Seeventil Fäkalientank Dimensionen

  • Moin,


    ich müsste das Seeventil unseres Fäkalientanks wegen Schwergängigkeit tauschen (Bav 32, Bj. 2004). Dürfte noch das ursprünglich verbaute Teil sein. Blauäugige Frage: kann mir jemand sagen (ohne Gewähr), welche Größe da verbaut ist? Würde vor der Reise zum Boot gerne schon eins einpacken...
    Danke!

    Lee-ho!


    Henning

  • Das kann Dir sicher sehr kompetent die Werft mitteilen. Da gibt es eine Service-Abteilung, die hier auch schon mal gelobt wurde. Kann man sicher auf der Website finden.
    Wenn das nicht geht, würde ich auf ein 1,5"-Ventil tippen. Die meisten Fäkalienschläuche in "unseren" Bootsgrößen sind in der Größe ausgeführt.
    Schöne Grüße,
    Roman

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Man kann sich nicht sicher darauf verlassen. Bei meinem Schiff (allerdings Dehler) sind die Fäkalienschläuche 1 1/2", das Ventil selbst und Borddurchlass allerdings 1 1/4" mit einer Schlauchtülle 1 1/2". Habe ich auch erst nach Ausbau festgestellt.


    Gruß Odysseus

  • Dank Euch,


    hab jetzt mal das Beste aus den bisherigen Antworten kombiniert:
    - 1 1/2 " :wc2:
    - Keine Dehler, also kein Reduziernippel :air_kiss:
    - bei SVB bestellt :good2:


    Passt schon, sonst weiß ich's demnächst genauer...

    Lee-ho!


    Henning

  • Finde ich schon ein starkes Stück, dass Bavaria Messingventile verbaut.

    Die besten Seemänner stehen an Land.

  • Finde ich schon ein starkes Stück, dass Bavaria Messingventile verbaut.


    Wenn es, wie auf der Bavaria Ersatzteilliste bei svb steht, DZR-Messing (dezincification resistant) ist, so ist das doch nicht schlecht. CR markierte Teile sind erheblich besser als die Non-CR Messing Ventile.

  • tausche auf jeden Fall alles!


    Auch den Borddurchlass und den 90Grad Winkel......


    Habe ich gerade hinter mir. Keine Raketen Wissenschaft. Du brauchst ne Tube Sikka 291i dazu nen Stufenbohrer aus der Bucht für zehn Euro, dazu habe ich Truedesign verbaut.


    Innen als erstes die Schläuche runter. Beide Ventile, der Zulauf ist 3/4 Zoll , von aussen mit dem Stufenbohrer aufbohren. Da liegt ne Gummi Dichtscheibe drunter, also wenig Gefahr etwas zu beschädigen. von innen den Schrott entnehmen. Geht sehr einfach da nur mit Hanf gedichtet. Wasserdicht macht wohl der Gummi Ring.


    neuen Durchlass trocken einbauen. Gewinde auf länge nach Anleitung kürzen. Seeventil trocken aufdrehen und aussen den Durchlass in der Richtigen Drehung für den Hebel vom Seeventil markieren. alles raus, eine dünne naht sikka um den Durchlass, reindrehen und leicht drehen dass das Sikka Sicht setzt. Markierung suchen, innen Scheibe und Mutter drauf. In der Anleitung steht danach warten, ich habe aber sofort sikka auf das Gewinde, Stützhülse drauf und Ventil eingeschraubt. danach dann Winkel ebenfalls mit Sikka auf das Gewinde eingedreht und passend Winkel zum schlauch eingestellt. Selbes für das nächste Ventil dann bis nächsten Tag Finger von.


    Alles Prima dicht, und das beste, auch die Kapitäne kann jetzt mit zarten Fingern die leichtgängigen Ventile bedienen

    Handbreit
    paulemeier1

  • Würde aus Erfahrung auch auf jeden Fall Truedesign empfehlen. Messing wird auch in der CR-Version durch die Fäkalien recht schnell wieder schwergängig. Das Truedesign funktioniert bei mir an Bord seit zwei Jahren leichtgängig wie am ersten Tag.

  • Warum ist der Borddurchlass für den Fäkalientank nicht eigentlich deutlich größer? Dann könnte man auch ganz normal Toiletten-Papier benutzen. Sehr schade eigentlich ...

  • Warum ist der Borddurchlass für den Fäkalientank nicht eigentlich deutlich größer? Dann könnte man auch ganz normal Toiletten-Papier benutzen. Sehr schade eigentlich ...


    Bei meiner Bootseinweisung gibt es zur Toilette immer den Satz:
    "Was nicht im Magen war, darf nicht in die Seetoilette!"


    Ich meine, da sollte sich jeder dran halten. Es minimiert einfach die Fehlerquellen.
    Wenn wir von Seeventil und Fäkalientank reden, dann doch wohl bei den meisten auch von einer Pumpe. Bei diesen Systemen ist das Seeventil und/oder die Schlauchtülle kleiner, weil von der Pumpe eben auch ein kleinerer Schlauch kommt. Die Pumpe würde sich auch um ungewöhnliche Festbestandteile kümmern, aber das gehört nicht durch das Seeventil entsorgt.
    Sogar Abpumpstationen kotzen am häufigsten bei eben diesen Hygieneartikeln, die nicht in eine Seetoilette gehören....ganz egal ob Elektrisch, Pump oder Pütz.
    Bei den "Schwerkraftsystemen", die trotz Rückhaltetank ohne Pumpe auskommen, ist besondere Sorgfalt beim einhalten der Regel "Was nicht im Magen war....." erforderlich.


    aber gut......in den Konaten war es schon praktisch, morgens am Ankerplatz den Blick über Wasser streifen zu lassen......und da sich das Papier eben doch nicht sofort auflöst....weiß man, was beim Nachbarschiff gerade los war/ist... Dann wartet man mit dem baden gehen....

  • Ihr wisst aber alle, dass das Abpumpen in der Ostsee verboten ist?
    Gruß Odysseus


    das mag sein, wenn darunter eine Zerhackerpumpe gemeint ist und die Handpumpe der Seetoilette nicht als Pumpen gelten.


    § 6b Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) teilt dieses scheinbar generelle Verbot nicht.
    u.a. steht da:
    "...Alle Schiffe, die vor dem 01.01.2003 gebaut wurden und weniger als 11,50 m lang (Rumpflänge) und/oder weniger als 3,80 m breit sind sowie alle Schiffe, die vor 1980 gebaut wurden, sind von der Nachrüstungspflicht mit einem Toilettenrückhaltesystem befreit...."


    ....und dann schauen wir uns mal die Schiffe an, die so die Ostsee befahren:
    ich schätze.....so 70% der Schiffe fallen da rein.


    dann schauen wir nochmal hin: In Schweden ist die Entsorgung kostenlos und da funktionieren die Stationen auch wunderbar. = alles ist gut
    in NL sind die Pumpen oftmals zwar da, aber defekt. = aha
    in D an der Ostsee sind die Abpumpstationen extrem dünn angesiedelt und 15 Euro ist ja auch nicht ohne. AUch das erklärt die Praxis und den Bedarf!


    Meine Erfahrung aus Kroatien ist von 2015 und unser Charterschiff hatte überhaupt kein Rückhaltesystem! Das rumschwimmen von Hygieneartikeln deutete auch darauf hin, dass dies bei den anderen Charterschiffen wohl auch so ist.


    Auch in Deutschland schwimmt Papier im Wasser rum. Das kommt da ohne Zerhackerpumpe, durch einen 38mm Schlauch (Innendurchmesser) und entsprechend großem Seeventil hin.


    Die Türkei hat jetzt wohl bös aufgerüstet....mit einem Checkkartensystem. Man erzählt sich, dass aber auch dort nun ausreichend Abpumpstationen vorhanden sein sollen.


    Die Gleichung heißt dann wohl also: Ich finde landseitig ausreichend funktionierende Abpumpstationen = das System funktioniert
    ich finde diese Einrichtungen verstreut und oftmals verwaist....= das System funktioniert nicht.


    ...und genau für Schweden, wo es funktioniert, habe ich auf meinem Schiff von 1977 ein Rückhaltesystem installiert. Dieses basiert auf Schwerkraft und Hygieneartikel haben da nichts drin verloren. Der kleine Eimer neben dem Zylinder nimmt den ganzen Schmierkram auf.......oder man nimmt gleich die "Podusche"


    Wenn schonmal diese Regel allgemein beherzigt werden würde: "Nur was im Magen war....", wäre schon viel erreicht.

  • Auch wenn nicht alle Schiffe ausrüstungspflichtig sind und keinen FTank nachrüsten müssen ist damit keine Erlaubnis verbunden die Fälkalien einleiten zu dürfen. Was für eine Pumpe vorhanden ist ist völlig belanglos.
    Ich schrieb von der Ostsee, nicht von Kroatien. Die Türkei war schon vor 10 Jahren sehr streng mit Nachweis der Entsorgung und das hat problemlos geklappt, seitdem war ich wegen der politischen Verhältnisse nicht mehr dort.


    Gruß Odysseus

  • odysseus:
    sorry, den verstehe ich jetzt nicht. Kannst Du Gesetztestexte liefern, die diese Schlussfolgerung belegt?


    Es würde dann ja heißen, dass zwar keine Nachrüstung eines F-Rückhaltesystem notwendig ist, aber damit ein Nutzungsverbot der serienmäßig verbauten Seetoiletten verbunden ist. Dies wäre wohl nicht nur mir recht neu.


    Türkei: Dort habe ich die Küste nur mit den Profis bereist. Das letzte Mal in 2017 (allerdings da auch wegen Politik eher die griechischen Inseln). Die Profis gingen aus der Bucht auf Fahrt und wenn die weit genug draußen waren, ging das Ventil auf. Das soll jetzt auch bei dieser Gruppe erledigt sein.


    In NL darf die Berufsschiffahrt ja wohl auch weiterhin alles einleiten.


    Wenn der Jung von der Hafenkante pullert......so hab ich da weniger Probleme mit, als wenn einer seine "Feuchttücher" ins Hafenbecken schmeißt oder unbedingt die "Antimüffelbuddel" eingebaut werden muss, die das Spülwasser so schön blau färbt.
    Über jemanden, der ins Hafenbecken schei** reden wir nicht. Wer das nicht an Land erledigen kann, der sollte mal drüber nachdenken.
    Vor Anker bin ich draußen. OK, in Großenbrode eher nicht. Darum geht auch da das Seeventil zu und wird später draußen wieder geöffnet. Ohne Chemie und andere künstliche Produkte sehe ich bei der bisherigen Verkehrsdichte noch kein Problem. Immerhin waren in der Ostsee mal viel mehr Fische....und die machen da auch einfach rein und da war die Ostsee mit eben mehr Schei** auch noch gesund! Das ist nicht das Problem! Das künstliche ist das Problem. Da bringt der Mensch alles durcheinander. Wenn jemand an Deck mit Duschgel mit Mikroplastik drin, die Solardusche nutzt, so ist das meiner Ansicht nach problematischer als besagtes "Männeken Piss" an der Hafenkante. Das erste sieht nur oberflächlich sauberer aus!

  • odysseus: hat völlig recht, Schiffe, auch Sportboote, dürfen in der Ostsee kein Schwarzwasser einleiten. Auch dann nicht, wenn sie von der Ausrüstungspflicht befreit sind. Punkt.


    Rechtskonforme Problemlösung im Notfall: Hose ausziehen, Badeleiter ausklappen, angeleint ins Wasser steigen und der Natur ungezwungen ihren Lauf lassen. Dann "leitest" Du zwar auch ein, aber Du bist kein Schiff, sondern ein Schwimmer. Als solcher darfst Du nach Herzenslust ins Wasser k... , denn das Einleitungsverbot gilt nur für Schiffe.


    Die Logik dahinter muss man nicht verstehen. Es reicht die militärische Begründung mit vier Buchstaben: "Isso!"

    Grüße, Peter

    🇺🇦