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Winterfalke

Kap Hornier

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1

Freitag, 16. Juli 2021, 10:21

Na endlich! Venedig atmet auf.

Nun haben sie es endlich geschafft. Ab 1.August diesen Jahres dürfen keine Kreuzfahrtschiffe mehr Venedig anlaufen.
Ich freu mich. :)
https://www.tagesschau.de/ausland/europa…chiffe-101.html
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

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2

Freitag, 16. Juli 2021, 11:46

Naja, zum. erst erst einmal bis 180m Länge, aber das ist ja schon was und betrifft auch schon die kleineren Kreuzfahrtschiffe.

Wir waren 2019 einige Tage mit dem Boot in Venedig und es ist echt surreal, wenn die riesen Pötte durch den Giudecca-Kanal bugsiert werden.

Da muss man kein bekennender Umwelt- oder Denkmalschützer sein, um zu erkennen, dass das Frevel ist und schwerwiegende Folgen haben muss.
Gruß Jörg :winken:

3

Freitag, 16. Juli 2021, 11:46

... Dürfen keine großen Kreuzfahrtschiffe mehr...

Zitat


Das Verbot gelte für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 Bruttoregistertonnen oder einer Länge über 180 Metern und mehr als 35 Metern Höhe. Auch Pötte, die gewisse Abgasnormen überschreiten, können demnach nicht mehr durch die Lagune der Weltkulturerbestadt fahren.Schiffe, die als nachhaltig gelten oder nicht unter die Kriterien für das Verbot fielen, dürften weiterhin die Lagune passieren, hieß es weiter. Es handle sich dabei etwa um Kreuzfahrtschiffe mit einer Größenordnung von rund 200 Passagieren.

.
Robulla - die schönste 34 Fuß Yacht unter deren Sprayhood man Tomaten züchten kann deren Sprayhood Leben rettet!

Video zum Boot: https://www.youtube.com/watch?v=AyoXf3Slv24

zooom

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4

Freitag, 16. Juli 2021, 11:55

Und wie es immer so ist, sind die Reaktionen unterschiedlich:
Zuerst hieß es: Die verschandeln nur das Stadtbild, gefährden die Umwelt, lassen eh kein Geld in der Stadt, weil ja alle an Bord essen...
Jetzt wird geheult: Die Geschäftseinbuße!...

Man kann es nicht richtig machen.

Ich hatte vor 2 Jahren mal das seltene Erlebnis, Dubrovnik von See aus zu sehen, ohne daß da so ein weißes Hochhaus davor parkte.
Gruß Thomas


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5

Freitag, 16. Juli 2021, 13:30

Sicher, die Riesen-Kreuzfahrer vor und in Venedig sind ein Problem (wenn ich auch dachte, dass die nur noch bis in den Tiefwasserhafen südlich von Venedig dürfen; offenbar eine Fehlinfo, aber ich habe bei meinem 5-tägigen Besuch 2018 kein einziges Kreuzfahrschiff gesehen)

Ich denke, nicht nur diese Kreuzfahrerei, sondern der Massentourismus generell ist an vielen Orten der Welt an der Grenze zum Perversen. In Venedig darf man auf dem Markusplatz nicht sitzen, in Dubrovnik gibt es einen Ein- und Ausgang im Rechtsverkehr mit anschließendem one-way-Rundweg, und wenn die Kreuzfahrer ihre tausende Passagiere auf kleine Örtchen loslassen, kann man einfach nur noch flüchten. Das gleiche gilt für nicht abreißende Menschen-Ströme in San Gimignano oder auf dem Mont St Michel, usw.

Das Problem ist aber, dass seitens der Touris Nachfrage besteht und seitens der Orte Geschäftsinteresse. Da hilft es auch nichts, wenn man sich selbst als Individualtourist fühlt und über die Herden die Nase rümpft. Wir schimpfen alle, und ? Buchen Touren, kaufen Tickets, stellen uns in die Reihe. Ein Dilemma.
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Wolfgang

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6

Freitag, 16. Juli 2021, 13:49

Sicher, die Riesen-Kreuzfahrer vor und in Venedig sind ein Problem (wenn ich auch dachte, dass die nur noch bis in den Tiefwasserhafen südlich von Venedig dürfen; offenbar eine Fehlinfo, aber ich habe bei meinem 5-tägigen Besuch 2018 kein einziges Kreuzfahrschiff gesehen)

Ich denke, nicht nur diese Kreuzfahrerei, sondern der Massentourismus generell ist an vielen Orten der Welt an der Grenze zum Perversen. In Venedig darf man auf dem Markusplatz nicht sitzen, in Dubrovnik gibt es einen Ein- und Ausgang im Rechtsverkehr mit anschließendem one-way-Rundweg, und wenn die Kreuzfahrer ihre tausende Passagiere auf kleine Örtchen loslassen, kann man einfach nur noch flüchten. Das gleiche gilt für nicht abreißende Menschen-Ströme in San Gimignano oder auf dem Mont St Michel, usw.

Das Problem ist aber, dass seitens der Touris Nachfrage besteht und seitens der Orte Geschäftsinteresse. Da hilft es auch nichts, wenn man sich selbst als Individualtourist fühlt und über die Herden die Nase rümpft. Wir schimpfen alle, und ? Buchen Touren, kaufen Tickets, stellen uns in die Reihe. Ein Dilemma.


Als wir 2019 drei Nächte in der Marina lagen, waren es insgesamt 2 Schiffe, die wir gesehen haben. Einige Reedereien nutzten Venedig inzwischen nicht nur als Stopp, sondern als Ausgangs und Zielhafen, fahren dort also zwei Mal pro Reise durch.

Herr Draghi hat das Verbot nicht umsonst per Dekret durchgesetzt.
Er war es leid. Es gab einfach zu viel Gezerre der Interessengruppen.

Man muss auch nicht per se gegen Kreuzfahrttourismus sein, um zu dem Schluss zu kommen, dass das nicht gesund ist, was sich da abspielt.
Gruß Jörg :winken:

7

Freitag, 16. Juli 2021, 14:21

Das sind sehr ware Worte, die es mir beizeiten abgewöhnt haben, nach Jahren Orte zu besuchen, an denen es einmal schön war oder die mal interessant waren. Besuche von Orten, die hierarchisch in zweiter Reihe stehen, gehen immer noch. Gibt auch weniger Diebe dort

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8

Freitag, 16. Juli 2021, 14:25

Und wie es immer so ist, sind die Reaktionen unterschiedlich:
Zuerst hieß es: Die verschandeln nur das Stadtbild, gefährden die Umwelt, lassen eh kein Geld in der Stadt, weil ja alle an Bord essen...
Jetzt wird geheult: Die Geschäftseinbuße!...

Man kann es nicht richtig machen.
...


Ich glaube, solche Massnahmen muss man einige Jahre wirken lassen.
Das gibt es ja häufiger - Heulen und Zähneklappern, wie schlimm alles ist.
Ein paar Jahre später ist die ganz grosse Mehrheit zufrieden.

Wir werden das gleiche Phänomen in den nächsten Jahren in Deutschland auch erleben.
Im Rahmen der Verkehrswende in den grossen Städten.

Holger

zooom

Salzbuckel

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9

Freitag, 16. Juli 2021, 15:40

Verkehrswende, ich bewundere manchen unerschütterlichen Optimismus...
Gruß Thomas


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Winterfalke

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10

Sonntag, 18. Juli 2021, 09:08

Zuerst hieß es: Die verschandeln nur das Stadtbild, gefährden die Umwelt, lassen eh kein Geld in der Stadt, weil ja alle an Bord essen...

Das Stadtbild ist ja "nur" temporär verschandelt. Aber diese Riesenpötte bringen auch jede Menge Dreck mit und der Schwell verursacht wohl auch Schäden an der ufernahen Bausubstanz. Die Landgänge der Passagiere haben sicher auch Geld in die Stadt gebracht, aber entscheidend sind wohl die Liegegebühren gewesen, dass man sie hat früher anlegen lassen. ;)

Jetzt wird geheult: Die Geschäftseinbuße!...

Irgendeiner heult ja immer... :nixweiss1:
Mario Falko

Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
:segeln:

11

Sonntag, 18. Juli 2021, 12:47

Auch in Travemünde würden wir aufatmen wenn diese Dreckschleudern im Fährhafen mit Landstromanschluss liegen würden.
Leider liege sie Mitten im Ort und der Generator läuft rund um die Uhr. Aber warum an in Venedig überhaupt diese Monster rein gelassen hat ist mir ein Rätzel.

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12

Montag, 19. Juli 2021, 15:39

Verkehrswende, ich bewundere manchen unerschütterlichen Optimismus...


Thomas, das kann man bestimmt so nennen.
Aber dann müsste ich fragen:
Erzähle mal, was du glaubst, wie die deutschen Metropolen in 10 oder 20 Jahren ihren Verkehr organisieren.
Was hältst Du da für realistisch?

Was ich meine: Es gibt ja die berühmte normative Kraft des faktischen.
Es gibt Dinge, die werden passieren, weil es nötig sein wird.

Da wird es am Ende auch völlig egal sein, welche Partei das macht.
Es wird nicht (oder wenig) um Ideologie gehen.
Es wird darum gehen, Städte funktionabel und lebenswert zu halten.

Das scheint ja auch im Fall Venedig das Ziel zu sein.
Wobei es wohl auch um die Erhaltung der Bausubstanz geht.
Ich vermute mal, man möchte aber die Stadt auch mit Einwohnern darin erhalten.
Sonst ist das ja nur noch Kulisse.

Aber es ist eben eine schwierige Umstellung und es wird jede Menge Reibung geben.
Ich habe neulich einen Artikel gelesen über solche Massnahmen wie City-Maut o.ä.
Ich glaube, es war auf Spiegel.de?

Da hiess es sinngemäss, es gebe zuerst immer grossen Widerstand gegen solche Massnahmen.
Weil die Leute ihre persönlichen Nachteile sehen, aber erst nach einiger Zeit die - oft ja auch weniger konkreten - Vorteile.

Holger

Winterfalke

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13

Mittwoch, 21. Juli 2021, 13:01

Aber warum an in Venedig überhaupt diese Monster rein gelassen hat ist mir ein Rätzel.

Weil durch die Liegegebühren Geld in die Stadtkasse kommt. Wohlbemerkt... in die Stadtkasse, kaum zu den Einzelhändlern und schon gar nicht zur Gastronomie. Angeblich haben manche Dampfer-Kapitäne auch Schmiergelder gezahlt, um ihren zahlenden Gästen den Landgang in Venedig anbieten zu können.

Es wird darum gehen, Städte funktionabel und lebenswert zu halten.

So zumindest sehen das die Venezianer. Ich habe schon viele Doku´s über Venedig gesehen und der Tenor aus der ortsansässigen Bevölkerung war immer der gleiche. Die "Stadtväter" hingegen wollten nie ein Statement abgeben.
Mario Falko

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:segeln:

14

Mittwoch, 21. Juli 2021, 15:50

City-Maut? In London schon ein alter Hut, gibt es bereits seit Jahren. Aber erzähle mal den Pendlern, dass sie mit Bus und Bahn in die Stadt fahren sollen.
Da wird er Untergang des Abendlandes befürchtet.
Ich sehe es (leider) sehr oft, die alten Kreuzfahrtschiffe, die ohne eine Abgasreinigungsanlage mit ihren Rauchfahnen. Dann wird noch der Landstromanschluss verweigert weil es ja viel zu teuer ist. Da ist es doch viel angenehmer und lukrativer den Bordgenerator rund um die Uhr laufen zulassen und mit Lärm und den Abgasen für eine erholsames Klima mit einem hohen Aufenthaltswert zu sorgen.
Hinzu kommen noch reichlich uralte Fährschiff die für reichlich Gestank und Sottablagerungen sorgen, aber im Fährhafen ist zu mindestens die Annahme von Landstrom verpflichtend.
Ich bin werde ein Linker noch ein Grüner, aber damit muss Schluss sein, es reicht.

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