Mastverlust

  • Hallo liebe Segelgemeinschaft,


    Mein Freund und ich haben uns unser erstes Segelboot zugelegt. Es ist eine Triss Magnum 600, ein schwedischer Kleinkreuzer. Sie ist ein wundervolles Boot und wir sind ganz im Glück! Auf der Überführungsfahrt in den letzten zwei Wochen hat uns leider die Elbe einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir stehen vor dem wohl größten Albtraum eines Seglers/ einer Seglerin. Wir mussten uns von unserem Mast verabschieden. Die Elbe hat unsere 6 Meter lange Triss ordentlich zum stampfen gebracht und unseren Mast aus der Legevorrichtung gebrochen. Glücklich, dass wir heil davon gekommen sind, sind wir nun auf der Suche nach einem neuen Rigg. Hat jemand von euch Erfahrungen mit gebrauchten Masten und Mastanpassungen? Wir sind bereits mit der Mastverwertung im Kontakt, die würden uns einen Mast anpassen, sogar mit Mastlegevorrichtung. Allerdings haben uns auch andere Segler erstaunt angeschaut und meinten, wir können uns direkt ein neues Boot zulegen. Ein neuer Bootskauf kommt für uns nicht in Frage, da wir uns in das Boot verliebt haben und sie in einem super Zustand ist - leider zur Zeit ein Motorboot.
    Was habt ihr für Erfahrungen in diesem Gebiet?


    das Sprichwort Mast- und Schotbruch hat für uns nun eine neue Bedeutung...


    Mit sportlichen Grüßen


    Sarah

  • Hallo Sarah,


    trotz der traurigen Erfahrung erst einmal ein


    :viannen_01:


    Bei einem Mastbauer habt Ihr ja schon gefragt, ob Euer Schaden reparabel ist.


    Viel Erfolg!

  • Hallo TriSarah:
    ich habe einen übrig. Ein Angler baute sich einmal ein Kleinkreuzer (Hai 590) zum Angelkahn um. Das kompl. Rigg übernahm ich. Nimmt hier nur Platz weg. Ich glaube der Mast ist 7,40 lang. Genaueres per PN, wenn du magst.
    Die Segel befinden sich sogar noch in Berlin.


    Reinhard

    Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
    Nur meine Erwartungen vermögen das.

  • Hallo Sarah,
    habe ich das richtig verstanden der gelegte Mast ist euch über Bord gefallen? Was für ein Pech!


    Aber hier ist ja schon Hilfe angeboten worden!
    Das man jetzt ein neues Boot kaufen muss, halte ich für Blödsinn.
    Gerade Masten für kleine Boote bekommt man immer mal gebraucht, wie jetzt von Reinhard.


    Gruß Andreas

  • Danke schonmal für die schnellen Antworten, das erhellt meinen Tag sehr!
    Wir sind eigentlich auch guter Dinge, ansonsten würden wir beim Segeln wahrscheinlich auch nicht weit kommen :grinning_squinting_face:

  • Erstmal mein Beileid! Sowas zum Saisonstart braucht keiner. Falls eine Kaskoversicherung besteht würde ich den Schaden dort melden. Sonst bleibt nur zu hoffen, dass die Suche nach günstigem Ersatz erfolgreich ist!


    Btw: Wer oder was ist "Mastverwertung"?

    Der Weg ist der Weg. Das Ziel ist das Ziel.

  • Ich meinte Bootsverwertung, nicht Mastverwertung. Ich glaube das ist klarer :smiling_face:

  • einen gebrauchten Mast zu bekommen ist ohne weiteres möglich.
    z.B. ebaykleinanzeigen.
    Schiffsverwerter finde ich auch eine gute Idee.


    Es kann halt teuer werden, wenn man die Wanten und Stage anpassen lassen muss und/oder die Segel
    nicht mehr passen.
    Auf jeden Fall, wenn möglich, einen gleichen oder leicht längeren Mast kaufen.
    Kürzen ist immer einfacher. Oder die Segel gehen halt nicht bis ganz nach oben.


    Oder der neue Mast kommt mit Segeln. Dann sind es nur die Wanten/Stage.

    Gruß Jan -------- :pirat:

  • Willkommen und herzliches Beileid.


    Wie das genau vonstatten gegangen ist dürfte recht interessant sein. Ihr hattet doch sicherlich die Fallen am Mast usw. Warum blieb der nicht in oder besser an der Reling hängen. Das ist wirklich hart. Musstet ihr den Mast dann frei schneiden um größere Schäden zu verhindern?

  • Die Mastlegevorrichtung war eher für die Überführung der Kanäle tauglich. Wir hatten auch "nur" EINEN Kilometer Elbe, den wir als Anfänger total unterschätzt hatten. Der Voreigner hatte uns diese gebaut, allerdings lag der Mast am Buck in der Ausbuchtung der Reling für den Anker nur auf der Holzvorrichtung, die auch einen recht steilen Winkel nach hinten hatte. Am Heck war er zusätzlich mit Kabelbindern an der Reling befestigt. Die Vorrichtung am Heck ist uns weggebrochen und vorne ist der Mast rausgesprungen. Wir konnten den Mast zum Glück ohne große Mühe, als er auf der Reling lag, von Bord werfen. Halten konnten wir ihn durch den Wellenschlag leider nicht und mussten erstmal darauf achten, uns in Sicherheit zu bringen.
    Von dort an ging die Reise deutlich vorsichtiger und mit steiler Lernkurve voran. So ein Fehler wird uns nicht nochmal passieren!

  • Evtl. könnte ein Mast vom Waarschip 570 passen, in den eBay-Kleinanzeigen hatte ich neulich einen gesehen, m.W. in Bremen.
    Zum stehenden und laufenden Gut: Die Jofa ist alt, falls sie noch ihr erstes stehendes und laufendes Gut gehabt haben sollte (nicht unwahrscheinlich), dann wäre das nur eine vorgezogene Ersatzinvestition. Macht die Sache nicht billiger, hilft einem aber vielleicht beim Bewältigen.
    Schade, und alles Gute für die Zukunft.

  • Liegt der Mast denn im Fahrwasser oder womöglich irgendwo im flacheren Gewässern? Muss der nicht auch sowieso da raus um für andere keine Gefahr darzustellen? Zahlt die Versicherung womöglich die Bergung?

    LG julian

  • Hallo,


    auf der Triss Magnum steht (lt. schwedischen Webseiten) ein Soling Rigg ... damit segeln die Dinger erstaunlich gut (für die Bootsgröße).
    Da einfach etwas kürzeres drauf zu stellen ist evtl. nicht zielführend ...


    Gruß vom Elbtroll

    ¯\_(ツ)_/¯

  • Liegt der Mast denn im Fahrwasser oder womöglich irgendwo im flacheren Gewässern? Muss der nicht auch sowieso da raus um für andere keine Gefahr darzustellen? Zahlt die Versicherung womöglich die Bergung?

    Sobald der Krankutter rausfährt hat die Versicherung 3 neue Masten ausgegeben...

  • Soling-Rigg wäre nicht schlecht, daswäre ggf. einfacher zu bekommen, als ein custom-made Rigg.


    Zur Planung und ggf. zum Abgleich mit den Maßen von in Frage kommenden Riggs findet Ihr hier eine ganze Menge technischer Daten zu dem Boot:
    https://sailboatdata.com/sailboat/triss-magnum
    Schöne Grüße,
    Roman

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Es geht ja darum ob der nicht sowieso gehoben werden muss. Gebrauchte Masten in der Größe laufen zwischen 80 und 300 €. Andererseits könnte ein geübter Taucher den Mast auch mit einem Luftsack vermutlich an die Wasseroberfläche befördern. Das ließe sich vielleicht noch im Bekanntenkreis abbilden. Oder wenn er nur auf 3 Metern Tiefe liegt kommt man vielleicht auch noch dran um eine Leine zu befestigen. Schwerer wird es wohl sein ihn überhaupt zu finden. Ich meine mal gelesen zu haben, dass beim Bergen eines gesunkenen Sportbootes 2/3 der Kosten auf das Lokalisieren und nur 1/3 auf das eigentliche Heben entfallen.

    LG julian

  • Ich habe grade mal die Soling aufgerufen: https://sailboatdata.com/sailboat/soling
    Das Rigg scheint etwas größer zu sein als das originale der Triss Magnum.


    Kann natürlich sein, dass das Boot damit besser segelt (z.B. wenn es ursprünglich etwas untertakelt war), aber ob bei einer Verlegung an die Elbe/Nordsee ein größeres Rigg sinnvoll ist? Da ist der Wind i.d.R. eher stärker als in der Ostsee. Schnell wird da das Boot zu rank.


    Hängt natürlich auch mit Eurer Segelerfahrung zusammen, ob eher ein leicht übertakeltes Boot oder ein leicht untertakeltes Boot gewünscht wird. Wobei man zu große Segel i.d.R reffen kann...
    Immerhin ist die Soling über 2m länger, das sind ca 35%
    Schöne Grüße,
    Roman

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Einen Mast in einem Tidengewässer wie der Elbe wieder zu finden ist in etwa wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.

  • Es geht ja darum ob der nicht sowieso gehoben werden muss. Gebrauchte Masten in der Größe laufen zwischen 80 und 300 €. Andererseits könnte ein geübter Taucher den Mast auch mit einem Luftsack vermutlich an die Wasseroberfläche befördern. Das ließe sich vielleicht noch im Bekanntenkreis abbilden. Oder wenn er nur auf 3 Metern Tiefe liegt kommt man vielleicht auch noch dran um eine Leine zu befestigen. Schwerer wird es wohl sein ihn überhaupt zu finden. Ich meine mal gelesen zu haben, dass beim Bergen eines gesunkenen Sportbootes 2/3 der Kosten auf das Lokalisieren und nur 1/3 auf das eigentliche Heben entfallen.


    Die Wasserschutzpolizei würde sich ggf melden, sollte der Mast in der Nähe angeschwemmt werden. Allerdings sollten wir unsere Hoffnung nicht zu hoch halten.. Die Bergung wäre auch deutlich teurer als die Anschaffung eines neuen Mastes:(