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Fahrtenskipper

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  • »Fahrtenskipper« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 21. Oktober 2019, 13:34

Auf nach Albion!

Moin,

nach meinen Törns in's Baltikum ( Baltikum 2015 - wer ist auch unterwegs? ) und Skandinavien ( Kattegat & Skagerrak 2018 - wer ist auch unterwegs? ) heißt es nun auch für mich:

Auf nach Albion!

Geplant ist ein Trip "Round UK/GB", unter ähnlichen Voraussetzungen für mich wie 2015/ 2018, also: Charterboot & 6 Wochen Zeit! Glücklicherweise greift hier die Routine nicht, das Revier ist so anders, daß mein Vorhaben eine entsprechende Vorbereitung erfordert. Gut so, denn das macht ja gerade den Reiz der Sache aus:

- Die Auseinandersetzung mit dem klassischen Tidenrevier schlechthin
- Die Frage nach einem geeigneten Vercharterer

Alle im Forum, von denen ich weiß, daß sie mal dort waren, sind wohlbehalten zurück und haben hier ihre Eindrücke in Wort und Bild hinterlassen. Gut so, denn die Berichte sind ebenso unterhaltsam wie informativ. Dennoch stellen sich für mich einige "spezielle Fragen", denen es nachzugehen gilt, z.B.:

- Warum nehmen die meisten (gefühlt Alle!) die Abkürzung durch den Kaledonischen Kanal? Landschaftlich ist der zugegeben reizvoll - tatsächlich aber kennt man die Location i. d. R. schon von einem früheren Schottland-Urlaub und die Aussicht auf episches Schleusen weckt auch nicht gerade große Lustgefühle in mir, zumal ich etappenweise wohl wieder einhand unterwegs sein werde. Ich fände den "Umweg" über die Orkneys und äußeren Herbriden spannender, würde den Kanal aber in jedem Fall als Alternative in meine Planung einbeziehen.

- Segeln im Tidenrevier ist für mich praktisch neu, da werde ich wohl mal zur Vorbereitung an einem mehrtägigen "Schnüffeltörn" von Holland nach England und zurück teilnehmen (Enjoy Sailing in Lemmer bieten so etwas in der Nebensaison an) und mich in die einschlägige Literatur vertiefen. Welches Werk ist hier - auch zur Vorbereitung - noch besonders hilfreich? Der Reeds Nautical Almanac oder der Reeds Channel Almanac - oder gar beide? Teuer, teuer. Vielleicht hat hier ja jemand ein älteres Exemplar, daß er mir für angemessen wenig Geld und den ersten Einblick hinterläßt?

- Charterunternehmen gibt es gefühlt wie Sand am Meer, doch auf der Insel? Die wenigen Vercharterer, die sich finden, haben in der Regel ältere Boote (i. d. Regel 20 Jahre und mehr) im Angebot, was für einen verwöhnten 1.-Klasse-Yachten-Ostsee-Charterer wie mich eher zweitklassig oder zumindest gewöhnungsbedürftig ist. Denkbar wäre natürlich auch das Chartern in einem Nachbarland wie Frankreich, Belgien, Niederlande oder auch Irland. Hat hier schon mal jemand Erfahrungen gemacht? Leider weiß ich, daß einige Vercharterer am Ijsselmeer Klauseln in ihren Verträgen haben, die das Revier stark einschränken bzw. wo England als Ziel explizit excludiert wird.


Mein Thread wird hier nicht alles klären können, aber vielleicht die ein- oder andere Frage beantworten - oder neu aufwerfen.


Ich freue mich über jede Anregung und sage schon mal "Danke" vorab! ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fahrtenskipper« (21. Oktober 2019, 14:14)


2

Montag, 21. Oktober 2019, 16:05

Warum nehmen die meisten (gefühlt Alle!) die Abkürzung durch den Kaledonischen Kanal

weil die Herausforderung deutlich größer ist, als ohnehin bis zum Caledonien Canal. Es gibt kaum Häfen an der langen Westküste, bei meistens westlichen Stürmen
Frag mal Andreas (OE32), er brauchte den 2. Anlauf.
Andere habe ich im Canal wiedergetroffen, die umgekehrt sind. Zeitdruck ist wohl das Problem.
:rolleyes: Uwe

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3

Montag, 21. Oktober 2019, 16:42

Bluemoon meinte vermutlich die Ostküste, an der es kaum Häfen gibt, und manche kann man nur bei passender Tide anlaufen; wenn man dann auslaufen will, läuft die Tide in die falsche Richtung, usw.. Also sehr schwierig mit dem sonst üblichen Porthopping.

Ich kenne GB-Rundumsegler, die deshalb gleich vom Westausgang Limfjord nach Edinburgh gesegelt sind.

Ich fuhr von Bergen nach Lerwick und dann nach Inverness, zur Einfahrt in den Caledonian-Canal, obwohl es auf den ersten Blick einfacher gewesen wäre, nördlich um Schottland herum zu segeln. Gründe: den Caledonia-Canal zu befahren ist ein Erlebnis, die Landschaft interessant, zwischendurch kann man die Lochs besegeln, aber vor allem:

oben um Schottland herum sind die Tidenströme besonders hart, dann noch bei Westwindlage gegenan, mit Strom gegen Wind: das gibt Overfalls und Stromwirbel, in denen ein kleines Segelboot nicht stecken sollte (mit klein meine ich bis 50 Fuß). Außerdem ist man beim Westausgang des Caledonian Canals gleich im besten Segelgebiet Schottlands, den inneren Hebriden. Mein Tipp: gleich dort chartern und dort sechs Wochen segeln, mal nach Belfast rüber, nach Stornaway, alles super.

Aber warum Dich die 50 € für den jährlich zu kaufenden Reeds Nautical Almanac stören, verstehe ich nicht: Verglichen mit den sonstigen Kosten für ein Boot oder die Chartergebühren sind das nun wirklich Peanuts, und der Reeds ist die Bibel! Da hat man alles, was man täglich braucht, Tidenkalender, Strömungen, Hafenpläne, Revierhinweise...

Handbreit, Skokiaan

4

Montag, 21. Oktober 2019, 17:05

Bluemoon meinte vermutlich die Ostküste
nein, meinte er nicht :tatsch:
:rolleyes: Uwe

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5

Montag, 21. Oktober 2019, 17:48

@bluemoon: Dann meintest Du die Westküste von Schottland ganz oben, nördlich von Ullapool? Richtig, aber es gibt dort immerhin lange tiefe Buchten zum Ankern, dito an der Nordseite Schottlands. Muss man mögen und sich darauf einstellen: Viel Natur, aber kaum Versorgungsmöglichkeiten. Einkäufe,Frischwasser und Diesel mit Beiboot holen, statt Warmduschen per Badeleiter in den kalten Atlantik, elektrischen Strom per Landkabel kannste vergessen.

Aber ebenso richtig ist doch meine Aussage zu den Tidenströmen zwischen Schottland und Orkneys. Eher abschreckend.

Meine Aussage bezog sich auf die Ostküste Englands, die auch nicht einladend ist.

Handbreit, Skokiaan

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6

Montag, 21. Oktober 2019, 19:18

Man kann ja mal ganz schlicht überlegen, wie das passende Wetter für die Fahrt "oben rum" aussehen muss, wenn man da mit einer handelsüblichen Segelyacht unterwegs sein möchte.
Und dann per Wetterkarte oder Windy das reale Wetter daraufhin beobachten, wie oft es das passende Wetterfenster gibt.
Und dann überlegen, ob man die Zeit mitbringen wird, darauf zu warten.
Wenn dann die Zeit durch Urlaub und die Charterfrist abläuft, ist das blöd.
Letzlich ist es schlicht eine Frage der verfügbaren Zeit und der Geduld. Wenn wochenlang eine Zyklone nach der anderen im Nordatlantik entsteht, ist das für die Gegend da oben Mist.
Mal abgesehen von der Frage, welches Charter-Unternehmen es überhaupt erlaubt, mit seinen Booten da oben rumzufahren...

Zum Reeds: in der Tat, das ist die Bibel, und tidenmäßig steht da alles drin, was man braucht. Kann man sich anhand eines älteren Exemplares schon mal gut einarbeiten. Der Preis ist nun wirklich nicht relevant.
Die Stromkarten im Reeds sind allerdings recht winzig und grob, für kritische Gegenden würde ich doch eher die richtigen Stromkarten der Admiralty nehmen.
Gruß
F28

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7

Montag, 21. Oktober 2019, 21:34

Aus den von F28 geschilderten Gründen meinte ich ja, gleich in Schottland chartern. Die durchziehenden Tiefs sind dort garnicht so schlimm, weil die vielen Inseln, aber vor allem die äußeren Hebriden wie Wellenbrecher wirken und man immer irgendwo ein sicheres Plätzchen findet bzw. auch bei viel Wind segeln kann.

Handbreit, Skokiaan

Fahrtenskipper

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8

Dienstag, 22. Oktober 2019, 09:36

Mon Dieu - Danke für das anregende Feedback bisher!

Die geschilderten Bedingungen legen nahe, den Ausgangspunkt des Törns genauer zu bedenken - es sollte ein Ort sein, der die meisten Optionen offen hält, gerade, wenn man mit einem Zeitlimit unterwegs ist. "Planen" bedeutet beim Segeln ohnehin meist eher das Ausloten von Alternativen als die Suche nach dem einen, dem optimalen Weg. Vielleicht hat das Chartern ja in diesem Zusammenhang wirklich Vorteile. So würde es tatsächlich Sinn machen, den Startpunkt meines Vorhabens - Round UK - irgendwo bei den Inneren Herbriden zu suchen. Von dort aus hätte man die Möglichkeit, die Unternehmung nordwärts bzw. südwärts herum zu starten. Der Kaledonische Kanal wäre dann auf der Ostseite immer eine Alternative, um sicher und zeitnah zum Ausgangspunkt zurückzukehren, sollte es aus bestimmten Gründen (mal) nicht passen. Zudem hat das Revier zwischen Schottland und Irland an sich schon einiges zu bieten - von den Destillerien mal abgesehen ;)

Ohne das Studieren der dort vorherrschenden Verhältnisse wird's nicht gehen - um den "Reeds" werde ich wohl bereits in der Vorbereitung nicht herumkommen ...

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