Unser erstes Boot - Wir stolpern uns voran! - Beneteau First 285

  • Melvis:


    Da sollte kein falscher Eindruck entstehen.


    NATÜRLICH so viel wie möglich selber machen.


    entkalken: da mache ich mir bei diesem Motor auch gerade Gedanken . Aber auch das kann man selber machen.


    Der Problemmotor dieses Jahr hatte 2 Probleme quasi zeitgleich:
    1. das Abgasknie war "zugewachsen"
    2. die Impellerpumpe lief aufgrund eines nur geringfügig eingelaufenem Deckel mit weniger Leistung


    1. Symtom: 2min. mit voller Leistung (Strom) führte zur Überhitzung mit plötzlichem Verlust des Kühlwasserflusses.
    (Abgasknie war dicht und das haben wir mit saure Spülung und mechanischer Bearbeitung in 3 Tagen wirken und Arbeit wieder frei bekommen.)
    dann....Vollasttest über 30min. erfolgreich. Aber wie läuft der normale Tagesablauf ab?


    Motor an, aus dem Hafen raus, Segel gesetzt und Motor wieder aus. Nun so 2-3 Stunden segeln. Um in den Hafen zu motoren und dazu Motor an....JETZT kommt kein Kühlwasserfluß zustande. Konnte man am Auspuffgeräusch sofort hören und im Seewasserfilter sehen....da fließt nichts! Da kam nun die leistungsarme Impellerpumpe ins Spiel. Die Motorwärme war in diesen 2-3 Stunden noch nicht völlig verschwunden, sondern sammelt sich natürlich im oberen Bereich des Motors. Dadurch entsteht ein ganz leichter Überdruck am Ausgang der Impellerpumpe mit Bezug auf den Einlass. Die Pumpe war nicht mehr in der Lage, gegen diesen Druck anzudrücken und lief nur in der eigenen Soße. Klingt komisch, war aber so. Neuer Deckel und seit 20h mit 3 genau gleichen Situationen keinerlei Probleme mehr.



    VG

  • Melvis:
    Moin,
    ich halte mich bei den GFK Arbeiten hier raus,
    möchte Dich aber auf das von mir angekündigte Thema zur Einkreiskühlung bei der VP2000er Baureihe aufmerksam machen.
    Es ergeben sich dadurch auch Methoden, wie man selber das Ding einer "Essigkur" unterziehen kann.
    Thermostat raus
    Ablasshahn auf
    Eissigmische ins Thermostatloch, wenn es unten raus kommt, Ablasshahn zu.
    Nun bis zum Rand Thermostatgehäuse füllen. Es wird dann immer wieder absacken. Nicht wieder ausffüllen (Wasserschlag sonst nicht unmöglich)
    wirken lassen.....also sehr lange
    Nun fehlt nur noch das Abgasknie.....dazu muss Säure in den Zulauf Abgasknie, wo das Rohr vom Thermostaten ran geht. so mit Trichter und Schlauch usw. ist das machbar....haben wir dieses JAhr so gemacht. Läuft es zugig durch ist alles gut, kannste so lassen. Sickert es nur leicht.....dann ist das Knie teilweise schon zu.)


    zum einwintern:
    Einwintern bei Einkreiskühlung (Betrachtung an der VP 2000er Baureihe)


    VG

  • Wie ich schon im anderen Thread schrieb: Dies gilt nicht für alle VP2000er. Nur für die Einkreisgekühlten.

  • hinaksen: Erstmal Entschuldigung das ich so lange nicht geantwortet habe. War viel los und wir haben am Wochenende einiges am Boot gemacht. Da versuche ich das Internet gern zu vermeiden. :face_with_rolling_eyes:
    Dieses Jahr wird der Motor nur noch eingewintert. Nächstes Jahr bekommt er dann mehr Liebe. Werde deine Ratschläge auf jeden Fall beherzigen!



    Dieses Wochenende haben wir viel geschafft!
    1. Die Rollen für den Decksorganisator getauscht
    2. In der Bug Kabine die schäbige Wandverkleidung abgenommen und da drunter die Reste vom Kleber entfernt
    3. Die ganzen kleinen Tütchen mit Schrauben und Ersatzteilen sortiert
    4. Einen Riss im Ankerkasten beseitigt der (hoffentlich) der Grund für die Feuchtigkeit in der Bugkabine war
    5. Neue V-Bett Matratze zugeschnitten


    Bei den jetzigen Temperaturen lässt es sich noch recht gut an Bord schlafen aber die Feuchtigkeit am nächsten Morgen ist schon unangenehm. Unser Boots-Nachbar wollte uns direkt eine Heizung verkaufen! :grinning_squinting_face:

  • Melvis: Seit ihr jetzt ohne Heizung an Bord?


    Die Bugkabine ist in dieser Jahreszeit nicht mehr der gemütlichste Ort. Wir verziehen uns dann in den Salon. Dort wird es auf angenehme 17°C gehalten. Dort finden wir morgens auch komischerweise kein Kondensat?
    Bei Dieselluftheizungen wird ja gerne in den Fußraum der Bugkabine gelegt. Bei uns völlig sinnlos, weil schon der Voreigner dort durchgehende Matratzen eingebaut hat....bei Euch geht die ja auch durch.
    Zur Beheizung der Bugkabine habe ich daher diese Idee.
    Ein 70er HT Rohrsystem einbauen. Die Heizdüse dann direkt ganz vorne in den Bug. Da kann man sich ja mal künstlerisch betätigen und eine Auslassdüse aus einem GFK Formstück bauen, sodass die Luft nicht durch die Bettdecken behindert werden.


    VG



    .

  • Es ist mal wieder ein bisschen was passiert. :grinning_squinting_face:


    Vorletztes Wochenende waren wir vor Ort und wollten uns um das Thema Landstromverbindung kümmern. Bisher war einfach eine 3-fach Steckdose an die CEE Steckdose montiert. Die 230V Steckdosen an Bord waren dann einfach in diesen 3-fach Stecker gesteckt.
    Wir wollten aber eine eigene Absicherung und einen FI an Bord haben. Also haben wir einen kleinen Verteilerkasten mit einem FI/LS Schalter eingebaut.
    Beim Austausch der Leitungen war ich echt überrascht. Das Kupfer der Zuleitung war so brüchig, dass beim berühren die ganzen einzelnen Litzen einfach abgefallen sind. :angry_face:


    Nachdem wir den kleinen Verteilerkasten montiert hatten wollte ich noch den neuen LED Streifen anschließen. Nur zum Test hatte ich diesen mit Wago Klemmen an die alte Zuleitung der Leselampe montiert. Aber zum leuchten konnte ich ihn nicht bringen. Da es schon spät war sind wir dann gefahren. Beim nächsten Besuch geht es dann an die Fehlersuche. Ich könnte mir vorstellen, dass an irgend einer Stelle eine falsche Polung vorhanden ist und ich nur plus und minus tauschen muss. :confused_face:


    Den gestrigen Feiertag haben wir dann zuhause genutzt um die alte Kunstleder-Wandverkleidung als Schablone auf eine Armaflex Rolle zu übertragen und auszuschneiden. Mit dem Armaflex wollen wir die Tauwasserbildung an den Außenwänden und der Decke reduzieren. Das Armaflex wird hinterher noch mit Filz verkleidet.

  • Squirrel

    Changed the title of the thread from “Unser erstes Boot - Wir stolpern uns voran!” to “Unser erstes Boot - Wir stolpern uns voran! - Beneteau First 285”.
  • Diese Woche ging es nach langer Winterpause endlich weiter.


    Wir haben in den letzten Tagen folgende Arbeiten durchgeführt:

    - Austausch aller Rumpfdurchlässe

    - Bug Kabine gedämmt

    - Starterbatterie getauscht

    - ca. 15 Meter tote Kabel entfernt

    - Antifouling ausgebessert

    - Impeller getauscht

    - Anoden getauscht (Welle und Propeller)

    - Wasserpass gereinigt

    - Diverse Kleinigkeiten


    Bis auf ein paar Kleinigkeiten lief auch alles verblüffend problemlos. Vor allem dafür, dass wir alles zum ersten Mal gemacht haben. 👌


    Der Impeller ließ sich nicht ausbauen. Hier musste die ganze Wasserpumpe demontiert werden um die Welle von hinten raus zu ziehen. Das haben wir nicht selbst gemacht sondern machen lassen. Ich bin nur froh das wir nicht zu doof waren den Impeller raus zu ziehen sondern auch der Profi es nicht geschafft hat! 😉


    Die Rumpfdurchlässe ließen sich recht einfach tauschen. Nachdem wir uns im Baumarkt eine Flexible gekauft haben! Nur die Gleichmäßige Ausrichtung der Hebel muss noch geübt werden… 😂


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    Zustand der alten Ventile


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    Neue Durchlässe und Ventile.

    Eins der Ventile von den Rumpfdurchlässen ließ sich nicht drauf schrauben, weil der Ausschnitt in den Bodenbrettern zu eng war. Das ließ sich aber schnell mit einer Säge und dem Dremel beheben.


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    Dieses Ventil unter der Spüle ließ sich nicht festdrehen.


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    Als letztes haben wir noch die Bugkabine gedämmt. Das 30 Jahre alte Kunstleder ist überall von den Wänden gefallen. Das Kunstleder hatten wir letztes Jahr bereits entfernt und zuhause die Dämmplatten zurechtgeschnitten, wie im letzten Post zu sehen. Demnächst wird noch Filz über die Dämmung geklebt.


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    Gesäuberte Wände und Decke


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    Fertige Dämmung mit 13mm Armaflex Platten


    Als wir nach 4 Tagen wieder im Wasser waren hatten wir sogar noch Zeit für einen Tripp von Lemmer nach Sloten.


    Als nächste größere Aktion werden wir die Fenster neu eindichten. Vielleicht schaffen wir das schon über Ostern.

  • Gut gemacht! Offensichtlich gerade noch vor dem großen Schnee fertig geworden.

    Weiterhin noch viel Erfolg.

    Ein Kurztrip nach Sloten zum Kaffee trinken bietet sich immer an. 😉


    Gruß Alex

  • Melvis : Nur mal so neben bei :smiling_face:

    Es macht RICHTIG Spaß hier bei Euch mitzulesen! Klasse, wie anständig Ihr alles macht. 👍

    Bestes Gelingen weiterhin!

    LG, STEPHAN!


    „… für mich sind Anglizismen ein ‚no go‘ …“ [Sträter]

  • Hi, schön anzuschauen und gute Arbeit. Viel Erfolg weiterhin und Viel Spaß beim Segeln mit dem schönen Boot :slightly_smiling_face:

  • Heute mal ein Update aus der heimischen Stube.


    Als der Polsterer uns sagte, dass eine neue Matratze für die Bug Kabine über 1000€ kosten soll, haben wir uns dazu entschlossen selbst tätig zu werden.

    Wir haben also eine Schaumstoffmatratze beim Ikea gekauft und zugeschnitten.

    Das zuschneiden der Matratze war aber im nachhinein das einfachste an der ganze Aktion. Siehe Post #45.


    Gestern und heute haben wir den Bezug genäht.

    Erst haben wir den Bezug angezeichnet und grob zugeschnitten.


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    Als nächstes haben wir die beiden Seiten zusammen genäht. Klingt einfach - ist es aber nicht.

    Zum einen haben wir keine Ahnung wie eine Nähmaschine funktioniert und mussten erstmal bei YouTube gucken wie man den Faden einfädelt und zum anderen ist der Bezug einlagig schon fast zu dick um durch die Maschine zu passen - gescheige denn zweilagig.

    Mit etwas Kraft und ohne Rücksicht auf die (30 Jahre alte bei Ebay gekaufte) Nähmaschine finden wir, dass das Ergebnis aber okay ist.


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    Die Öffnung an der Spitze nähen wir nicht zu, da wir zum aufkrempeln des Bezugs durch die Spitze den Schaumstoffkern festhalten können. So kann man den Bezug zum waschen abnehmen.


    Investiert haben 200€ für die Matratze und 25€ für die Nähmaschine.

  • Super Arbeit.


    Kleiner Tipp für die Zukunft:

    Bei den typischen Bootspolstern mit Schmiege (Schräge) an der Bordwand sollte man die Bezüge immer etwas strammer nähen.

    Sonst schlagen die Bezüge später im Boot gerne falten.


    Frag nicht, woher ich das weiss .. :grinning_face:


    Holger

  • Wir haben lange nichts von uns hören lassen. Das heißt aber nicht, dass nichts passiert ist!


    In den letzten Wochen haben wir wieder einige Arbeiten durchgeführt. Zunächst haben wir das Backbord Fenster neu abgedichtet.

    Bei Regen hat es immer auf unseren Ofen getropft.

    Das ganze ging eigentlich recht problemlos. Am längsten dauerte das ankleben. Dies ist aus unserer Sicht aber auch das wichtigste, wenn es später sauber aussehen soll!


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    Das fertige Ergebnis ist fürs erste mal ganz ansehnlich. Leider haben sich hier und da einzelne Bläschen gebildet.

    Mit einem Schlauch haben wir auf Dichtigkeit geprüft. Soweit alles gut. Aber ein finales Ergebnis kann man erst nach einem langen intensiven Regen sagen.


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    Das ist die Steuerbord Seite. Da diese (fast) dicht ist machen wir dieses Fenster erst demnächst.

    Die schwarze Abdichtung (Sika 295UV) gefällt uns deutlich besser als die Originale in weiß.


    Als Nächstes haben wir endlich die Bugkabine fertig gestellt. Die Decke wurden nun auch mit Filz beklebt und wir haben einen Lichtschalter und eine USB-Steckdose montiert.


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    Hier die fertige Bug Kabine


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    Und Abends mit Beleuchtung :blind:


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    Wir wollten einen Lichtschalter der Möglichst flach aufbaut.


    Und damit hier nicht der Eindruck aufkommt, dass wir nur am bauen sind und das Boot gar nicht bewegt wird hier noch ein Beweisfoto von einer Runde vor Lemmer. :segeln:


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    Außerdem haben wir das laufende Gut getauscht.


    0D44B5FC-6CD6-48F8-A591-4D541584F39A.jpg <- Vorher


    9A3CE2B5-FFB4-46DF-9054-F3CD693350C3.jpg <- Nachher


    Über Pfingsten kommt dann das Stehende Gut neu. Nach über 30 Jahren wird es höchste Zeit! Das machen wir aber nicht selber sondern bringen das Bötchen nach Pfingsten zum Rigger in Stavoren.


    Danach sind wir mit den großen Punkten eigentlich durch. Wir wollen noch das Schott am Niedergang lackieren, müssen das Deck schrubben, die Sprayhood tauschen (Der Voreigner hat noch eine neue gekauft aber über den Winter haben wir die alte drauf gelassen) Getriebeöl wechseln… okok ich Merk schon. Fertig wird man nie! :Laie_22:

  • finde toll, wie Du berichtest. Es kommt Respekt auf!
    Ich bin mehr der Vertreter: "Funktion vor Farbe! "
    Ich habe das alte Boot erworben, im Glauben, der Voreigner hätte ein Grundproblem der Maxi 95, "Fensterdichtigkeit" gelöst bekommen........Fehlanzeige, alle Fenster wären extrem undicht......wenn ich nicht mit Duct Tape einfach drüber geklebt hätte......von 3M.....das hält....Dichtmittel ist da, im Winterlager zu kalt zum verarbeiten....also noch eine Saison mit Duct Tape....Hauptsache trocken.....denn so einfach an Deck reparieren geht bei der Maxi vernünftig nicht.


    Wie Du schon angemerkt hast. Boot ist immer ne Baustelle. Bin Heute dreimal an einem Dauerlieger vorbei.....8 Stunden putzen, reparieren, polieren. Bin im Gasthafen auf Reise......100sm sind schon auf der Uhr.
    Funktion vor Farbe kann mal wichtig werden......Bei uns ist es derzeit so....und funktionieren tut sie super! Hab mich gestern bei 2,50m Dünung neu in die Performance dieser Schüssel verliebt. ....Sie macht es wirklich prima!


    VG

  • Sehr schön geworden alles. Schoten kann man auch gut in der Waschmaschine waschen, nur als Tipp :slightly_smiling_face: Wenn es nur drum geht dass sie schmutzig sind.