DSV Schein Binnen unter Segel / VDS Schein Jolle/ Kielboot

  • Liebe Leute,


    ich habe eine Frage zum Unterschied zwischen dem VDS Schein Jolle/ offenes Kielboot und dem amtlichen Sportbootführerschein Binnen unter Segel.
    Mir ist bewusst, dass ihr mir ohne Frage zum amtlichen Sportbootführerschein raten werdet. Allerdings möchte ich folgendes einwerfen. Ich habe 2011 eine ganze Saison über meine Schule gesegelt. Kurz vor der praktischen Prüfung geriet ich schulisch sehr unter Druck und habe das Segeln dann nach hinten geschoben. Ich dachte mir: das Abitur ist derzeit wesentlich wichtiger. Seit 2012 bin ich nun in der Lage, dass ich ohne Schein natürlich nicht segeln kann. Und das macht mich sehr traurig. Vor allem an Sommertagen und schönem Wind.
    Kurzum: Jetzt ist es zwar nicht mehr die Schule, dafür aber die Uni, die enorm viel Zeit "raubt". Es geht also derzeit einfach darum, eine Möglichkeit zu finden, wie ich - wenigstens 10-15x im Jahr - mit Freunden wieder aufs Wasser komme. Natürlich brauche ich die Legitimation dazu. Ob ich nun ein bisschen mehr oder weniger bezahle, ist eigentlich nebensächlich. Aus diesem Grund dachte ich an den VDS-Schein, weil mir die Ausrichtung deutlich "anpassungsfähiger" erscheint. Damit meine ich sowohl Prüfungszeiträume als auch die generelle Möglichkeit, "flexibler" an diesen Schein zu kommen. Ich habe auch die Idee den DSV Schein später - bei mehr Zeit - noch einmal zu machen.
    Nun ist meine Frage: Kann ich mit dem VDS Schein an jedem Binnengewässer ein eigenes Segelboot führen? Bei 10-15x im Jahr ist das zwar nicht sinnvoll, dennoch stelle ich mir diese Frage.
    Gibt es versicherungstechnische Unterschiede zwischen einem VDS-Schein Segler und einem DSV-Schein? Damit meine ich vor allem: Wird bei einem Unfall einem VDS-Schein-Inhaber grundsätzlich eher eine "schlechtere" Ausbildung attestiert?


    Ich würde mich sehr über Eure Antworten freuen!

  • Aus der Sportboot-Führerscheinverordnung
    §3:
    (1) Wer auf den Binnenschifffahrtsstraßen ein Sport- boot führen will, bedarf einer Fahrerlaubnis für die je- weilige Antriebsart. Die Fahrerlaubnis wird unbescha- det des Absatzes 4 durch den Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrtsstraßen nachgewiesen (Anlage 1).


    §5:
    (2) Eine Fahrerlaubnis für das Führen eines Sport- bootes unter Segel ist nur auf den in der Anlage 8 auf- geführten Binnenschifffahrtsstraßen erforderlich.


    Anlage 8 (zu § 5 Absatz 2)
    Binnenschifffahrtsstraßen, auf denen für das Führen eines Sportbootes unter Segel eine Fahrerlaubnis erforderlich ist: ein paar Seen und Kanäle in Berlin/Brandenburg


    Der Bund verlangt also nur auf ganz wenigen Wasserflächen einen SBF-Binnen unter Segel. Allerdings sind viele Seen und Gewässer Landes-, Gemeinde- oder Privateigentum und haben eigene Befahrensregeln. Dort kann der Eigentümer natürlich den Binnenschein verlangen und/oder den Verbandsschein anerkennen. Da musst Du einfach nachschauen.


    Allerdings: Mach doch einfach den Führerschein. In der Zeit bis Du herausgefunden hast, welcher Schein oder doch keinen hast Du auch für die Prüfung gelernt. Die Prüfungsgebühren sind gering und die Theorie vergleichsweise schnell gelernt.
    In einer Schule oder einem Verein wird der Binnenstoff in ca. 10 -12 Unterrichtseinheiten abgearbeitet. Selbst anhand des Fragenkatalogs lernen geht natürlich auch.


    Gruß Ralf

    Edited once, last by Planke ().

  • Wie schon von "Planke" geschrieben, ab 20 M Schiffslänge oder bei einer Motorisierung über 15 Ps besteht Führerscheinpflicht.
    Zum Segel einer Jolle, Kielboot, etc braucht man absolut "nichts"!
    Die DSV-Scheine sind höchst entbehrlich. Nicht für jeden, dann aber mehr fürs eigene Ego oder den Biertresen.
    Wie war es noch? Jodeldiplom war gestern, heute ist es der XYZ-Schein vom DSV. Der DSV ist ein beliehener Verein, der im Auftrag des Bundes die Führerscheinprüfungen abnimmt, mehr nicht. So wie der TÜV die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge prüft.
    Sie nehmen in ihrer Kompetenz staatlich Aufgaben "im Auftrag" wahr. Das war es dann aber auch. Übrigens der ADEAC bildet auch aus und soll auch die Prüfungen abnehmen können.
    Schaue doch mal, ob an deiner UNI im Rahmen des UNI-Sport nicht auch das Segeln angeboten, Wenn ja, bilden die dann auch aus und Du absolvierst eine Ausbildung zum Sportbootführerschein. Am besten Binnen und See in einem Rutsch. Dann kannst Du fahren was und wo Du willst.
    Falls es an der UNI nicht machbar ist, dann schließe Dich einem Verein an, die bilden auch aus und Du meldest Dich zur Prüfung an.
    Die DSV-Scheine gelten, wenn überhaupt, verbandsintern, was für Dich weniger interessant sein dürfte.
    Lasse Dich nicht veräppeln, es ist reine Geldschneiderei.

  • Ganz so hart würde ich es nicht ausdrücken, aber speziell mit eigener Jolle bin ich anfangs lange ohne Schein gesegelt.


    Irgendwann habe ich dann doch den Schein mit Theorie und Praxis gemacht und es hat mir einige gute Erkenntnisse zusätzlich gebracht. Da ist zwar viel Ballast in der Theorie dabei, den man schnell wieder vergißt, aber mit dem Binnen-Schein konnte ich dann auch in Griechenland chartern :). Ob das heute noch so ist, weiß ich allerdings (wegen weiterer Scheine) nicht.


    Volker

  • Wie schon von "Planke" geschrieben, ab 20 M Schiffslänge oder bei einer Motorisierung über 15 Ps besteht Führerscheinpflicht.
    Zum Segel einer Jolle, Kielboot, etc braucht man absolut "nichts"!
    Die DSV-Scheine sind höchst entbehrlich. Nicht für jeden, dann aber mehr fürs eigene Ego oder den Biertresen.

    Das gilt (wenn überhaupt) nur für Bundeswasserstraßen. Es gibt in Deutschland einige Reviere auf denen ein "Befähigungsnachweis" vom Gewässereigentümer (Land, Kreis, Talsperrenverband usw.) vorgeschrieben ist.
    Da hier aber keiner eine Ahnung hat wo der TE segelt kann die Aussage das ein Schein unnötig ist schlicht falsch sein.


    Außerdem mal davon abgesehen das der TE vom amtlichen Sportbootführerschin geschrieben hat. Der ist nun wirklich kein Verbandsschein. Der DSV nimmt im Auftrag der BRD die Prüfung für den amtlichen Spotbootführerschein ab. Der Führerschein fürs Auto ist ja auch der amtliche Schein, obwohl er von einem Verein (dem TÜV) abgenommen wird.


    Wenn ein Schein notwendig ist, dann sollte man immer den amtlichen Sportbootführerschein machen. Der wird überall anerkannt. Der VDS Lappen hat leider keinerlei rechtliche Bedeutung. In dem Augenblick in dem ein Schein notwendig ist, liegt es im Ermessen dessen der den Schein fordert ob der VDS Schein anerkannt wird oder nicht.

    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
    :wickie:

  • Das es Gewässer gibt bei denen zum Befahren ein anderer oder alternativer Befähigungsnachweis vom Eigentümer des Gewässers gefordert ist, ist mir bekannt, nur kenne ich keines. Mit meinen SPOBO's, Binnen und See, war ich immer bestens aufgestellt und es gab weder Problem beim Ausleihen einer Jolle oder anderen Wasserfahrzeugen. Gechartert habe ich noch nie, aber im Rahmen der Vertragsfreiheit kann eine Vercharterter nach eigenen Gusto Bedingungen stellen. Wenn ich mich als Kunde dem unterwerfe, dann ist es eine private Angelegenheit zweier Vertragspartner, aber kein amtliches Erfordernis.
    Das meiner Aussage, das die Scheine vom DSV Geldschneiderei sind, falsch ist, kann ich nicht nach vollziehen.
    Wie von Dir geschrieben nimmt der DSV als "beliehener Verein" Prüfungen im Auftrag des Bundes ab. Es handelt sich dabei in der Tat um den geforderten "amtlichen" Schein, aber nicht um einen Schein den der DSV kreiert hat. Er prüft nur, mehr nicht!
    Auch der Bezirksschornsteinfeger ist ein beliehener Unternehmer, wenn er die Feuerstellen im Haus, zb den Kamin, prüft und die Erlaubnis zum Betrieb erteilt. Notare sind es auch, wenn sie Urkunden erstellen die per Gesetz gefordert sind.
    Der DSV ist ein Lobbyistenverein, der sich mit seinen Eigenkreationen eine immer sprudelnde Geldquelle geschaffen hat.
    Dumm nur, dass der Gesetzgeber mit seiner letzten Novelle die Karten neu gemischt hat. Da brechen die Einnahmen weg und die Eigenkreationen werden um so wichtiger. Natürlich alles zur Förderung der Sicherheit auf See. Wenn dann der Wind zu unangenehmer Stärke auffrischt und Wellenhöhe zunimmt, geht man an den Mast, hält den DSV-Schein hoch und Alles wird gut.
    Als nächstes werden die Funkscheine fallen, denn in vielen EU-Ländern sind sie unbekannt und keiner vermisst sie.

  • ... da gibt es nur eine Antwort: SBF Binnen mindestens unter Segel, aber mach Motor gleich mit, wenig Aufwand.


    Warum?


    Lernen musst du so oder so etwas. Eine Prüfung bestehen auch. Aber mit dem SBF Binnen kannst du ÜBERALL ein Segelboot mieten, mit den VDS-Scheinen nicht!!! Soweit ich weiß, kannst du mit VDS-Scheinen nicht jedes Berliner Gewässer befahren und auf der Alster bekommst du ohne amtlichen Führerschein auch kein Boot. Das muss nicht unbedingt aus amtlichen Gründen so sein, aber viele Verleiher betreiben auch Sportbootschulen und die zwingen dich damit in ihren Führerscheinkurs. Mit einem SBF Binnen bist du dann fein raus. Dies aus eigener Erfahrung:
    VDS-Schein erzeugte ein mitleidiges Lächeln, dann kam der Vertrag für den SBF auf den Tisch, da sonst der Verleih nicht zu versichern sei, dann wurde die Prüfung bestanden und erst dann konnten wir individuell mieten.


    Wenn du also flexibel sein willst und Geld sparen, dann mach gleich den SBF Binnen.


    Viel Glück


    Matthias

    Wer ständig zurück blickt, stolpert in die Zukunft.

  • Das es Gewässer gibt bei denen zum Befahren ein anderer oder alternativer Befähigungsnachweis vom Eigentümer des Gewässers gefordert ist, ist mir bekannt, nur kenne ich keines. Mit meinen SPOBO's, Binnen und See, war ich immer bestens aufgestellt und es gab weder Problem beim Ausleihen einer Jolle oder anderen Wasserfahrzeugen.

    Da wären so als Beispiel das Steinhuder Meer, der Dümmer, Salzgittersee, Allersee oder auch der Maschsee in Hannover. Nur mal so als Beispiel aus Nidersachsen, aber der TE nennt sich schließlich SeglerHannover.


    Das du deine Spobo´s lobst ist ja hervorragend. Der Themenersteller Fragte nämlich ob er den Spobo machen soll oder ob er den "Segelschein Jolle / Offenes Kielboot" des "Verband Deutscher Sportbootschulen e.V." machen soll.
    Ich vermute mal das wir uns einig sind das der Lappen der Segelschulen nicht das Papier wert ist auf das er gedruckt wurde. Welcher Verein an dem Lappen nun Geld verdient, DSV oder VDS ist doch total egal.

    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber ist es auch lebenswert ?
    :wickie:

  • Wie von Dir geschrieben nimmt der DSV als "beliehener Verein" Prüfungen im Auftrag des Bundes ab. Es handelt sich dabei in der Tat um den geforderten "amtlichen" Schein, aber nicht um einen Schein den der DSV kreiert hat. Er prüft nur, mehr nicht!
    ...
    Der DSV ist ein Lobbyistenverein, der sich mit seinen Eigenkreationen eine immer sprudelnde Geldquelle geschaffen hat.
    Dumm nur, dass der Gesetzgeber mit seiner letzten Novelle die Karten neu gemischt hat. Da brechen die Einnahmen weg und die Eigenkreationen werden um so wichtiger.

    Wiedersprichst Du Dir mit diesen Sätzen nicht selbst? :fragen:
    Die "Eigenkreationen" des DSV wie A, BR, BR und C sind längst abgeschafft oder bringen wie der SPOSS kein Geld ein. Alles andere (SBF, SKS, SSS, SHS) sind amtliche Scheine und werden von DSV nur im Auftrag des Bundes geprüft. Insbesondere die SBFs und vermutlich auch noch der SKS bringen dem DSV Geld ein. SSS und SHS sind finanziell eher Liebhaberei. In wie fern brechen Einnahmen weg? Vor der neuen Verordnung haben DSV und DMYV abzüglich eines Bundesanteils die Einnahmen unter sich aufgeteilt. Nach der Veränderung konkurrieren DSV und DMYV jetzt um die Einnahmen - möge der kundenfreundliche PA gewinnen.


    Der DSV ist ein Lobbyistenverein, ...

    Ja sie vertreten mit Lobbyarbeit die Interessen der Segler und des Segelsport bzw. sollten das zumindest tun. Hörte sich irgendwie negativ besetzt an. Wenn sie ihre Aufgabe wirklich wahrnehmen ist das OK - negativ sehe ich die Lobbyarbeit von Rüstungsindustrie, Pharmaindustrie, ...


    Als nächstes werden die Funkscheine fallen, denn in vielen EU-Ländern sind sie unbekannt und keiner vermisst sie.

    :fragen: :fragen: :fragen: Sehr viele EU-Länder (alle?) haben Funkzeugnisse.

    Liebe Grüße + Bleibt gesund!

    Mattze :blind:


    Auch stille Wasser sind naß! :baden:

  • Leute, lasst es uns doch mal ordnen, am besten ohne Polemik.


    Mit dem amtlichen Spobo Binnen/Segel ist man auf der sicheren Seite. Auch wo er nicht vorgeschrieben ist, wird aber sicherlich anerkannt. Die Einschränkung "sicherlich" deshalb, weil es - wie schon mehrfach erwähnt - viele nicht bundeseigene Gewässer gibt, auf denen der Eigentümer theoretisch nach eigenen Vorstellungen Befähigungsnachweise vorschreiben kann. Ich wüsste aber nicht, dass der amtliche Schein irgendwo zu Gunsten eines anderen nicht anerkannt werden würde.


    Kurse zum Spobo Binnen kann man auf vielfältige Weise machen. An vielen Unis, Segelvereinen, Segelschulen oder autodidaktisch. Die Prüfung kostet halt Gebühren, die an den DSV gehen, der damit beliehen ist. So what. DSV, ADAC oder die Illuminaten: irgendeiner wird die Prüfung abnehmen und dafür Gebühren erheben - dann doch lieber unser eigener Verband als irgendwer sonst (Politik wollte ich ja rauslassen, Logik hingegen nicht).


    Ein VDS-Schein ist ein niedrigschwelliges internes Segelschuldiplom und unterhalb des Spobos angesiedelt. Soweit ich weiß, bescheinigt es Grundkenntnisse im Jollenhandling. Die Dinger werden als quasi erster Lernerfolg ausgestellt und symbolisieren den ersten Step, worauf dann weiterführende Ausbildungsschritte aufbauen. Insoweit sind sie Teil einer Wertschöpfungskette der Segelschulen. Sie haben natürlich noch einen anderen Nutzen: Viele Schule verleihen Segelboote und der VDS Schein dient insoweit als Basis-Nachweis um ohne Trainerbegleitung und eigenverantwortlich ein Segelboot ausleihen zu dürfen. Wird auch etwas mit der Versicherungsdeckung des Bootseigentümers (Hier: Segelschule/-verleih) zu tun haben, dass er so eine Art standardisierte Mindestqualifikation einzieht. Ob der VDS auf einem Gewässer anerkannt word, auf dem für ein reines Segelboot überhaupt ein Führerschein/Erfahrungsnachweis gefordert wird, vermag ich nicht zu sagen.
    Der Spobo jedenfalls eher als ein VDS-Schein. Der DSV hat mit dem VDS-Schein rein gar nichts zu tun.


    Teil 2 folgt

  • Teil 2:


    Nicht erwähnt hast Du den Sportsegelschein SPOSS. Das ist das DSV-Gegenstück zum VDS, quasi ein nicht-kommerzieller Basis-Erfahrungsnachweis, denn auch der SPOSS ist kein amtlicher oder amtlich anerkannter Führerschein.
    Das ist tatsächlich ein reiner Verbands-Segelschein. Seine Genese würde hier zu weit führen, nur soviel: Nach Einstellung der alten DSV A, BR/BK und C-Scheine entstand eine Lücke für jugendliche Segler, die für amtliche Spobos (ab 16 J) zu jung waren. Für das Regattasegeln sollte oberhalb des DSV Jüngstenscheines (für Kinder < 14 J) jedoch ein praxisorientierter Leistungsnachweis verfügbar sein. Der alte A-Schein war sehr praxisnah und galt ab 14 J.
    Dafür also der SPOSS, der natürlich nicht auf die Altersgruppe 14-16 J beschränkt ist. Der SPOSS wird ausschließlich durch dem DSV angeschlossene Segelvereine gelehrt, geprüft und ausgestellt. Der DSV verdient daran keinen Cent. Er hat ihn als Dienstleistung bzw. Service für seine Mitgliedsvereine lediglich konzipiert. Ach so, der Führerschein als Pappkarte wird vom DSV gedruckt und an die angeschlossenen Vereine abgegeben. Er hat regional unterschiedliche Inhalte (siehe unten) , sieht aber wenigstens überall gleich aus :grinning_squinting_face: . Kommerzielle Einrichtungen wie Segelschulen dürfen ihn nicht prüfen und den Schein auch nicht ausstellen. Insofern ist der SPOSS das Non-Profit-Gegenstück zum VDS.


    Umfang und Inhalt des SPOSS sind - und das ist etwas gewöhnungsbedürftig - modular auf das Revier des jeweiligen Segelvereins abstimmbar. Auf der Elbe enthält er häufig Gezeitennavigation (und ist darin sogar dem SpoboSee voraus!!), an der Küste Grundkenntnisse der Navigation usw. Als einziger Schein enthält er zudem Grundkenntnisse und Regeln zum Regattasegeln.


    Der SPOSS ist nicht überall bekannt, deshalb kann es sein, dass er ebenso wie der VDS nicht überall anerkannt wird oder dass man ihn beim Mieten eines Bootes erst erklären muss. Nach Einführung des SPOSS habe ich im Auftrag meines Vereins einen Test auf Hamburger Gewässern bei dortigen Segelbootverleihern gemacht. Die Hälfte kannte ihn damals noch nicht (das dürfte sich erledigt haben), hätte mir jedoch, nachdem ich ihn vorgelegt und erklärt habe, ohne weiteres ein Boot vermietet.


    Auch bei einschlägigen Versicherungen dürfte er mittlerweile verbreitet bekannt und akzeptiert sein - Deckung für ein eigenes Segelboot auf Binnenrevieren dürfte man damit sicher erhalten.


    Inhaltlich und hinsichtlich des Praxisbezugs halte ich den SPOSS mit Abstand für den besten Einstiegsschein. Er setzt allerdings voraus, dass die Ausbildung umfassend (Praxis + Theorie) in einem Segelverein vorgenommen wird.
    Uni-Sport z. B. könnte bzw. dürfte das nicht leisten.
    Die Lizenz zum Regattasegeln gibt es im Unterschied zum VDS gleich mit dazu.


    Wenn der SPOSS lokal nicht möglich ist, dann den Spobo Binnen/Segel.


    Gruß
    Andreas

  • Wenn der SPOSS lokal nicht möglich ist, dann den Spobo Binnen/Segel.


    Meine Meinung: Wenn der SBF Binnen Segel bzw. SBF Binnen Antriebsmaschine+Segel möglich ist, dann gar nicht erst über den SPOSS nachdenken.


    Nach Einstellung der alten DSV A, BR/BK und C-Scheine entstand eine Lücke für jugendliche Segler, die für amtliche Spobos (ab 16 J) zu jung waren. Für das Regattasegeln sollte oberhalb des DSV Jüngstenscheines (für Kinder < 14 J) jedoch ein praxisorientierter Leistungsnachweis verfügbar sein. Der alte A-Schein war sehr praxisnah und galt ab 14 J.
    Dafür also der SPOSS, der natürlich nicht auf die Altersgruppe 14-16 J beschränkt ist.

    Der SBF Binnen Segel (also ohne Antriebsmaschine) ist bereits ab 14 Jahren möglich.
    Regattaregeln muss man dann halt selber lernen.
    Wobei - nicht jeder möchte Regatten segeln.

    Liebe Grüße + Bleibt gesund!

    Mattze :blind:


    Auch stille Wasser sind naß! :baden:

  • :fragen: :fragen: :fragen: Sehr viele EU-Länder (alle?) haben Funkzeugnisse.


    Das ist zwar ein anderes Thema, aber zur Klarstellung:
    Nicht nur alle EU-Länder, sondern alle Ländern mit einer halbwegs regulären Verwaltung die der ITU beigetreten sind und die RR ratifiziert haben, haben Funkscheine. Die RR erfordert eindeutig eine Zertifizierung (einen Befähigungsnachweis) für die Teilnahme am GMDSS, auch für Sportboote.
    Ich wüsste nicht, wie die einzelnen Ländern diese Tatsache umgehen wollen. Denkbar ist, dass einzelne Länder kein eigenes Prüfungsverfahren haben. Diese werden dann einen ausländischen Schein anerkennen und damit zum "nationalen" Befähigungsnachweis machen.


    Gruß Ralf

  • Liebe Segler,


    ich danke herzlich für die vielen Antworten. Ich denke auch, dass der Sportbootführerschein Binnen Segel dann durchaus das sinnvollste ist.
    Ich kann ja einfach noch einmal bei meinem Gymnasium nachfragen, ob mich dort jemand auf die Prüfung vorbereiten kann. Dann könnte ich eine Segelschule ganz umgehen.
    Zur theoretischen Prüfung zum Schein noch eine Frage: Ich hatte 2011 gelesen, dass die Form der theoretischen Prüfung "vereinfacht" werden sollte. Soweit ich mich erinnere musste man vorher jede Frage in ganzen Sätzen beantworten (ohne Antwortvorschläge). Ich meine mich zu erinnern, dass man dies auf Ankreuzen umstellen wollte - ähnlich der Führerscheinprüfung. Ist das nun so?


    Und zur Segelscheinpflicht: Meine beiden Reviere wären tatsächlich das Steinhuder Meer und der Maschsee. Ich kenne in Niedersachsen kaum ein Revier, das segelscheinfrei ist. Selbst der Altwambüchner See - wobei der mit einem Umfang von etwa 3 Kilometern auch sehr klein ist :grinning_squinting_face:

  • Wenn es dir nur um das Bestehen der theoretische Prüfung geht, reicht eine App. Gibt's kostenlos, achte darauf, dass der Fragenkatalog Stand von 2017 ist. Falls es etwas mehr sein soll, dann kaufst du dir ein Lehrbuch. Denn aktuellen Fragenkatalog erhältst du bei http://www.elwis.de.

    Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.

  • ... z. B.: http://www.online-pruefen.de/ oder andere Seiten.


    Praktische Prüfung beschränkt sich auf Wende, Halse, MOB-Manöver und ggf. An-/oder Ablegen sowie verpflichtend 8 Knoten. Ist alles zusammen in 10 - 15 min erledigt.
    Unter Motor sinngemäß.


    Matthias

    Wer ständig zurück blickt, stolpert in die Zukunft.

  • Wie mir ein Segelkollege aus I mitteilte, ist in I die Ausbildung für den Seefunk Bestandteil der Ausbildung zum SPOBO. Die Kursteilnehmer werden an einem Abend an den Geräten eingewiesen und bekommen eine Teilnehmerbescheinigung. Wer in I im Besitz eines SPOBO ist darf Funken und das ganz legal.
    Es dürfte nicht das einzige Land der EU-sein, in dem die Sache Funk entspannter geregelt ist.

  • ... z. B.: http://www.online-pruefen.de/ oder andere Seiten.


    Praktische Prüfung beschränkt sich auf Wende, Halse, MOB-Manöver und ggf. An-/oder Ablegen sowie verpflichtend 8 Knoten. Ist alles zusammen in 10 - 15 min erledigt.
    Unter Motor sinngemäß.


    Matthias

    Das hört sich ja sehr gut an. Ich glaube, ich mache mir viel zu viele Gedanken. Ich erinnere mich, dass mir 2011 mitgeteilt wurde, auch das rückwärtssegeln sei prüfungsrelevant. Ich weiß noch, dass ich das ziemlich schwer fand und denke, dass mich diese "Negativ-Situation" nachträglich sehr verunsichert hat - weil es eben auch nicht sofort klappte. Ich hatte das Ruder falsch gelegt und habe dann immer wieder Fahrt aufgenommen - nach einer Wende aber wieder vorwärts, nicht rückwärts.
    Natürlich sollte man auch das Rückwärtssegeln sehr gut beherrschen. Nur dass es nicht prüfungsrelevant ist, beruhigt mich schon! :smiling_face:

  • Wenn ich aus Anfängersicht etwas einwerfen darf:
    Ich habe gerade den Segelgrundschein des VDS gemacht. Mir ging es dabei nicht um den Schein an sich, sondern darum unter Anleitung herauszufinden, ob mir Segeln überhaupt Spaß macht und wenigstens ein paar Grundlagen vermittelt zu bekommen; mit Mitte 40 lernt man auch nicht mehr so leicht :winking_face:
    Die 225€ erschienen mir dafür gut angelegtes Geld, erst recht wenn man die Verleihpreise für Boote dazu vergleicht.
    Ich überlege nun, ob ich noch einen Kurs mit mehr Praxis oder evtl. einen Katamaran-Kurs z.B. auf Elba mache, danach denke ich über den SBF See nach.


    Für gelegentliches Jollen-Segeln auf den für mich in Frage kommenden Gewässern (Nordsachsen/Südbrandenburg, Leipziger Seenland, Fränkisches Seenland) brauche ich nach meiner Recherche keinen Sportbootführerschein.


    Mein vorläufiges Fazit:
    So ein VDS-Schein ist prima zum Anfüttern für Anfänger. Wer z.B. durch Freunde, Eltern o.ä. schon Segelerfahrung hat, kann sich das Geld aber sicher sparen.
    Vom "SBF Binnen unter Segel" für Jollensegler hat der Segellehrer übrigens abgeraten mit der Begründung das es ausreichend Möglichkeiten für das führerscheinfreie Segeln gibt.

  • Wenn ich ausschließlich VDS-Scheine anbäte, würde ich auch von amtlichen Scheinen abraten. :smiling_face:
    Zunächst ist wichtig, dass man segeln lernt. Ein Schein wird unter Umständen wichtig, wenn man chartern möchte. Ob ein Zertifikat eines Vereins ausreicht, wird sich dann herausstellen.

    Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.