Befahren der Trennzone im VTG

  • Im neuesten Untersuchungsbericht der BSU 74/20


    Untersuchungsbericht 74/20


    sieht man in den Abbildungen 3 und 4 sehr gut, dass der Katamaran vor seinem Unfall die Trennzone des Verkehrstrennungsgebiets befahren hat. Nach meinem Verständnis verstößt das gegen die Regel 10 der KVR. Im Bericht wird an keiner Stelle darauf eingegangen.


    Nun meine Frage an die Profis:
    Wird das im Bericht ignoriert, weil es keinen Bezug zum nachfolgenden Unfall gibt oder interessiert das auch sonst niemanden, solange es zu keiner Behinderung kommt?


    Danke für kompetente Rückmeldungen, spekulieren kann ich schon selber. :rolleyes:

  • Das Ding ist da mit 24 Knoten lang geknallt. Er ist kurz mal für weniger als ne Minute bei achterlicher rauer See in die Trennzone gefahren, hat die Tonne gesehen und hat den Kurs korrigiert.


    Ich seh da kein Problem. Die KVR enthält Formulierungen wie "soweit möglich" und "in der Regel" bezüglich der Trennzonen. Man wird also nicht gleich erschossen wenn man davon mal was anknabbert.


    Das heißt aber nicht dass du as Segler da lustig und winkend durchgurken darfst.


    Warum das im BEricht nicht erwähnt wird hast du scvhon richtig erkannt, und das steht auch auf Seite 1 :-)

    /Marco


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  • Nach meiner Interpretation der Regeln darf man die Trennzone durchfahren, wenn man das VTG quert - oft bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, wenn man nicht zig Meilen Umweg fahren will (oder kann).


    Aber darin fahren dürfen nur Fischer.

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    Autokorrektur ist grässlich!
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  • Danke für kompetente Rückmeldungen, spekulieren kann ich schon selber.


    Tja, sofern Du keine BSU-Beteiligten im Forum vermutest, bleibt uns aber wohl nichts anderes übrig.
    Meine 10 ct:
    Das BSU ist keine Bußgeldstelle.
    Der Fehler wurde offenbar korrigiert, sobald er bemerkt wurde.
    Der Fehler steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Unfall.
    Gruß
    Andreas

  • Tja, sofern Du keine BSU-Beteiligten im Forum vermutest, bleibt uns aber wohl nichts anderes übrig.


    Es muss aus meiner Sicht niemand vom BSU sein. Jemand aus einer Verkehrszentrale könnte aber sicher erklären, wie üblicherweise reagiert wird, wenn die Radar- und AIS-Überwachung solche Fahrtrouten zeigt.


    Wenn der Fehler korrigiert wurde, sobald er bemerkt würde, dann wäre da aus meiner Sicht eine etwas armselige Navigation auf der Brücke gelaufen. Ein Blick auf das ECDIS hätte früh gezeigt, dass man gerade auf bestem Kurs in den Gegenverkehr war. Da muss man ja von Glück reden, wenn schließlich die Ansteuerungstonne im Weg lag.
    Ahoi

  • Prinzipiell: Das Einlaufen in die Trennzone oder das Überqueren der Trennlinien sollte vermieden werden, ist aber in besonderen Umständen durchaus, z.B. zur Vermeidung einer Kollision, erlaubt (Regel10, Regel 2).


    Abb.3 und Abb.4 des Berichts lassen keine umfassende Beurteilung der Situation um ca. 21:20 Uhr und den folgenden 10 Minuten zu, insbesondere nicht den Schluss auf eine "armselige Navigation auf der Brücke". Die Abbildungen zeigen in keiner Weise das Verkehrsaufkommen im TSS zum Zeitpunkt der Querung des TSS durch den Katamaran Seewind I.


    Gruß Ralf

  • Abb.3 und Abb.4 des Berichts lassen keine umfassende Beurteilung der Situation um ca. 21:20 Uhr und den folgenden 10 Minuten zu, insbesondere nicht den Schluss auf eine "armselige Navigation auf der Brücke". Die Abbildungen zeigen in keiner Weise das Verkehrsaufkommen im TSS zum Zeitpunkt der Querung des TSS durch den Katamaran Seewind I


    Wir wissen eben nicht welche Fischer und sonstige Boote da unterwegs waren und wen der Kat ausgewichen ist. Da die ganze Auswertung der Verkehrsituation (bis auf den Entgegenkommer) vor dem Unfallzeitpunkt nicht mit dem Unfall zu tun hatte wird man sich von seiten BSU jeglichen Kommentars über den Kursverlauf enthalten.
    Viel überraschender war für mich das man die Anzahl von Besatzung und Passagieren nicht ins Bordtagebuch eingtragen hat. Das wurde aber auch von der BSU angemerkt wenn auch nicht Unfallursächlich.

  • Bei BSU UNtersuchungen werden keine Schuldigen gesucht sondern Ursachen. Ziel der Untersuchung ist es, Erkenntnisse zu gewinnen um Empfehlungen abgeben zu können die geeignet sind eine Wiederholung zu vermeiden.
    Schuldige stellt dann das See-Gericht fest.

    Liebe Grüße
    Stefan


    Jeder Hafen ist ein Tor zur Welt. Eine Segelyacht ist der Schlüssel, der uns dieses Tor öffnet.