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Bund Gass

Leichtmatrose

  • »Bund Gass« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 33

Bootstyp: Rommel Speedster

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21

Freitag, 23. November 2018, 16:11

Arbeitest du mit Barberholern an der Fock? Mein Eindruck gerade bei wenig Wind Raumschots läuft sie sehr gut, wegen des Trapezspants hat sie doch eine recht geringe benetzte Fläche im Vergleich zu andren Schiffen.
Bei viel Wind segelt auch ein Bund Stroh :D

frank_x

Lotse

Beiträge: 1 703

Bootstyp: Rommel 33 / Pogo 40

Heimathafen: Rostock

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22

Freitag, 23. November 2018, 16:29

Arbeitest du mit Barberholern an der Fock?


Ja, wir fahren unsere Schiffe grundsätzlich mit nach innen geholter Fockschot - das sind durchaus >2..5 Grad mehr Höhe abhängig von der "0-Position"

wegen des Trapezspants hat sie doch eine recht geringe benetzte Fläche im Vergleich zu andren Schiffen.


Die Fläche wird erst durch Krängung gering. Aufrecht gesegelt ist die recht hoch ...

Bund Gass

Leichtmatrose

  • »Bund Gass« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 33

Bootstyp: Rommel Speedster

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23

Freitag, 23. November 2018, 17:33

Danke für die Info, dass mache ich z. B. nicht. Kann ich aber mal probieren.
Bei viel Wind segelt auch ein Bund Stroh :D

Erlkönig9-5

Proviantmeister

Beiträge: 382

Schiffsname: Wilde 13

Bootstyp: Rommel Speedster Competition

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24

Freitag, 23. November 2018, 21:10

Moin,

Ihr seid ja schon sehr fleißig am Schreiben.

Also mein Kiel wurde mit Seajet 017 dreimal versiegelt, und zweimal mit Seajet 011 (= PVC- Vinylprimer als Haftgrund und Dampfsperre) gestrichen. Anschließend kam Seajet 034 drauf. Die Verarbeitungsintervalle und die Temperaturen wurden penibel eingehalten. Dazu habe ich mir ein Infrarotthermometer gekauft und angewendet. Die Ruder wurden auch so behandelt. Das übrige Unterwasserschiff war, ist und bleibt vorerst mit Waterglide beschichtet, weil es ein Riesenaufwand wäre, das AF zu wechseln. Wenn ich das machen lasse, dann kommt natürlich nur noch 034 drauf.

Mein Kiel ist 2015 überholt worden. Es kostete viel Zeit und Mühe und war aufwendig. Es hat sich aber gelohnt. Die Beschichtung ist noch immer vollständig i.O.
Die Dichtlippen haben sich für mich ebenfalls gelohnt, weniger wegen einem möglichen Geschwindigkeitszuwachs, sondern mehr wegen einem besseren Schutz des Hydraulikzylinders vor aufsteigendem Schwellwasser im Kielkasten bei Welle auf der Ostsee. Das Wasser bleibt selbst bei ruppigeren Bedingungen ruhig im Kielkasten und steigt nicht bei jeder Welle. Vielleicht bin ich auch schneller, das kann ich aber nicht sicher belegen.

Ansonsten muss ich feststellen, dass fast jedes Boot der Baureihe Besonderheiten aufweist. Also vom angekündigten Einheitsklassestatus hat sich Peter Rommel schnell verabschiedet.
Mein Mast hat neben den zwei Salingspaaren oben noch ein Diamond und eine Jumpstagspreize, um den oberen Bereich - oberhalb des 7/8- Anschlagpunktes - zu stabilisieren.
Das Gewicht kommt aber den Katalogangaben sehr nahe, im Fahrtenmodus kommen natürlich ein paar Zentner dazu.

Die Segeleigenschaften finde ich sehr gut, ich komme aber auch vom 15er JK. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, mich besser auf Kurs und Winddreher zu konzentrieren. Der Grundtrimm kommt schon vor dem Segeln und Backstagen und Traveller sind kein Hexenwerk für mich.
Meine Erfahrungen im Leichtwindbereich decken sich mit Thomas Einschätzung und das trotz der Doppelruder. Das ist halt der Berlin- Kompromiss.

Gerne würde ich auch mal den Spi bei mehr als 20kn ziehen, doch dafür brauche ich dann auch die Leute dafür, leider fehlen sie mir auf der Ostsee, weil wir als Familie unterwegs sind.

Handbreit, Ansgar

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Erlkönig9-5« (24. November 2018, 12:10)


Bund Gass

Leichtmatrose

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Beiträge: 33

Bootstyp: Rommel Speedster

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25

Samstag, 24. November 2018, 09:15

Hallo


zunächst einmal
danke für eure ausführlichen Antworten. Es macht richtig Spaß mit euch hin- und
her zu schreiben. Ansgar, es deckt sich auch mit meiner Erfahrung, dass
Leergewicht ist etwa 2.5 t. Als ich das AF wechselte, ein Riesenaufwand stimmt,
habe ich, nachdem ich das gesamte Unterwasserschiff abgeschliffen habe, eine Osmose
Prophylaxe mit Gelshield durchgeführt. Es bot sich einfach an.


Den Spi habe ich
auch noch nicht bei 20 kn gezogen. Da muss ich schon eine erfahrene Crew an Bord
haben sonst wird es einfach zu interessant für mich und meine Fähigkeiten.
Ansgar, wir können es ja mal zusammen probieren.


Ich war im
September unterwegs von Kühlungsborn nach Wismar und wir hatten Nordost mit 3
BFT. Genua 2 mit 19 m2 und Groß mit 29 m2 hatte ich gesetzt. Den Spi habe ich
allerdings erst gezogen, als die Küste in die Lübecker Bucht abfiel, da hatte
ich mehr Lee Raum falls das Manöver vollständig misslingt. Super Wetter ließ
eine kleine Armada Richtung Westen segeln. Bevor wir den Spi zogen sind wir von
einer kleinen Rennziege mit großem Gennaker überholt worden. Ich bin ziemlich
sicher, dass, wenn der Spi oben gewesen wäre – dann wäre das nicht passiert.


Mein Mast, hm,
drei Salinge und ein Diamant Stag, dazu oberhalb des Vorstags ein verjüngtes
Mastprofil. Zwischen den Salingen immer Unterwandten. Ein bisschen viel Draht
für meinen Geschmack, aber es lässt sich
wahrscheinlich statisch nicht vermeiden.


Peter Rommel hat
mit dem Trapezspant gegenüber dem Rundspant z.B. ja einen kleinen Kunstgriff
gemacht. Wenn man sich vorstellt, dass der Rundspant ins Wasser geht benetzt
das Unterwasserschiff, aber der Auftrieb ist gleich 0. Wie bei einem Kreis eine
Tangente den Kreisbogen berührt. Wenn das Boot abgesenkt wird nimmt auch das verdrängte
Volumen nur relativ langsam zu. Der Trapezspant verdrängt sofort sehr viel
Wasser sobald er ins Wasser gesetzt wird. Um die gleiche Menge Wasser zu
verdrängen muss der Rundspant deutlich tiefer ins Wasser eintauchen. Der
Kreisbogen des Rundspants ist länger als die Sehne des Trapezspants. Dadurch
ist die benetzte Fläche es Rundspants grösser als beim Trapezspant.


Frank fährst du
an deiner Rommel 33 eigentlich ein Rollreffsystem? Ich hatte gesehen, dass
deine Speedster eins hatte. Meine Speedster hat eins und das kostet natürlich auch
Höhe. Ich bin ja fast immer in der Ostseewelle unterwegs und die ist kurz und
hässlich. Mit anderen Worten es bremst. Den TWA misst du mit dem Windmessgeber
am Mast oder über den Kompass? Ich lese immer dem AWA ab, scheinbaren Wind, und
richte mich danach. Welchen Vorteil hast du durch den TWA? Wenn ich nerv musst du das sagen. Aber ich
möchte dazu lernen.
Bei viel Wind segelt auch ein Bund Stroh :D

26

Samstag, 24. November 2018, 11:27

Moin Saurus,
klar, wenn ich im nächsten Jahr wieder im Wasser bin, machen wir einen Schlag zusammen ab.
Ebenfalls schönes Wochenende
Thomas
Oh echt? Cool. Das würde mich wirklich sehr freuen

frank_x

Lotse

Beiträge: 1 703

Bootstyp: Rommel 33 / Pogo 40

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27

Samstag, 24. November 2018, 12:39

Dieser Absatz stimmt so meiner Meinung nach nicht. Die Fläche des runden Rumpfes ist sicher geringer als die Fläche des Trapezrumpfes. Der Vorteil beginnt erst, wenn die Stabilität in's Spiel kommt sowie der mögliche dynamische Auftrieb des Schiffes in Fahrt. Daher ist das mit dem sehr flachen Boden bei sehr wenig Wind so ein Problem wie auch bei Welle, wenn man nicht gleichzeitig das Schiff auf die Seite bekommt.

Peter Rommel hat
mit dem Trapezspant gegenüber dem Rundspant z.B. ja einen kleinen Kunstgriff
gemacht. Wenn man sich vorstellt, dass der Rundspant ins Wasser geht benetzt
das Unterwasserschiff, aber der Auftrieb ist gleich 0. Wie bei einem Kreis eine
Tangente den Kreisbogen berührt. Wenn das Boot abgesenkt wird nimmt auch das verdrängte
Volumen nur relativ langsam zu. Der Trapezspant verdrängt sofort sehr viel
Wasser sobald er ins Wasser gesetzt wird. Um die gleiche Menge Wasser zu
verdrängen muss der Rundspant deutlich tiefer ins Wasser eintauchen. Der
Kreisbogen des Rundspants ist länger als die Sehne des Trapezspants. Dadurch
ist die benetzte Fläche es Rundspants grösser als beim Trapezspant.


Die R33 hat - wie auch der Mini - Stagreitersegel. Früher hatten alle meine Schiffe auch Rollanlagen (Flatdeck oder unter Deck) aber inzwischen stehe ich denen - bei eher kleineren Segeln - eher skeptisch gegenüber. Das hat aber nichts mit der möglichen Höhe am Wind zu tun, da moderne Rollprofile kaum schlechter sind als ein TuffLuff oder ähnliches. Auf der R33 fahre ich keine Rollanalge, weil die teuer und schwer ist und es mir nicht oder nur schwer erlaubt, bei viel Wind und Welle solo das Vorsegel zu wechseln. Auf der Pogo40 gibt es wieder eine, weil das 50qm Tuch echt schwer ist und es mit dem Wechsel auf die horizontal reffbare Stagfock eine Möglichkeit gibt, die es auf der R33 nicht gibt.

TWA brauche ich um meine Performance zu messen sowie vor dem Wind zu wissen, wie tief ich fahren muss. Meist lasse ich mir beides anzeigen und steuere am Wind ber AWA ( je nach Wind und Welle zwischen 24 und 30 Grad ) und vor dem Wind per TWA ( TWA-optimal je nach Wind und Segelwahl zwischen 145 und 170 Grad ).

Ach ja - TWA rechnet mir die Anlage aus.

Frank fährst du
an deiner Rommel 33 eigentlich ein Rollreffsystem? Ich hatte gesehen, dass
deine Speedster eins hatte. Meine Speedster hat eins und das kostet natürlich auch
Höhe. Ich bin ja fast immer in der Ostseewelle unterwegs und die ist kurz und
hässlich. Mit anderen Worten es bremst. Den TWA misst du mit dem Windmessgeber
am Mast oder über den Kompass? Ich lese immer dem AWA ab, scheinbaren Wind, und
richte mich danach. Welchen Vorteil hast du durch den TWA? Wenn ich nerv musst du das sagen. Aber ich
möchte dazu lernen.

Erlkönig9-5

Proviantmeister

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Schiffsname: Wilde 13

Bootstyp: Rommel Speedster Competition

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28

Samstag, 24. November 2018, 13:02

Moin,
dann wären wir schon zu dritt auf der Speedster von Thomas.

Die Barberholer nutze ich nur in zwei Situationen. 1. beim segeln unter Spi, um bessere Kontrolle zu haben und den Achterholer unter dem Großbaum zu halten. Und 2. beim Halbwindsegeln die Fock weiter außen schoten zu können, um das Achterliek besser unter Kontrolle zu halten und ein zu starken Twist im oberen Bereich zu verhindern. Das mache ich aber nur an der Küste, im Heimatrevier lohnt sich der Aufwand nicht, weil einfach zu schnell und oft Wenden gefahren werden müssen.
Ansonsten habe ich aber das Gefühl, dass Barberholer nicht viel bringen, weil die Fock schon sehr eng auf unseren Schiffen geschotet werden können. Die Frage wäre hier auch, wie sieht das Profil und der Schnitt vom Vorsegel aus, eher flach geschnitten oder eher bauchig. Das kann man glaube ich nicht verallgemeinern. Da braucht es einen reichen Erfahrungsschatz. Ich habe zwei außerordentlich erfolgreiche Regattasegler an meiner Seite, die auf über 50 Jahre Regatta-Erfahrungen blicken. Nach ausgiebigen Probesegeln mit denen kamen die Beiden zum Schluss, die Vorsegel auf den Schienen lassen. Die Holepunkte wurden für die Segel und die Windbedingungen erprobt und festgelegt und das war es dann.
Vorteil: Du konzentrierst dich dann auf einen optimalen Kurs und die Winddreher und holst mit guten und schnellen Manövern viel mehr raus. Die übrigen Abläufe klappen dadurch auch besser und vor allem runder.

Nochmal zum Rigg. Ich fahren Dyform- Wanten mit Bronzespannern und Vorstag und Achterstag weiterhin mit 1/19 Draht. Der Mast steht dadurch unter allen Bedingungen ruhig und ohne seitliches pumpen. Die Vorspannung der Wanten liegt bei 20%. Das Rigg braucht auch Vorspannung, denn die Püttinge stehen weit innen.

Was ich noch nicht verstanden habe, ist, warum du mit einer Furlex nicht so hoch Höhe laufen sollst? Du hast doch auch ein Profilvorstag und die Furlex unter Deck. Nur bei teilweise eingerollter Fock hast du kein optimales Profil mehr, dann ist eine optimale Anströmung des Profils nicht mehr gegeben. Aber ansonsten ..., besser geht es nicht!

Ansonsten können wir auch gerne per PN Details besprechen, um nicht damit zu nerven. Gerne aber auch weiterhin hier. Schließlich gibt es ja auch potentielle Interessenten oder Käufer für diesen Bootstyp hier.
Wobei unser Boot nicht zum Verkauf steht, weil es einen sehr guten Kompromiss zwischen Ostsee und Binnen darstellt.

Handbreit, Ansgar

Erlkönig9-5

Proviantmeister

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Schiffsname: Wilde 13

Bootstyp: Rommel Speedster Competition

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29

Samstag, 24. November 2018, 13:28

Dieser Absatz stimmt so meiner Meinung nach nicht. Die Fläche des runden Rumpfes ist sicher geringer als die Fläche des Trapezrumpfes. Der Vorteil beginnt erst, wenn die Stabilität in's Spiel kommt sowie der mögliche dynamische Auftrieb des Schiffes in Fahrt. Daher ist das mit dem sehr flachen Boden bei sehr wenig Wind so ein Problem wie auch bei Welle, wenn man nicht gleichzeitig das Schiff auf die Seite bekommt.


Ich vermute mal, dass ist aber sehr theoretischer Natur, denn die Speedster ist von Hause aus eher sehr schmal und der Trapezspant ist nochmals im deutlich eingeschnürten Bereich ab und unterhalb der Wasserlinie.
Meine Erfahrungen bei Leichtwind sind, trotz Doppelruderanlage, eher sehr positiv. Zumal die Speedster spielend zu einer Seite gekrängt werden kann, wenn man den Kiel etwas anliftet, was ja bei wenig Wind und Welle problemlos möglich ist.
Ich habe sogar festgestellt, dass mein Schiff dann richtig Fahrt aufnimmt. Dann fahre ich den Kiel eher bei 1,60m als bei 2,10m!
Meine Vermutung ist, das hat im Binnenbereich sicherlich auch was mit dem Bodeneffekt zu tun, d.h., wenn die Wassertiefe nicht so groß ist, dann ist ein größerer Abstand zum Grund besser bei Leichtwind. Hier spielen sicher mehrere Faktoren eine Rolle.

Eine Rollanlage macht für mich auf der Speedster schon Sinn, allein wegen dem Handling. Meine Genua hat fast 30 m2 und läßt sich somit schnell wegrollen. Doch es geht sicherlich auch anders, hier spielen Vorlieben und Einsatzort eine große Rolle.

Handbreit, Ansgar

frank_x

Lotse

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30

Samstag, 24. November 2018, 13:40

Ja, die Speedster hat relativ enge Schotwinkel aber ... das geht noch besser ... Ich hätte es auch nie gedacht und gemacht, wenn ich nicht auf dem Mini erstmals Inhauler auf dem Schiff gehabt hätte. Insbesondere die wesentlich bessere Möglichkeit für Twist in der Fock (also unten extrem dicht und oben offener) ist sonst nicht so schön umsetzbar.

Dass man dafür einen extrem geringen Vorstagsdurchhang sowie entsprechend flache Segel (aber nicht komplett profillos) braucht versteht sich von selbst.

BTW - auch auf unserem 55ft Vereinsdampfer hieß es immer das geht nicht bis ich es einfach mal gemacht habe und der Effekt war enorm - insbesondere aber nicht nur - bei höher gesetzten Schothörnern.

Ich habe zwei außerordentlich erfolgreiche Regattasegler an meiner Seite, die auf über 50 Jahre Regatta-Erfahrungen blicken. Nach ausgiebigen Probesegeln mit denen kamen die Beiden zum Schluss, die Vorsegel auf den Schienen lassen. Die Holepunkte wurden für die Segel und die Windbedingungen erprobt und festgelegt und das war es dann.
Vorteil: Du konzentrierst dich dann auf einen optimalen Kurs und die Winddreher und holst mit guten und schnellen Manövern viel mehr raus. Die übrigen Abläufe klappen dadurch auch besser und vor allem runder.

frank_x

Lotse

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31

Samstag, 24. November 2018, 14:25

Das ist aber in Regatten eigentlich nicht erlaubt und ich wäre damit auch sehr vorsichtig, da der Kiel in halbhoher Position auch einen prima Hebel darstellt um den Kielkasten "aufzuhebeln". Mein Voreigner hatte sich damit schon mal mächtig Ärger eingehandelt - sprich den Kielkasten schweißen lassen müssen, nachdem eine Freundescrew mal mit halbhohem Kiel aufgelaufen ist ...

Auch ein Grund, weshalb wir uns gegen die Rommel-36er entscheiden haben, die mit 3,10m nicht mehr segelnd nach Hiddensee gekommen wäre ...

. Zumal die Speedster spielend zu einer Seite gekrängt werden kann, wenn man den Kiel etwas anliftet, was ja bei wenig Wind und Welle problemlos möglich ist.
Ich habe sogar festgestellt, dass mein Schiff dann richtig Fahrt aufnimmt. Dann fahre ich den Kiel eher bei 1,60m als bei 2,10m!

Bund Gass

Leichtmatrose

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32

Samstag, 24. November 2018, 15:22

Moin, da haben wir ja schon fast eine Crew für Fehmarn Rund zusammen 8o . Na, hoffentlich habe ich hier kein Fass aufgemacht!!
Dachte ich doch immer, dass ein Rollvorstag nicht den gleiche Anschnittkante zum Wind hat wie ein Segel mit Stagreitern. Ich habe im Frühjahr ein Training mit Lutz Patrunky auf Mallorca, den werde ich mal eingehend darüber befragen. Ansgar, hast du das stehende Gut schon einmal gewechselt, weil du Dyform Wanten hast?
Bei Leichtwind trimme ich auch nach Lee und da schliesse ich mich an, es geht relativ leicht. Die Wanten fahre ich auch mit maximaler Vorspannung. Ich habe mal gesehen, dass in einer 33 mit Hebeln die Wantenspannung während des segelns verändert werden können. Frank kannst du etwas erhellendes dazu beitragen??
Zum Thema Checkstays oder Backstagen, die ziehe ich auch immer maximal auf der Kreuz an. Ich habe mir Taljen gebaut, um mehr Zug auf das Vorstag zu bringen, ausserdem habe ich festgestellt das die Rollreffanlage sich deutlich leichter bedienen lässt, wenn das Vorstag durchgesetzt ist. Setzt du Ansgar, die Backstagen mit der Winsch durch? Rollreffanlage finde ich bei der Speedster sowieso gut, weil in der Welle es dort vorn schon ungemütlich sein kann. Meine grösste Genua ist 24 m2. Aber ehrlich gesagt, fahre ich die kaum. Allein macht es wenig Sinn. Meistens segel ich mit der Fock 2. Wenn ich schneller unterwegs sein will dann Genua 2, mit einem Reff im Gross.
Bei viel Wind segelt auch ein Bund Stroh :D

holztoeter

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33

Samstag, 24. November 2018, 15:40

Du musterst eine Crew für Fehmarn Rund? Ich habe zwar keine Speedster bin aber nicht ganz unwissend und wenn noch Bedarf besteht wäre Interesse bei mir da.
Man kann über alles mit mir reden nur Kritik vertrage ich nicht.

frank_x

Lotse

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34

Samstag, 24. November 2018, 15:41

Selbst auf dem Mini gab es eine 1:8 Untersetzung für die Backstage - sprich 1:2 und Winsch oder wenigstens eine 1:10 Untersetzung ( Grob + Fein ). Ansonsten schafft man es nicht, genügend Spannung auf das Vorstag zu bringen - insbesondere weil die Salinge ja nicht gepfeilt sind.

Die 33er Spanner ( die ich wegen meiner Mastlegevorrichtung nicht habe ) sind vor allem zum relativ einfachen Entlasten im Hafen gedacht sowie - etwas weniger wichtig - um die Mastkurve zu verändern, was aber vor allem mit dem Achterstag kontrolliert wird und mit den Checkstays wieder kompensiert werden kann ( wenn man nur das Vorstag durchsetzen will ). Ich fahre übrigens ohne die Checkstays, da sie das Handling etwas verkomplizieren auch wenn ich sonst immer Backstagen hatte. Aber auf der Topgetakelten R33 ist die Trimmfunktion doch nicht ganz so schwerwiegend ...

Wegen der "ungemütlichen" Arbeit auf dem Vorschiff - wenn man bei Streckenregatten ohne große Crew ( also z.B. ein RundBornholm DH ) einen Vorsegelwechsel machen muss, dann sind Stagreiter um Klassen besser, weil einem das Segel nicht wegfliegen kann. Mit 4er Crew sieht das dann wieder anders aus. Aber eine Rollfock hat natürlich seine Vorteile - nichts zusammenzulegen und das Segel verstopft auch nicht die geringe "Wohnfläche".

Bund Gass

Leichtmatrose

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Bootstyp: Rommel Speedster

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35

Samstag, 24. November 2018, 16:35

Danke Frank für die erhellende Auskunft.
Ich kann es jetzt noch nicht sagen, ob ich im nächsten Jahr eine der Ostsee - Cup Regatten mitsegeln kann. Wenn ich es zeitlich einrichten kann, werde ich es hier bekannt machen oder dich direkt kontaktieren Holztöter.
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Erlkönig9-5

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36

Samstag, 24. November 2018, 21:22

Frank,
man lernt ja nie aus und ich würde gerne deine Erfahrungen und Hinweise bezüglich der Barberholer (Inhouler) mal ausprobieren. Ich bin dort sehr empfänglich, weil unerfahren.
Meine "Weisen" ( = die erfahrenen Regattasegler) gehen natürlich nur von ihren Erfahrungen aus. Allerdings waren beide auch sehr erfolgreich und sind es selbst im hohem Alter noch. Deshalb: "Was der Bauer nicht kennt..."
Für mich wäre vor allem interessant, wie man die Mimik umsetzt und vernünftig organisiert. Vielleicht kannst du es ja mir mal zeigen oder Anregungen geben.

Thema Backstagen:
Da habe ich Nachholbedarf und möchte mir eine einfache aber wirkungsvollere Umsetzung wünschen, denn ich kann noch nicht genug Vorstagsspannung über die Backstagen aufbauen, weil ich sie nicht über eine Winsch dicht ziehe, sondern von Hand über eine 1:3er Talje. Das reicht aber nicht aus. Dort suche ich noch nach einer besseren Lösung, die ich aber gut kontrollieren kann.
Für Hinweise und Anregungen bin ich immer offen und dankbar.

Thomas,
ja mein stehendes Gut ist komplett gewechselt worden, so wie geschrieben. Es hat sich absolut gelohnt. Kosten ca.: 1200€ mit Spanner. Für das Vorstag mit der Furlexanlage habe ich einen Fachmann kommen lassen.

Im übrigen finde ich es toll, dass jetzt auch Holztöter dabei ist.

Handbreit, Ansgar

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Erlkönig9-5« (24. November 2018, 23:32)


Bund Gass

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Sonntag, 25. November 2018, 13:11

Moin,
Thema Backstagspannung. Peter Schweer sagte mal über die richtige Spannung: "Du suchst dir den stärksten Mann deiner Crew aus, wählst die grösste Winsch und wenn der mit hoch rotem Kopf nicht mehr kann, dann hast du die richtige Backstagenspannung.
Mir ist schon einmal in einer Düse bei der Classic Fyn Rund ein Backstag gerissen. Es war aber auch richtig brutal. Eine Dufour, direkt vor mir, legte einen 360 Grad Sonnenschuss hin. So etwas hatte ich bis dato noch nicht gesehen.
Das mit den Barberholern werde ich in der nächsten Saison auch mal probieren.
Das Vorstag musste ich auch schon mal wechseln, aber die Wanten sind noch orginal. Es klingt, als ob du die Wanten selbst gewechselt hast. Das Vorstag habe ich vor ein paar Jahren selbst gewechselt. Mit den Wantern liege ich noch im Clinc. Ich möchte sie wohl tauschen, habe aber noch nicht heraus gefunden wie man die Salingende von den Wanten trennt. Ich werde mich dies bezüglich einmal an Herrn Schablinski wenden. Korrosion oder gebrochene Drähte sind nicht sichtbar und ich habe nur rund 10 000 sm in den vergangenen Jahren gesegelt. Das ist ja eigentlich nicht so sehr viel.
Die Rommel Yachten kann man ja im Hafen schon von weitem erkennen, am Mastfall. Habt ihr schon einmal damit experimentiert und Unterschiede heraus arbeiten können? Mir ist das nur beim DN Eissegeler aufgefallen, dort hat es einen Einfluss auf die Höhe die man laufen kann. Je aufrechter der Mast steht, desto höher kann man an den Wind, aber desto mehr Druck hat man auf der Planke und der Schlitten steigt eher. Diese Erkenntnis ist nicht allein auf meinem Mist gewachsen. :O
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Heimathafen: SC Aegir Berlin-Müggelheim, Krampenburger Weg 17A (Große Krampe)

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38

Sonntag, 25. November 2018, 13:21

Über eine Kaskade kannst du wesentlich mehr Kraft aufbauen. Ich habe auf meinem Boot die Achterstagtajlle gegen eine Kaskade (3-fach + lose Rolle am unteren Ende des Drahtstags) ausgetauscht. Damit bringe ich das 16-fache meiner eigenen Zugkraft auf den Draht. Brauche ich nicht mal mehr volle Kraft zum dichtsetzen.
LG Thilo
Thilo, Skipper von Profillemaus

frank_x

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39

Sonntag, 25. November 2018, 13:47

Backstage sind keine relativ statischen Achterstage. Da braucht man notwendigerweise die Möglichkeit, 1..2 Meter Backstag zu fieren um dem Großsegel Raum zu geben. Aus diesem Grund sind Taljen > 2:1 im Grobtrimm unsinnig. Man kann da eine Talje in die "feste" Part bauen, was ich z.B. auf dem Mini gemacht hatte. Wenn man das geschickt macht, dann reicht der Weg von +/- 1m um an der Kreuz nur mit dem Feintrimm zu arbeiten.

Ansonsten - und einfacher - geht es mit der Winsch, wenn man die dafür nutzen kann

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »frank_x« (25. November 2018, 20:05)


Erlkönig9-5

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40

Sonntag, 25. November 2018, 20:51

Erstmal danke @Frank:.
Über die Winsch will ich die Backstagen nicht ziehen, weil dieser Umstand die Abläufe im Cockpit unnötig stört und mir das Feingefühl fehlt.
Klar, ich könnte Meßmarken auf die Backstagen machen, doch ich glaube, es gibt eine bessere Lösung.
Ich muss wahrscheinlich eine gute Umsetzung mit den Augen klauen.

Gerne können Vorschläge gemacht oder Lösungen gezeigt werden.
Ich freue mich auf Fotos oder auch Zeichnungen oder Verweise auf Publikationen.

@Bund Gass:
Thomas der Wechsel der Wanten ist ein wenig aufwändiger, weil du die Oberwanten nur aus dem Mastprofil herausbekommst, wenn du den festgenieteten Rollenaustritt für den 7/8 Spi löst (= die Nieten ausbohrst).
Dann kannst du die Oberwanten nach oben rausziehen. Beachte dabei, gleich eine stabile und brauchbare Sorgleine mit einzuziehen, um beim Einbau kein großes Gefummel zu haben.
Bei den Mittel- und Unterwanten löst du lediglich die Salinge und dann kannst du die Wanten noch oben herausziehen.
Alles weitere ist klar, oder?

Handbreit, Ansgar

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