Doofe Frage : 220 V Converter

  • Ihr redet imme von möglicher Stromentnahme. Ich denk eigentlich immer wieder darüber nach, wie ich den wieder in die Batterie hinein bekomme

    Herzlichen Gruß - Peter Jc. :jugo:

  • Und andere wollen anscheinend die Zivilisation auch nicht einmal für ein Wochenende verlassen…



    So unterschiedlich sind die Segler.


    Alles was ich besitze ist auf dem Boot. Und Elektrowerkzeug ist ein muss um seinen Besitz in Stand zu halten.


    Wenn ich der Zivilisation entfliehen möchte, dann nehme ich mein Survival Backpack mit Faltbarem Feuerofen, Feuerstein, einem Tarp und dann wird Birkenrinde gesucht und von der Natur gelebt.
    Mit Tannennadeltee und allem.


    An Bord muss ich aber die Möglichkeit habenStrom zu erzeugen und zu verwenden. Ich schleppe meine Nähmaschine nicht in die Segelstube um zu nähen.


    Da kann man jetzt etwas abfällig denken dass manche der Zivilisation nicht mehr entfliehen können, ist aber schlicht unwahr.

    /Marco


    Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
    "There is no place, I can be, since i've found Serenity"

  • Ihr redet imme von möglicher Stromentnahme. Ich denk eigentlich immer wieder darüber nach, wie ich den wieder in die Batterie hinein bekomme


    Auch das ist ein Vorteil der LiFePo4, die saugen auf, was Deine Lima hergibt und zwar fast bis zur Vollladung.

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

  • Moin Uwe,
    - beim Inverter darauf achten, daß es sich um einen reinen Sinus-Wechselrichter handelt (Wechselrichter ist die altmodische deutsche Bezeichnung für Inverter).
    - Die Leistung sollte als Kompromiß gewählt werden; nehme den stärksten Verbraucher, berücksichtige den Anlaufstrom und lege danach den Inverter aus. Der Strom ist ganz einfach zu berechnen aus [Leistung in Watt] dividiert durch 230V. Bei einfachen Kompressorkühlschränken kann das der 10-fache Strom sein, bei mobilen Geräte ist der Anlaufstrom geringer, so ca. das 3-fache des Nennstroms. Da ist es wirklich deutlich effektiver, diese direkt aus 12V zu betreiben. Der Batterie sind Anlaufströme ziemlich egal, und der WR kann kleiner ausfallen.
    - Ob das Gerät "gut" ist, kannst Du u.A. aus dem Leerlaufstrom erkennen. Das ist der Strom, den das Gerät "für sich selbst" verbraucht, um überhaupt zu funktionieren, ohne daß es Leistung abgibt. Dieser Leerlaufstrom sollte so gering sein wie möglich.
    - EIn weiteres Indiz ist die Effizienz oder auch Wirkungsgrad in %. Die meisten Inverter kommen so auf Werte zwischen 85 - 93% (etwa). Das bedeutet, daß etwa 10% der aufgenommenen Leistung in Wärme umgewandelt wird. Der %-Wert sollte so hoch sein wie möglich, bezieht sich leider aber meistens auf höhere Leistungsabgaben. Ein 1000W-Inverter mit 50W belastet ist da nicht der Weisheit letzter Schluß.
    - Ich persönlich würde zu zwei getrennten Geräten neigen. Die kann man jeweils optimal auslegen (z.B. sehr starkes Ladegerät mit schwachem WR).
    Beispiel: mein 24V-Ladegerät "kann" 35A (1000W), aber der WR nur 300W. Das Ladegerät ist ein hochwertiges Meanwell aus industriellem Einsatz, der WR ein billiges Teil aus der Bucht, daß ich nur etwas "marinisiert" habe. Das sparte Geld und der kleine Inverter läuft, wenn der mal gebraucht wird, mit gutem Wirkungsgrad.


    LG Niels

    Segelt so lange Ihr könnt!

  • Vielen Dank für die Antworten von Louise70, zooom, das hülft weiter.


    Das Problem bei mir an Bord : es gibt 3 220V Steckdosen ( funktionieren mit Landstrom), aber nur eine 12V Steckdose in der Schalttafel die vernünftig dimensioniert ist,


    alle anderen sind abgegriffene Buchsen aus dem 12V System deren Kabelquerschnitt mir zu dünn erscheint. Es war ein Messeboot, viel Schein. (Dusche mit Gasbrenner für Heisswasser, ohne Abluft und ohne Ablauf)


    Also neu mit vernünftigen Querschnitten. Selbst die Kabel für den Converter werde ich neu legen müssen.

    ____________________________


    Grüße aus der Provinz


    Uwe

  • Kitchen Aid, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mikrowelle, Staubsauger..., seid ihr sicher das wir vom Segeln sprechen? Die meisten Geräte habe ich aus ökonomischen Gründen nicht mal zu Hause. :smiling_face:


    :gooost:

    Widerspruch zwischen Segeln und normalem Leben auf dem Boot


    Ist sicher auch eine Frage, wieviel Zeit man auf dem Boot verbringt und ob man zum Minimalismus bereits ist. Wer mehr Komfort möchte, muss eben eine zusätzliche Verbraucherbatterie anschaffen, auf der nur der Inverter/Wechselrichter hängt und die permanent mit Photovoltaik, Windgenerator oder Schleppturbine nachgeladen wird.

    Ihr redet imme von möglicher Stromentnahme. Ich denk eigentlich immer wieder darüber nach, wie ich den wieder in die Batterie hinein bekomme


    Das ist wohl der springende Punkt. :good2:

    Mario Falko


    Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
    :segeln:

  • Kitchen Aid, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mikrowelle, Staubsauger..., seid ihr sicher das wir vom Segeln sprechen?

    Das eine schließt das andere nicht aus.


    In den Niederlanden gehört das auf Motorbooten (meist Verdränger) zum Standard. Vielfach genutzt von Eignern im Ruhestand, die lange Zeit auf den Booten verbringen. – Warum sollte das auf Touringboote unter Segeln anders sein. Segelboote werden ja nicht nur zum Sport genutzt.


    Ihr redet imme von möglicher Stromentnahme. Ich denk eigentlich immer wieder darüber nach, wie ich den wieder in die Batterie hinein bekomme

    Die Frage stellt sich tatsächlich. – Mich würde die Strategie auch interessieren, wie man das hinbekommt, ohne permanent die Maschine mit entsprechend dimensionierter Lichtmaschine laufen zu lassen.

    Peter

  • Nun, diese Frage wird sich wohl am ehesten daran entscheiden, ob man Langfahrt macht oder jeden 2. Tag im Hafen ist. Die Langfahrer haben außer Solar, Windmühle, Generator und optimierter Laderegelung mit 2. wassergekühlter Lichtmaschine Alles an Bord, was der Supermarkt hergibt, dem Hafenhopser genügt ein ausreichend dimensioniertes Ladegerät für den 5. Festmacher.
    Und dann gibts noch die Hafenlieger, die Alles für Langfahrt an Bord haben, es aber nie brauchen...

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

  • Nun, diese Frage wird sich wohl am ehesten daran entscheiden, ob man Langfahrt macht oder jeden 2. Tag im Hafen ist. Die Langfahrer haben außer Solar, Windmühle, Generator und optimierter Laderegelung mit 2. wassergekühlter Lichtmaschine Alles an Bord, was der Supermarkt hergibt, dem Hafenhopser genügt ein ausreichend dimensioniertes Ladegerät für den 5. Festmacher.
    Und dann gibts noch die Hafenlieger, die Alles für Langfahrt an Bord haben, es aber nie brauchen...

    Nee, darum geht's mir nicht. Bleiben wir bei dem Fall von Peter ( pf:smiling_face: hier im Thread. – Wie ich ihn verstanden habe, möchte er möglichst autark ankern oder im Watt trockenfallen. – Gleichzeitig will er auf seinen (geplanten) 35-Füsser mehrere 230V-Gerätschaften betreiben und im Boat-Office arbeiten. – Ausreichende Kapazität mit einem geplanten LiFePo-Akku vorausgesetzt.


    Aber wie kann man ohne Landstrom in unseren Breiten den Akku realistisch mit Solar und Wind voll bekommen, ohne stundenlang den Diesel zu bemühen?


    540 W Solar.

    Sagt mir gar nichts. – Wie bekomme ich die dafür notwendigen Paneele mit möglichst wenig Abschattung z.B auf 35 Fuss unter und das während des Segelns. Welchen durchschnittlichen Ertrag habe ich in unseren Breiten, um meine Akkus in welcher Größenordnung voll zu bekommen. – Reicht das für die oben genannte Nutzung?

    Peter

  • Ich bin jetzt mit meinen 27" schon fast komplett autark. Mehrere Tage am Stück ohne Landstrom habe ich selbst in den Übergangsjahreszeiten z.B. letztes Jahr über Ostern mit drei oder vier Tagen Heizung, "normaler" Apparatur mit aktivem AIS, Plotter, Funke und Autopilot (EV 100) hinter mir. Abends im Hafen ja, aber kein Landstrom dort. Das ohne Einbaumotor = ohne Nachladung durch eine Maschine (die Minilichtmaschine des AB lädt nur die AB-Starterbatterie) und nur mit 60W Solar und dem Rutland WG 913, dafür mit 100 AH LiFePO4-Batterie. Alles keine Hexerei. Von Mai bis September nutzte ich praktisch nie Landstrom.


    Das ist aber Vergangenheit, gestern ist das Boot verkauft worden.


    Bei autarkem Leben auf größerem Boot sind 2 x 100 W Solar auf Geräteträger oben, ca. 2 x 60 W Solar auf dem Geräteträger seitlich und auf dem Geräteträger oben an jeder Seite je eine Halterung für einen Windgenerator geplant, wobei ich dann nur einen zunächst einplane. Das ist finanziell alles kein Hexenwerk, weil Solar aktuell sehr günstig ist. Aber dann habe ich ja auch eine Lichtmaschine, die für Kanalteilstrecken auch einen Beitrag leisten kann. Man wird sehen.


    Aber dann werde ich mich damit beschäftigen, wie ich die Warmwasserversorgung auch über Bordmittel hin bekomme. Ohne die Maschine laufen zu lassen. Anker und Bugstrahlruder sehe ich als energetisch irrelevant, weil die ja nur betrieben werden, wenn der Motor läuft, dann ist ja genug Energie dafür da.


    Je nach Konstellation geht also Energieautarkität auch in unseren Breitengraden. Und hat mit Langfahrt nichts zu tun. Das kann man auch als prinzipielle Einstellung sehen.

  • Ich denke wenn Kunden sich das passende boot zum tatsächlichen Bedarf kaufen , z.b. Segelboot, Motorsegler, Motorboot oder gar ein Hausboot, dann tauchen diese Energiekriesen gar nicht auf.


    Bitte nicht falsch verstehen, aber Faulheit wird oft mit Komfort verwechselt Und macht i.d.R auch nicht glücklicher.


    Am Anfang einer Planung steht eigentlich immer das aufsummieren der benötigten elektrischen Leistung. Wenn dabei raus kommt das ich z.B. 400AH pro tag brauche, dann ist ein sportliches Segelboot vielleicht nicht das Richtige Transportmittel. Man kann bestimmt an einen Porsche 911 eine AHK montieren weil man auch mal seinen Wohnwagen ziehen möchte, gehen tut das alles, aber ist das Diskussionswürdig???


    Ich hatte letztes Jahr am Ankerplatz um 7.30, die Sonne küsst die Bucht wach, einen dampfenden italienischen espresso aus der Schraubkanne in der Hand, die Natur erwacht zum Leben (alles reinster Luxus) ein boot mit in der Bucht der mit seinem Staubsauge mal jeden Genuss gekillt hat. Für ihn war das wahrscheinlich sehr komfortabel:-)

  • Sagt mir gar nichts. – Wie bekomme ich die dafür notwendigen Paneele mit möglichst wenig Abschattung z.B auf 35 Fuss unter und das während des Segelns. Welchen durchschnittlichen Ertrag habe ich in unseren Breiten, um meine Akkus in welcher Größenordnung voll zu bekommen. – Reicht das für die oben genannte Nutzung?

    Montiert auf den Davits. Maximaler Ertrag das 5-6 fache der Peakleistung in der Ostsee. Bei Bewölkung natürlich weniger, aber nie Null. Bei starker Bewölkung und Regen noch etwa 80 W Leistung (zwischen 9:00 und 17:00 Uhr im Juli).

    Gruß, Norman

  • ich plane mit 2x150Wp entweder auf einem noch zu installierenden Getäteträger oder seitlich am Heckkorb.
    200Ah LiFePo4 mit 30Ah LiFePo4 Reservebatterie (eigentlich fürs Schlauchi). Alle Leuchten und Lichter LED, Plotter, Funke, AIS, Kühlbox CDF25.
    Muß reichen.

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

  • Einfach mal rechnen hilft, den Zielkonflikt zu verstehen


    Kaffeemaschine 220V, 1300 W - 220V x 5,9A = 1300VA (W)
    Kaffeemaschine 12 V, 1300 W - 12V x 108,3A = 1300VA (W)


    Wenn ich aber per Inverter die Kaffeemaschine mit 220 V laufen lasse, habe ich die 108,3A doch aber trotzdem halt nur zwischen Batterie und Inverter, oder?


    Lässt sich das dann dadurch lösen, dass man den Inverter direkt an der Batterie anbringt und dafür extrem dicke Kabel verwendet? Ansonsten habe ich doch wahrscheinlich wieder das gleiche Problem, dass die Kabel gefährlich heiß werden und das außerdem einen großen Energieverlust bedeutet.

  • die Kabel gefährlich heiß werden


    Das verhindert ja die Absicherung, die bei zu hohen Strömen (der das Kabel heiß werden lässt) den Stromkreis unterbricht.

    Mario Falko


    Glück ist kein Ziel, sondern eine Reise.
    :segeln:


  • Wenn ich aber per Inverter die Kaffeemaschine mit 220 V laufen lasse, habe ich die 108,3A doch aber trotzdem halt nur zwischen Batterie und Inverter, oder?


    Lässt sich das dann dadurch lösen, dass man den Inverter direkt an der Batterie anbringt und dafür extrem dicke Kabel verwendet? Ansonsten habe ich doch wahrscheinlich wieder das gleiche Problem, dass die Kabel gefährlich heiß werden und das außerdem einen großen Energieverlust bedeutet.


    Auch ein Grund warum ich meine komplette Bordelektrik auf 24V umgerüstet habe.
    35mm2 Kabel verbinden Konverter mit den Batterien... Alles super

  • Gibt es so etwas integriert? Quasi die 220 V Steckdosen, die über den Landanschluss gespeist wird mit 12 V nutzen?


    Ja, gibt es, aber ich habe es getrennt, weil die Geräte mir zu viel Strom im Standby verbrauchen.


    Mein Ladegerät:
    VOTRONIC VBCS 60/40/430 Triple
    für Landstrom, Generator, Lichtmaschine (B2B integriert), Solar (375Wp)
    für 97Ah Blei Motor, 2 x 50Ah AGM Bugstrahlruder, 400Ah LiFeYPO4


    Meine Inverter:
    - mobitronic PerfectPower PP 2000 (baugleich: WAECO PerfectPower PP2000), fest installiert
    - BESTEK 200W (30 €), mobil


    Ich nutze 12V für alle Geräte aus KFZ-Steckdosen, die mit passenden Leitungen und Sicherungen max. 20A liefern (ca. 192 Watt).


    Einen Inverter schalte ich nur an, wenn ich ihn brauche, ansonsten ist er ausgeschaltet.


    Elektrische Geräte kaufe ich möglichst mit 12V-Anschluss. Es gibt auch viele 12V-Ladegeräte für Notebooks und Bosch-Akkus.


    Grundlagen Wechselrichter:
    https://www.reichelt.de/reiche…/index.php/Wechselrichter