Wurde schon mal jemand wegen MwSt. kontrolliert?

  • Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann gilt ein Eintrag im Schiffsregister als Nachweis für die bezahlte Mehrwertsteuer.


    Gilt das für jedes Schiffahrtsregister? Ich habe von meinem Vorbesitzer noch den "Schiffsbrief" (heisst das so?) aus dem
    dänischen Schiffartsregister. Auch online kann man einsehen, das mein Schiff dort registriert war.


    Ist das im Zusammenhang mit meinem Kaufvertrag als Nachweis anzuerkennen?

    Gruß Jan -------- :pirat:

  • Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann gilt ein Eintrag im Schiffsregister als Nachweis für die bezahlte Mehrwertsteuer.


    Gilt das für jedes Schiffahrtsregister? Ich habe von meinem Vorbesitzer noch den "Schiffsbrief" (heisst das so?) aus dem
    dänischen Schiffartsregister. Auch online kann man einsehen, das mein Schiff dort registriert war.


    Ist das im Zusammenhang mit meinem Kaufvertrag als Nachweis anzuerkennen?


    Die Schiffregister sind soweit Deutschland weit alle rechtlich gleich gestellt, jedes mit seiner Zuständigkeit. Frage doch einfach mal nach hier.
    Ja, die sind auch öffentlich soweit mir bekannt und da kann jeder Auskunft erhalten ob Online, weiß ich nicht.
    Ein Eintrag im Schiffsregister ist rechtlich in ungefähr gleichzusetzen mit einem Grundbucheintrag.


    Schiffbrief hört sich für mich eher wie Messbrief an, vielleicht heißt das aber auch in Dänemark ein wenig anders. Oder aber Du hast dein Boot vielleicht nicht ausgeflaggt beim dortigen Register... vielleicht muss man das aber auch gar nicht.
    Meins kam von einem Deutschen Besitzer, deswegen hat mich dieser Punkt nicht interessiert.....

  • Ente 23 beschreibt ja weiter oben einen Fall, in dem das offenbar nicht sichergestellt ist.
    Ein deutscher Kunde kauft auf einer NL-Werft ein neues Boot und entrichtet keine MwSt. in NL und offenbar auch nicht in D.
    Der Nacheigner legt bei einer Kontrolle offenbar treuherzig eine Originalrechnung seines Vorbesitzers vor, aus der explizit hervorgeht, dass keine MwSt. entrichtet worden ist - und wird natürlich zur Kasse gebeten.


    Ich weiß es wirklich nicht: kann man als Privatier bei einem gewerblichen Kauf im EU-Ausland sich dort die MwSt. abziehen lassen und die Entrichtung im Heimatland anschließend "vergessen", ohne dass es einen halbwegs wirksamen Kontrollmechanismus dazu gibt?


    Gruß
    Andreas



    Vor 30ig Jahren ja, h, eute nicht mehr da EU!


    Dochdoch, auch heute noch. Beim Kauf von Neuware im EU-Ausland, z.B. Österreich, entfällt die USt, nach der Einfuhr in Deutschland muss man die USt anmelden und auch selbst berechnen. Da muss man aktiv tätig werden und darf nicht warten bis das FA dahinterkommt. Auf diese Weise habe ich beim Kauf meines Autos einiges gespart, weil der Nettopreis in Ö deutlich niedriger ist.

  • Hallo,


    habe mich jetzt durch mehrere Seiten zum Thema durchgearbeitet. Das es Kontrollen gibt ist dabei hinreichend klar geworden. "Leider" konnte aber in fast allen geschilderten Fällen der Nachweis erbracht werden.
    Ich würde gerne wissen was passiert, wenn dass nicht möglich ist, z. B. weil man nur eine Rechnung vom Voreigner ohne MWSt hat. Dazu habe ich so gut wie nichts gefunden.
    Gibt es hier auch Fälle, in denen Jemand die MWSt dann nachentrichten musste oder Fälle, wo man ohne den Nachweis zu haben nicht zahlen musste? Meine jetzt ganz normale Eigner/Privatpersonen wohnhaft in der EU und nicht Boote, die über irgendeine Firma auf den BVI oder so registriert sind.

  • Hab dir mal einen - wie ich finde ganz interessanten Link - zum Thema rausgesucht: Klick


    Volker

  • Moin Volker,


    "ganz interessant" ist gut :smiling_face: .
    Der Text ist umfassend, verständlich und wenn er sachlich zutrifft, woran ich nicht zweifle, dürfte das Thema hier wohl weitgehend (endlich) erledigt sein.


    Gruß
    Andreas

  • 1994, 1995, 1996 in jedem Hafen in den Niederlanden


    Zoll verkleidet als Segler und Urlauber

    :Laie_22: Rainer

  • Hab dir mal einen - wie ich finde ganz interessanten Link - zum Thema rausgesucht: Klick


    Volker


    Danke!
    Diesen Text habe ich mir bei meinen Recherchen natürlich auch schon zu Gemüte geführt.
    Mich würde aber interessieren, ob wirklich schon mal jemand die MWSt nachzahlen musste weil er es nicht nachweisen konnte oder ob jemand mit einem Boot ohne MWSt-Nachweis mit einem INF3 bei der Kontrolle durchkam. Dazu findet man leider praktisch nichts. In den Fällen, die ich bislang gefunden habe, gab es ja scheinbar immer einen MWSt-Nachweis und somit sowieso kein Problem, ausser in so Sonderfällen wie das Boot über Firma in einem Steuerparadies.

  • Sobald ein INF3 vorgewiesen wird gilt das Boot als Gemeinschaftsware und somit auch MWST mäßig abgewickelt, heißt bei Vorlage ist die Kontrolle zu Ende, das ist ja auch der Sinn und Zweck eines INF3 .

  • Moin miteinander.


    So, nun möchte ich ein INF3 vom Zoll abzeichnen lassen. Dazu muss das Formulsr aber erst einmal ausgefüllt sein. Weiß jemand, was in die entsprechenden Felder einzufüllen ist?
    2. Empfänger im Zeitpunkt der Ausfuhr (ich führe ja das Boot mit mir selber darauf aus. Das müsste dann ich selber sein.)
    3. Bestimmungsland im Zeitpunkt der Ausfuhr (wenn kein bestimmtes Land geplant, vermutlich könnte man aber auch ein beliebiges Land außerhalb der EU angeben?)
    4. Anzahl, Art, Nummern, ... der Packstücke (reichen hier Bootstyp, Baunummer etc. oder muss die Ausrüstung des Bootes ebenfalls aufgeführt werden?)
    7. Stat. Wert (ist das der Zeitwert oder der Ursprungswert des Bootes?)
    9. Tarifstelke des GZT (Warengruppennummer, beim seegängigen Segelboot die 8903 91 10)
    10. Zusätzliche Angaben ... a) Ausfuhrpapier (muss man da beim Boot etwas eintragen?)


    Hoffentlich kann jemand helfen, der Zoll darf offenbar selber nicht beratend tätig werden.


    Danke und Grüße,
    ruhrpottsegler

  • Nur zur Info für alle, die sich zum Thema MwSt-Nachweis schlau machen wollen. Ich habe heute mit meinem zuständigen Hauptzollamt gesprochen. Es gilt mittlerweile, dass bei Booten, die älter als 10 Jahre sind und sich in der EU befinden, angenommen wird, dass die MwSt bezahlt ist. Ansonsten muss der Zoll das Gegenteil beweisen. Es wird dringend empfohlen den eigenen Kaufvertrag als Eigentumsnachweis mitzuführen, alternativ den Internationalen Bootsschein. Idealerweise kann über die Bootsplakette das Alter des Bootes (>10 Jahre) nachgewiesen werden. Das ist für den Zoll ausreichend. Die oft zitierte 1984-Regelung gilt explizit nicht mehr.


    Für jüngere Boote sollte die Werftrechnung mit MwSt-Ausweis vorhanden sein.


    INF3 wird nur benötigt, wenn die EU verlassen wird, bzw. vielmehr bei der Rückkehr. Beantragung aber vor Ausfuhr. Das INF3 wird bei Booten > 10 Jahre bei Vorführung und Vorzeigen des Kaufvertrages (auch von Privat, ohne MwSt-Nachweis) ausgestellt.


    Grüße
    ruhrpottsegler