welche Klettergurte an Stelle vom Bootsmannstuhl könnt ihr empfehlen oder doch den Bootsmannsstuhl?

  • Beim Mastsetzen sind die Lazy-Jack-Bändsel natürlich nicht da hingekommen, wo sie sein sollten.... immer das selbe :grinning_squinting_face:


    Also mit dem Bootsmannsstuhl in den Mast... aber ich habe noch keinen, blöd, ich weiß und da das das mit den Bändseln wahrscheinlich öfter passiert, wird das die nächste Anschaffung...


    Da hätte ich gerne ein paar Tipps von euch: was habt ihr? was ist gut? was nicht? danke.

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    Gruß Jan

  • Für den Einsatzzweck würde ich einen Klettergurt nehmen, der extra breite Beinschlaufen hat, also nicht unbedingt auf das letzte Gramm Gewichtsersparnis schauen. Als Gurtbandschnalle würde ich möglichst eine konventionelle Schnalle (zum "zurückschlaufen") nehmen, keine Schnellverschlußschnalle (da hätte ich Angst, daß durch Korrosion der Mechanismus irgendwann nicht meht 100% in Ordnung ist)


    Gute Marken sind z.B. Edelrid oder Mammut.


    Bequemer als ein Klettergurt ist ein Bootsmannsstuhl mit eingenähter fester Sitzfläche. Warum der lebensgefährlich sein soll (solange der Leib durch einen Gurt gesichert ist) erschließt sich mir nicht so ohne weiteres.


    Schöne Grüße,


    Roman

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Klettergurt, alles andere ist lebendsgefährlich!!!
    Wichtig ist das er passt, also ab ins Fachgeschäft (Globetrotter und co) und anprobieren.


    Nein, der Bootsmannsstuhl ist nicht gefährlich.
    Allerdings muss man sich (sowohl beim Klettergurt als auch beim Bootsmannsstuhl) richtig einbinden.
    Und klar: beim Bootsmannsstuhl muss man (für alle Fälle) eine zweite Leine um die Brust binden, die einfach nachgeführt werden muss. Falls dann der Bootsmannsstuhl versagen sollte, greift dann diese zweite (allerdings dann schmerzhafte) Lösung zum Runterlassen.

    Ei jo

  • also ich gehe regelmäßig klettern und habe diesen Gurt : http://www.petzl.com/de/outdoo…tern-klettergaerten/corax. Auch wenn ich da mal länger drin hänge schlafen nicht gleich die Beine ein oder es drückt auch nicht um die Nieren rum. Die Unterschiede von aktuellen Gurten in dieser Preislage sind aber auch nicht so groß, als dass es nicht auch ein anderer sein könnt.


    Als Kletterer hängt man ja doch regelmäßiger gewollt beim Ablassen (und somit meistens kontrolliert) oder ungewollt beim Sturz (und eher nicht kontrolliert) auf verschiedenste Art und Weisen im Gurt. Grundsätzlich andere Hängesituationen als beim beim Klettern wird es auf dem Boot auch nicht geben. Und somit nehme ich den auch jedesmal mit aufs Boot - auch wenn ich Ihn in Praxis noch nicht benötigt habe. Aber der direkte Vergleichstest an Bord "Klettergurt vs Bootsmannsstuhl" hat mir gezeigt - in einem Klettergurt zu sitzen fühlt sich um Klassen sicherer an als so ein Bootsmannsstuhl. Und das schon in direkter Decksnähe.


    Bzgl passender Größe wirst Du aber um das Anprobieren im Laden nicht herumkommen wenn es optimal sein soll. Es gibt ja von so einem Modell verschiedene Konfektionsgrößen (siehe Link). Innerhalb dieser kann man dann nochmal feinjustieren. Das wichtigste ist dabei, dass der Hüftgurt optimal sitzt. Die Beinschlaufen sollten einfach nur gut am Oberschenkel anliegen.

  • Bequemer als ein Klettergurt ist ein Bootsmannsstuhl mit eingenähter fester Sitzfläche. Warum der lebensgefährlich sein soll (solange der Leib durch einen Gurt gesichert ist) erschließt sich mir nicht so ohne weiteres.


    Naja solange du wie ein nasser Sack dadrin sitzte ist alles ok, aber solband du "mithilftst" oder etwas entfernt vom Mast z.b. Saling, Vor- bzw. Achterstag machen musst hast du ein Problem. Und auf See mit einem Bootsmannstuhl ohne 2. richtige Sicherung (eine Schlaufe um den Körper ist keine Sicherung) niemals. Siehe Unfall der Cross Match vor Bornholm, das beste Beispiel warum der Bootsmannstuhl im Laden bleiben sollte.

  • Sportklettergurt, eventuell mit Brustgurt.
    Da hilft nur, zu den üblichen Verdächtigen zu gehen und das Ganze anzuprobieren.
    Vorteil: Leicht und gut zu stauen. Die sind, wenn man sie gut aussucht, auch bequem genug für längere Arbeiten.


    Eventuell gleich noch mitnehmen: 1-2 Schraubkarabiner, eventuell noch etwas wie einen Grigri.
    (Ach so: Irgendwer hatte mal eine verbesserte Variante eines Bullenstanders mit einem Kletterachter/Abseilachter als Seilbremse gebaut. Könnte man auch gleich einen einsacken... :smiling_face: )


    (Hat schon mal jemand ein normales Kletterseil, also ein dynamisches, für irgendetwas sinnvoll an Bord eingesetzt?)

  • Moin!


    Ich verwende einen Klettergurt mit GriGri und eine Handsteigklemme. Damit komme ich schnell und einfach in dem Mast und auch wieder runter.


    Das Seil (meist Großfall) läuft dann so:


    - Handsteigklemme (linke Hand)
    - Grigri
    - Zurück zur Handsteigklemme durch einen Karabiner (und wird dort in der rechten Hand gehalten)


    An der Handsteigklemme ist die Trittschlaufe für den rechten Fuß.


    Super Sache, aber man sollte sehr darauf achten, dass das Fall richtig blockiert ist. Also „zu“ und mit einem Achterknoten gesichert damit das Fall nicht rausrauschen kann. Auch nicht wenn jemand helfen möchte …


    Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass man immer im Seil hängen muss und nicht auf der Saling stehen darf, weil man nicht ins Seil fallen darf. Seile auf dem Boot sind keine Kletterseile und haben zum Reinfallen nicht genug Dehnung. Besonders dann nicht, wenn man Dyneema Fallen hat.


    Am besten übt man den Umgang (rauf und runter) mit dem ganzen Gelumpe irgendwo an einem Baum oder am den Klettergerüsten auf dem Kinderspielplatz. Das schaukelt nicht so und man hat alle Zeit der Welt und in Bodennähe ist es auch nicht so schlimm, wenn man den Grigri mal falsch rum einbaut …


    Ach ja, eins noch: „Beim Klettern ist der Palstek nicht zulässig und man Knotet nicht Seil an Seil“. Eine „sicher Knoten“ ist der Achterknoten oder gesteckte Achterknoten und wenn man Seile verbinden möchte sieht die Kette so aus: Seil – Karabiner – Seil.


    Das klingt womöglich für den Einen oder Anderen etwas kompliziert, aber wenn man das mal so gemacht hat, oder sich hat zeigen lassen ist das sicherer und schneller als jeder Bootsmanstuhl. Ich bekomme sowieso immer Ausschlag, wenn ich sehe dass jemand in den Mast gewischt wird…


    Grüße aus Hamburg


    Thomas

    • Official Post

    Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass man immer im Seil hängen muss und nicht auf der Saling stehen darf, weil man nicht ins Seil fallen darf. Seile auf dem Boot sind keine Kletterseile und haben zum Reinfallen nicht genug Dehnung. Besonders dann nicht, wenn man Dyneema Fallen hat.


    Mein Sohn klettert mit dem Gurt nicht am Fall nach oben, sondern zieht mit dem Fall sein Kletterseil nach oben und klettert dann an seinem Seil, das wohl die richtige Dehnung zum Hineinfallen hat.

    Aus dem Zusammentreffen von Vorbereitung und Gelegenheit entsteht das, was wir Glück nennen.
    Anthony Robbins

  • Ich habe gerade bei einem bekanntem Yachtzubehör aus Ascheberg einen Bootsmannstuhl für 19,95 € gekauft. Der hat ein stabiles Brett, zusätzlich Beingurte und noch Hosenträgergurte. Eine kleine Tasche für Werkzeug und Schlaufen für Werkzeug. Eigentlich will ich nicht im Mast rumklettern, sondern dorthin gewinscht werden, ordentlich und sicher sitzen und arbeiten, aber wer sich gerne das Gemächt klemmt, sollte teurere , unkomfortabele und für den Einsatz nicht geeignete Klettergurte kaufen.
    Kleiner Tipp: Nicht den Fallenschnappschäkelnehmen, sondern einen Palstek verwenden.
    Viele Grüsse
    möhne

  • Quote

    ordentlich und sicher sitzen und arbeiten, aber wer sich gerne das Gemächt klemmt, sollte teurere , unkomfortabele und für den Einsatz nicht geeignete Klettergurte kaufen.


    ... und deshalb benutzen die Servicemitarbeiter von Windkraftanlagen (die die regelmäßig die Flügel kontrollieren) auch sicherlich den 'bequemen Bootsmannstuhl' ... :grinning_squinting_face:


    Carsten

  • aber wer sich gerne das Gemächt klemmt


    Merke: Ein Klettergurt ist kein cock ring. :grinning_squinting_face:


    Klettergurte sind dafür gebaut, einen durchaus heftigen Fangsturz nicht nur zu überleben, sondern auch den Benutzer sicher zu halten, ohne ihn zu verletzen. Wenn man sich dann irgendwas klemmt, ist irgendwas ganz massiv falsch. Auch kann man in diesen Dingern sehr lange an einem Seil hängen, ohne daß etwas drückt.


    Teuer? Keine Ahnung. Ich habe vor Jahren mal ein hochwertiges Modell erstanden, was mich jetzt keinen Pfennig kosten. :smiling_face: )
    Aber ich empfehle, wenn's denn auf jeden Euro ankommt, entweder den Schäkel einfach in den Gürtel zu klinken oder sich eines etwas altmodischeren Seglerknotens zu erinnern. (Bequem und sicher ist das nicht, aber billich...)

  • Ich verwende eine Kombination aus Bootsmannstuhl und "Strickleiter"
    So lässt sich optimal im Mast arbeiten. Gerade heute wieder bei der Montage der neuen Furlex 100S.


    Viele Grüße,


    Marian

    • Official Post

    Merke: Ein Klettergurt ist kein cock ring. :grinning_squinting_face:


    :zus(14):


    Der Thread kommt exactly right, bin nämlich auf der Suche nach einem guten "Masterklimmungstool"


    Abyss: was ist das für eine "Leiter" sieht sehr interessant aus !!


    C488

  • Das ist eine selbstgebaute "Strickleiter", war mal ein Palstek-Tipp von mir.
    In kurzen Abständen sind da Schlaufen rein geknotet. Mit Schlauchstücken
    stabilisiert, damit sie offen bleiben und man mit dem Fuß reinkommt.
    Kostet wenig und ist sehr effektiv.
    Wird mit dem Grossfall stramm durch gesetzt.


    Man kommt da sogar alleine hoch, klinkt dann denn Bootsmannstuhl immer da ein, wo man mal
    'ne Pause braucht oder arbeiten will.
    Optimal geht es zu 2. Ich klettere einige Stufen hoch und meine Frau setzt die Dirk (als Sicherung) dann immer durch.
    Ich pausiere etwas, und weiter geht es.
    So schont man die Beschläge/Winsch und wird auch wieder ganz sanft runter gelassen.


    Grüße Marian

  • Ich benutze eine selbstgenähte Mastleiter aus Gurtband. Diese wird in der Mastschiene nach oben gezogen und in den Schlaufen klettere ich nach oben.


    Das obligatorisch zweite Fall zu Sicherung wurde ja schon hinlänglich erklärt.

  • @ Abyss
    Das scheint mir auch ein sehr gutes System zu sein.
    Auch , weil meine Liebste alleine, mich nie und nimmer in den Mast gewinscht bekommt. Wenn Sie dann nur noch die Sicherung übernehmen muss, wäre das perfekt.


    Was hast Du denn da für Knoten verwandt? :O


    Basti