Hubkielsensor DIY

  • Hier mal die Fortführung des Themas, das an diese Stelle hier begonnen hatte. Es geht um die messtechnische Erfassung des ausgefahrenen Kiels oder Schwertes in einem Boot mit manueller Hebemechanik.


    Einen Referenzpunkt mittels Endschalter, z.b. bei eingefahrenen Schwert zu holen und die Impulse zu zählen, findest du nicht sinnvoll? Ich habe mein Schiffchen ab und zu auf dem Trailer, damit beim wässern den Nullpunkt. Bei einer SPS, die ich nutze, kann ich den Aktualwert problemlos als „remanent“ definieren.


    Ich sehe da das Problem, wenn man bei ausgeschalteter Elektronik an der Spindel dreht, dass man das dann nicht mehr mitbekommt. Daher der Absolutgeber mit Poti. Da kann das unter keinen Umständen passieren. Du musst halt selbst entscheiden, was Dir wichtig ist. Eine Messung der Umdrehungen in Kombination mit einem Nullpunktsensor geht natürlich auch, funktioniert aber nicht immer sicher.


    Ich habe mir auch noch überlegt wie man das anders machen kann. Man könnte auch eine Art direkt gekoppelten umgelenkten Seilzug machen und in einem Plexiglasrohr einen Anzeiger laufen lassen. So ähnlich wie ein Füllstandsrohr aus Glas am Tank. Nur dass anstatt der Flüssiglket ein Zeiger am Faden auf und ab läuft. Entweder macht man das 1:1 oder untersetzt die Umdrehungen noch einmal 1:3. Dann muss das Plexiglasohr nicht 1,40m lang sein, sondern nur knapp 50cm. Das Rohr könnte man auf der Stirnseite des Kielkastens im "Salon" anbringen. Das wäre dann rein mechanisch.


    Eine elektronische Variante ist auch ganz charmant, da man so die Daten mit aufzeichnen könnte. Bei meiner Dehlya läuft der Kiel diagonal runter so wie bei Dir. Je nach ausgefahrener Kiel- Schwerttiefe verschiebt sich dadurch der Lateraldruckpunkt. Wenn ich meinen Kiel nur 1 m ausfahre läuft mein Boot nur mit der großen Genua perfekt, was eigentlich komisch ist, da die Segelflächen nicht gleichmäßig aufgeteilt sind. Bei voller Besegelung muss der Kiel komplett runter, sonst wird das Boot zu luvgierig.


    Norbert

  • Ja, du hast recht. Ausschalten und dann dran rumdrehen ist doof, kann aber passieren.
    Ich bin für die elektronische Variante, weil mir das mehr Spaß macht ;-).
    Ein Minigetriebe mit Poti ist ne gute Idee. Da geht auch einfach ein 0-10 V Standardsignal
    rauszuarbeiten. Oder wolltest du das gleich mit einem ESP kombinieren?

  • Dann müsste man das auf ein 10 Gang Poti umsetzen, wenn ich das auf meine Hauptachse umsetze.... Zahnräder sind 1:3, also 60 Umdrehungen auf die 10 vom Poti. Rein rechnerisch habe ich 170 Umdrehungen an der Kurbel.

  • Oder wolltest du das gleich mit einem ESP kombinieren?


    Ja, genau so wollte ich das machen. Mit einem ESP32 oder ESP8266, je nachdem was man damit anfangen möchte.


    Obwohl, eine reine Mechanik hätte auch Charme.


    Norbert

  • norbert-walter:

    Ich habe mir auch noch überlegt wie man das anders machen kann. Man könnte auch eine Art direkt gekoppelten umgelenkten Seilzug machen und in einem Plexiglasrohr einen Anzeiger laufen lassen. So ähnlich wie ein Füllstandsrohr aus Glas am Tank. Nur dass anstatt der Flüssiglket ein Zeiger am Faden auf und ab läuft. Entweder macht man das 1:1 oder untersetzt die Umdrehungen noch einmal 1:3. Dann muss das Plexiglasohr nicht 1,40m lang sein, sondern nur knapp 50cm. Das Rohr könnte man auf der Stirnseite des Kielkastens im "Salon" anbringen. Das wäre dann rein mechanisch.


    Moin Norbert,


    ob das so komodig ist? Da musst du vom hellen Tageslicht nach unten ins Dunkle gucken. Meine Augen konnten sich nicht so schnell umgewöhnen.


    Ich messe jetzt mit 5 induktiven Abstandssensoren die Stellung des Hydraulikkolbens. Ist zwar nicht kontinuierlich sondern nur alle 20 cm. Langt mir aber. Fünf Leuchtdioden im Cockpit zeigen mir dann die Schwertstellung an. Die Sensoren kosten jetzt knapp 14,- EUR/Stck.


    Gruß Martin

  • Hallo Norbert und Martin


    Die einfache (französische) Anzeige ist zumindest bei einigen Bénéteau-Schwenkkielern standardmässig vorhanden und funktioniert bestens. Es braucht keine besonders guten Augen, um die Stellung vom Niedergang aus zu sehen, hängt aber natürlich vom Boot ab.


    Beste Grüsse
    Walter

  • Hallo Norbert und Martin


    Die einfache (französische) Anzeige ist zumindest bei einigen Bénéteau-Schwenkkielern standardmässig vorhanden und funktioniert bestens. Es braucht keine besonders guten Augen, um die Stellung vom Niedergang aus zu sehen, hängt aber natürlich vom Boot ab.


    Beste Grüsse
    Walter


    FirstClass8:
    Moin Walter,


    hast recht, hängt natürlich vom Boot ab. Ist bei dir bestimmt gut zu erkennen und Norbert kann es ja ohne weiteres mit einem Dummy ausprobieren.


    Gruß Martin

  • Die einfache (französische) Anzeige ist zumindest bei einigen Bénéteau-Schwenkkielern standardmässig vorhanden und funktioniert bestens.


    Hab ich mir doch schon gedacht, dass es so etwas schon gibt. Die Franzosen haben es eben drauf. Ist so zu sagen die Variante mit dem Seilzug. Sie ist im Grunde genommen auch die einfachste Variante.


    Norbert

  • Also, nach ein bisschen Fummelei funktioniert mein 4-20mA Ultraschallsensor im Freien recht gut und genau.
    Messbereich 0 bis 150 cm +- 2 cm.
    Ich werde mal aus Karton einen Schwertschacht simulieren und dann mal Bericht bzw. ein paar aussagekräftige Fotos einstellen.


  • Sehr spannend, ich lese hier auch mal mit! Ich werde in der Wintersaison versuchen für meinen hydraulischen Schwenkkiel
    eine Art Tiefenanzeiger zu bauen. Allerdings schwebt mir eine digitale Anzeige vor, die den "realen" Tiefgang
    angibt. Mal sehen, vielleicht mit einem ESP32 o.ä. der sich Werte aus einer Tabelle sucht,
    je nachdem in welcher Position der Hydraulikzylinder steht. Ich bin da aber noch am theoretisieren,
    an den Kielkasten traue ich mich erst, wenn das Schiff aus dem Wasser ist.
    Die Idee mit den induktiven Abstandssensoren und Leuchtdioden gefällt mir aber auch sehr gut!
    Darf ich fragen, welche Sensoren Du verbaut hast?


    beste Grüße, Martin

  • Ich habe jetzt mal eine Ultraschallsensor an einen ESP dran gehangen. Einer mit schmaler „Keule“. Nachteilig ist, das
    der einem Messbereich ab 30cm hat .. bis 500....wäre zuviel. Da müsste man nochmal eine bessere Auswahl finden.
    Der hat einen analogen Ausgang, den ich kurzerhand in cm umrechne. Auf dem Sofa ist er erst mal hinreichend genau.
    Der Ultraschaller mit 4...20 mA, den ich zuerst in Arbeit hatte, geht ab 2 cm. In einem schmalen Karton (=Schwertschacht)
    funktioniert er gut. Der hängt aktuell an meiner Logo dran.
    Da der ESP dadurch unterfordert war, habe ich fix noch eine Zusatzfunktion eingebaut. Die finde ich auch recht hübsch.

  • Das sieht ja richtig gut aus! So eine Info, ausgegeben auf einem schicken Display im Cockpit wäre mein Traum,
    bitte halte uns auf dem laufenden und berichte von Deinen Forschritten!


    Wärst Du eventuell bereit, Deinen Source-Codezu teilen ? Natürlich ohne Gewähr :winking_face:
    Mich interessiert, wie Du das programmiertechnisch gelöst hast, stehe vor der gleichen Aufgabe..


    Beste Grüße,
    Martin

  • Hallo Martin,


    ich will die Webseite noch aufhübschen, einen Plan zum nachbauen zeichnen.
    Im Moment ist es noch alles „fix mal zusammen gelötet“.
    Habe blos mal die Analogwertskalierung auf github gestellt. AnalogScale
    Dann stelle ich es auch auf Github zur Verfügung.
    Dauert noch zwei, drei Tage.


    Gerry

  • So, nun bin ich erst mal zufrieden und sage mal V1.0 dazu.


    Den Code findet man hier: Bootsdaten


    in der V2 werde ich mal überlegen, Daten auf N2k oder/und NMEA0183 zu schieben.
    Für die Krängung habe ich bei N2k eine PGN gefunden. Für die Schwertstelllung gib es sowas wohl nicht.
    Naja, auf dem Tablet oder so macht es sich aber auch schon hübsch.


    Gerry