Yacht 19/2021: Ungemach mit Boots-Kaufberatern

  • In der aktuellen Yacht (19) ist ein Bericht über einen Bootskäufer, der den Kauf/die Vermittlung an (vermeintliche) Profis ausgelagert hat.
    Während die beschriebenen Schäden, die das gekaufte Boot aufwies, schon mit den Ohren schlackern lassen, kommt aus dem Artikel allerdings auch klar (und leider relativ wenig kritisch eingeordnet) heraus, was da im Vorfeld schiefgelaufen ist. So z.B.
    - Eine Provision, die sich an dem Maximalbudget und nicht am tatsächlichen Kaufpreis bemisst
    - Kauf nach Video"besichtigung"
    - Drängen auf schnelle Unterschrift.
    ...


    Geht es um Wohnungen oder Immobilien, ist solches Verhalten hinreichend als scam(my) bekannt, dass sich jemand beim Bootskauf dermaßen über den Tisch ziehen lässt, ist erstaunlich.
    Leider werden Ross und Reiter nicht genannt, so dass die schwarzen Schafe ihrer Branche vermutlich ungestraft weitermachen können...

  • Ich glaube, wer bei Youtube nach "Unterstützung beim Bootskauf" sucht, wird recht schnell fündig...


    Im Namen des Glaubens sind schon viele verbrannt/gevierteilt/aufs Rad gepflochten worden.
    Nach aktuellem Wissensstand waren da nur ganz wenige Hexen dabei.

  • I
    - Eine Provision, die sich an dem Maximalbudget und nicht am tatsächlichen Kaufpreis bemisst


    Es wurde also ein Festpreis vereinbart, alles andere wäre ja auch Blödsinn, warum sollte der "Gutachter" dafür sorgen das ein Boot billiger verkauft wird, wenn dadurch seine Bezahlung sinkt???

    Gooden Wind


    Hendrik

  • .


    Der Berater bekommt einen fest vereinbarten Betrag, was ist daran falsch? Könnte ja auch passieren, dass der Käufer sich vor Ort entscheidet nichts oder nur eine Jolle zukaufen, dann wäre der Berater aber gekniffen!


    Was habe ich falsch verstanden?


    In meinem beruflichen Umfeld bekommt auch ein Berater einen festen vereinbarten Wert, wenn es es dann schafft dass der sein Auftraggeber dann noch weniger zahlen muss wie vorher angenommen, erhält er davon noch einen Anteil, was den Berater natürlich anspornt im Sinne seines Kunden den Wert dann noch drücken.

  • Ich finde es zumindest mal seltsam, wenn ein Prozent (!) Preis Provision genannt wird und sich dann nicht am Abschluss sondern an einem Fantasiewert orientiert.
    Festpreis: Für 5000€ finden wir Deine Yacht -> Kein Thema
    Fetspreis+: Für 2500 + 5% vom Kaufpreis finden wir Deine Yacht -> Kein Thema
    Provision: x% vom Preis/Umsatz -> kein Thema. So kenne ich es auch aus dem/meinem Arbeitsleben. Die Provisionshöhe (oftmals nach unten fix gesockelt) ergibt sich aus dem Umsatzvolumen. Ganz normaler Vorgang.
    Hier aber: Provision von 8% von dem, was der Käufer maximal bereit ist, auszugeben, abgekoppelt von allen realen Preisen/Umsätzen. ICH finde das windig. Aber der Kunde hat's ja unterschrieben.
    Nur um nochmal ganz plakativ zu sein. Der Kunde ist Lottogewinner und sagt: Ich will ein "geiles" Boot, egal was es kostet -> Machen die Berater dann mal 8% von 50 Millionen Euro und verkaufen ihm eins für 1Mio? Wie gesagt, ich find's schräg. Es gäbe da m.E. bessere Vereinbarungen.


    Im Endeffekt hat der Kunde alles mitgemacht, was ihm da "angeboten" wurde, ich hätte bereits bei dem Provisionspunkt mehr als nur eine Augenbraue hochgezogen, aber wie gesagt. Jeder wie er mag
    Edit: Gehen wir in die Welt an Land: gehe ich zu einem Makler und sage "find mir ein Einfamilienhaus, freistehend, Garten, maximal 750K€" dann beläuft sich seine Maklerprovision auch auf x% vom KAUFpreis, nicht vom von mir als Maximalkosten deklarierten Wert.

  • Ich finde es zumindest mal seltsam, wenn ein Prozent (!) Preis Provision genannt wird und sich dann nicht am Abschluss sondern an einem Fantasiewert orientiert.

    Festpreis: Für 5000€ finden wir Deine Yacht -> Kein Thema
    Hier aber: Provision von 8% von dem, was der Käufer maximal bereit ist, auszugeben,

    Wo ist denn da für dich der Unterschied? Als Auftraggeber weiß ich von vornherein wie hoch das Honorar ist. Es sei denn ich kann nicht rechnen, und weiß nicht was 8% von Summe X sind. Und mal anders argumentiert; Je höher der Wert "des Projekts" um so mehr Risiko und Leistung obliegen auch dem Berater. Mal unabhängig davon wie gut oder schlecht er seinen Job macht. Anders ausgedrückt; wenn ich n Schiffchen für 15K mit 6m Länge suche, muss der Typ der mich berät weniger checken, recherchieren, prüfen, gucken wie bei nem 45 Fuß Kahn der mit allem möglichen Kram vollgestopft und deutlich komplexer ist.



    I don´t get the problem, (|

  • Die Vereinbarung über die Provision halte ich für nicht beanstandungsfähig schließlich gilt in Deutschland die Vertragsfreiheit. Was nicht geht, wenn deine Beschreibung stimmt , das Mängel übersehen wurden, dafür will man ja gerade einen Gutachter haben.
    Warum man überhaupt jemanden beauftragt ein Boot zu finden erschließt sich mir nicht wirklich, für ein Gutachten wenn man selbst eins gefunden hat kann ich dagegen schon verstehen. Bei meinem Kauf damals hing der Preis dieses Gutachtens von der Schiffslänge ab , das waren bei meinem 34 Fuß Boot knapp unter 1000 Euro , dazu musste ich noch im Hafen den Kran bezahlen und das abstrahlen.


    Schon wieder eine Ausgabe der Yacht die ich kaufen muss :O


  • Überleg doch mal bitte, der Käufer sagt ich will ne Yacht bis 12m, ab Baujahr 2000 für bis zu 150.000 Euro.


    Dann ist deren Aussage kostet dich 8% von 150.000 Euro > Festpreis!

    Gooden Wind


    Hendrik

  • (...) dafür will man ja gerade einen Gutachter haben. (…) für ein Gutachten wenn man selbst eins gefunden hat kann ich dagegen schon verstehen.


    Wenn das hier um Lolek und Bolek geht, [d]die sind keine Gutachter.[/d]


    Ich seh grad, die bieten doch "Bootsgutachten" an. Also sind sie auch Gutachter. :D

  • Moin Taubenhaucher,
    das Kernproblem ist vorliegend nicht etwa die Höhe des Honorars, unstreitige 8 TEUR, sondern nicht erbrachte Leistung des Beraters weder am Objekt noch am Leistungsort. Da war als Leistungs- und Abnahmeort die deutsche Küstenregion und nicht IItalien und/oder Frankreich vereinbart. Dagegen machten die Berater offensichtlich in Frankreich bereits mit „langem Schuh“ sich vom Acker, ohne wenigstens die Abnahmefähigkeit geliefert zu haben.
    Was sonst noch in dem „Rundumpaket“ vereinbart war, wissen wir nicht. Genauso wenig wissen wir, ob der/die Berater in Verzug gesetzt worden sind, und wie. Ähnliches gilt bezüglich des Verkäufers.
    Es ist nach meiner Auffassung offensichtlich durch schon mangelhafte Verträge überflüssigerweise dreigliedrig vorgegangen worden, und was zur Folge hat, dass kaum jemand der beteiligten Dienstleister / oder Partner nach werksvertraglichen Grundlagen in Regress genommen werden kann.
    Glimpflicherweise scheint wenigstens der Kostenrahmen von 100 TEUR fast eingehalten worden zu sein…
    Handbreit…! F.

  • Mal nur am Rande und Segelalex: wer hat denn schon Zugriff aud die 19/21? Die soll doch erst am 8.Sep. erscheinen.


    Die tatsächlich immer größer werdende Schar der Glücklichen die unseren mentalen Ausfluss automatisch ins Haus bekommen. Und dann auch noch Zugriff auf ALLE PDFs haben, die wir je online gestellt haben.


    Just in case du jetzt neidisch bist, da kann man dir helfen :D :


    https://www.delius-klasing.de/abo-shop/?zeitschrift=259


    Groetjes


    Alex