Fäkalientank verstopft

  • Fäkalientank, beschissenes Thema







    Moin


    Schuld ist wahrscheinlich wie immer der Skipper der die Crew nicht ausreichend eingewiesen hat ...


    Meine ziemlich neue Hanse hat einen 40l Fäkalientank mit GOBIUS Füllstandssensor.




    Also ich hatte vor zwei Wochen auf Helgoland eine verstopfte
    Bordtoilette. Leider habe ich bei der Problembehebung von der Tasse aus
    angefangen, da am einfachsten zugänglich. Am Ende aber fand ich, dass
    sich bei der Schlauchtülle vor dem Eingang in den Tank ein Pfropfen aus
    ziemlich festen weißem Papier befand, Kosmetiktücher oder so, definitiv
    kein Klopapier. Nach der Entfernung ging alles wieder, aber ich fürchte
    ich habe mich da zu früh gefreut. Wie das Papier da rein kam weiß ich
    nicht und ist am Ende auch nicht so wichtig. Hätte ich anders herum
    angefangen zu suchen wäre die Sauerei wahrscheinlich definitiv geringer
    ausgefallen.


    In weiser Voraussicht habe ich aber mal einen Pömpel beschafft der jetzt zum Bordwerkzeug gehört.




    Leider ist seit heute morgen wieder ein Verklappen unmöglich: es fließt
    nichts ab. Nun muss ich das wieder lösen. Früher hatte ich schon mal das
    Problem, aber das war easy, siehe unten Plan B




    Ich sehe nun mehrere Wege das zu lösen:PLAN A:


    Mit einem Pömpel von außen versuchen beim Seeventil die Verstopfung zu
    lösen. Ich liege am Schwimmsteg und kann das Ventil gut erreichen,
    glaube ich ...




    Anmerkung hier: das Seeventil ist 90grad, also kann man wohl nicht mit irgend etwas hinein stochernPLAN B:


    A 1) Abdeckung der Entlüftung abmontieren, das sollte man eh regelmäßig machen um das Sieb zu reinigen


    A 2) Fäkalientank durch die Absaugöffnung mit Wasser füllen, bis es an der Entlüftung rauskommt


    A 3) Absaugöffnung zuschrauben und die Entlüftung mit einem Korken verschließen


    A 4) mit der Pumpe am WC vorsichtig pumpen sodass sich im Tank ein Überdruck aufbaut und die Verstopfung rausdrückt




    Plan B hatte ich im vergangenen Sommer schon mal erfolgreich eingesetzt.


    Jetzt habe ich aber Zweifel ob dieser Plan gut ist, denn im schlimmsten


    Fall wird die Verstopfung nur festgedrücktPLAN C


    Über die Absaugöffnung einen haushaltsüblichen Rohrreiniger auf Basis
    von Ätznatron oder Ätzkalium einfüllen und auf das beste hoffen. Wenn es
    nur Sch... und Zellulose ist, dann sollte das gehen. Bei mir ist der
    Tank, die Schläuche und das Seeventil alles aus Kunststoff. Ich habe
    aber dann doch ein paar Fragen:


    - Hat jemand da Erfahrung?


    - Soll ich das Seeventil geschlossen halten und sagen wir mal nach 24 Stunden öffnen oder gleich offen lassen?




    - Was könnte dabei schief gehen?PLAN D


    Alles zerlegen -


    ... möchte ich mir im Moment nicht vorstellen ....




    Bitte um Ratschläge und bedanke mich schon mal




    Gruß


    Ulli




    PS: das ganze wurde noch dadurch 'abgerundet' dass ausgerechnet in
    dieser Woche der von außen angeklebte GOBIUS Füllstandssensor am
    Fäkalientank abgefallen war.

  • Ich würde mal sagen, dass Hanse das konstruktiv nicht optimal gelöst hat.
    Ich rate definitiv zu Plan A - Pömpel von aussenbords, da es die geringsten Risiken birgt und ich von einem anderen Hanseeigner schon mal eine sehr ähnliche Geschichte gehört habe, die so einen glücklichen Ausgang nahm.
    Druck aufbauen im System ist riskant und endet auch mal mit braunen Fontänen im feinen Badezimmer.
    Chemie ist auch nicht so der Hit für alle Komponenten.
    Viel Glück...!

  • Pömpel von außen.


    Prävention ist Alles! Verbot von Toilettenpapier ins Klo, von Hygieneartikeln und Gummiwaren nicht zu reden, gehört alles in den Mülleimer.
    Am sichersten wäre kpl. Vermeidung von Papier, von Japanern lernen heißt Verstopfungen des Tankabflusses vermeiden.

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

    Edited once, last by zooom ().

  • Plan A Ergänzung:
    Wenn Pömpeln nicht reicht, einen ca. 1,5 bis 2mm dicken Draht zu einem "U" biegen und versuchen, von aussenbords durch das geöffnete Seeventil zu führen. Eventuell bekommt man den auch noch etwas um die Ecke.
    (Und Mund zu unter Wasser)

  • Von oben absaugen und keine Sauerei im Hafen veranstalten?

    Gooden Wind


    Hendrik

    • Official Post

    Moin, ich würde es von aussen mit einer dieser handelsüblichen Bohrspiralen versuchen, die Du vorher auf einen Meter kürzt oder sogar noch weniger. Du musst dann nur diesen Haken am Ende wieder nachbiegen. Frage: mit "nichts fliesst" meinst du, es fließt nicht aussen Bords, d.h. das Seeventil bzw. der dahin führende Schlauch ist verstopft? Dann wäre doch der erste Schritt, eine Abpumpstation aufzusuchen. Das entschärft die Arbeit erheblich.
    Gruß Klaus

  • nur so als Überlegung - wenn man bei offenen Seeventil absaugt ... saugt man die Verstopfung mit RAUS ?

    wenn man absaugt schon; aber ich denke das Pömpeln von aussen erzeugt einen ganz anderen Druck. Problem ist nur dann bleibt das Zeug im Tank und legt sich bei nächster Gelegenheit wieder quer. Ich fürchte halt da ist eine Papiersorte am Start die sich nicht oder nur ganz langsam in Wohlgefallen auflöst

  • Ich weiß nicht, aber hast du nicht auch einen Falltank (also ohne Pumpsystem)? Dann liegt ein Pfropfen VOR/AUF dem Tankauslass und nicht im Schlauch oder vorm Seeventil. Ich glaube, da passiert vn außen nicht viel Abhilfe.
    Mir half da nur: rückwärts in den Schrank, Ärmel hoch und frohes Fischen per Hand. Ging super, war aber doof und sehr unlecker… :loudly_crying_face:

  • so Hygienetücher und auch Zewa verstopfen bei mir schon die Toilette , ansonsten hab ich es mit Plan B gelöst ich nehme allerdings keinen Korken sondern den Finger da kann ich den Druck fühlen oder auch ein wenig Druck rauslassen und eben nicht zu viel Druck aufbauen . Ansonsten vor der Pumpe den Schlauch runter . Oder die Serviceöffnung auf und .... . Werner Film anschauen und lernen :grinning_squinting_face:

  • Bei unserer Hanse hilft in solchen Fällen absaugen mit der Absauganlage bei geöffnetem Seeventil. So lange saugen, bis im Schauglas des Absaugschlauches klares Seewasser kommt und der Tank ist durch den sehr starken Unterdruck der Absauganlage komplett gespült und sauber. Das spart der Umwelt die Chemie und Dir ein Bad in einem sich plötzlich lösenden Fäkalienschwall.

  • Moin, ich würde es von aussen mit einer dieser handelsüblichen Bohrspiralen versuchen, die Du vorher auf einen Meter kürzt oder sogar noch weniger. Du musst dann nur diesen Haken am Ende wieder nachbiegen. Frage: mit "nichts fliesst" meinst du, es fließt nicht aussen Bords, d.h. das Seeventil bzw. der dahin führende Schlauch ist verstopft? Dann wäre doch der erste Schritt, eine Abpumpstation aufzusuchen. Das entschärft die Arbeit erheblich.
    Gruß Klaus


    Zu Plan C: Rohrreiniger hat nichts im Meerwasser verloren…


    Ich weiß nicht, aber hast du nicht auch einen Falltank (also ohne Pumpsystem)? Dann liegt ein Pfropfen VOR/AUF dem Tankauslass und nicht im Schlauch oder vorm Seeventil. Ich glaube, da passiert vn außen nicht viel Abhilfe.
    Mir half da nur: rückwärts in den Schrank, Ärmel hoch und frohes Fischen per Hand. Ging super, war aber doof und sehr unlecker… :loudly_crying_face:

    also der Hanse Tank ist geschlossen ohne Deckel, sonst würde ich das schon machen .... Ausserdem pumpt man da hinauf ...

  • Ich habe eine Hand Membranpumpe ( so eine wie als Bilgepumpe eingebaut ist ) auf ein Brett geschraubt. Mit einem großen Schlauch auf den Absaugstutzen über Deck gehen. Mit einem nassen Tuch ringsum abdichten. Die Entlüftung des Fäkaltanks zuhalten und pumpen, pumpen pumpen. Dadurch wird der „ Stopfen“ angehoben und der Tank läuft leer.


    Gruß
    Andreas

    • Official Post

    nur so als Überlegung - wenn man bei offenen Seeventil absaugt ... saugt man die Verstopfung mit RAUS ?


    Nur, wenn man die Tankentlüftung verschließt, was man von aussen leicht bewältigen können sollte, ansonsten findet hier ein Druckausgleich statt. Die Frage ist aber, was mit dem Absaugstutzen passiert, wenn das Papier davor gerät?


    Gruß Klaus

  • Bei uns pumpt man auch nach oben, deshalb ja der Name Falltank. Komisch, dass du keine Öffnung hast. Schade

  • also danke an Euch all für den feed-back!


    Ganz ehrlich gesagt, unter uns halte ich diesen Fäkalientank für ein Feigenblatt. Sollte das Sinn machen
    müsste er ETWAS größer
    sein als 40 Liter bei einem Schiff das für 8 (!) Personen zugelassen
    ist. So wie ich die Lage peile wären bei der Hanse 348 auch 80-100 Liter
    ohne weiteres möglich, aber es scheint keine Priorität zu haben. Vom
    Verkauf wurde mir nur gesagt, dass es mindestens einmal dazu kam, dass
    zuerst die Entlüftung verstopft war und dann der Tank geplatzt ist ...
    OK ich hatte den ganzen Mist einmal in der Nasszelle; das war nicht schön, aber alles in der
    Bilge, vielen Dank ....



    Habe mir eben das TRIELL der Kanzlerkandidaten reingezogen, und
    plötzlich kam, ich sage mal, ein gutes Geräusch aus der
    Sanitärabteilung, das Problem hat sich zumindest vorläufig, von selbst
    gelöst ... Warum das ausgerechnet während dieser Sendung passierte,
    geschenkt, GELÖST!!!!





    Trotzdem, bei der erstbesten Gelegenheit werde ich den jeweiligen
    Hafenmeister grillen, wie, wo warum und überhaupt Fäkalien abgesaugt
    werden. Und ich möchte wissen wie das funktioniert.
    Nächstes Jahr plane ich eine große Reise und ich möchte mir nicht
    vorstellen, wie das alles ohne funktionierende Toilette abläuft. Ich bin
    gerade in Greifswald im Hafen und angeblich gibt es 4km von hier eine
    Absauganlage, aber die Position ist 'zugeparkt'.


    Ja und in Vorsorge für die Zukunft werde ich folgendes beherzigen:
    1) nie ohne Pömpel an Bord ablegen (ist schon fest fest verstaut unter der Nasszelle)
    2) eine oder zwei Flaschen 'chemische Keule' werde ich in Zukunft auch mitführen
    3) eine tragbare Membranpumpe mit Schläuchen und ggf. auch vakuumdichtem Anschluß an den Absaugstutzen des Fäkalientanks werde ich mir auch basteln




    Gruß


    Ulli

  • Für den Fall, das man "handgreiflich" werden muss gibt es übrigens sogenannte Veterinärhandschuhe, die bis über den Oberarm reichen.
    Das nimmt der Sache etwas den Schrecken..


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