Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Bob 57

1. Foren-Smutje mit Band und Bootsmannspfeife

Beiträge: 1 253

Wohnort: Walsrode

Schiffsname: Nathurn

Bootstyp: Leisure 23

Heimathafen: Fedderwardersiel

  • Nachricht senden

21

Freitag, 14. Juni 2019, 10:03

@Lutze:

Nun lass dich man von dem Jürgen nicht ins Bockshorn jagen.
@Lütje Hörn:
Der Sand ist ja nicht vom Himmel gefallen - jedenfalls nicht so viel, sondern mit dem Flutstrom eingeschwemmt worden. Was der Flutstrom kann können die Pumpen des Räumbootes schon lange. Außerdem ist da soviel raus gekommen, dass kann nicht alles "Schlammiguri" gewesen sein. Wenn doch, verstehe ich die Katastrophenbilder der Kielyachten nicht. Die hätten dann ja gut einsinken können. :P

Gruß Martin


Moin Martin,

als forstlicher Bodenkundler kann ich dazu was sagen, denn Sand verhält sich überall gleich:

Mit auflaufendem Wasser werden Sand - und Schlickanteile in den Hafen gespült. Da die Sandpartikel aber deutlich schwerer sind als die Schlickanteile, werden sie, gefördert durch die dauerhaften Wasserbewegungen, unter den Schlickpartikeln abgesetzt.
Im Prinzip das gleiche, was ein Goldsucher mit dem Waschteller macht.
Auf Grund des auf die zunehmend mächtiger werdende Sandschicht wirkenden Druckes wird die Sandschicht mit der Zeit verdichtet.
Gleichzeitig sacken die im Schlick vorhandenen Kalkpartikel in die obere Sandschicht ab und binden mit ihr ab, es entsteht eine vergleichsweise sehr feste und zunehmend tragfähige obere Sandschicht.

Für die Hafenbetreiber ist das insofern wichtig.
Wird regelmäßig gespült, dann wird die noch nicht völlig verdichtete obere Sandschicht immer wieder aufgerissen, die Kielboote können einsacken.
Wird nicht ausreichend oft gespült, dann ist der obere Sand soweit verdichtet, dass gebaggert werden muss. Strenggenommen würde es dabei reichen, diese obere Sandschicht abzutragen, unmittelbar danach könnte wieder gespült werden.

Und damit erklärt sich auch die bei oberflächlicher Betrachtung kaum glaubhafte Aussage des "Hafenmeisters". Die Jungs haben bei ihrer Spülerei entweder einfach Glück gehabt oder hatten jemanden dabei, der sich mit der Sache auskennt.

PS. Kleiner Nachsatz zum Injektinsverfahren
http://www.htg-baggergut.de/Downloads/BUP8_WID.PDF
Gruß vom Bob

Tief und süß der Seemann pennt,
ist er von seiner Frau getrennt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bob 57« (14. Juni 2019, 10:25)


22

Freitag, 14. Juni 2019, 19:42

@Lütje Hörn:
Moin Jürgen, ich schätze mal du wirst den Neueintrag messen.

@Bob 57:
Danke Bob für deine Ausführungen. Die Ergebnisse aus dem Baggergutuntersuchungsprogramm hatte ich auch gefunden. Auf Seite 3 steht z.B. das auch Sand durch das Wasserinjektionsverfahren verspült werden kann. Geht nicht soo gut aber es geht. Je grobkörniger umso schwieriger.
Die Räumung wurde durch das Räumboot "Utlandshörn" des NLWKN durchgeführt. In früheren Jahren wurde der Hafen geeggt.

Mich würde noch interessieren wie lange es dauert bis sich der Boden durch Kalkablagerungen soweit verdichtet, dass da mit dem Wasserinjektionsverfahren nichts mehr zu machen ist.
Gruß Martin

Bob 57

1. Foren-Smutje mit Band und Bootsmannspfeife

Beiträge: 1 253

Wohnort: Walsrode

Schiffsname: Nathurn

Bootstyp: Leisure 23

Heimathafen: Fedderwardersiel

  • Nachricht senden

23

Freitag, 14. Juni 2019, 22:13

Da gibts keine Regel, da das von zu vielen Parametern abhängig ist, so z.B. vom einwirkenden Druck, dem Kalkanteil im eingespülten Schlick usw.

Wenn wir unseren Wald kalken, bleibt gel. mal etwas beim Umschlagplatz liegen. Nach zwei bis drei Jahren kann man mit dem Trecker drüber fahren, ohne dass etwas bricht. Da wir mit 3 % Phosphoranteil kalken, der bekanntlich hygroskopisch ist, bleibt der Feuchteanteil in den Kalkresten rel. hoch; bei reinem Kalk dürfte es vermutlich schneller gehen.

Beim Injektionsverfahren kann man aber ja die verdichtete Schicht im Zweifelsfall durchstossen oder aufreissen, also müsste das eigentlich immer funktionieren.
Gruß vom Bob

Tief und süß der Seemann pennt,
ist er von seiner Frau getrennt.

24

Samstag, 15. Juni 2019, 20:06

@Bob 57:
Danke Bob. Daraus folgere ich mal ganz verwegen, dass es sich im Watt bzw. in den Watthäfen um Muschelkalk ohne Phosphoranteil handelt, der durch neue Einlagerungen und durch die trockenfallenden Boote schnell zum verdichten beiträgt. Aber es ist kein Problem, wenn nächstes Jahr wieder entsprechend Injektionsgespült wird.

Gruß Martin

pf

SF-Schiffsbarde

Beiträge: 5 354

Schiffsname: Boundless

Bootstyp: Deltania 27 (Viko 27DS, Navikom Werft PL)

Heimathafen: Lemmer, de Brekken

  • Nachricht senden

25

Mittwoch, 10. Juli 2019, 22:08

Darf ich mal nachfragen, wie die Passagezeiten in den Hafen Juist sind? Ab J10 (aktueller NV.Atlas Ostfriesland DE13 aus 2019) fängt das Juister Wattfahrwasser ja an und ist mit maximal -1,8/-1,9 angegeben. Bei einer Tide von 2,8 m (die ich woh nicht im Atlas finde? Oder habe ich da was übersehen?) wäre ja bei Hochwasser nur 1 m Wasserstand. Das deckt sich hier mit dem Thread aber nicht so ganz. Oder hab ich einen Denkfehler?

Denn dann wäre die Strecke Borkum-Juist mit ca. 14 sm, aber dem ersten Wattenhoch direkt beim Borkumer Wattfahrwasser kaum zu schaffen... Man müsste ja zwei Stunden vor Hochwasser Borkum raus, um dann knapp über das Borkumer Wattfahrwasser zu kommen (am Ende laut Karte mit -2,3 m angegeben!), wenn das überhaupt zu schaffen ist mit den Tiefen von -1,8 bis -2,3m.

Wir haben Schwertboot mit theoretischem Tiefgang 0,35 - 1,4 m, realistisch ohne Wellen mindestens 0,5 m.

Vielen Dank.
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


www.sy-boundless.net

Beiträge: 595

Schiffsname: Neline

Bootstyp: Breehorn 37

Heimathafen: Jemgum

Im Marktplatz: 1

  • Nachricht senden

26

Mittwoch, 10. Juli 2019, 22:23

Aus eigenem Hörensagen: Mit <1,4m TG und normaler Tide kommst du (mit guten Nerven) in einem Rutsch von Borkum übers Borkumer Watt nach Juist. Mit deinem Schwertboot bei den üblichen Westwinden also kein Problem.

Da ich 1,6m TG hab, geh ich da nicht mehr rüber sondern nehme die Osterems.

Grüße
ruhrpottsegler

27

Donnerstag, 11. Juli 2019, 14:17

@pf:
Darf ich mal nachfragen, wie die Passagezeiten in den Hafen Juist sind? Ab J10 (aktueller NV.Atlas Ostfriesland DE13 aus 2019) fängt das Juister Wattfahrwasser ja an und ist mit maximal -1,8/-1,9 angegeben. Bei einer Tide von 2,8 m (die ich woh nicht im Atlas finde? Oder habe ich da was übersehen?) wäre ja bei Hochwasser nur 1 m Wasserstand. Das deckt sich hier mit dem Thread aber nicht so ganz. Oder hab ich einen Denkfehler?

Gehen wir mal von deinen 2,8m Tidenhub aus, dann steht bei -1,8 dort 1,60m Wasser. Die Tiefenangaben in der Karte beziehen sich auf SKN (Seekartennull). SKN liegt in dem Bereich bei 0,6m, die musst du noch dazu rechnen.

Tatsächlich liegt der mittlere Tidenhub dort aber eher bei 2,5m und die geringste Tiefe liegt eher bei -1,2 m. Daraus ergibt sich dann 2,5-1,2+0,6= 1,90m. Oder du rechnest mit dem mittleren HW. Das liegt dort, bezogen auf SKN bei 3,1m. Also 3,1m - 1,2m = 1,90m Wassertiefe.
Die Angaben über Tidenhub, SKN, mittleres HW findest du im Tidenkalender. Die Tiefenangaben aus der Seekarte oder am besten aus den aktuellsten Peilplänen. Meine geringste Tiefe von -1,2m stammt aus diesem Peilplan .

Das ganze kannst du dann noch mal bei wattsegler.de und bei wattenschipper.de abgleichen.

Gruß Martin

pf

SF-Schiffsbarde

Beiträge: 5 354

Schiffsname: Boundless

Bootstyp: Deltania 27 (Viko 27DS, Navikom Werft PL)

Heimathafen: Lemmer, de Brekken

  • Nachricht senden

28

Donnerstag, 11. Juli 2019, 21:38

@mde:

Vielen Dank für die ausführlich Antwort. Ich merke auch aus der Antwort von Brynja aus dem anderen thread dass ich mit einer Karte kaum etwas anfangen kann... Nach dem NVAntlas ist Kartennull eigentlich LAT. Darauf sollte nach meiner Kenntnis nur noch die Höhe der Gezeit kommen, dort 2,8 m, nach anderer Internetquelle in Juist am 03.09. 3,1 m. Da scheint dann die Theorie ins Leere zu laufen...

Ich werde also auch hier diverse Internetquellen anzapfen, was ja nicht schlecht ist, aber unterwegs oft mangels Verbindung/Display o.ä.m. nicht geht.

Deine Hinweise und die von Brynja geben mir aber die Überlegung auf, ob ich nicht noch zwischendurch schaffe, nach Joure zu segeln und dort eine Stakstange zu kaufen. Dann kann ich unterwegs selbst die Wassertiefe messen, einfach so aus Interesse. Hab ich ja schon öfter bei Plattis im Watt gesehen. Scheint also durchaus "normal" zu sein.
...und nur wer wagt, gewinnt das Leben...

Peter


www.sy-boundless.net

29

Freitag, 12. Juli 2019, 09:02

@pf:
Nach dem NVAntlas ist Kartennull eigentlich LAT.

Das SKN bezieht sich seit Jahren auf LAT (Lowest Astronomical Tide). Rechne man so wie ich es beschrieben habe. Das passt schon. Mal davon abgesehen, dass sich sowieso alles ständig ändert.

Gruß Martin

Fegerlein

Offizier

Beiträge: 490

Wohnort: Dortmund

Bootstyp: Sun Odyssey 389

Heimathafen: Koudum

  • Nachricht senden

30

Freitag, 12. Juli 2019, 16:23

Hallo Peter,
ich fotografiere mir immer aktuell die Tiefen und habe sie dann auf dem I PAD und auch ohne Netz greifbar. Habe dir mal ein aktuelles Foto von Wattenschipper.de angehängt.
»Fegerlein« hat folgende Datei angehängt:

Brynja

Salzbuckel

Beiträge: 3 525

Wohnort: OWL

Schiffsname: Brynja

  • Nachricht senden

31

Freitag, 12. Juli 2019, 17:13

@mde:

Vielen Dank für die ausführlich Antwort. Ich merke auch aus der Antwort von Brynja aus dem anderen thread dass ich mit einer Karte kaum etwas anfangen kann... Nach dem NVAntlas ist Kartennull eigentlich LAT. Darauf sollte nach meiner Kenntnis nur noch die Höhe der Gezeit kommen, dort 2,8 m, nach anderer Internetquelle in Juist am 03.09. 3,1 m. Da scheint dann die Theorie ins Leere zu laufen...

Ich werde also auch hier diverse Internetquellen anzapfen, was ja nicht schlecht ist, aber unterwegs oft mangels Verbindung/Display o.ä.m. nicht geht.

Deine Hinweise und die von Brynja geben mir aber die Überlegung auf, ob ich nicht noch zwischendurch schaffe, nach Joure zu segeln und dort eine Stakstange zu kaufen. Dann kann ich unterwegs selbst die Wassertiefe messen, einfach so aus Interesse. Hab ich ja schon öfter bei Plattis im Watt gesehen. Scheint also durchaus "normal" zu sein.

@mde:

Vielen Dank für die ausführlich Antwort. Ich merke auch aus der Antwort von Brynja aus dem anderen thread dass ich mit einer Karte kaum etwas anfangen kann... Nach dem NVAntlas ist Kartennull eigentlich LAT. Darauf sollte nach meiner Kenntnis nur noch die Höhe der Gezeit kommen, dort 2,8 m, nach anderer Internetquelle in Juist am 03.09. 3,1 m. Da scheint dann die Theorie ins Leere zu laufen...

Ich werde also auch hier diverse Internetquellen anzapfen, was ja nicht schlecht ist, aber unterwegs oft mangels Verbindung/Display o.ä.m. nicht geht.

Deine Hinweise und die von Brynja geben mir aber die Überlegung auf, ob ich nicht noch zwischendurch schaffe, nach Joure zu segeln und dort eine Stakstange zu kaufen. Dann kann ich unterwegs selbst die Wassertiefe messen, einfach so aus Interesse. Hab ich ja schon öfter bei Plattis im Watt gesehen. Scheint also durchaus "normal" zu sein.

Bei deinem (Nicht-) Tiefgang reicht doch fast der Stiel des Handfegers.
Diese Stakstangen sind arg lang und unhandlich, gerade für ein kleines Boot. Bis etwa 1.20 oder 1.00 sind gängige Echolote gut genug. Du hast ja dann noch einen halben Meter Reserve. Markierter Bootshaken ist auch nützlich, um vor dem Trockenfallen festzustellen, ob man eben oder auf einer Kante zu liegen kommt.
Gruß, Frank


BLogbuch: https://sybrynja.wordpress.com/

Ähnliche Themen

Counter:

Gezählt seit: 4. Februar 2014, 08:39, nur eingeloggte Mitglieder
 Zugriffe:   Hits heute: 1 305   Hits gestern: 6 218   Hits Tagesrekord: 6 218   Hits gesamt: 4 675 498   Hits pro Tag: 2 343,3 
 Seitenaufrufe:   Klicks heute: 9 260   Klicks gestern: 38 926   Klicks Tagesrekord: 154 353   Klicks gesamt: 37 141 726   Klicks pro Tag: 18 615 

Kontrollzentrum

Sailsquare

Mitsegler finden bei Sailssquare