Verfugen von Kork-Boden

  • Hallo zusammen,
    ich bin gerade dabei die Backskisten mit Kork zu belegen (vom Material her ähnlich wie Marinekork). Ich habe bereits mit einer Oberfräse Fugen gefräst. Das hat erstaunlich gut geklappt, sodass ich nun verfugen möchte :).
    Meine Vorgehensweise wäre grundsätzlich:


    • Mit Malerband abkleben
    • Überfüllend Verfugen
    • Mit Spachtel ohne Druck glatt ziehen (aber so dass es noch leicht überfüllt ist)


    Und jetzt fangen die Fragen an:

    • Malerband im leicht angetrockneten, aber noch nicht durchgehärteten Zustand abziehen?
    • Direkt abziehen?
    • Warten bis es vollständig durchgehärtet ist?
    • Lohnt es sich die das durchgehärtete Material mit einem Stechbeitel abzutragen oder direkt schleifen?


    Ich habe hier schon einige schöne Beispiele für Korkböden gesehen. Daher mal die Frage an die Experten: wie habt ihr das gemacht?
    Viele Grüße aus dem Norden

  • Du musst die fuge vorher versiegeln (grundieren), sonst hält der Dichtstoff nicht. Nach dem einbringen und durchtrocknen kannst du vor dem schleifen mit einem cutter den überstand abschneiden. Zum verfüllen eignet sich ein Polymer dichtstoff.

  • Grob abkleben. Perfekt wird es eh nicht.


    Abziehen. Es geht dabei nur drum, die Fuge sicher zu füllen und unnötiges Material zu entfernen. Genügend "Fleisch" lassen. Fuge fällt ein!


    Danach sofort das Abklebeband entfernen! Wenn die Hautbildung erst eingesetzt hat, reißt man alles wieder runter.


    Mindestens(!) zwei Wochen warten, damit die Fuge Zeit zum Härten und damit zum Schrumpfen hat, sonst trägt man zuviel Material ab und die Fuge fällt weiter ein.


    Abtragen mit Mozard-Messer oder sowas...kann, muss nicht. Krieg ich jedenfalls eh nicht perfekt hin.


    Schleifen mit 40er oder 80er.


    So hab ich es gemacht.


    LG Gerhard

    Edited once, last by gdb ().

  • gdb:


    Hast Du das so bei Kork gemacht, mit dem Abziehen?


    Mir war das zu riskant. Ich hatte zwar Marinekork verarbeitet, aber im Gegensatz zu Holz ist die Oberfläche doch schon deutlich weicher. Da habe ich verfugt, wie beschrieben und dann geschliffen (Sauarbeit, braucht das, was ich eigentlich nicht habe: Viel Geduld). Das Risiko, mir Schnitte in den Kork zu machen, tiefer als man nachschleift, war mir zu hoch. Das heißt aber natürlich nicht, dass man nicht doch Abziehen kann. Mir war das bloß zu heikel.

  • Es kommt auch ein wenig auf das Material an. Abkleben in der Fläche hab ich nie gemacht (zu viel Arbeit). Mit cutterklingen arbeiten erfordert ein bisschen routine, dann geht das recht simpel. Mit ms Polymer verfugt fällt auch nichts ein, bei anderen Dichtstoffen kommt das durchaus vor.


    Die Fugen auf jeden Fall Grundieren, sonst ist die Flankenhaftung nicht so klasse. Gutes gelingen.

  • Guten Morgen,
    vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten.


    An das Grundieren für die Flankenhaftung hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht gedacht. Womit würdet ihr das machen? Epoxy?
    Ich nehme ansonsten schon mal mit: Klebeband sofort abnehmen, wenn alles verfugt ist.
    Und mal nebenbei bemerkt, hatte ich gehofft, dass das Verfugen und Schleifen gar nicht so viel Arbeit ist :O

  • Hallo!
    Habe letztes Jahr mein komplettes Cockpit mit Marinekork erneuert.


    Die Fugen hab ich zuerst mit Primer bearbeitet. Danach ohne abkleben gefugt und ordendlich überfüllt. Nur ganz leicht angedrückt. Danach ist es absolut wichtig das Fugenmaterial durchhärten zu lassen! Lieber ein zwei Tage mehr als zu wenig!! Hab mit einer Cuterklinge die überstehende Kleberraupe abgeschnitten. Wenn du das zu früh machst fällt dir anschließend die Fuge ein. Geschliffen hab ich dann zuerst mit 60er Papier und den zweiten Gang mit 80er. Habe am Anfang meinen billig Schwingschleifer verwendet und dann auf den Festool Excenterschleifer vom Schwiegervater (Malermeister / Profigerät :grinning_squinting_face: ) mit Absaugung gewechselt. Unterschied wie Tag und Nacht bei den Geräten :winking_face: . Die fertig gefugten Korkplatten liesen sich übrigens mit Tischkreissäge und Oberfräse wunderbar bearbeiten! Habe aus dünnem Sperrholz Schablonen gebaut und die Korkplatten mit dem Bündigfräser in Form gebracht.
    Zu beachten ist sicher auch: Kork ist nicht gleich Kork! Marinekork funktioniert ohne abkleben. Bei Baumarktkork glaub ich das nicht da der sicher offenporiger ist und die "Korkkrümel" mit einem anderem Bindemittel verklebt sind.Lg
    Ulrich

    Edited once, last by uli2606 ().

  • Genau so. Mit Naturkork (also nicht aus Granulat mit entsprechen Bindemittel) funktioniert das nicht wirklich.

  • Falls Du dich entscheidest die Klebestreifen früh abzuziehen, dann solltest Du Handschuhe unbedingt tragen und eine Mülltüte zum ablegen so installieren, dass die offen und leicht zugänglich ist. Das abziehen ist nämlich eine große Sauerei, aber gut machbar wenn man alles vorbereitet hat.
    Wenn das Fugenmaterial dann aber trocken ist, läßt sich die Oberfläche gut schleifen und wird sauber.

    Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
    Alexis Carrel

  • Quote

    Hast Du das so bei Kork gemacht, mit dem Abziehen?


    Ja, aber dafür gibt es ein spezielles Messer: Mozart-Messer


    Das habe ich verwendet. Die Chance, damit etwas kaputt zu machen, ist eher klein. Mit der klassischen Cutterklinge sind mir auch schon blöde Patzer passiert.
    Allerdings ist es auch eine blöde Arbeit und habe ich auch damit nicht wirklich zufriedenstellende Ergebnisse erhalten.
    Das letztere mag aber auch an mir liegen :upside_down_face:


    Ich bin jedenfalls davon wieder abgekommen. Schleifen alleine dauert dann halt etwas länger. Ich muss aber zum Schluss so oder so schleifen.


    lg
    Gerhard

  • Mit etwas Übung geht auch ein Stechbeitel. Meine sind zwar schon 35 jahre alt aber gut geschärft wie eine Rasierklinge.


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    Ablösen eines getrockneten Lacktropfen vom rohen Furnier geht problemlos ohne Beschädigung des Holzes.

  • Ich werde auf jeden Fall an einem Probestück mal anfangen ;). Stechbeitel wäre auch meine Wahl gewesen, dann Schleifen.. Das Mozart Messer werde ich mir vermutlich eher nicht dafür kaufen - auch wenn es wahrscheinlich die besten Resultate bringen wird.
    Am Wochenende muss ich erst mal noch die restlichen Sperrholzplatten zurecht sägen und die andere Hälfte vom Kork fräsen. Kann ich übrigens bestätigen, dass es mit einer Oberfräse echt super funktionert. Dann werde ich die Sika Tube mal an einem Probestück halten :).

  • Das Stechbeitel muss nur wirklich gut geschliffen sein und beim anwenden verkehrt herum benutzen (schliff nach unten, dann geht es nicht ins material).

  • Auf die Idee den Beitel verkehrt herum zu halten, bin ich auch noch nicht gekommen. Danke!


    Also die Schneidfläche drücke ich quasi ans Material?