Yacht 19/2021: Ungemach mit Boots-Kaufberatern

  • Ich würde wenn gerade sowieso Sachverstand zur Hand ist, den Rumpf der Baltic sehr sorgfältig checken lassen.
    Auf eindringendes Wasser im Laminat.


    Das sind ja schliesslich Sandwichlaminate auch unter Wasser.

    Nicht ganz das Sandwich-, aber ein verwandtes Thema: eIne befreundete Familie erwarb vor einigen Jahren eine an sich gut erhaltene Baltic aus den 80ern und stellte fest, dass die Bodenwrangen im Kern Schwämme waren.
    Entweder kann das Winkellaminat unterlaufen werden oder die Speigatten/Durchlässe in den Wrangen sind nicht versiegelt.


    Quote

    Zitat Mephistopheles: Auf substanzlose Verhandlungen basierend nur auf psychologischen Taschenspielertricks hätte ich jedenfalls keine Lust.

    Dto. Mir ist nicht klar, bei welchem Typus Verkäufer dies zielführend sein sollte. Ich fürchte, die wirklich guten Boote - und das sind ja auch die, die tendenziell mehrere Verkaufsoptionen haben - kickt man mit so einem Vorgehen vorzeitig aus dem Spiel - letztlich zum eigenen Schaden.



    Gruß
    Andreas

  • Wenn auf einmal statt des ursprünglichen Interessenten jemand anders die Verhandlungen (also dann das basarmäßige Runterhandeln) übernehmen will, wäre die Tür zu.
    Der ursprüngliche Käufer darf dann gerne erneut Kontakt mit mir aufnehmen, sollte aber nicht mit großartigen Nachlässen rechnen.


    Wenn der Verkäufer bestimmmen will mit wen er Verhandelt wäre ich raus. Da werden dann Spielchen gespielt und ich interpretiere das als nicht ernsthafte Verkaufsabsichten. Veilleicht will er nur mal die Wassertemperatur testen was er für das bekommen könnte. Ich halte Verhandlungen über einen Makler sowieso zieführender . Verkäufer haben im Regelfall viel zu viel Emotion am Boot hängen.

  • Ich habe lange im Vertrieb gearbeitet. Da wird das ja quasi professionell betrieben von den etwas traditionelleren Unternehmen. Da kommt dann auf einmal der Einkaufsleiter mit zum Gespräch, der will auch seine MArge haben, damit er sich danach schön feiern lassen kann. Bei guten Kundenbeziehungen warnt der eigentliche Einkäufer dich vor. Dann spielt man mit offenen Karten und der Chef kriegt sein Goodie und fertig.
    Ich fände das ja schon nett mal auf so einen Wadenbeißer zu treffen. Ich wüsste nicht, wie er ohne MArktkenntnis und Sachverstand einen Preisnachlass argumentieren will. Sicher nicht in der derzeitigen Marktlage...


    Watt ett nich al jibbt...


    Groetjes


    Alex

  • Verstehe die Aufregung nicht ...


    Man hat ein Preis und eine finale Preisvorstellung .. verhandeln kann jeder (ich mache das gerne auf Zeit mit Zielen) aber wenn der gegenüber seinen letzten Preis auf den Tisch gelegt hat und es reicht dem Käufer nicht ; dann hilft nur eine Pause - oder das Boot ist vielleicht weg.


    Ja ich glaube an super Verkäufer und Verhandler (aber wenn eine Grenze erreicht ist ist Schluss)


    man darf allerdings nicht vergessen es gibt Menschen die mögen Preisverhandlungen nicht ... auch manche Käufer tun sich mit so was schwer... denen könnte so was eine Hilfe sein


    ((wobei man sich in Forum einig ist - wenn das Boot einen gefunden hat - wird es schwierig mit den Verhandlungen)


    ich habe drei Boote bis heute gekauft - das erste Blind aus Leidenschaft für die Hälfte verkauft nach 10 Jahren


    das zweite wohl überlegt - alle alternativen fand ich schlechter - hab um 1 % runterhandeln können


    das dritte innerhalb von 14 Tagen final verhandelt - 18 % Nachlass - ich finde es super - aber auch nicht preiswert (vielleicht war ja der aufgerufene Preis ein Mondpreis


    ((selber Bootstyp Ausstattung älter als 3 Jahre und weniger Ausstattung - hätte ich für nochmal 10 % weniger gefunden ...


    aber und das hatten wir schon hier ... Ausstattung von Vorbesitzer eingebaut und gekauft zu bekommen ist die preiswerteste Variante ...

  • Wenn bei mir jemand anruft, sich vorstellt und mir sagt er verhandelt im Namen von...wäre bei mir gleich schonmal Schluss.
    Ich brauche keine Rabattmarkenjäger oder Schnäppchenjäger, gleiches gilt für Käufer die gleich beim ersten Telefonat, ohne das Objekt je gesehen zu haben fragen...letzter Preis?

  • Wenn bei mir jemand anruft, sich vorstellt und mir sagt er verhandelt im Namen von...wäre bei mir gleich schonmal Schluss.
    Ich brauche keine Rabattmarkenjäger oder Schnäppchenjäger, gleiches gilt für Käufer die gleich beim ersten Telefonat, ohne das Objekt je gesehen zu haben fragen...letzter Preis?


    -- na ja ich habe immer zuerst den Preis verhandelt auf den zugesicherten Zustand und Ausstattung ; ich fahre doch keine 1000 km um dann ein Boot zu anzuschauen das mir zu teuer ist ...


    (mag anders ein wenn das Boot in meiner Preisklasse oder Vorstellung liegt - aber das tun die Boote doch nie ?

  • Ich habe sehr gute Erfahrung mit einer Verhandlungsmanagerin gemacht: meine Ehefrau. Ich habe das Boot ausgesucht und gecheckt und sie hat den finalen Preis verhandelt. Sie war da weniger emotional involviert und hat einen ziemlich guten Preis herausgeholt :grinning_squinting_face: . Das Prinzip ist schon nicht schlecht, jemand anderen die Verhandlungen führen zu lassen.
    Viele Grüße, Jan

  • Nachdem wir ein Boot gefunden hatten, an dem wir nach der Besichtigung und der ersten Preisfindung ernsthaft Kaufinteresse hatten, haben wir die finalen Verhandlungen auch von jemand anderem machen lassen.


    Da spricht überhaupt nichts dagegen, sondern im Gegenteil sehr viel dafür. Auch von Verkäufer-Seite war das völlig in Ordnung. Der hat den Verkauf ja auch nicht alleine gemacht.


    Man darf dabei auch nicht so naiv sein und denken, dass es da nur um so Floskeln wie "letzter Preis" geht. Dafür kann ein Bootskauf viel zu komplex sein und es muss jenseits des Preises noch viel Wichtiges geregelt werden.

  • Könnt Ihr ja auch so halten, wir würden halt dabei definitiv nicht ins Geschäft kommen.



    manchmal ist es gar nicht die Verhandlung oder die Art des Verhandelns ...


    wenn die Chemie zwischen Käufer und Verkäufer nicht stimmt - geht auch oft nichts ...


    ((weil keiner möchte sein Boot verschenken ))

  • Man darf dabei auch nicht so naiv sein und denken, dass es da nur um so Floskeln wie "letzter Preis" geht. Dafür kann ein Bootskauf viel zu komplex sein und es muss jenseits des Preises noch viel Wichtiges geregelt werden.


    Hat doch gar nichts mit Naiv zu tun und die "Floskel" wie Du sie nennst ist keine, das passiert unter anderem sogar beim Immobilienverkauf.
    Wenn dann noch einer um die Ecke kommt, dessen einziges Interesse darin besteht den Preis irgendwie zu drücken, weil er sonst selbst keinen Schnitt macht, dann kann bei mir direkt einpacken.

  • Rainer, es geht nicht darum, den Preis "irgendwie zu drücken", sondern faktisch feststellbare Dinge objektiv einzupreisen.
    Ich erinnere mich gerne daran, dass mir von Verkäufern doch die vollständigen Instrumente angepriesen worden sind, die sie ja erst vor 12 Jahren eingebaut haben. Oder so Sachen wie "neue Segel (2015)" aus Sicht der Verkäufer für den Preis maßgeblich sein sollten. Das ist aus Sicht des Käufers halt olle Elektronik und die Segel sind durch. Darüber muss man sich aber einig werden.

  • Zunächstmal hängt jede Verhandlung von der Marktsituation ab, es gibt welche die machen den Spielraum sehr klein. Ich bezweifle das der Post des Verhandlers auf einen wirklich versierten hinweist, fragt nicht warum das ist Bauchgefühl. Ich habe in meinem Leben bestimmt schon tausendfach über Preise verhandelt aus beruflichen Gründen. Auf beiden Seiten. Ich habe auch schon verschiedene Literatur über Verhandlungstaktik gelesen, geschrieben von einem Menschen der für eine Telefongesellschaft an Verhandlungen über Lizenzen wie z.Bsp. UMTS teilgenommen hat. Verhandeln ist immer ein Spiel und kein Krieg, sonst finden sie nie ein optimales Ende. Verhandlungen sind auch scharf abzugrenzen von Erpressung, das wird oft verwechselt und führt immer zu schlechten Ergebnissen für alle Beteiligten.

  • Rainer, es geht nicht darum, den Preis "irgendwie zu drücken", sondern faktisch feststellbare Dinge objektiv einzupreisen.
    Ich erinnere mich gerne daran, dass mir von Verkäufern doch die vollständigen Instrumente angepriesen worden sind, die sie ja erst vor 12 Jahren eingebaut haben. Oder so Sachen wie "neue Segel (2015)" aus Sicht der Verkäufer für den Preis maßgeblich sein sollten. Das ist aus Sicht des Käufers halt olle Elektronik und die Segel sind durch. Darüber muss man sich aber einig werden.


    Es geht klar auch um den Kollegen der seine Dienste als "Preisdrücker" im Netz anbietet und rein darauf sein Geschäft aufbaut, also um das "verhandeln".
    Ansonsten sind wir bei einem Wertgutachter, dann erwarte ich aber verbindliche Aussagen was Instandsetzung, Wert etc. betrifft.

  • Ehefrau, Bruder, Freund, Bootsbauer - ich finde, da spricht nichts dagegen. Ich halte es nicht für ungewöhnlich, sich zur Verhandlung jemanden dazuzuholen. Das ist auf der Verkäuferseite ja oft auch so, erst recht, wenn ein Makler involviert ist. Was ich nur etwas seltsam finde sind Menschen, die sich im Internet als Experten für alles präsentieren, von der Einbauküche bis zum Flugzeug. Das klingt arg nach Scharlatanerie. Und nicht jeder, der sich einmal das Harvard-Konzept durchgelesen hat, ist deshalb gleich ein guter Verhandler. Dann doch lieber Ehefrau, Freund oder Bruder, denn die kennen mich besser.

    Grüße, Peter

    🇺🇦

  • Mal ehrlich, da wirft jemand eine bestimmte Dienstleistung in eine Diskussion wo es um Gewerbliche, Fachliche und weitere Beratung geht, auf einmal wird das ausgeweitet auf, Frau verhandelt nach, ich frage X oder Y um rat....
    Über was wird hier gesprochen? Doch im weitesten Sinn um Gewerbe rund um Bootskauf, in diesem Fall um "Kommerzielle Bootskaufberater" nicht um Bootswert ansetzen und Ermittlung sondern um die Dienstleistungen. Gut/schlecht, teuer/billig, kompetent/inkompetent etc. oder bin ich im falschen Thread und wir diskutieren hier die Preisfindung und die Grundlagen der "Boots Substanz"?

  • Es geht wohl inzwischen um die Einstellung zum Subjekt sowie persönliche Alternativen dazu...

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


    Jeden Abend ´nen Bier - Ganze Leben Alkoholiker


    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...

  • Über was wird hier gesprochen? Doch im weitesten Sinn um Gewerbe rund um Bootskauf, in diesem Fall um "Kommerzielle Bootskaufberater" nicht um Bootswert ansetzen und Ermittlung sondern um die Dienstleistungen. Gut/schlecht, teuer/billig, kompetent/inkompetent etc. oder bin ich im falschen Thread und wir diskutieren hier die Preisfindung und die Grundlagen der "Boots Substanz"?


    GEhört doch zusammen. Der Käufer möchte eine fairen Preis und vor allem nicht die Katze im Sack, hat aber nicht das Hintergrundwissen und auch nicht die Zeit oder lebt nicht nahe den Verkäufern. Der Verkäufer einen möglichst hohen Preis. Beides legitim. Auf Verkäuferseite gibts Makler als Helfer auf der Käuferseite eben Berater. Vom professionellen über die Ehefrau bis zum Vereinskollegen. Und hier gehts um professionelle Berater die hier scheinbar von Verkäufern abgelehnt werden, wenn sie um den Preis verhandeln. Das kann man sich gegewärtig ggf. Leisten wenn der Markt wieder dreht dann nicht mehr.
    Und der Markt. Trotz hoher Nachfrage gibt es immer noch überteuerte Boote die monatelang auf den Internetforen schlummern dann verschwinden und dann plötzlich billiger wieder auftachen. Das war ja bis vor 2 Jahren fast Standard. Erstmal das Wasser abtasten ob sich ein dummer Käufer findet und professionelle Berater wissen das.

  • Ja, "ob" ist geklärt.


    Geht nur noch um das


    "durch wen"


    "wie"


    "Zielsetzung"


    "Kommunikation"

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


    Jeden Abend ´nen Bier - Ganze Leben Alkoholiker


    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...

  • Ich habe gar kein Problem mit Verhandlern, die nicht Eigner oder Interessent sind.
    Ich habe ein Problem mit jemandem, der professionell angeblich über alles mögliche verhandelt.


    Wenn ich selbst zu einem reellen Preis anbiete und andere Interessenten habe,
    warum sollte Ich dann mit so jemandem verhandeln?
    Das macht doch höchstens Sinn wenn er den einzigen Interessenten vertritt.


    Und dann habe ich vermutlich den Preis zu hoch angesetzt.
    Und senke ihn ohnehin so, wie ich es für richtig halte.


    Ich war dieses Jahr bei einem Verkauf dabei, wo sich der Eigner von einem Kumpel vertreten liess.
    Dagegen war gar nichts einzuwenden, das lief auch völlig sauber.


    Ich halte einen guten Verkauf auch oft für einen guten Kauf.
    Oft ist doch der Handel der beste, mit dem beide Seiten zufrieden sind.
    Zumindest bei einem Boot, das evtl. ja zuerst noch im Zugriff des Alteigners bleibt.


    Ich habe mal einige Zeit ein Boot für einen Eigner gesteuert, der ein Verhandlungsgenie war.
    Wirklich beeindruckend.
    Aber sobald man ihn kannte, machte man keine Geschäfte mehr mit ihm. :face_with_rolling_eyes: :grinning_squinting_face:


    Holger