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Abyss

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  • »Abyss« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 5. Juni 2018, 12:32

Mallorca vor dem Kollaps, Abwässer werden teilweise ungeklärt eingeleitet

Mallorca: Kläranlage 40 Jahre alt und hoffnungslos überlastet. Abwässer werden teilweise einfach in die Bucht geleitet:
https://www.zdf.de/politik/auslandsjourn…tml#xtor=CS5-48

Mussi1975

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2

Dienstag, 5. Juni 2018, 13:06

Bei der Kohle, die da durch den Tourismus eingenommen wird, ein Armutszeugnis. Neue Kläranlage wäre schnell realisierbar. Fairerweise muss man sagen, dass es nur bei starken Regen vorkommt, aber auch dort nehmen die Gewitter mit Starkregen zu.
LG und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!

Maik

3

Dienstag, 5. Juni 2018, 13:37

Ist ja nicht das einzige Land am Mittelmeer das mit der Umwelt umspringt als hätten wir noch ein paar Erden zur Verfügung. Griechenland z.B. hat, trotz massiver zweckgerichteter EU-Gelder etliche Kläranlagen nicht umgesetzt und die Gelder sind irgendwo gelandet.

Das mit den ganzen Feuchttüchern usw. kapier ich nicht. Wer ein Urlaubsticket buchen kann, der sollte doch auch so viel Verstand haben um zu wissen das das Zeug nicht ins Klo gehört. Aber anscheinend ist das doch ne Nummer zu hoch für die Drecksäue.
*es ist immer niedriger als Du denkst!*

4

Dienstag, 5. Juni 2018, 13:39

Sehr bedauerlich. Scheint aber ein allgemeines Inselproblem zu sein. Es gibt meist keine oder veraltete Kläranlagen. In der heutigen Zeit und bei den Einnahmen durch Tourismus nicht nachvollziehbar. ;(

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5

Dienstag, 5. Juni 2018, 13:56

Hi,

bedauerlich ist es, wenn ohne fachlichen Hintergrund reißerische Artikel in die Öffentlichkeit geworfen werden.
In jedem Mischwassernetz -also in einem Kanalnetz wo Regen- und Schmutzwasser zusammen abgeleitet wird- (auch hier in D) gibt es Regenentlastungen. Heißt bei Regen wird ein Teil des Abwassers in Gewässer abgeleitet und nur ein gewisser Anteil zur Kläranlage weitergeleitet.
Dann gibt es noch Regelungen, die bestimmen, ab wann ich dann den Teil, der in das Gewässer abgeleitet wird "behandeln" muss. Darunter versteht man meist eine mechanische Reinigung durch Absetzen. Der Rest der "Brühe" kommt dann so in den Bach.

Der Hintergrund ist dabei auch klar, man kann natürlich sämtliche Wassermassen durch eine Kläranlage bringen.
Aber: Nix ist für eine Kläranlage schädlicher als schwankende Zuläufe (entweder von der Belastung oder von der Menge her) und die Energiekosten steigen exorbitant mit steigender Wassermenge. Meist wird auf einer KA mehr oder weniger häufig das Abwasser gepumpt. Die wenigsten KA stehen am Hang und irgendwie muss das Wasser ja durch die KA fließen. Wasser fließt nunmal nur bergab.
Hinzu kommt, dass bei starken Regenfällen das Mischwasser was dann in die KA kommt so verdünnt ist, dass die Tierchen im Belebungsbecken der KA geradezu verhungern.

Also bevor man sich hier despektierlich über Dinge äussert erstmal die fachlichen Hintergründe recherchieren.

Das Zaubermittel in dem Fall heißt Entflechtung, also die Trennung von Schmutz- und Regenwasser. Man baut sozusagen zwei Kanalsysteme.
Aber erstens kostet das auch nicht unerheblich Geld und zweitens lässt sich das, gerade in engen historischen Bebauungen auch nicht mal eben und einfach realisieren.
Zudem ist der deutsche Pauschaltourist ja sofort vor Gericht wenn vor dem Hotelzimmer oder am Strand oder neben dem Pool ´ne Baustelle röhrt.

Grüße

Andreas
Jahrzehntelang haben sie die Kriegsgeneration gefragt, wie das alles passieren konnte.
Jetzt glauben sie jeden Mist aus dem Internet, schimpfen auf die Lügenpresse, verachten das Politikerpack, pöbeln gegen Flüchtlinge,
verunglimpfen den Rechtsstaat und wählen eine "Alternative für Deutschland".
So passiert das!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andreas29« (6. Juni 2018, 07:31)


6

Dienstag, 5. Juni 2018, 14:15

Hi,

bedauerlich ist es, wenn ohne fachlichen Hintergrund reißerische Artikel in die Öffentlichkeit geworfen werden.
In jedem Mischwassernetz -also in einem Kanalnetz wo Regen- und Schmutzwasser zusammen abgeleitet wird- (auch hier in D) gibt es Regenentlastungen. Heißt bei Regen wird ein Teil des Abwassers in Gewässer abgeleitet und nur ein gewisser Anteil zur Kläranlage weitergeleitet.
Dann gibt es noch Regelungen, die bestimmen, ab wann ich dann den Teil, der in das Gewässer abgeleitet wird "behandeln" muss. Darunter versteht man meist eine mechanische Reinigung durch Absetzen. Der Rest der "Brühe" kommt dann so in den Bach.

Der Hintergrund ist dabei auch klar, man kann natürlich sämtliche Wassermassen durch eine Kläranlage bringen.
Aber: Nix ist für eine Kläranlage schädlicher als schwankende Zuläufe (entweder von der Belastung oder von der Menge her) und die Energiekosten steigen exorbitant mit steigender Wassermenge. Meist wird auf einer KA mehr oder weniger häufig das Abwasser gepumpt. Die wenigsten KA stehen am Hang und irgendwie muss das Wasser ja durch die KA fließen. Wasser fließt nunmal nur bergab.
Hinzu kommt, dass bei starken Regenfällen das Mischwasser was dann in die KA kommt so verdünnt ist, dass die Tierchen geradezu verhungern.

Also bevor man sich hier despektierlich über Dinge äussert erstmal die fachlichen Hintergründe recherchieren.

Das Zaubermittel in dem Fall heißt Entflechtung, also die Trennung von Schmutz- und Regenwasser. Man baut sozusagen zwei Kanalsysteme.
Aber erstens kostet das auch nicht unerheblich Geld und zweitens lässt sich das, gerade in engen historischen Bebauungen auch nicht mal eben und einfach realisieren.
Zudem ist der deutsche Pauschaltourist ja sofort vor Gericht wenn vor dem Hotelzimmer oder am Strand oder neben dem Pool ´ne Baustelle röhrt.

Grüße

Andreas



Genao so.

Und es ist nicht so dass wir in D nicht auch Mischnetze hätten.
Achtet an der Autobahn mal auf Täfelchen wo RÜB dran steht.
Regenüberlaufbecken. Ist genau das.

Und diese Becken sind auf eine bestimmte Starkregesituation ausgelegt. Nur wenns mal richtig runter kommt laufen die über. Auch auf Malle.
Gruß
der Michael

:D

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7

Dienstag, 5. Juni 2018, 14:35

Hi,

zum Thema "man kann ja mal kurz ´ne KA bauen"

eine KA für rd. 250.000 Einwohnergleichwerte (entspricht im Prinzip den angeschlossenen Einwohnern, nur dass Gewerbe und Industrie auch in Einwohner umgerechnet wird) kostet neu ganz grob so um 80 bis 100 mio€. Wieviele Touristen und Einwohner kommen nach und leben doch noch gleich auf Malle? :rolleyes:
Bauzeit rd. 3 bis 4 Jahre.

Die Abschreibungszeiten für Bauwerke in der Abwassertechnik betragen zw. 80 und 100 Jahren, die Elektro- und Maschinentechnik ist meist nach 10 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungszeiten spielen bei der Ermittlung der Abwassergebühren eine Rolle. So wird´s hier in D gehandhabt, aber in EU-Land ist das nicht sooo unterschiedlich.

Ich habe hier auch KA die aus Ende der 60er Jahre sind. Aber da gab es zwischendurch an der einen oder anderen Stelle eine Sanierung / Erweiterung / Modernisierung. Dennoch kann man sagen die Anlage ist aus den 60ern also nahezu 60 Jahre alt. Hört sich auch schön reißerisch an ;)

Grüße

Andreas
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8

Dienstag, 5. Juni 2018, 14:40

Schon klar, letztes Jahr gab es massive Unwetter im Berliner Raum...da war dann Badeverbot
für 1-2 Wochen in den betreffenden Seen, weil die Kläranlagen es nicht mehr packten.
Aber das Problem auf Malle ist doch ein ganz anderes...
Veraltete zu kleine Kläranlage, verschlafener Ausbau, Millionen von Touristen die alle Baden wollen...
Ich lebte früher 5 Jahre auf Formentera...da wurden die Abwässer ganz ungeklärt in die Bucht von Es Pujols geleitet.
Dann erkrankten immer mehr Touristen und eines Winters waren Berufstaucher monatelang damit beschäftigt, das bestehende
Abwasser-Rohr einfach zu verlängern...verdünnt sich dann besser!

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9

Dienstag, 5. Juni 2018, 15:46

Hi,

Marian, natürlich ist das nicht toll. Sage ich ja auch nicht. Aber ein wenig sachbezogener Artikel in die Runde geworfen (damit meine ich den Verfasser, nicht Dich) ist wenig hilfreich.
Zudem geht mir die oberlehrerhafte Besserwisserei die bei solchen Artikeln mitschwingt auf den Sack.


Aber wir haben ja sowieso ein ziemlich ambivalentes Verhältnis zur "Umwelt".
Der ökologisch motivierte Leser regt sich auf und steigt kurz darauf in den Flieger und ballert nach Malle.

Ich finde einfach, bevor wir uns über ungelegte Eier (welch Wortwitz) in irgendwelchen fernen Kommunen aufregen sollten wir erst mal vor unserer eigenen Türe kehren.

Da gibt´s genug zu kehren, damit meine ich nicht nur den Dieselskandal.

Um bei Schei.... zu bleiben, die alljährliche Güllerally auf den Feldern wo dann der meiste Rotz entweder im Bach nebenan -und somit im aquatischen Ökosystem- landet oder -auch nicht besser- im Grundwasser ist nur eines von vielen Feldern wo noch viel Handlungsbedarf besteht.

Nix für Ungut.

Grüße

Andreas
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So passiert das!

10

Dienstag, 5. Juni 2018, 16:42

Sehr richtig. Und die weitgehend organische Schmutzfracht kann auch vom Meer abgebaut werden. Ist zwar nicht appetitlich und lädt nicht zum Baden ein und erhöht die Sauerstoffzehrung. Aber letztlich ein „lösbares“ Problem.

Ganz anders da die „Reststoffe“ aus der Vergärung von Lebensmitteln in Biogasanlagen, die aktuell bis zu 5% bertragen dürfen. Bei diesen 5% handelt es sich um Kunststoffe verschiedenster Qualitäten, die Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte erhalten bleiben. Siehe Schlei.

Und dann natürlich der ganze Plastikmist, der sowieso im Wasser landet. Das sind echte Probleme!
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11

Freitag, 8. Juni 2018, 10:53

Die Italiener machen das auch. Ich habe das mal in einer Reportage gesehen und konnte mich im letzten Jahr persönlich davon überzeugen. Die Rohre enden einige nmi vor der Küste im Meer und die Abwässer sollen von der Strömung dezent verteilt werden. Deswegen ist es an der Küste auch sauberer, als 2 bis 3 sm vor der Küste. Da ist das Wasser echt eklig und was da alles herumdümpelt... :kotz: Da gehst Du auch bei 40° nicht ins Wasser rein.
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
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