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Bootstyp: Comfortina 35

Heimathafen: Keiner. Ganzen Sommer Segeln.

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61

Montag, 24. Juni 2019, 20:22

Slandö Kalv

Nix war's mit Birka, stattdessen sind wir in Slandö Kalv, dem Uthamn des Södertäljer Segelclubs. Und das kam so:

Bis zur Schleuse in Södertälje waren es nur wenige Meilen, und außerdem ging es nur genau gegenan. Also musste der Jockel arbeiten. Die Schleuse ging ziemlich bald auf und wir kamen zügig durch. Allerdings: Der ganze Kanal und die Schleuse sind eine riesige Baustelle. Kilometerlange (tatsächlich) neue Spundwände sind gerammt, Betonpiers neu angelegt, in der Schleuse darf nur die Westseite benutzt werden - Ostseite Baustelle. Dass es ganz gut ist, hier mal ein busschen was neu zu machen, sieht man an den Schleusentoren, die noch alt sind:



Aber dann sind wir draußen im Mälaren, im Süßwasser (!!) und können segeln. Sofort tauchen die typischen kleinen Inselchen auf, wo die Vegetation bis tief runter zum Wasser steht.



Aber unser Wind macht überhaupt nicht mit, und es geht erst mal ans Kreuzen. Dann kommt Birka in Sicht, und: "Schau doch mal mit dem Glas. Was ist das denn da großes weißes vor Birka?" Zwei Ausflugsschiffe und eine Horde von Menschen. Sowas liegt uns ja gar nicht. Und wie es der Zufall will sehen wir westlich von uns in einem schmalen Sund kurz einige Boote liegen. Ist das etwa ein Hafen? Ist es (siehe oben). Nix wie Segel runter und da rein. Ein sehr schöner Platz. Liegeplätze an einer Steinmole oder an einem Steg, mit Bojen oder Heckanker. Sogar Strom und Wasser haben die. Angekommen!

Nur das Beste wünscht
Anne

ugies

Salzbuckel

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Bootstyp: Dehler 35 SV

Heimathafen: Kiel

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62

Montag, 24. Juni 2019, 20:36

... das ist ja ein schönes Fleckchen. Uns hat der Mälaren auch immer wieder ganz prima gefallen. Ein bischen östlich von Euch ist Rastaholmen auch sehr nett.
SF-Stander 5,00 € inkl. Versand
PN oder E-Mail an ugies.
Adresse angeben.
Stander kommt per Post mit offener Rechnung.
Überweisung und gut ;).

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63

Dienstag, 25. Juni 2019, 19:17

Mariefred

Geschlafen wie in Abrahams Schoß. Morgens fast kein Wind, aber wir fahren los gen Westen. Wir wollen nach Mariefred. Nach gut einer Stunde kommt dann Wind, wird stärker. Zum Schluss müssen wir mit Südkurs wieder gut kreuzen, was aber in diesen reinen Gewässern sehr gut geht. Dann noch einmal umme Ecke, und da liegt Schloss Gripsholm vor uns.



Der Yachthafen liegt direkt gegenüber, aber da machen wir nicht fest. Es gibt noch Wasser und Batteriestrom satt, also gehen wir an die dortige SXK-Boje. Von da au mit Dinghi an Land, um mal wieder im Grafikenshus rumzustöbern - aber wir finden es nicht. Es war doch ganz hier in der Nähe! Straße rauf, Straße runter - nirgends ist diese riesige Scheune zu finden. Also fragen wir. "Wisst ihr das nicht? Das ist dich vor vier Jahren abgebrannt. Jetzt ist es wieder eröffnet - in Södertälje." Mist! Also ersatzweise Schlossbesichtigung. Auch ganz schön.
Nur das Beste wünscht
Anne

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64

Donnerstag, 27. Juni 2019, 20:17

Rastaholm

Jetzt hat's erst mal gegossen, dann gekachelt, dann war der Wind weg bis in die Nacht.



Heute morgen dagegen wieder satter Nord, es ist lausig kalt, und alles bricht auf in Richtung der Schleusen.



Wir fahren nach Rastaholm (Danke für den Tipp, Uwe), und siehe da, es ist wirklich sehr nett. Ein Clubhafen, in dem aber offenbar keine reichen Leute Mitglieder sind. Alles ältere Boote, kleinere Boote. Nix mit 42 Fuß oder edelster Orust-Bau. Angenehme Umgebung.

Hierher gehört auch eine Segelschule, die im Moment 30 Kinder ausbildet. Gegen 17:00 h kommen die zurück mit fröhlichem Geplapper und Geschrei. So bildet man Nachwuchs!

Nur das Beste wünscht
Anne

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Wohnort: Oberösterreich

Schiffsname: Hang Loose

Bootstyp: Leisure 17

Heimathafen: Ebensee / Traunsee

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65

Donnerstag, 27. Juni 2019, 20:53

Sehr gelungen

Ein wunderschöner Törnbericht.
Angenehm geschrieben und als Beilage tolle Fotos serviert.
Das macht Lust auf mehr.

Servus, Cristina

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66

Freitag, 28. Juni 2019, 21:36

Nacka Strand (Stockholm)

Jetzt geht's wieder nach Osten und raus aus dem Mälaren. Windgeschwindigkeiten immer über 10 m/s aus West lassen ausreichende Geschwindigkeiten nur mit der Fock zu. Die Umgebung erinnert uns an ein junges schwedisches Seglerpaar vor einigen Jahren, die uns sagten "Wir segeln so gerne im Wald". Die würden hierher passen.



Der Gegenverkehr sieht auch ganz nett aus:



Dann aber geht's los mit Brücke, Klappbrücke, Schleuse.



Vor uns musste erst noch ein Frachter durch, wir bekamen den nächsten Schleusengang. An die Zeiten, die so in Handbüchern stehen, hält sich hier niemand. Alles wird über Laufschrift verkündet. Und da steht auch, das die Schleuse am 30.6. wegen einer Regatta geschlossen bleibt. Uups! Was mag das sein? Egal, jetzt erst mal schleusen. Im Gegensatz zu den Brücken müssen hier auch die Motorboote durch, und das sind viele. Benehmen sich, als wären sie alleine. Rempeln hier, rempeln da, als die Schleuse wieder aufgeht brettern die hintersten schon mal an allen vorderen vorbei .....

Wir gucken noch mal auf den Plotter, und da sehen wir eine Unmenge von AIS-Klass B-Signalen in allen Häfen der Stadt. Und jetzt klingelt's. Hier wird doch immer das Rennen Gotland Runt gestartet! Der 30. ist übermorgen. Au weia!

Wir versuchen erst gar nicht, dort einen Platz zu kriegen, biegen gleich rechts ab und fahren nach Nacka Strand, einem klitzekleinen Hafen kurz vor der Ölpier. Hier ist es bis auf die hämmernden Bässe von Djurgarden ruhig.



Die Mitbewohner hier sind Nonnengänse, nicht so am Segeln interesiert.

Nur das Beste wünscht
Anne

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67

Samstag, 29. Juni 2019, 18:02

Svartsö

Morgenstund hat Gold im Mund - Wir legen schon um 08:00 ab und machen uns auf den Weg nach Osten. Wind mal da, mal nicht - macht nix, wir ham's nicht eilig. Aber die Anderen! Alle 5 Minuten kommt ein Wasserbus der Vaxholmsbolaget vorbei. Die machen einen unglaublichen Schwell, da steht kein Segel mehr. Kaum ist der weg, kommt eine mehr oder weniger große Motoryacht entgegen oder überholt - mit Full-Speed natürlich. Zur Abwechslung dann mal eine Silja- oder Viking-Fähre, dann wieder die Vaxholmsbolaget und auch mal Eine Donzi (stand drauf). Da hab ich mal gegoogelt: Die haben so 7 Liter Motoren und liefern 900 PS, natürlich nur ohne Schalldämpfer X(

Ergebnis: Es laufen bei wenig Wind ständig Kreuzseen von min 1/2 m durch das Wasser. Das ist nicht schön. Schnell weg hier, aber das Ganze bleibt so bis Vaxholm. Hier isses:



Dort kommen auch noch die Fähren dazu.

Danach wird's ruhiger, die Fahrwasser enger. Eine kleine Regatta mit dem hier wird auch möglich:



Was soll ich sagen, aber die alten Leute haben doch tatsächlich gewonnen.

Schließlich Aufatmen in unserer Bucht am Nordufer von Svartsö. Der Steg des Clubholmens, an den wir wollten, ist zwar schon rappelvoll, aber hier kann man sehr gut ankern. Machen wir.



Quintessenz des heutigen Tages: Man sollte nicht am Samstag oder Sonntag mit einem Segelboot in die Gewässer zwischen Stockholm und Vaxholm.
Nur das Beste wünscht
Anne

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68

Dienstag, 2. Juli 2019, 19:20

Malma Kvarn

Hier sind wir immer noch. Ein netter Hafen, der sehr dadurch gewonnen hat, dass der früher hier tätige überhebliche Restaurantpächter das Handtuch geworfen hat. Seither gibt's hier keine überkanditelte Kundschaft mehr mit übermotorisierten Booten. Ruhe ist eingekehrt. So sieht der vordere Teil des Hafens aus:



Weiter hinten passen dann nochmal so viele Boote rein.

Und so das etwas anders designte Hafenklo:



Vorgestern noch vor dem "Anker auf" sagte das Barometer, dass da was kommt und fiel weiter. Bis heute sind das 20 hPa. Dasselbe sagte der Wetterbericht dann auch, und deswegen haben wir uns diesen sicheren Hafen gesucht. Die Entscheidung war richtig, denn nach einem Sauseritt mit etlichen Kreuzschlägen hierher legte der Wind dann auch saftig zu bis auf 13 m/s. Alles aber bei strahlendem Sonnenschein. Was macht man in einem Hafen mit drei Waschmaschinen an so einem Tag? Große Wäsche!



Und heute kam dann der Wahrheitsgehalt eines alten Seglergedichts wieder hervor:

"Da zieht ein neues Wetter auf,
die Wolken türmen sich zu Hauf,
es regnet ohne Unterlass
und alle Schafe werden nass."

Zu Deutsch: Sauwetter, Kuchenbudenwetter, Kakaowetter, Lesewetter.

Nach dem Regen sah der schöne Badesee im Hinterland aber immer noch gut aus. Süsswasserschwimmen - Mmmmh!

Nur das Beste wünscht
Anne

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rumpfgeschwindigkeit« (2. Juli 2019, 21:27)


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69

Mittwoch, 3. Juli 2019, 19:47

Fjärdlång

Weit wollten wir heute nicht, weil für den Nachmittag Regen angesagt war. Und generell für die nächsten Tage nördliche Winde, also fahren wir nach Süden. Ziel ist die Insel Fjärdlång östlich von Dalarö. Da gibt's schöne Buchten. Von Hafen haben wir erst mal genug.

Diese Wolken unterwegs



sagten uns aber, dass sich da was zusammenbraut, bevor wir am Ankerplatz sind. Und so war es auch: Ein saftiges Gewitter. Der Wind drehte um insgesamt 240° und zurück, Windgeschwindigkeiten von 0 - 11 m/s. Und dazu Regen, Regen, Regen. Also nicht mit Heckanker an die Felsen, denn die sind bei Nässe super-rutschig. Lieber ankern im Mörkviken, der großen Bucht im Norden der Insel. Und als die Sonne wieder rauskommt, ist es hier super gemütlich, alleine mit einem einzigen Motorboot.



Ein kleiner Fels ist besonders hübsch bewachsen, und am Ufer grasen die Schafe.





Sagte ich "alleine mit einem einzigen Motorboot"? Gerade eben läuft noch eine finnische HR ein und ankert neben uns.
Nur das Beste wünscht
Anne

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70

Donnerstag, 4. Juli 2019, 18:24

Nynäshamn

Joi, das war ja heute bilderbuchmäßig. Anker auf und außerhalb der Bucht Segel setzen. Strahlende Sonne, 6 m/s. Letztere leider aus Südwest, und wir wollen nach Nynäshamn zum Einkaufen. Also kreuzen, was aber nix macht mit dem neuen Großsegel und der Selbstwendefock. Außerdem sind etliche lange Beine dabei. Dann kommen die ersten Wolken, im Osten weiß, im Westen schwarz. Dann nimmt der Wind zu, erst Reff I, dann Reff II (mehr haben wir nicht), und so brettern wir mit fast 7 kn bei 12 m/s gen Nynäshamn. Hinter uns gehen einige Schauer runter, treffen uns aber nicht. 4 Stunden brauchen wir nur bis zum Ziel.

Dort sicher am Fingersteg vertäut heißt es erst mal, alle Reffs wieder rausziehen, Segel verpacken, Schiff klar machen. Nach und nach treffen immer mehr Boote ein, bald ist Nynäshamn so voll, wie wir es noch nie gesehen haben. Denn: Es kommt Wetter, und wie! Alles will sich hier verkriechen - wir auch.

:traurig1: Dauerregen :traurig1: 13 m/s :traurig1: 12° C Wassertemperatur :traurig1: 12° C Lufttemperatur. Was soll das? Und morgen soll das noch schlimmer werden !!
Nur das Beste wünscht
Anne

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71

Freitag, 5. Juli 2019, 21:40

Nynäshamn

Hier noch ein Bild vom Auslaufen aus der Ankerbucht in Fjärdlång. Da war nämlich plötzlich die Marinesegelschule um die Ecke. Pünktlich um 07:00 war da Antreten und Appell im Wald. Süß.



Aber in Nynäshsamn jetzt, also nee! Es kachelt wie blöde, ein Schauer nach dem anderen. Zum Einkaufen geht das gerade mal in einer Regenpause. Der COOP oben in der Stadt ist wirklich gut und hat eigentlich alles. Aber dann regnet's wieder und ausnahmsweise mal Wind mit 15 m/s.

Aber dann, am späten Nachmittag:

"Da wird das Wetter wieder schön,
die Sonne scheint von Bergeshöhn,
der Schäfer spielt auf der Schalmei,
das schlechte Wetter ist vorbei."



Da werden auch die ersten schäden von dem Rennen "Gotland runt" reingeschleppt. War wohl ein bisschen hart.

Nur das Beste wünscht
Anne

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72

Samstag, 6. Juli 2019, 19:30

Raviken (Ringsön)

Na, wer sagt's denn! Geht doch! Heute morgen zwar lausig kalt, aber keine Wolke. Und der Wind sogar aus der richtigen Richtung.

Wir verlassen das umtriebige Nynäshamn Richtung Süden, biegen aber gleich wieder nach Westen ab in das enge Fahrwasser nördlich Järflotta. Dort gibt es eine wunderschöne Landschaft, leider gespickt mit einigen kitzligen Durchfahrten. Die kitzligste ist der Dragets-Kanal. Nur 100 m lang, aber auch nur 5 m breit und 2 m tief. Oben greifen Baumäste nach den Salingen. Ein spannendes Erlebnis:



In den hier versteckten Gewässern gibt es sehr gepflegte Höfe am Ufer. Der kleine Felsen davor ist aber schon mal wieder von Kormoranen ruiniert.



Auf der Weiterfahrt, kurz nach der Passage südlich Ankarudden, erhascht man dann noch einen Blick auf den berühmten Leuchtturm Landsort.



Und ab jetzt geht es mit zunehmendem Wind und einem leichten Schrick in den Schoten ratzfatz nach Ringsön, unserem Ankerziel für heute. Jetzt sind nämlich 10 m/s aus Süd und heute Nacht sollen das 12 m/s aus Nord werden. Die entsprechenden Wolken hängen schon über dem Festland. Nur das Barometer rührt sich den ganzen Tag nicht.

Raviken, eine der Buchten im Ringsön-System, erweist sich dann als sehr geeignet, der Anker fällt, Ruhe im Schiff. Im Laufe des Nachmittags kommen dann noch 6 schwedische Ankerlieger, ein Finne und eine deutsche Motoryacht, die mit Hilfe von Bug- und Heckstrahlruder ankert, allerdings nicht mit Buganker und Kette (was er hat), sondern mit Heckanker an einer geschätzt 50 m langen Leine.
Nur das Beste wünscht
Anne

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rumpfgeschwindigkeit« (6. Juli 2019, 20:23)


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73

Montag, 8. Juli 2019, 17:44

Nyköping

Hier wollten wir ja nie hin und hier waren wir auch nie. Aber ein kleines Familienereignis zu Hause muss gebührend gefeiert werden, und deswegen nutzen wir den Flughafen Skavsta und fliegen morgen erst mal mit RyanAir nach Germany. Boot bleibt hier im sicheren Fingersteg, Sonderpreis mit Hafenmeister ist ausgehandelt. Segelpause.

Gestern ging's aus unserer Ankerbucht mit Rasefahrt und nur Vorsegel hierher. Anleger geschätzt 1,5 min vor dem ersten kräftigen Regenschauer - Ätsch!

Peinlich, peinlich noch in unserer Ankerbucht am Morgen:
Ein Schlauchboot löst sich von einem der einheimischen Boote und paddelt zu dem Motorkreuzer mit der langen Achterleine. Das Gespräch konnten wir genau verfolgen, denn der Motorkreuzer war bei der kräftigen Winddrehung über Nacht auf etwas mehr als eine Bootslänge an uns herangeschwojt.

Warum er denn keine Gastlandsflagge gesetzt hätte, fragt der Schwede. - Was er denn meine, die Antwort. - Eine kleine schwedische Flagge steuerbords im Mast gesetzt. - So etwas habe er nicht. - Ob er denn keinen Respekt vor seinem Gastland hätte? - Keine Antwort, geht unter Deck.

Und wir haben die selbe Nationale am Heck wie der. Au weia.

Übrigens: Nyköping ist überraschend nett. Ein richtig hübsches Städtchen
Nur das Beste wünscht
Anne

H-Dieter

Seebär

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Schiffsname: Volante

Bootstyp: Compromis 999

Heimathafen: Schokkerhaven

Rufzeichen: DD 5298

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74

Montag, 8. Juli 2019, 19:44

Hallo,
vielen Dank für das Mitnehmen!

viele Grüße!

Dieter
Das Land ist des Seemanns größter Feind!

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75

Freitag, 12. Juli 2019, 19:54

Langö

So, wieder an Bord und zunächst in Nyköping. Dort liegt man ja im Yachthafen direkt neben der Rennstrecke für Kanuten.



Interessant zu sehen, wie da die Jugend trainiert wird. Die sind durchaus schneller als unsereiner. Das Trainingszentrum haben die hier, weil in den frühen Nachkriegsjahren einer aus der Stadt mehrere Medaillen bei Olympia im Kajak gewonnen hat.

Auch interessant in der Stadt ist das Oldtimermeeting - eine Augenweide! Wenn man sich heutiges Autodesign dagegen ansieht -- :zus(4):







Und danach geht's dann heute los, wieder in die freie Natur. Aus Nyköbing muss man wegen der engen Baggerrinne rausmotoren. Es entsteht eine Art Prozession wie in der Schlei:



Und dann im freien Wasser sehr schönes Aufkreuzen wieder nach Ost, knappe Anlieger in engsten Gewässern, und dann unser schöner Ankerplatz nördlich Langö. Ganz alleine in einer kleinen Bucht. Der Trouble in Nyköping war auch langsam ein bisschen viel.
Nur das Beste wünscht
Anne

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76

Samstag, 13. Juli 2019, 17:22

Västerfjärden (Ringsön)

Nach dem Anker-Auf heute Morgen ist draußen im Fahrwasser echt was los. In 200 m-Abstand fahren die Boote in beide Richtungen. Jetzt ist Sommer, die Schweden frieren endlich nicht mehr, und außerdem ist Wochenende. Mal sehen, was an den Liegeplätzen so los ist.

Viel ist los. Aus einer Bucht nach der anderen fahren wir wieder raus, weil die überfüllt sind. Zum Schluss mal nach Ringsön reingesehen, aber da muss man zuvor die Segel bergen. Kaum haben wir die unten und steuern auf die Einfahrt zu, da kommen von rechts drei Rennboote mit Höchstgeschwindigkeit. Keine Gefahr, die sind viel zu schnell. Aber dann kommen immer mehr von den Dingern zwischen den Schären hervor, alle mit irgendwelchen Startnummern - ein Offshore-Motorbootrennen! Ist schon mal jemand mit 5 kn durch ein Motorbootrennen mit 35 kn durchgefahren? Und die hatten alle Wegerecht! Hätten wir bloß noch die Segel oben!

Und auch am Felsen in Ringsön passt keine Maus mehr zwischen die Boote.



Also schlagen wir einen kleinen Haken in die große Bucht Västerfjärden, wo man wunderbar ankern kann. Da ist platz - vorläufig sind erst zwei Boote da. Wir liegen dicht unter Land, und in dem Wald kann man wunderbar spazieren gehen, wenn auf die Hundehaufen aufpasst.



Gegen 17:00 h sind aus den drei Booten 35 geworden, aber es ist nicht zu eng. Das passt hier.

Später ankert vor uns noch eine HR 44 mit zwei Leuten an Bord und einem Hund. Der Hund muss Gassi an Land, dazu wird das Beiboot klar gemacht. Das hängt an Davits und wird erst mal weggefiert. Dann wird der AB mittels Kran zum Boot heruntergelassen und dort montiert incl. Probelauf. Und dann, dann wird das Bootchen wieder elektrisch mit den Davits hochgezogen, der Hund steigt zu ebener Erde ein, wird wieder samt Boot weggefiert, dann kommt Herrchen, und dann geht's los. Selten so viel geschmunzelt. Maritimer Lifta für den Hund. Reisen bildet.
Nur das Beste wünscht
Anne

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rumpfgeschwindigkeit« (13. Juli 2019, 18:43)


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Montag, 15. Juli 2019, 17:55

Snedskär (once again)

Schöner, schöner Segeltag heute. Gestern Abend gab es noch einen herrlichen Sonnenuntergang in Ringsön.



Und dann ging's heute Morgen erst mal gaaanz vorsichtig los bei 2 m/s, dann immer mehr Wind und zum Schluss Brassfahrt bei 8 m/s. Wir wollen wieder nach Südwest, also den selben Weg zurück durch die engen Fahrwasser hier. Stendörren ist so eine Enge, da kommt es wirklich darauf an, dass man diesen Zick-Zack-Kurs, der dort erforderlich ist, auch anliegen kann. Konnten wir. Dieses Entenhäuschen mitten im Wasser ist übrigens keines, sondern das Stendörren-Leuchtfeuer.



Mit Leuchtfeuern nehmen die es hier in Sörmland sehr genau - an jeder Ecke steht eins. Die sind sogar beschriftet wie Bahnhöfe, weil sie alle gleich aussehen.



Der Wind nimmt nicht nur zu, sondern dreht auch immer so geschickt, dass wir fast die ganze Strecke als Anlieger fahren können. Ganze zwei Kreuzschläge sind nötig. Im Vorbeifahren ein Blick auf einen der typischen Uthamns der schwedischen Segelclubs, hier Broken:



Und wenig später ein Blick auf die Gegend, in der das Geld zum finanzieren der vielen Yachten verdient wird. Das Stahlwerk von Oxelösund.



Und von hier aus pures Schärensegeln bis Snedskär. Dort wollen wir uns verkriechen, denn die Wetterfrösche haben für morgen und übermorgen viel Regen angekündigt. Am Abend beim Clubhaus oben nettes Grillen mit zwei schwedischen Familien. Bei uns gibt's Schweinelendchen im Schinkenmantel mit Grillgemüse und Bratkartoffeln. Die Schweden erzählen, dass sie am liebsten nach Süden fahren, wenn's geht mindestens bis Bornholm. Stockholmer Gegend sei zu voll. Na ja, in der Saison, sonst ja nicht.
Nur das Beste wünscht
Anne

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Montag, 15. Juli 2019, 18:13

Immer noch Snedskär

Heute morgen ist es noch trocken. Vorsichtshalber die Kuchenbude aufgebaut, dann mit den vereinseigenen Fahrrädern über die kleine Fähre und über die Waldwege zum Haus einer jungen Familie gefahren, die viele Hühner haben, also auch viele Eier. Die mussten den Hühnern unter dem Hintern weggeklaut werden. Auf dem Rückweg noch ein paar Feldblumen gepflückt (sowas gibt's in Schweden), und dann rasch zurück. Es wurde schwarz im Westen.

"... die Wolken türmen sich zu Hauf, es regnet ohne Unterlass und alle ...", aber das hatten wir ja schon. Im Regen sieht unser Blumenstrauß besonders schön aus.



Und dann zur Sauna, Holz hacken, Feuer anzünden - urgemütlich. Aber das hatten wir ja auch schon.
Nur das Beste wünscht
Anne

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79

Gestern, 21:01

Vrangö (Yxnö)

Gestern hatten wir noch viele nette Gespräche mit anderen Seglern im Hafen. Alle duckten sich unter dem Dauerregen, keiner wollte weiter. Ganz anders heute.

So, jetzt aber los. Heute soll's nicht regnen. Trotzdem ist alles grisegrau unter einer geschlossenen schwarzen Wolkendecke - eklig. Ich erspare mir Fotos. Wir müssen auch noch Diesel tanken und Wasser, das dauert. Deswegen kurzes Etappenziel: Vrangö. Ist nur 10 sm weg. Es geht gleich östlich Arkösund wieder nach Südwest in einen breiten, tiefen Sund. Kann man gut segeln. Hier geht's nach Mem und zum Göta-Kanal. Keine Angst, da fahren wir nicht hin. Unsere Ankerbucht liegt an der Nordseite der Insel Yxnö. Sie ist sehr gut geschützt gegen alle Windrichtungen, aber das brauchen wir nicht. Der Wind schläft komplett ein.

Und dann - große Überraschung - reißen die Wolken doch auf und es gibt eine herrliche Abendsonne.

Nur das Beste wünscht
Anne

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