Der RUDEN darf wieder angelaufen werden

  • Ich habe das schon am Sa. den 26.6. im Revierfunk gehört, als ein Ausflugsdampfer für eine Probefahrt zum Ruden angefragt hatte, dass da was im Busche ist. Jetzt ist es amtlich, der RUDEN vor Pennemünde darf wieder angelaufen werden. Dass ich das nochmal erleben durfte...... :grinning_squinting_face:

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Ich werde da wohl nicht hinkommen, aber finde es trotzdem erfreulich, aber auch erstaunlich. Welchen Grund das wohl hat, und wie lange das wohl dauert?

    Ein Freund ist, wer Dich für gutes Schwimmen lobt, nachdem Du beim segeln gekentert bist.

  • Der Grund ist der neue Schwimmsteg für Ausflugsschiffe im Hafen.
    Siehe Artikel heute in der Ostseezeitung.


    Zitat: Ruden
    Fließendes Wasser? Fehlanzeige! Wenigstens Strom? Das eine Aggregat ist gerade defekt – ein Ersatzgerät auch. Einzig eine Solarstromanlage produziert Elektrizität. Voraussetzung: Die Sonne scheint. Spätestens nach dem zweiten Tag ohne Sonne sind die Speicher aufgebraucht und bei Christian Rogers und seiner Frau Kerstin Otto gehen die Lichter aus.


    Die beiden Künstler aus der Nähe von Berlin wohnen seit zwei Monaten auf dem Ruden, der kleinen Naturschutzinsel nördlich von Peenemünde. Viele Jahre wohnte dort niemand fest – jetzt kehrte wieder Leben ein.


    Corona-Krise wirbelte die Pläne durcheinander
    Wenn Christian Rogers von seinem Wohnort spricht, dann redet er oft von „Rüden“. Diese kleine sprachliche Feinheit ist ihm nachzusehen, denn ursprünglich stammt der 58-Jährige aus Wales. Er lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Obwohl, ganz richtig ist dies auch nicht. „Als Künstler waren wir überall in Europa unterwegs – zuletzt in Afrika, bis die Corona-Krise alles auf den Kopf stellte“, sagt er. Von einem auf den anderen Tag stand das Künstlerpaar vor dem Nichts. Nur der Gang zum Arbeitsamt rettete die beiden. „Früher jonglierte ich vor tausenden Zuschauern und war auf allen Bühnen der Welt. Ich war ein Bestandteil von Mittelaltermärkten“, sagt er stolz. Seine Bühne ist heute die Insel Ruden. Seine Frau Kerstin hörte durch Zufall in der Heimat von der Insel. Erst wollten sie ein Freiwilliges Soziales Jahr machen, dann entschieden sie sich gleich, dorthin zu ziehen.


    Fotografie, Kunst und Kultur auf dem Ruden
    Und was macht Christian Rogers auf dem Ruden den ganzen Tag? „Ich habe hier genug zu tun“, sagt er und lacht. Gute Laune verbreiten gehört sowieso zu seinen größten Eigenschaften. Ob Theater, Show, Märchenerzählen oder das Bücherschreiben – auf vielen künstlerischen Ebenen tobt er sich aus. Und natürlich die Fotografie. „Manchmal stehe ich eine Stunde im Wasser, bis ich das perfekte Bild von der Robbe auf einem Stein im Kasten habe. Oder ein schöner Schmetterling auf der Wiese – ganz egal, ich liebe die Natur“, sagt er. Deswegen braucht es auch Menschen wie die beiden, die der Insel Ruden ein Gesicht geben.


    Hafen auf dem Ruden neu eingeweiht
    Und demnächst kommen wieder mehr Gäste zu den beiden auf das kleine Eiland, denn am Samstag wurde die neue Hafenanlage auf der Insel Ruden feierlich eingeweiht: Die schwimmende Betonplattform, fest verankert an Stahldalben im Ostseeboden mit einer Zugangsbrücke an Land, bietet Schiffen nach rund fünf Jahren wieder die Möglichkeit anzulegen.
    Zum Sommerbeginn heißt die Insel wieder Gäste für geführte Tagestouren willkommen. „Wir freuen uns, dass dieser besondere Teil der DBU-Naturerbefläche Peenemünde nun wieder auf naturverträgliche Weise erlebbar wird“, erklärte Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Unter anderem, damit Fahrgastschiffe die abgelegene Insel wieder ansteuern können, hat die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) das DBU Naturerbe, den Bau eines neuen Schwimmponton-Anlegers, mit knapp 325 000 Euro finanziert. Die alte Anlage war so marode, dass sie gesperrt werden musste. Für private Bootsanleger und Inseltouren im Alleingang ist die Insel jedoch weiterhin nicht betretbar. Und das ist auch gut so.


    Teil 2 folgt gleich

  • Besucherlenkungskonzept wurde erstellt
    Um die Schönheit der abgeschiedenen Natur hautnah zu erleben, ohne die Intaktheit der Landschaft zu gefährden, haben Experten im DBU Naturerbe gemeinsam mit der unteren Naturschutzbehörde und der Naturschutzgesellschaft Vorpommern ein Besucherlenkungskonzept erarbeitet. So soll es möglich sein, dass im Schnitt nur 50 Personen pro Tag die Insel erkunden dürfen. Die Apollo Reederei bietet mehrmals in der Woche Fahrten mit einem einstündigen Aufenthalt auf der Insel an. Und in dieser einen Stunde wollen Christian Rogers und Kerstin Otto die Gäste über den Ruden führen


    Beobachtungsturm soll saniert werden
    Eine Gruppe, die sich ehrenamtlich um die Belange des Rudens kümmert, ist die Naturschutzgesellschaft Vorpommern. Zum Vorstand gehört Ringo Behn. Auf dem Beobachtungsturm erklärt er den geladenen Gästen unter anderem, wie es um die Zukunft des Gebäudes aussieht. „In Zusammenarbeit mit dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde soll es in dem ehemaligen Beobachtungsturm eine neue Ausstellung geben. Für die Ausstellung müssen erst die Voraussetzungen geschaffen werden. Eine ist zum Beispiel, dass der gesamte Putz runter muss – das Gebäude ist feucht. Wenn die Ausstellung durch die Feuchtigkeit keinen Schaden nimmt, kann auch wieder eine rein. Bis 2014 war dort eine Ausstellung“, sagt er. Im Zweiten Weltkrieg war dies ein Gebäude zum Messen der Flugparabel der V2 auf der Greifswalder Oie.


    Fließend Wasser und Strom soll installiert werden
    „Wir sind da, um den Vogelschutz voran zu treiben. Hier entwickeln sich Vogelarten, die an Land viel zu sehr gestört werden. Dafür muss aber ständig jemand auf der Insel leben. Da es aber keinen Strom und kein fließend Wasser gibt, sind wir gerade in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin, der Fachhochschule Stralsund und der Uni Greifswald dabei, ein Konzept zu entwickeln, wie wir regenerative Energien entwickeln können – zum Beispiel eine Fotovoltaikanlage und Windkraft. Und eine Umkehrosmoseanlage soll aus Boddenwasser Trinkwasser herstellen.“ Zu den nächsten Vorhaben zählt unter anderem auch, dass die leerstehenden Gebäude auf der Insel instandgesetzt werden sollen, damit sie nicht verfallen.


    Breitbandausbau soll bis zur Insel Ruden reichen
    Im Zuge des Breitbandausbaus soll die Insel Ruden mit schnellem Internet versorgt werden. Ringo Behn erklärt: „Ein Glasfaserkabel soll bis Kröslin gelegt und von dort eine Funk-zu-Funk-Verbindung zum Ruden hergestellt werden. Eine Grundvoraussetzung ist allerdings, dass es ständig Strom auf der Insel gibt. In den nächsten ein bis zwei Jahren hoffen wir, dass einige Projekte davon umgesetzt werden. Zum Beispiel fällt dann der Transport der Wasserkanister weg.“ Die Klospülung funktioniert mit Boddenwasser – andernfalls gibt es ein Plumpsklo.


    Paar will weiter auf dem Ruden leben
    Wann es für Kerstin Otto und Christian Rogers wieder in die normale Zivilisation geht, ist noch völlig offen. „Wir wissen es nicht. Hier ist die Zeit stehengeblieben. Tagsüber trage ich keine Uhr am Arm, denn für mich beginnt der Tag, wenn die Sonne aufgeht, und endet, wenn es dunkel wird. Andere Zeiten gibt es für mich nicht“, sagt er. Die einzigen Lebewesen, die er mit zum Ruden brachte, waren übrigens seine acht Hühner. „Die hätten in unserem Haus bei Berlin sonst nicht alleine überlebt.“


    https://www.ostsee-zeitung.de/…ich-ohne-Strom-und-Wasser

  • Der Ruden ist nur als Nothafen wieder geöffnet.

    moin zusammen,
    ich kenne Ruden aus der Zeit, als die Insel noch vollständig offen war. Ich war mit einem Folke- bzw. Charterboot ab/an Altefähr / Rügen ein paar mal dort und das letzte mal mit dem "Crabber" wurde ich weggeschickt. Sofern Ruden für Segler irgendwann wieder in den Normalbetrieb gegen sollte und bis dahin nicht kaputtgetrampelt ist, bitte ich um das Einstellen von Infos. Mir hat Ruden immer gut gefallen und als Sprungbrett in den Osten ist die Insel klasse. Beste Grüsse

    • Official Post

    Die lange Diskussion über Umweltschützer, Wessis und Ossis, die sich hier angeschlossen hat, könnt Ihr im Politikbereich nachlesen, wo sie aber innerhalbder nächsten Stunde wegen Überschreiten des Limits von 50 Beiträgen automatisch geschlossen werden wird.


    Hier darf es gerne mit sachdienlichen revierkundlichen Beiträgen weiter gehen.

    There's nothing - absolutely nothing - half so much worth doing as simply messing about in boats.

  • Die lange Diskussion über Umweltschützer, Wessis und Ossis, die sich hier angeschlossen hat, könnt Ihr im Politikbereich nachlesen,

    Schön wäre.
    Tut mir auch leid, dass die Zusammenfassung meines Telefonates mit Herrn Keite nicht sachdienlich war.
    Hinsichtlich des für die paar Hanseln wie uns gesperrten Ruden weise ich revierkundlich darauf hin, dass nördlich von Peenemünde, also im sehr naturbelassenen Bereich, eine neue Ferienhaussiedlung entsteht, und dass Bauarbeiten für Nordstream2 und zur Verkabelung von Offshore-Windparks in unmittelbarer Nähe zum Ruden stattfinden. Irgendwann im August gibt's da dann auch Fw-Sperrungen, wer im August da langfährt, beachte die entsprechenden BfS.

    Ich brauche keine Therapie. Ich muss nur segeln.

  • Ich hab gesehen, dass die Reederei Peenemünde auf Ihrer Seite eine "Hafennutzunsverordnung" für den Hafen Ruden veröffentlicht hat. Dort nennt die Reederei sich selbst als Betreiber, und erlaubt die Hafennutzung nur sich selbst und der DBU.
    Ich würde gern die Rechtslage verstehen, und hab der Reederei daher vor vier Tagen einfach mal diese Mail geschickt:


    "Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe zur Kenntnis genommen, dass der Hafen Ruden wieder geöffnet ist, aber nach Ihrer Auffassung nicht durch private Boote angelaufen werden darf.
    Dazu habe ich einige Fragen, um deren Beantwortung ich höflich bitte:

    Nach § 3 WVHaSiG M-V i.Vm. § 1 Nr. 2 WVHaSiG M-V darf "jedermann" die Häfen in MV frei nutzen, soweit das WVHaSiG M-V oder andere Rechtsvorschriften keine Einschränkungen erhalten.
    Nach § 8 ist jeder Hafenbetreiber verpflichtet, den Betrieb eines Hafens ordnungsgemäß einzurichten und zu führen.

    Sie haben eine "Hafennutzungordnung Ruden" veröffentlicht, nach deren § 1 Sie der Betreiber des Hafens sind. Weiter schränkt diese Hafennutzungsordnung in § 3 die Nutzung des Hafens Ruden dahingehend ein, dass die Nutzung nur Ihrer Gesellschaft und der DBU GmbH gestattet ist.

    1.
    Bitte teilen Sie mir mit, auf welcher Rechtsgrundlage Sie diese Hafennutzungsordnung erlassen haben. Nach meiner Kenntnis ist nach § 3 Abs. 4 Nr. 1 HafenVO M-V für die Regelung der Benutzung eines Hafens die Hafenbehörde zuständig, dies ist gem. § 3 Abs. 1 HafenVO M-V der Bürgermeister der Gemeinde, zu welcher der Hafen gehört, nicht aber der Hafenbetreiber selbst.

    2.
    Ist Ihnen eine Befreiung von der Hafenbetriebspflicht i.S.v. § 8 Abs. 2 WVHaSiG erteilt worden?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen"



    Antwort der Reederei bislang: Keine

  • Die Reederei ist nicht zur Antwort verpflichtet. Das WSA als öffentliche Behörde schon. Magst Du es ans WSA schicken, oder soll ichs machen, und Deinen Text entsprechend anpassen?
    Aber die Fragen, die Du stellst sind genau die Richtigen!


    (So, ich hoffe, das war sachdienlich und revierkundlich, und nicht politisch)

    Ich brauche keine Therapie. Ich muss nur segeln.

  • Die Reederei ist nicht zur Antwort verpflichtet. Das WSA als öffentliche Behörde schon. Magst Du es ans WSA schicken, oder soll ichs machen, und Deinen Text entsprechend anpassen?
    Aber die Fragen, die Du stellst sind genau die Richtigen!


    (So, ich hoffe, das war sachdienlich und revierkundlich, und nicht politisch)


    Das kannst Du gern machen, ich komm heute nicht dazu :smiling_face:


  • Die Reederei hat jetzt doch noch geantwortet. Die Antwort passt aber irgendwie so gar nicht zu meinen Fragen: :confused_face: :confused_face:


    "Sehr geehrter Herr......,


    ich nehme Bezug auf Ihre Mail vom 26.07.2021. Nach meiner Einschätzung liegt hier ein Missverständnis vor. Als private GmbH erlässt die Apollo Reederei keine Genehmigungen. Öffentlich-rechtliche Genehmigungen können nur von Behörden erlassen werden. Die Einschränkungen zur Nutzung ergeben sich nicht aus meiner Auffassung, sondern maßgeblich aus naturschutzrechtlichen Vorschriften und behördlichen Vorgaben.


    Ich möchte anregen, dass Sie sich an die zuständigen Behörden wenden. Ich gehe davon aus, dass Ihnen die Untere Wasserbehörde und/oder die Untere Naturschutzbehörde eher weiterhelfen können.


    Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


    Mit freundlichen Grüßen"