Bericht zum Unfall der Elbe 5

  • das ist ja immer so: weil irgendjemand vor 73(?) Jahren seine Bremsschläuche nicht gewechselt hat, bevor sie geplatzt sind, gibt es jetzt den Tüv. Weil wenig später irgendjemand mit abgefahrenen Reifen in den Straßengraben gerutscht ist, gibt es dafür jetzt einen Punkt. Weil die 15 Mann es nicht geschafft haben, sich vom Verkehr freizuhalten, gibt es jetzt jemanden, der mit Gesetzen dafür sorgt, dass die Wahrscheinlichkeit einer unfallfreien Fahrt erhöht wird. Ich finde das auch nicht immer gut, dass alles bis in kleinste Detail geregelt wird, irgendwann muss man nicht mehr denken, nicht mehr aufpassen, nur noch alle Regeln einhalten....

  • Pusteblume, bleib mal auf dem Teppich


    +1
    Viele von uns führen gelegentlich oder öfter ein Boot mit mehreren, teils wechselnden Besatzungsmitgliedern. Deswegen ist es durchaus sinnvoll hier Versämnisse zu diskutieren, die darin bestehen, dass sowohl der Schiffsführer als auch der Rudergänger in einer kritischen Situation in vielbefahrenem Revier ihre Positionen verlassen. Zwei unklare Segel sind dafür kein Grund bei gesamt15 Mann Stammbesatzung.

    Gruß, Klaus

  • Aber welche Unfälle (deutscher) Traditionsschiffe meinst Du? Und welche Bastellösungen?


    Ich beziehe mich auf eine beliebte Kategorie von Mängeln in den BSU-Berichten im Zusammenhang mit Traditionsschiffen generell, nicht auf diesen spezitischen Unfall.
    (Wie ich allerdings die Aussage zum ausgefransten Tauwerk um den Block des Vorläufers werten muß, ist aus dem Bericht so nicht zu entnehmen.)


    Schau' Dir mal so einige an. RAKEL oder SEUTE DEERN beispielsweise.
    Auf der WISSEMARA ist ein Passagier nur verletzt worden, weil klare Anweisungen der Besatzung mißachtet wurden. Man verwendete Holzklampen, Metall wäre eventuell besser gewesen... :D

  • Für mich ist das ein Anlass zu Trauer und Betroffenheit, nicht für die Befriedigung, es hinterher vor der Tastatur besser zu wissen.


    Das machen ja auch die Experten der BSU. Denen traue ich mehr Kompetenz zu als auch dem durchschnittlichen Berufsschiffer. Und habe dann gewisse Verständnisprobleme, wenn es einige (!) Vereine schon fast als persönlichen Angriff sehen, BSU-Empfehlungen zu bekommen, die ihnen nicht passen oder sich (in Einzelfällen belegt) teilweise sogar schwertun, zur Aufklärung beizutragen.

  • weil irgendjemand vor 73(?) Jahren seine Bremsschläuche nicht gewechselt hat, bevor sie geplatzt sind, gibt es jetzt den Tüv.


    Na ja, den gibt es ja, weil die damaligen Betreiber von Dampfkesseln auch der Meinung waren, sie hätten eventuelle Risiken unter Kontrolle. :D
    Mächtiger Badabumm...


    Kontrolle ist gut, externe Kontrolle ist besser.