Motor- oder Segelfahrzeug

  • Es kommt ja immer mal wieder vor, dass bei schwachem Segelwind der Motor mitläuft, um irgendwann am Ziel anzukommen. Oder anders herum, dass bei zu wenig Segelwind unter Motor gefahren wird, aber die Genua etwas mitzieht und somit die Drehzahl reduziert werden kann. Ein Hybridantrieb eigentlich, klimatechnisch durchaus sinnvoll.


    Die Frage ist jetzt, bin ich dann ein Motorfahrzeug oder ein Segelfahrzeug? Und wenn ich ein Motorfahrzeug sein sollte, wie erkennt mein möglicher Kollisionsgegner das?
    Meine Theorie ist, dass die Vorfahrt für Segelfahrzeuge darauf beruht, dass diese manövrierbehindert sind. Läuft die Maschine mit, sind sie immer noch manövrierbehindert und gelten als Segelfahrzeug.
    Andere Meinungen?

    Schöne Grüße
    Bodo

  • .....



    ...... Sobald die Maschine mitläuft bist du ein Motorfahrzeug. Angezeigt durch einen schwarzen Kegel mit der Spitze nach unten unter der Steuerbord Saling.

    Allerbest
    Wolli

  • Sowie der Motor mitläuft musst Du den "Kegel" hissen und das Dampferlicht je nach Dämmerung einschalten . Dann bist Du ein Motorfahrzeug und jeder kann es auch sehen. Vorfahrt für Segelfahrzeuge gibt es in Fahrwassern nicht. Aber Mobos nehmen natürlich sehr gern Rücksicht, Fähren, Küstenwache Lotsen usw. eher nicht.

    Michael :baden:



    Geschwindigkeit ist keine Hexerei ! Aber wer hexen kann ist schneller


    Für Rechtschreibfehler entschuldige ich mich schon mal vorab und bitte die dadurch entstandene Verwirrung zu verzeihen ;(

  • Du bist als Segler mit mitlaufenden Motor ein Motorfahrzeug und hast dies mit dem Maschinenkegel gut sichtbar zu zeigen. Es gelten die Ausweichregeln für Maschinenfahrzeuge. Zuwiederhandlungen können mit Ordnungsgeldern geahndet werden. Die WaschPo ermahnt bei uns im Revier regelmäßig Segler, wegen des fehlenden Maschinenkegels.

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Hast du einen Sportbootführerschein ?


    Das halte ich für ausgeschlossen.


    Trotzdem eine nette AW. Du bist Motorboot, weil der Motor an ist und das sobald er dreht. Auch ohne Fahrt aufgeschaltet zu haben. Kegel wurde eben erwähnt. Macht aber keiner. Außer vlt. da wo es geahndet wird.


    Du bist NICHT manövrierbehindert. Wäre das anders, müsstest Du das kennzeichnen. Manövrierbehinderte Fz. sind normalerweise Baggerschiffe u. derlei. Auch wenn du unter Segel zum baggern fährst, zählt das nicht.

  • Ich weiss nicht. Wenn der Motor läuft und er das nur zum Batterie laden tut, dann ist er nicht mit der Propellerwelle verbunden. Das heisst der Motor dreht und hat aber nichts mit dem Propeller zu tun. Ich denke in diesem Fall wäre man weiterhin Segelfahrzeug.

  • Die Frage ist jetzt, bin ich dann ein Motorfahrzeug oder ein Segelfahrzeug? Und wenn ich ein Motorfahrzeug sein sollte, wie erkennt mein möglicher Kollisionsgegner das?

    Moin, das sind jetzt echt Basics.


    1. Klar bist Du ein Motorfahrzeug. Deine Tüten trägst Du zusätzlich, für den Status zählt jedoch der Maschinenantrieb.
    2. In einigermaßen zivilisierten Ländern an einem schwarzen Kegel mit Spitze nach unten und nachts durch die Beleuchtung eines Motorfahrzeugs, ergo Seitenlichter, Hecklicht + Dampferlicht.


    In halbzivilisierten Ländern wie z. B. in Dänemark wird idR das Vorsegel weggenommen: Ein Segler, der ohne Vorsegel bei Leichtwind noch nennenswert Fahrt macht, nutzt offenbar die Maschine. Das steht nirgends geschrieben, ist aber in der Praxis für eine Unterscheidung völlig ausreichend.
    Hinsichtlich der Toleranz durch die Behörden bestehen regionale Unterscheide. Da wo ich segele, fängst man ohne Kegel schnell ein Ticket. In GR nimmt man das offenbar minderernst, wenn allen Ernstes eine solche Frage kommt.




    Gruß
    Andreas

  • Erledigt

    Michael :baden:



    Geschwindigkeit ist keine Hexerei ! Aber wer hexen kann ist schneller


    Für Rechtschreibfehler entschuldige ich mich schon mal vorab und bitte die dadurch entstandene Verwirrung zu verzeihen ;(

    Edited once, last by Bengta ().

  • Moin,


    KVR Regel 25 sagt dazu:
    e) Ein Fahrzeug unter Segel, das gleichzeitig mit Maschinenkraft fährt, muß im Vorschiff einen Kegel - Spitze unten - dort führen, wo er am besten gesehen werden kann.


    Also ein im Leerlauf tuckernder Motor dürfte nach dieser Regel nichts am Segelstatus ändern. Man muss schon mit Maschinenkraft fahren, also eingekuppelt unterwegs sein.


    Ist Basiswissen Spobo und SKS.

    Gruß Jürgen



    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber sinnlos.

  • Nun mal realistisch: Wenn man nur die Batterien laden möchte (dafür gibt es zwar auch Kollektoren, aber..) oder kurz prüfen möchte, ob der Quirl funktioniert, dann verhalte ich mich als Segelboot. Wenn ich davon ausgehe, dass ich unter Motor fahren möchte, dann starte ich den Motor und wenn der problemlos läuft, kommt der Kegel hoch und ab dann sehe ich mich als Motorboot (und bin auch eines), egal ob die Brise dann doch so gut ist, dass ich den Jockel vielleicht wieder (vorübergehend) auskuppele. Ich muss für die anderen Verkehrsteilnehmer auch kalkulierbar sein.

  • Es wird so begründet, dass man in Fahrt ist, nicht notwendigerweise welche macht und jederzeit wie ein Motorboot manövrieren kann.
    Andernfalls wären auch die Fälle kritisch zu sehen, in denen evtl. eingekuppelt ist, der Motor Lehrlaufdrehzahl macht, aber das Boot aufgrund von Windverhältnissen und Segelführung letztlich von den Segeln angetrieben wird.


    Das Argument, es könnte auch ein Generator sein, weicht dem Umstand, dass es halt nicht so ist (... ich hätte auch von rechts kommen können)
    Wo kein Kläger ist nichts zu beklagen.

  • Dem wirderspricht die hier schon zitierte KVR Regel.

  • Auslegung eben. Man kanns drauf ankommen lassen. Dann wäre die nächste Frage, wieviel Meter vorher man denn ausgekuppelt hat. 10, 100 oder schon gestern?


    Fährt man da, kommt ein Boot an, Motor läuft laut und deutlich, fährt u.U. langsam. Wie soll ich denn erkennen, ob der gerade eingekuppelt oder gerade ausgekuppelt hat? Er darf den Kegel ja auch so hängen haben, das er nicht in jedem Fall aus allen Winkeln zu sehen sein muss.
    Mir kommt die Regelung sehr seglerfreundlich vor.

  • Klar, alle mit laufender Maschine, die ohne Motorkegel unterwegs sind und mich unter Spi (oder Höhe quetschend) zum Ausweichen zwingen, laden nur ihre Batterien.
    Das habe ich schon öfter lernen müssen.
    Auf dem Mittelmeer habe ich ausgeprägte Heiterkeit geerntet, als ich den Motorkegel setzen ließ. Der Kegel war originalverpackt (das Boot ca.10 Jahre alt).


    Ist es tatsächlich so uncool den Kegel zu setzen?


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Moin nochmal,


    bei juristischen Themen ist es immer eine gute Idee, in die Vorschrift zu schauen.


    ...das gleichzeitig mit Maschinenkraft fährt... ist doch eindeutig, oder? Weshalb also die Diskussion.


    Wer mit Motorkraft fährt, aber Segel stehen hat, zeigt diese Tatsache durch das Dampferlicht und / oder den Kegel, Spitze unten an. Ob man nun dafür belächelt wird oder nicht...

    Gruß Jürgen



    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber sinnlos.


  • . . . Ist es tatsächlich so uncool den Kegel zu setzen?
    Gruß Franz


    . . . nö ! Manchmal ist es Unwissenheit.
    Ich bin Jahrzehnte ohne einen Schwarzen Kegel gefahren. Oftmals begnete mir die WaPo. Habe solch einen Kegel sehr selten gesehen und kümmerte mich nicht um seine Bedeutung
    Hier lernte ich:
    - Wenn ich erkennbar mit voll gerefften Segeln mit Motor fahre, ist das Setzen des Kegels nicht notwendig.
    - Erst mit "Hybrid-Antrieb" (Segel+Motor) ist das Setzen des Kegels Pflicht.


    Reinhard

    Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
    Nur meine Erwartungen vermögen das.

  • Die Frage ob eingekuppelt oder nicht, ist doch eher hypothetisch. Wenn ich das Ding schon anmache, dann kann es auch mitschieben. Zumal Batterien im Leerlauf laden ohnehin nicht sehr effizient ist.


    Ich kann mich übrigens nicht erinnern, im Mittelmeer je einen Motorkegel gesehen zu haben (und Ankerball auch nur sehr selten, meist von Deutschen). Mein Kegel ist seit Belgien an die Reling gelascht.

  • Hier in Kiel ist das auch sehr wenig zu sehen, ich glaube ich habe bisher hier auf der Förde auch vielleicht 3-4 Mal einen Motorkegel gesehen. In DK macht das eh keiner.

  • Wird zwar selten gemacht, allein die Eingangsfrage verwundert, lernt man in jedem Anfängerkurs.

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

  • Ist es tatsächlich so uncool den Kegel zu setzen?


    1.) Vorschriften und Gesetzte sollte man nicht interpretieren sondern befolgen. Das gilt sogar dann, wenn einem der Sinn nicht direkt einleuchtet.
    2.) Das Führen der korrekten Signalkörper gehört meiner Meinung nach zur guten Seemannschaft.
    3.) Der Aufwand ist minimal und in den meisten Fällen ist die Wettersituation nicht so, dass das Verlassen der Plicht gefährlich wäre (kein/kaum Wind halt).
    4.) Wenn hierbei jeder macht, was er will, halten sich evtl. zwei Boote beide für Kurshaltepflichtig oder Ausweichpflichtig. Unschön bis gefährlich.
    5.) Wenn mich jemand dafür auslacht, dass ich die Regeln befolge, darf er das gerne tun. Ich nehme ihn dann halt nicht wirklich ernst.