohrtip für alte Borddurchbrüche ist auch bestimmt nicht jedem geläufig.
Sailing is Boundless freedom.

Peter


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Floppy

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3

Donnerstag, 4. März 2021, 18:03

Hallo Leute,
Der Refit geht weiter. Die Relingfüße hängen gerade im Eloxalbad, ich bin mal gespannt wie die danach aussehen, ist mein erstes mal eloxieren.
Ich habe beim Aufriggen im Letzten Jahr einen Anfänger Fehler gemacht der meine Lümmelbeschlagschiene am Mast zerbrochen hat. Die Schine ist aus Phenolharz gebundenen Baumwollgewebe gefertigt. Allerdings sind die Nietlöcher in einer art Schlangenlinie angeordnet, warum weiß ich nicht sieht aber sehr willkürlich aus. Ich habe das Bauteil abgezeichnet im CAD und gestern dann aus einer Platte heraus gefräst, natürlich auch die Löcher gleich an die richtigen Stellen mit eingearbeitet. Das Material lässt sich besser zerspanen als ich dachte. Also die neue Schiene ist fertig.
Weil noch etwas Zeit war habe ich auch noch schnell das Gehäuse für meinen neuen 10" Kartenplotter (OpenPlotter) gefräst, das sieht jetzt auch schon mal recht gut aus. Ich habe das Gehäuse aus MDF-Platten gefräst. Es muss jetzt noch Wasserfest gemacht werden, dazu werde ich es mit Epoxi-Harz tränken. Vielleicht im Vakuum, beim 7" Plotter habe ich das auch gemacht allerdings ohne Vakuum und das hat auch sehr gut funktioniert. Ich habe ein sehr langsames Harz-System, das müsste eigentlich viel besser gehen als bei dem alten 7"Plotter.

Auf dem Bild seht ihr die alte kaputte schiene und die neue mit Lümmelbeschlag und die Plottergehäuse.
Die Karten Plotter werden mit den Scharnieren am Rahmen des Steckschottes des Niedergangs befestigt, so kann man den Plotter bei bedarf in den Niedergang schwenken und in Nicht bedarf kann man den Plotter zurückschwenken dann sitzt er unterhalb des Elekroschaltschrankes. So kann man den Plotter auch im Salon benutzen oder auch als Bordcomputer anderweitig nutzen.
Viele Grüße
Philipp
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4

Donnerstag, 4. März 2021, 19:30

Hallo Floppy, verwendest du denn die original Stützen? Wenn ja würde ich mal die festigkeit Prüfen. Wenn die Stützen auf zapfen gesetzt werde haben die i.d.R. Nur noch einen Bruchteil ihrer Festigkeit gegenüber einer Umreifung aus wesentlich dickerem Material. Teste das am besten vorher mal, denn oft bördelt sich der untere Teil der Stütze sehr schnell auf.

Bzgl. des MdF, das gibts auch in AW100 (koch/wasserfestes Bindemittel). Meist von grünlicher Färbung.

Floppy

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5

Donnerstag, 4. März 2021, 20:21

Hallo Leute,
die ersten Teile sind jetzt fertig eloxiert, ist ziemlich gut geworden.

Ich werde sicher die alten Relingstützen benutzen, ich mache mir erst mal wenig Sorgen das sich die aufbördeln, dazu ist der Sitz eigentlich zu stramm, und die Stützen haben 2,5mm Wandstärke. Ich überlege ob ich die Stützen auf die Zapfen klebe. Ich habe da so einen Araldite Kleber der das echt gut kann. Dann hätte ich vermutlich auch langfristig keine Korrosionsprobleme. Mit dem Klebstoff habe ich mal einen A320 Rumpf auf einen 6-Achs Hydroshaker geklebt. Das hat bist 100g Beschleunigung recht gut gehalten. Waren natürlich auch große Klebeflächen, aber es war auch eine Verbindung zwischen Stahl und Alu. Was meint Ihr kleben oder nicht kleben?

Da der Zapfen mit der Grundplatte verschraubt wird kann man die Relingstützen auch trotz Verklebung später noch demontieren.
Viele Grüße
Philipp

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6

Freitag, 5. März 2021, 08:56

Hallo Leute,...
Mit dem Klebstoff habe ich mal einen A320 Rumpf auf einen 6-Achs Hydroshaker geklebt. Das hat bist 100g Beschleunigung recht gut gehalten. ..... Was meint Ihr kleben oder nicht kleben?


Du hast ein Flugzeug auf irgendwas geklebt und die Verbindung hat 100g standgehalten? (|
Und dann fragst Du hier, ob Du kleben sollst? :rolleyes: Ich glaub, das weiß hier keiner besser als Du. :D

Übrigens, ich würd kleben.
Gruß, Jörg!

pf

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7

Freitag, 5. März 2021, 09:18

Ich würde NIE kleben, weil Du dann die Stütze nicht mehr zu Reparatur oder Ersatz abnehmen kannst. Wie schnell ist so eine Stütze mal verbogen, weil sich eine andere Crew daran abstützt, Du sonstwie daran kommst oder Schaden durch Plane im Winterlager -da gibts zig Möglichkeiten.

Damit man da leichter reparieren kann, würde ich nicht kleben.
Sailing is Boundless freedom.

Peter


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8

Freitag, 5. März 2021, 09:58

Hallo Leute,
danke für eure Hinweise, mit dem Verbiegen ist eine gutes Argument, wenn die nur mit Splinten gesichert sind, ist der Austausch wesentlich einfacher. Ich habe nicht daran gedacht, dass die Dinger verbiegen können. Bei mir sind bislang immer die Füße gebrochen, 50 Jahre alter Aluguss kann schon mal spröde werden.

Gut, dass man hier so viele gute Tipps bekommt, tolles Forum.
Ich brauche aber noch einen Tipp. Ich möchte mir Wantenschoner nähen. Ich versuche einen Klettverschluss an einen Karkisenstoff zu nähen. Nach wenigen stichen ribbelt mir jedoch der Oberfaden am Kletverschluss auf. Ich habe inen spezielles Markisennähgarn, das eine sehr reißfestes Innenteil und eine Ummantelung hat die bei Feuchtigkeit aufquellen soll und so eine wasserdichte Naht erzeugt. Mit diesem Nähgarn lässt sich der Stoff sehr gut nähen, jedoch das harte Nylongewebe des Klett ribbelt die Ummantelung auf. Ich vermute, dass entweder der Faden nicht geeignet ist oder die Nadel zu dünn. Kennt sich damit jemand aus?
Viele Grüße
Philipp

pf

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9

Freitag, 5. März 2021, 10:33

Ich hab mir seinerzeit UV-beständiges Garn geholt, das sich problemlos vernähen lies. Ob das jetzt bei Dir am Garn oder an der Nadel liegt -keine Ahnung. Aber eigentlich sollte das problemlos gehen.

Ich würde Garndicke und Nadel prüfen und dann sehen wie die Risstelle aussieht. Wahrscheinlich keine ausreichende Garnfestigkeit.
Sailing is Boundless freedom.

Peter


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10

Samstag, 6. März 2021, 10:32

Hallo Peter

Wenn ich sehr langsam die Maschine von Hand drehe geht es, wenn ich mit dem Motor arbeite scheuert das Garn von außen nach innen durch. Auch mit der dickeren Nadel sieht es nicht besser aus. Ich habe die Fadenspannung variiert, wenn die zu locker ist geht nichts, ich muss die schon ziemlich gegen Maximum stellen. Als Nähgarn verwende ich ein spezielles Markisengarn, das ist sehr reißfest, besitzt allerdings einen Mantel der bei Feuchtigkeit aufquillt und so die Naht wasserdicht machen soll. Ich befürchte hier kommt meine alte Gritzner an Ihre Grenzen.
Das bringt mich auf die nächste Frage, was haltet Ihr von diesen chinesischen Maschinen wie dieser:
https://www.alibaba.com/product-detail/N….2e552943yb3uyf
Viele Grüße
Philipp

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11

Montag, 8. März 2021, 12:51

Hallo zusammen,
ich habe mich nun dazu entschlossen auf den Klett zu verzichten und eine Schnürung wie beim Schuh zu verwenden. So kann ich das Problem umgehen und meine Nähmaschine packt das Besäumen locker.
Ich habe heute die neuen Bordduchlässe und Seeventile bestellt. Ich habe mich jetzt doch für Kunststoff von TrueDesign entschieden, einfach nur um möglichst wenig Elektrokorrosion zu riskieren.

Viele Grüße
Philipp

Floppy

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12

Montag, 15. März 2021, 16:20

Hallo Zusammen,
ein erfolgreiches Bootswochenende ist wieder vorbei. Ich habe einiges geschafft, ich habe das alte Abwassersystem demontiert. Also alle Rohre und auch die Toilettenpumpe. Dann habe ich die alten Borddurchlässe ausgebaut und gegen die neuen Truedisign Borddurchlässe ersetzt. Die Montage der Truedesign Bordduchlässe ging irgendwie viel leichter als die des Bronzedurchlasses letztes Jahr. Leider ist mir bei der Bestellung ein Fehler unterlaufen und ich habe einen Bordduchlass zu wenig bestellt und einen zu groß, jetzt habe ich einen 11/4" Borddurchlass icl. Seeventil und Schlauchtülle übrig.
Bei der Gelegenheit und weil die Bohrmaschine gerade im Anschlag war
haben wir beim Nachbarboot auch einen Borddurchlass ausgebohrt, der
Eigner hat sich jetzt auch so einen Stufenschälbohrer bestellt.
Bei der Demontage der Rohre und Schläuche hat mein Waschbecken leider nachgegeben jetzt brauche ich ein neues Waschbecken. Es hat den gesamten Ablauf aus dem Becken gebrochen, nur weil der Abflussschlauch hinreichend steif war.
Nach der Aktion mit der Demontage des Abwassersystems habe ich mich dann meinen neuen Relingfüßen gewidmet. Also was soll ich sagen, die Relingstützen stehen jetzt gut 50mm weiter außen und nur minimal nach innen geneigt. Jetzt kann ich mit beiden Füßen innerhalb der Reling am Aufbau entlang laufen ohne ein Bein außerhalb der Reling zu haben. Ich überlege, ob ich jetzt ein Fußballfeld an Deck einrichten kann. Auf dem Bild könnt ihr leider nur erahnen wie es jetzt aussieht.
Ich habe dann endlich den Schwanenhals in die WC-Spühlung gebaut, jetzt drückt es mir hoffentlich kein Wasser während der Fahrt in die Schüssel. bislang konnte Wasser durch die Impellerpumpe der WC-Spühlung in die Schüssel drücken, mit dem Schwanenhals sollte das nicht mehr sein, weil die höchste Stelle mit dem Belüftungsventil oberhalb der Wasserlinie liegt.

Klingt nach wenig geschafft, trotzdem bin ich sehr zufrieden, nächstes Wochenende nehme ich mir einen Tag länger frei, bis dahin habe ich auch meine neuen Abwasserschläuche.
Ich wünsche euch alles Gute und immer eine Hand breit Wasser wo es hin gehört
Philipp
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Floppy« (16. März 2021, 15:59)


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13

Sonntag, 21. März 2021, 00:54

Hallo Leute,
wieder ein Wochen ende am Boot, leider ist auch heute wieder nichts zusammen gelaufen.Zuerst musste ich feststellen dass ich mich von den Durchmesserangaben von Schläuchen und Rohren habe ins Boxhorn jagen lassen habe. Rohre Innendurchmesser und Schläuche außen Durchmesser wie oft muss man darauf hereinfallen bis man es glaubt? Meine Schläuche passen also nicht zu meiner Pumpe. Dann habe ich aus lauter Frust meine Toilette ausgebaut und fest gestellt, dass die Ansachlüsse alle schon seit Jahrzehnten mit Sikaflexk zusammen geklebt waren und eigentlich alle marode waren. Die erforderlichen Ersatzteile habe ich nur in England gefunden, und die sind so teuer wie eine neue Toilette.

Ich habe heute also nur mit der Umplanung des Abwassersystems und der Beschaffung von Ersatzteilen verbracht, das hätte ich auch zuhause machen können.
Morgen werde ich noch die Relingstützen endgültig montieren, so bekommt das Wochenende dann noch ein sinnvolles Ende.

viele

Es ist nur sehr frustrierend mit großen Plänen 400 km zum Boot zu fahren, um dann fest zu stellen, dass nichts so klappt wie man es zuhause geplant hat.
Grüße Philipp

Floppy

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Freitag, 2. April 2021, 17:37

Hallo Freunde des Refit,
wieder ist eine ereignisreiche Bootswoche zu ende.
Meine
neue Walking Foot Nähmaschine ist angekommen. Ich habe sie gleich von
der Eignerin der Nachbarjacht testen lassen, sie ist Schneidermeisterin.
Sie war schwer begeistert und hat erst mal alle maroden Nähte meiner
Sprayhood und Kuchenbude nach genäht. Jetzt muss ich noch fensterfolie
besorgen dann ist die Sprayhood wieder wie neu.
Ich habe dann
die neue Bordtoilette montiert, und die Abwasserleitungen erneuert, als
es dann zum "Fäkalienvorrat" (ein schöner Begriff aus der alten
Bedienungsanleitung) kam stellte sich heraus dass es wirklich ein Vorrat
war der bis um Anschlag gefüllt war. Schein bar hat das Abpumpen im
Herbst nicht richtig funktioniert. So musste ich das jetzt machen, es
waren nur ca. 35 Liter, also ein bescheidener Vorrat. Dann habe ich die
neuen Schläuche und Ventile montiert, ich hoffe das ist alles dicht
geworden. Ich bin recht zufrieden, denn es ist deutlich übersichtlicher
als vorher. Fotos konnte ich leider noch keine machen, ich will die
Bilgenfarbe erst erneuern, damit es wirklich gut aussieht, das dauert
also noch etwas.
Ich habe ein neues Handwaschbecken montiert,
weil das alte bei der Demontage der Abwasserschläuche nachgegeben hat.
Ich habe etwas suchen müssen, doch jetzt habe ich eines das mir gefällt
sehr stabil und durchass bezahlbar ist mit 30€. Ich habe es als
Ersatzteil für eine solchen Waaschtisch bekommen:
https://www.otto.de/p/emotion-waschtisch…Id=S0M0J08ESYJ1
Es
besteht aus einem faserverstärktem Kunststoff. Um es für mein Boot
passend zumachen musste ich den hohen außen Rand kürzen und es in den
Tisch einlassen. Ich habe es um gekehrt auf eine ebene Tischplatte
gelegt, dann eine Rolle Malerkrep (Abklebeband) daneben flach auf den
Tischgelebt und das Klebeband einmal um das Waschbecken geklebt. So habe
ich eine zur Oberseite parallele Markierung und einen Schutz gegen
verkratzen der Sichtflächen entlang der Klebebandkante konnte ich dann
mit dem Flex mit dünner Metallscheibe schneiden. Damit der Schnittstaub
nicht die Markierung verdeckt, habe ich senkrecht von unten nach oben
geschnitten so das der Staub nach unten gefördert wurde. So konnte ich
eine sehr saubere und gerade Schnittkante erzeugen. Das Waschbecken hat
bereits ein Loch für die Wasserhahnmontage, da mein Wasserhahn an der
Schottwand montiert ist und das Waschbecken als Schublade beweglich ist,
habe ich das Loch genutzt um einen Spender für Flüssigseife darin zu
montieren. Das Waschbecken habe ich dann mit Sikaflex auf eine HPL
Platte geklebt. Jetzt habe ich ein sauberes und stabiles Waschbecken und
die Seife fliegt nicht mehr durch die Gegend.

Den Rest der Zeit habe ich mich mit Kleinigkeiten wie die Demontage des
provisorischen Außenbordmotorhalters und der Montage eines Solarpanele
so wie dem Abdichten der Püttinge beschäftigt. Ich konnte auch die alten
Löcher in der Saloninnenschale mit Topcoat verschließen. Alles schnell
gemacht aber mit große Wirkung.

Das hört sich alles nicht spektakulär für eine Woche an, jedoch ist das im Boot
immer mit Joga und Tetris verbunden, so dass alles länger dauert.

Ich wünsche uns allen einen baldigen Saisonstart
Philipp

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Bootstyp: Dübbel & Jesse Nordsee 46

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15

Sonntag, 4. April 2021, 16:48

Hallo Peter

Wenn ich sehr langsam die Maschine von Hand drehe geht es, wenn ich mit dem Motor arbeite scheuert das Garn von außen nach innen durch. Auch mit der dickeren Nadel sieht es nicht besser aus. Ich habe die Fadenspannung variiert, wenn die zu locker ist geht nichts, ich muss die schon ziemlich gegen Maximum stellen. Als Nähgarn verwende ich ein spezielles Markisengarn, das ist sehr reißfest, besitzt allerdings einen Mantel der bei Feuchtigkeit aufquillt und so die Naht wasserdicht machen soll. Ich befürchte hier kommt meine alte Gritzner an Ihre Grenzen.
Das bringt mich auf die nächste Frage, was haltet Ihr von diesen chinesischen Maschinen wie dieser:
https://www.alibaba.com/product-detail/N….2e552943yb3uyf
Viele Grüße
Philipp
Moin Philipp,

das mit dem Aufribbeln des Oberfadens hatte ich auch beim Nähen einer Persenning. Seit dem ich auf den Tipp meiner Tochter gehört habe und ausschließlich Nadeln von Schmetz verwende, ist das vorbei. Mag auch andere gute Hersteller geben, die funktionieren aber...

Liebe Grüße

Peter

Floppy

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16

Mittwoch, 14. April 2021, 00:03

Hallo Freunde des Refit,
wieder ist ein Wochenende am Boot zuende. Ich habe in den letzten zwei Wochenenden das Abwassersystem erneuert, letztes Wochenende konnte ich dann auch endlich die Abwassertanklenzpumpe installieren und in Betrieb nehmen
Ich konnte die Zarge der Schiebetür zwischen Salon und Nasszelle reparieren. Die Schiebetüren werden magnetisch gehalten, Nach 50 Jahren haben die Magnete ihre Haftkraft verloren, das bedeutet bei Seegang schlagen die Türflügel ständig gegen die Zarge, das hat beim letzten Törn dazu geführt dass die Zarge gebrochen ist. Das Teil habe ich jetzt ausgetauscht.
Ich habe mich dann darum gekümmert den Rumpf und den Aufbau zu polieren und die Püttingeisen abzudichten.
Ich habe mich nun auch von dem alten Garmin GPS120 getrennt und das Gerät mit GPS-Antenne demontiert.

Ich habe den Propeller poliert und erfahren, dass es möglich ist den Propeller zu richten, denn er hat recht wenig Steigung. Es gibt in Lübeck eine Firma die diese Dienstleistung anbietet. Das ist eine interessante Idee für das nächste Winterlager.
Ich habe den neuen 10" Kartenplotter auf der Autobahn getestet, er funktioniert und zeichnet zuverlässig den Treck auf: Nach 120 nm habe ich eine Pause gemacht und der gesamte Weg hatte ein Länge von fast 200 nm.

Heute habe ich die neue Fensterfolie in die Sprayhood genäht. Die Anschaffung der Walking Foot Nähmaschine hat sich rentiert. Ich habe zunächst die Sprayhood auf eine Spanplatte gespannt und mit Heftzwecken fixiert. Danach habe ich das neue Fenster grob zugeschnitten. Dann habe ich die Nähte der alte Fensterfolie auf der rechten Seite gelöst. Danach habe ich ein doppelseitiges Klebeband aufgetragen, so wie man es bei den vielen Sailrite Videos gesehen hat. Damit habe ich die Fensterfolie fixiert. Danach habe ich die Heftzwecken entfernt und die erste Hälfte des neuen Fensters vernäht. Danach habe ich die Sprayhood wieder auf die Spahnplatte gespannt und mit den Heftzwecken fixiert. Danach konnte ich die zweite Hälfte der alten Fensterfolie heraus trennen und die neue Folie mit dem Klebeband fixieren. Wieder alles lösen und dann vernähen. Im vorletzten Schritt, habe ich dann die zweite innere Naht genäht. Im letzten schritt habe ich dann die überschüssige Fensterfolie abgeschnitten.
Erstaunt war ich, dass ich das hinbekommen habe, nach den gründlichen Überlegungen und Planungen hat alles erstaunlich gut funktioniert.
Mein Pöggsken ist jetzt reif für die kommende Saison. Ein richtig erfahrenen Mitsegler hat sich für den kommende Überführungstörn gefunden. Da werde ich viel lernen können und wir werden viel Spaß haben.

Ich freue mich auf eine interessante und lehrreiche neue Saison.
Euer Philipp

PS: Ich freue mich über eure Kommentare.

pf

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17

Mittwoch, 14. April 2021, 06:32

Hi Phillip,

Glückwunsch zu Deinen vielen Arbeiten. Kommentare sind aber lustvoller, wenn man Bilder hat, die man kommentieren kann... Aber insbesondere zu Deinem Fenstereinnähen: Hochachtung! :thumb:

Viel Freude bei der Überführung!
Sailing is Boundless freedom.

Peter


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18

Mittwoch, 14. April 2021, 09:10

Würde es nicht mehr Sinn machen, das Boot zum Refit an Deinen Heimatort verlegen zu lassen? Die Hurley27 ist ja noch trailerbar. Bevor Du immer 800km am Wochenende fährst. Sind ja auch 8h die Du arbeiten könntest.
Gruß, Jörg!

Floppy

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19

Donnerstag, 15. April 2021, 15:41

Hallo Leute,
vielen Dank für die Kommentare. Ich hatte schon befürchtet es interessiert nicht.
Bilder sind immer nett, doch fotografieren hindert beim Arbeiten, deshalb vergesse ich das oft.
Update zum Fenster einnähen:
Beim einnähen des ersten Fensters habe ich leider mit dem Klebeband gekämpft und es ist nicht so gut geworden wie ich es gerne gehabt hätte, daher nun einige Verbesserungsansätze für die nächsten Fenster.
Das doppelklebeband haftet auf dem Stoff nicht so perfekt wie man sich das manchmal wünscht, das liegt aber in der Natur der Dinge. Ich habe mir also mal wieder die Sailrite Videos angesehen und manchmal haben Amerikaner Lösungen die so pragmatisch sind dass man sich das alleine nicht traut.
1. Schritt: Die Kuchenbude auf einer Holzplatte aufspannen und mit Heftzwecken fixieren so dass das zu wechselnde Fenster glatt aufliegt.

2. Schritt: Das neue Fenster auf das alte legen und mit einem Kugelschreiber die Umrisse markieren. Zum Ausbreiten der Kuchenbude und der Fensterfolie ausreichend viele Gewichte benutzen. Damit ist es dann einfacher alles plan auszurichten.
3.Schritt: Mit Malerkrep die Kontur des Fensters entlang der Stoffkante abkleben. Dieser Trick ist neu und den habe ich mir erst heute überlegt. Das Klebeband hat zwei Aufgaben, erstens schützte es die Fensterfolie vor dem Nähmaschinenfuß, aber noch viel wichtiger ist, dass man so eine sehr gut sichtbare Kontur hat an dem man den Stoff anlegen kann.

4. Schritt: Als nächstes habe ich das neue Fenster zugeschnitten.
5. Schritt: Das alte Fenster heraus trennen, also alle Nähte lösen.
6. Schritt: Das neue Fenster grob ausrichten.

7. Schritt: Das doppelseitige Klebeband entlang der Nähte auf den Stoff aufkleben
Fortsetzung folgt!

Floppy

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20

Donnerstag, 15. April 2021, 15:48

8. Schritt: Neues Fenster genau ausrichten und mit dem Doppelseitigen Klebeband fixieren. Dieser Schritt ist der wohl
anspruchsvollste. Denn der Stoff ist dehnbar und die Folie ist vergleichsweise steif, wenn man den Stoff glatt streicht wird er gedehnt
und nichts passt. Ich habe mit wieder Malerkrep zur Hilfe genommen und einige Punkte damit exakt ausgerichtet und fixiert. Dann habe ich
versucht das Schutzpapier des doppelseitige Klebebandes zwischen Stoff und Folie abzuziehen und Fenster und Folie mit einander zu verkleben.
Dabei zeigt es sich vorteilhaft, wenn man die Naht mit den Gewichten in gleichlange Segmente teilt, also die Ecken ausrichten und mit Gewicht
o. Malerkrep fixieren, dann einen Punkt auf der halben Nahtlänge mit einem Gewicht fixieren. Dabei muss man darauf achten dass immer gleich
große Falten auf beiden Seiten des Gewichtes entstehen. Die teil Nähte werden auf die Gleiche weise wieder mit einem weiteren Gewicht halbiert
und fixiert. Das habe ich solange gemacht bis ich noch ca. 15cm lange Teilnähte übrig hatte. Wenn man dann versucht den Stoff auf das
Klebeband zu drücken und in nicht entlang der Naht glatt streift, bekommt man ihn spannungs- und faltenfrei mit der Folie verklebt.
Nachdem sich gestern beim Nähen wiederholt die Klebung gelöst hatte habe ich dann die amerikanische Lösung ergriffen und einige Markante stellen
mit dem Bürotacker fest geklammert. Auf dem Bild habe ich den Stand nach dem Fixieren Schritt 8 fotografiert. Man erkennt das
Malerkrep, das die Fensterkontur definiert, mit etwas Phantasie erkennt man auch die Tackerklammer und die vielen Gewichte um alles in Form zu
halten.
9. Schritt: Das Vernähen des Fensters. Ich orientiere mich an den alten Nähten und versuche zunächst die äußere Naht zu nähen,
im zweiten Schritt nähe ich dann die innere Naht. Beim nähen muss man Teile der Kuchenbude durch die Nähmaschine schieben, das wird bei eine
7" Nähmaschine schwierig. Daher versuche ich so zu nähen, dass immer nur möglichst wenig Stoff aufgerollt und durch die Maschine gefädelt werden
muss. In diesem Fall versuche ich nur die Wand mit dem einzunähenden Fenster auf zurollen und durch die Maschine zu fädeln. das bedeutet ich
muss die Nähte in zwei Teile aufteilen und zwischen durch neu ansetzen.
10. Schritt: Versäubern, Malerkrep abziehen und Folienüberschüße abschneiden - FERTIG!


Also eigentlich ist es kein Hexenwerk und wer Spaß daran hat kann das sicher schaffen.

Viele Grüße
Philipp
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