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34fuss

Offizier

  • »34fuss« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 485

Schiffsname: GOTLAND

Bootstyp: HR 34

Heimathafen: Lubmin

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1

Dienstag, 21. November 2017, 13:03

Sankt Petersburg - welche Formalitäten?

Hallo,

mein Ziel für den Sommer 2018 könnte Sant Petersburg werden. Beim Besuch der anderen Ostsee-Anlieger gabs Dank Schengen keinen Papierkrieg mehr, aber mit Russland ist das wohl anders...

Meine Fragen sind:

* Welche Papiere muss ich mitführen?
* Wie läuft das Ein/Ausklarieren ab?
* Was gibt es sonst noch zu beachten?

CarstenWL

Kapitän

Beiträge: 647

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Bootstyp: Nissen 41

Heimathafen: Laboe

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2

Dienstag, 21. November 2017, 13:16

... wollten wir in 2016 auch hin, passte wegen Wind am Anfang leider überhaupt nicht ... Sind dann in den Ostschären Schwedens hängengeblieben.

Du brauchst ein Visum. Ist vorher zu beantragen und dann für 29 Nächte gültig. Für das Visum benötigst Du eine Einladung ... Ich habe das über vladimir (att) sailrussia.spb.ru erledigt Vladimir ist SEHR hilfsbereit und wird in verschiedenen Foren immer wieder empfohlen.

Das Visum hatte ich dann über einen Dienstleister in Hamburg beantragt (dann brauchst Du nicht 2x zur Botschaft). Wenn ich es nochmal machen wollte würde ich das Visum erst beantragen wenn ich schon in der Nähe bin (Finnland ...).

Ob man(n) es mit dem eigenen Boot überhaupt machen soll, darüber gibt es unterschiedliche Erfahrungen.

Gruß

Carsten

PS: Hier noch weitere Infos aus einer Mail von Vladimir:

Hi Carsten,

Thank you for the message. It is good to have heard you are still planning
to visit St.Petersburg.

To start with you will need to get your visa invitation papers - a Voucher
and a Confirmation, to apply for your visas at the Russian
Embassy/Consulate.

To arrange with the papers I need to know the following:

1. Dates of the Visit(earliest arrival-latest departure); 2. Full
Names(according to passports); 3. Dates of Birth; 4. Passport Numbers; 5.
Nationality;

To arrange the arrival/departure formalities and make a berth reservation I
need to know the following:

1. Boat`s name; 2. LOA, Breadth, Draft; 3. Registration number; 4. Colour of
the Hull; 5. Number on Sail(if any); 6. Call Sign; 7. Engine Type and
Number; 8.Home Port.

A scanned copy of your boat certificate of registry sent via email can
significantly shorten the customs procedure on arrival.

It would be useful to have your mobile number so I could contact you on
arrival if any urgent need arises.
The invitation fee is 30Euro per person.

My mobile phone
+7 (921)xxxxxx. I would appreciate if you could phone/SMS me before
crossing the border to suggest the time and place of crossing. It would also
be practical if you could give me a call when approaching Kronshtadt.

Looking forward to your comments,

Regards,

Vladimir

SKOKIAAN

Seebär

Beiträge: 1 124

Wohnort: Berlin

Schiffsname: SKOKIAAN

Bootstyp: Moody Eclipse 33

Heimathafen: Dintelmond

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3

Dienstag, 21. November 2017, 14:12

Vor drei Jahren habe ich in Tallin einen deutschen Segler getroffen, der mit seinem Boot aus St.Petersburg kam.

Er hat davon abgeraten, wegen der hohen Kosten für Visa (auch fürs Boot), wegen des ganzen Bürokratismus (u.a. kommen die russischen Kontrolleure unterwegs mit Nagelstiefeln an Bord), aber vor allem aus folgendem Grund:

Man muss ab der finnischen Grenze ohne Halt bis St. Petersburg durchsegeln. Das sind ungefähr 100 sm. Hinwärts, also nach Osten, mag das bei Westwindlage noch angehen. Auf dem Rückweg kann das lange dauern beim Aufkreuzen. Man darf nicht unterwegs in einer Bucht ankern! Wird alles scharf kontrolliert!

Außerdem sei die Marina in St. Petersburg sauteuer, und es gebe trotz der Zäune Sicherheitsprobleme. Er empfahl von Finnland aus mit einem Tagesvisum auf einem Tragflächenboot nach St. Petersburg zu fahren.

Ich empfehle eine Dreitagesreise mit dem Flieger und Touristenvisum. Und bis kurz vor die russische Grenze zu segeln, dort ist es wunderschön, sehr ruhig, trifft auf keinenTouristen, die Finnen sind nett, der Hafenmeister sucht extra eine deutsche Flagge, alles schön. Aber nicht nach Russland segeln.

Handbreit, Skokiaan

4

Dienstag, 21. November 2017, 14:33

Du sprichst mir aus der Seele.

Ich finde St. Petersburg toll.

Aber ich würde da auch nicht mehr hinsegeln.
Allein schon weil die finnische Südküste soooo schön ist.

Wenn dann doch mit der Visa-Agentur in Hamburg und einem lokalen Agenten zusammenarbeiten.

Die Kreuzer-Abteilung (und ich) empfehlen Tatjana Bykowa.

Ohne jemanden der die Zoll-Mädels auf der Lohnliste hat, wird das meist nix einfaches.
Stadtführung etc gab noch dazu.

Ausklarieren in Finnland: der Zöllner kannte das nicht. Habe ihn gebeten einfach die Crewliste zu stempeln.

Einklarieren in Russland: aufwendig und dauert. Da kann schon ein Tag drauf gehen...



Fahrt von Finnland nach Kronstadt: spannend. Ein VTG voller Schiffe. Da muss man durch. Die Hafeneinfahrt von Rotterdam ist Kindergeburtstag dagegen.
Dan zig SM durch Kronstadt und den See-Kanal. Links riesige Schiffe (ca 5 m entfernt), rechts untief (ca 5 m entfernt). Und das nach 20h gegenan....



Wer noch nicht weiss ob er mal nach...
Gruß
der Michael

5

Dienstag, 21. November 2017, 17:44

Achte bei der Beantragung des Visa darauf , dass es für " mehrere Einreisen " ausgestellt wird .
Sonst ist es sofort ungültig , wenn Du auch nur ein mal den Hafen verläßt . Der Zeitraum oder die
Anzahl der Tage ist dabei egal . Wenn da steht für -1- Einreise , dann ist es auch nur für 1 Einreise .
Kostet nichts mehr .

Außerdem eine Crewliste , auch wenn Du alleine an Bord bist . Halte fünf Exemplare vor .
Einer bei uns aus dem Verein wußte zu berichten , dass man sich bis zu 7 Stunden vorher über Funk
anmelden soll . Außerdem muß man den Yachthafen angeben , in dem man liegen möchte . Späteres umlegen
ist nicht möglich .

Diese Info ist 2 Jahre alt .

CarstenWL

Kapitän

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Heimathafen: Laboe

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6

Dienstag, 21. November 2017, 17:59

Zitat

Achte bei der Beantragung des Visa darauf , dass es für " mehrere Einreisen " ausgestellt wird .


... mehrmalige Einreisen sind mit einem Touristenvisa NICHT möglich.

---
Es gibt folgende Arten von Touristenvisa:

einmalige Einreise (max. Aufenthaltsdauer: 30 Tage)
zweimalige Einreise (max. Aufenthaltsdauer: insgesamt 30 Tage)

Hinweis:

Das zweifache Touristenvisum wird nur ausgestellt, wenn zwischen den beiden Einreisen eine Reise mit einem touristischen Zweck in ein an Russland angrenzendes Land vorgesehen ist und in den Antragsunterlagen ein entsprechender Vermerk vorgenommen ist.

Gruß

Carsten

Beiträge: 212

Schiffsname: LULU

Bootstyp: Moody 34

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7

Dienstag, 21. November 2017, 20:41

Eine Reise mit dem Schiff nach Russland geht ganz einfach
ohne Probleme, wenn man die Regeln einhält.


Die nötigen Papiere und die Regeln beachten. RUSSLAND MACHT
DIE REGELN NICHT DIE EINREISENDEN SEGLER.


Also Visum für mehrere Einreisen. Einladung besorgen.


Genügend Kopien Pass, Flaggenzertifikat, Führerschein, Crewliste (würde
15 Kopien machen…kostet ja nicht viel).


INF3 beim deutschen Zollamt besorgen.


Bei Ausreise aus der EU ausklarieren und bei Rückkehr
einklarieren.


In Russland nur bei Tageslicht Segeln. Bei Eintritt in die
Russischen Hoheitsgewässer Traffic Control anrufen und um Genehmigung für die
Einreise fragen, sollte keine Antwort kommen, dann nochmal an der Ansteuertonne
das Gleiche „ We would like to get permission to enter Russian Waters“. Dann
kommt von Russischer Seite die normale Prozedure: How many people on board,
flag of vessel etc. Die Russen sprechen einwandfreies Englisch.

Immer um Genehmigung fragen...


Es wird einem eine Anlegestelle zur Passkontrolle etc.
zugewiesen. Während der Fahrt wird nochmal die Position abgefragt.


Bei Ankunft steht dann die Grenzpolizei und Zoll in
Warteposition. Die ganzen Formalitäten dauern vielleicht 20 Minuten am Anfang
der normale Russische Kommando Ton, aber nach erledigter Prozedur sind das
super freundliche Menschen


Der Zöllner braucht für sein Formular die Hubraumgröße des
Motors und Motornummer. Auch er will seinen Satz Kopien.


Man kann es natürlich anders machen.


Fährt in den Kriegshafen ohne vorher per Funk angefragt zu
haben, hisst die Polnische Gastlandflagge. Die Russen schicken dann ein Riesen
Schiff und der Wellenschlag ist nicht zu verachten…die Abfertigung dauert dann
mehr als 4 Stunden….wie blöd muss man sein…und das sind dann die Leute die sich
hier aufregen….
Aus/ Einklarieren aus der EU nicht vergessen sowie das Ausklarieren in Russland.
Gute Reise.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »ocean sailor« (21. November 2017, 21:25)


SKOKIAAN

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8

Dienstag, 21. November 2017, 21:38

Der Segler in Tallin, der mir von dem Törn nach St. Petersburg abgeraten hat, war vor seiner Pensionierung Kapitän auf einem Handelsschiff und hat mit dem mehrfach die Tour nach St. P. gemacht und wollte jetzt halt nochmal auf dem eigenen Segelboot in Ruhe dennTörn machen; der wußte also, auf was er sich einlässt. Und trotzdem, insgesamt gesehen, besser als Touri dorthin als auf eigenem Kiel. Denn sicherlich lohnt St. Petersburg eine Reise, nicht nur wegen der wundervollen Kunstsammlung in der Eremitage!

Natürlich sind die Russen nette Leute, habe ich auch so erlebt, aber der Formalismus und die Bürokratie sind wir halt nicht mehr gewöhnt.

Das Hauptproblem ist aber, wie oben schon erwähnt, dass man die Strecke in einem Rutsch fahren muss - und wie Du schreibst, auch noch bei Tageslicht. Wie soll man das schaffen? Bei rd. 100 Seemeilen?

Handbreit, Skokiaan

9

Mittwoch, 22. November 2017, 09:20

Falls du mich meinst: ich habe mich nicht über die Russen aufgeregt. Im Gegenteil. Die offiziellen waren alle sehr korrekt!

Dass das Einklarieren bei uns gedauert hat lag nicht an denen per se. Sondern an diversen Umständen.


Uns hat niemand krumm genommen dass wir:
- beim überfahren der Grenze erst auf den zigsten Funkspruch reagierten
- natürlich die ganze Nacht durch gesegelt sind (ging nicht anders)
- der Verkehrszentrale nicht auf Funkrufe geantwortet haben (unser Funk ging nur wenn er in der Sonne lag)
- an diversen Stellen im Hafen einfach anlegten (weil nicht wussten wohin) --ok da gabs mal ne bewaffnete Escorte--

Maximalen Ärger gab es als:
- ! ich eine Absperrung übertreten habe ! :zus(4): :zus(4): :zus(4): :zus(5): :zus(5): :zus(5): :erschrocken: :erschrocken: :erschrocken: :erschrocken:

Mach das nie!!
Gruß
der Michael

nils1906

Smutje

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10

Mittwoch, 22. November 2017, 09:28

Mein Tipp:
Segelt nach Helsinki. Von dort mit der Fähre nach
Petersburg. Soll sogar „Visa Frei“ sein.
Kosten für 3 Tage ca 400€.
Hier der Link:
http://www.skandinavische-reiseagentur.c…Petersburg.html
http://welcome-aboard.de/rubriken/faehre…land-19836.html

11

Mittwoch, 22. November 2017, 09:46

Mein Tipp:
Segelt nach Helsinki. Von dort mit der Fähre nach
Petersburg. Soll sogar „Visa Frei“ sein.
Kosten für 3 Tage ca 400€.
Hier der Link:
http://www.skandinavische-reiseagentur.c…Petersburg.html
http://welcome-aboard.de/rubriken/faehre…land-19836.html

Ich erweitere: ...die finnische Südküste bis kurz vor Russland und zurück...
Gruß
der Michael

34fuss

Offizier

  • »34fuss« ist der Autor dieses Themas

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12

Mittwoch, 22. November 2017, 13:22

Hallo,

ihr ermutigt mich nicht gerade :(
Werde nicht alleine fahren, Crew wahrsch. 4 Pers. Da der Zeitrahmen begrenzt ist wird wohl ab Tallinn durchgefahren, und zurück nach Helsinki. So die Planung - wenn das Wetter mitspielt.

Wie geht das mit dem Aus/Einklarieren?

13

Mittwoch, 22. November 2017, 15:38

Entmutigen war nicht die Intension. Es ist (m.E.) nicht etwa "schwierig". Mir ging es darum dass sich das (m.E.) nicht lohnt.


Bei uns:
Ausklarieren:
den letzten EU-Zöllner überredet die Crewliste zu stempeln.


Einklarieren:
Vorher Termin mit Tatjana abstimmen und pünktlich da sein.
Anlegen an dem vorher bestimmten Zollpier.
Warten auf Tatjana. (Möglicherweise kommt da schon eine Kontrolle an Bord durch die Zoll-Mädels)
Tatjana mit Bootspapieren, Pässen und Crewliste nachlatschen.

In einige Vordrucke die sie vom Zoll hat, malt man lustige kyrillische Zeichen aus dem Visa ab. (Antrag für Einreise?)
Das einmal für jede Person. Skipper und Boot klarieren sich so vorher schon ein.

Zollmädels und Tatjana diskutieren. Ab und zu fragt sie mich was. Nach den das paarmal so ging gehen 2 Zöllner dramaschwangeren Ganges zum Tresor, holen Lederetuis raus.
Die darin vorgehaltenen Stempel trommeln dann heftigst auf alle Papiere die die Zöllner zu fassen kriegen. Dazu wird noch drin rumgemalt....

Anschliessend kriegt man einen Sportboothafen zugeteilt (oder wars so bestellt?) der viel zu kleine Boxen hat. Der Scherriff (der mit dem größten Boot) will dann noch ein paar Euros erpressen (Ihr habt die Mooring, brauche Taucher...).

Wird nach entsprechendem Bericht an Tatjana von der zur Sau gemacht (sie freut sich auf diese Gelegenheit). Dann nauf zur Stadtführung mit Tatjanas Mann und Auto....

Wichtig: die Bootspapiere müssen den Eigentümer des Bootes zeigen. Bei Charterbooten der Chartervertrag.




Bei der Kreuzerabteilung gibts eine Broschüre für Russlandreisen.
Gruß
der Michael

schnatermann

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14

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 20:28

Sankt Petersburg - welche Formalitäten?

Hallo,
ich würde dich gerne ermutigen.
War in Königsberg und habe auch viele Bedenken gehört. Dann habe ich mir allein die Einladung besorgt (Hinweise findet man im Internet), weil ich auch persönlichen Kontakt suchte. Visum war kostenlos im Konsulat (auch allein gemacht) für zweimalige Einreise.
Ausklarierung in Polen klappte nicht (5.30 Uhr am Sonntag war für die Behörde zu früh, Antwort: gute Fahrt) in Königsberg Verwunderung, aber herzliches Willkommen! Formalitäten waren total locker, hat ein wenig gedauert, weil uralter Computer. Bei der Ausklarierung wollten wir wissen, wie wir zu fahren haben: Sagt bei Traffic, welche Route ihr nehmen wollt und dann ist es ok. So war's. Das Highlite der Reise!

Um so mehr hinfahren, um so besser, die Segelfreunde warten auf uns!
Gruß Schnatermann

SKOKIAAN

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15

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 00:17

Hallo @schnatermann:, das ist aber wohl neu, dass die Russen so entspannt sind. Früher wurde das Gegenteil berichtet, so dass ich einen weiten Bogen gefahren bin von Hel nach Klaipeda und nicht gewagt habe, Königsberg anzusteuern.

Aber umso besser, wenn sich das geändert hat, dann werde ich das auch mal probieren (in 2019, in 2018 erst noch einmal in die Bretagne).

Handbreit, Skokiaan

16

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 15:53

Je weiter man gen Osten kommt , um so weniger Segler aus dem Westen trifft man .
Liegt in der Natur der Sache . Gleiches gilt natürlich für die örtlichen Behörden .
Waren es früher alles Spiogenten die sich dem eigenen Lande näherten , sind es heute Segler ,
die ihr Geld im Gastland ausgeben wollen .
Dem steht natürlich - wie in jedem Land - die Verwaltung gegenüber , die in Friedenszeiten den Feind ersetzt .
Bis Befehle und Anordnungen dem aktuellen Stand der Dinge angepaßt sind , dauert es endlos .
Die Oberbedenkenträger gibt es überall .
Kommt noch die Sprache hinzu und schon macht man vorsichtshalber ein ernstes Gesicht und versteckt sich
vorsichtshalber hinter einem Befehl . Das wird bei den Russen nicht anders sein , als bei uns .
Und wir , am Ende der Kette , müssen halt ewig Papiere ausfüllen und Anträge stellen . Nervig aber normal .
Mein Sportsfreund aus unserem Club , der 84 Jahre alt ist , spricht ganz gut russisch und schon geht alles
mit eine Hände .
Wenn jeder Grenzer mehrere hundert Yachten abgefertigt hat , dann ist es ganz normal und geht denen auch
schneller von der Hand . Die Übung machts's dann .

schnatermann

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17

Freitag, 8. Dezember 2017, 22:51

SKOKIAAN
Ja, hatte ich auch gehört. Auch vor der Abreise (info der Kreuzerabteilung, Agentur für die Organisation beauftragen). Ich habe mich für die Reiseplanung von dem Buch von Christoph Neidhart "Die Ostsee. Das Meer in unserer Mitte" leiten lassen und da gehörte Königsberg einfach dazu. Wollte auch Kontakte zu den Einheimischen und -Seglern, darum alles selbst organisiert. Ich kann es nur empfehlen.

In Königsberg hatte ich sogar ein Problem mit meinem Seeventil, öffnete nicht mehr, Impeller zerschrotet. Havarie am späten Vormittag, Hilfe bekommen, Ersatzteile besorgt, 18 Uhr kranen (100 €), kostenlose Hilfe beim Reinigen des Kühlsystems. Nächster Tag Abreise.

Das einzige Problem ist, dass man nur in Baltisk ein- und ausklarieren kann. Es nutzt also wenig, wenn man, wie ich, ein Visum für eine mehrmalige Einreise bekommen hat. Wer will dann (auf einer Rundreise) wieder zurück nach Baltisk, um dort auszuklarieren.

Das "Seglervolk" wartet auf unsere Besuche!

Gruß Schnatermann

18

Samstag, 9. Dezember 2017, 11:25

Wenn St. Petersburg das Ziel ist , dann kann man doch in Baltisk - für Kaliningrad ( Königsberg ) - einklarieren - erste Einreise !
Danach in Baltisk ausklarieren und weiter nach St. Petersburg . Dort wieder einklarieren - zweite Einreise !
Ausklarieren und zurück über Helsinki oder über die Balten und dann Klaipeda - Danzig .
Wenn genügend Segler hin fahren , dann wird es bestimmt eine extra , sonder , Segler - Ausnahmeregelung geben .
Dauert nur noch ein paar Jahre , denn die müssen erst noch lernen , wie Seglers denken und ob der Bedarf besteht .
Ich habe das Glück , dass meine Frau ein Sprach-Abi gemacht hat ( Gesangstudium ) und russisch spricht .
Soll sie sich doch damit rumschlagen :D

Schnatermann , wie sehen denn die Marinas , bzw die Liegeplätze für Boote aus ? Hat sich da was verändert ?
Ich bin darauf eingestellt , mit Fenderbrett an dicken , alten Autoreifen zu liegen .

schnatermann

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19

Samstag, 9. Dezember 2017, 13:41

ruben7587
Jo, kein Problem. Wir hatten nur nicht vor bis Petersburg weiter zu segeln. Bei uns war Tallinn und Helsinki der Wendepunkt. Wir wären aber gerne über Pionerski weiter gesegelt und das ging so nicht.

Liegeplätze? Einfache Ausleger, wie in unseren Häfen in der Stadt. Wir sind erst vorbei gesegelt und haben die Marina nicht erkannt. Der erste Blick: Anleger eines Schrottplatzes. Man konnte sicher liegen mit Strom und Wasser, der "Schrottplatz" bewacht. Neben uns die Wasserschutzpolizei an einer Holzplanke auf alten Ölfässern. Der zweite Blick: Auf dem Schrottplatz nagelneue Autos ab Audi Q7, A8 oder /-er BMW!, kleiner Marine Shop. In der Stadt neben Ruinen super moderne Kaufhaustempel, engl. sprechendes Personal. Mein Ersatzteil Kugelhahn holte ich aus einem riesigen schiefen Schuppen (ich hätte ihn allein nicht gefunden), drinnen hell erleuchtet, mit einem Sortiment, wie im Bauhaus, alles da, von Bosch bis Hilti etc.
Der stellv. Direktor des "world ocean Museum" ist selbst Segler im Hafen auf dem Haff, Zufahrt ist mittlerweile gut betonnt. Wir wären gerne noch dorthin gesegelt, durch unsere Havarie wurde dann aber die Zeit knapp.

Wir haben die Leute natürlich auch nach der Politik befragt, da bekommt man die Antwort: Das musst du meinen Vorgesetzten fragen. Der Bann war dann aber gebrochen, als wir die Havarie hatten und die Russen uns helfen konnten. Plötzlich gab es einen "persönlichen Kontakt" und wir haben gemeinsam über viele, auch gesellschaftliche und politische Fragen gelacht.

Man sollte sich also Zeit nehmen und erfährt dann viel, m.E. viel mehr als in den rel. oft besuchten Plätzen in der Bottenwiek und an der gelben Tonne.

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