Reale Position versus angeblicher laut Plotter...

  • Woran kann es liegen, daß meine Position laut Kartenplotter deutlich von der realen Position abweicht....: beispielsweise fahre ich exakt im Tonnenstrich, der Plotter sagt mir aber, ich wäre angeblich deutlich auf der falschen Seite der Tonnen...?
    Und zweite Frage....: wem " glaubt " ihr in solch einer Situation eher....: dem Plotter oder eurer Warnehmung / den realen Gegebenheiten...?
    Gruß, Norbert.

  • Wenn die Tonne genau vor meiner Nase ist, laut Plotter aber 200m weit weg.... mal kurz nachdenken... ich glaube dann vertraue ich meinem Optical Sensor Mark 1 (oder in meinem Fall Mark 2).


    Natürlich kann auch die Tonne vertrieben sein. Dann habe ich Pech gehabt.

  • Moin, also bei einem Tonnenstrich zögere ich keine Sekunde und folge dem. Dabei fluche ich dann auch gerne mal über die schlecht oder gar nicht aktualisierten Karten der Fa. Xy. Sofern es sich um Tonnen auf der Nordsee, insbesondere in Seegatten handelt, ist es eher der Standard als die Ausnahme, dass die Plotterkarten nicht aktuell gehalten werden. Hier gibt es zwischen den diversen Anbietern durchaus grosse Unterschiede in der Qualität der Karten. Diese Tonnen werden ja auch durchaus im Laufe einer Saison nochmal verlegt
    Gruß Klaus

  • Ich habe es vorige Woche erlebt, daß ich nachts unter Segel (wg. Motorproblemen) beim Einlaufen in die Bucht von Kuje (Liznian) wegen des buchstäblich 1/2nm vor dem Ziel auf fast Null eingeschlafenen Windes so langsam wurde, daß meine GPS Position in etwa 100m von der tatsächlichen Position entfernt war. Ich habe es am Tiefenmesser gemerkt, der plötzlich 1m70 zeigte und mir klar machte, daß ich genau auf eine Untiefe zusteuerte, die mir aus der Erinnerung bekannt war, die ich aber wg. der Dunkelheit nicht besser eingrenzen konnte. Ein Notstart meines Dieselsabberers hat mich dann grad noch vor Grundberührung gerettet.

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

  • wie alt ist denn die Plotterkarte? Und von welchem Revier reden wir?


    Aktuell Barther Bodden und Saaler Bodden..... Letztes Jahr mit der gleichen Karte und dem gleichen Plotter aber auch ein paar Mal im Stettiner Haff.
    Laut Auskunft des Eigners ist die Karte aber relativ frisch, sprich Update letztes Jahr.

  • Im Barther und Saaler Bodden würde ich immer die aktuelle Tonnenlage steuern. Wenn es um die Tiefen geht den Plotter zu Hilfe nehmen. Allerdings sollte man sich auch auf die elekt. Karte verlassen können, indem man das einige viele Mal positiv geprüft hat.....

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Und zweite Frage....: wem " glaubt " ihr in solch einer Situation eher....: dem Plotter oder eurer Warnehmung / den realen Gegebenheiten...?


    schaust Du bei Regen auch erst in die Regenradar-App ob es auch wirklich regnet?



    Krusefix

    wer Verantwortung von sich weist,
    weist auch die Freiheit von sich.


  • schaust Du bei Regen auch erst in die Regenradar-App ob es auch wirklich regnet?



    Krusefix


    Nein, sicher nicht......
    Aber ich kenne inzwischen mehrere Segler, die tatsächlich stumpf nach dem Kartenplotter fahren und die realen Verhältnisse um sie herum kaum noch zur Kenntnis nehmen.
    Im Grunde vielleicht die gleiche Geschichte die manche Zeitgenossen beim Autofahren abziehen....: " aber mein Navi hat doch gesagt, ich kann da lang fahren..."

  • schaust Du bei Regen auch erst in die Regenradar-App ob es auch wirklich regnet?


    Auch eine Tonne muss nicht da sein wo sie in der Seekarte sein sollte. Seekarte veraltet, Tonne vertrieben oder Kette lang und sie schwoit dann je nach Wind und Strom. Tonnen sind nun mal zur Navigation mit vorsicht zu genießen. Nun kann man noch den guten alten Handpeilkompass rausholen und zwei oder drei Objekte Peilen und in die Seekarte einzeichnen. Ob das mit einen Schätzeisen wie einen Peilkompass auf Magnetbasis genau genug ist um in einen engen Fahrwasser zu navigieren bezweifle ich auch. Also an den Tonnestrich entlang und immer ein kritisches Auge auf den Tiefemesser.
    Semannschaft ist halt oft keine genaue Wissenschaft sondern ordentliches Handwerk. Und alle Navigationshilfmittel, einschl. Tonnen und Seekarten sind eben mit Vorsicht zu genießen. Je weiter weg von großen Seeschiffahrtstraßen mit Berufsschiffahrt desto ungenauer wird IMHO alles. Eine Fahrrinne einer XY Marina in der Pampa wird nicht jedes Jahr neu Vermessen und es ist ja nicht so das sich die Verhältnisse im Untergrund nicht ändern.

  • Vielleicht lag es an einer GPS Ungenauigkeit?

    Unterschied-zwischen-Prazision-und-Richtigkeit-300x95.gif
    https://www.kowoma-gps.de/praezision/


    Nicht immer liefert GPS den wahren Standort, es müssen sich auch nicht Tonnen oder Inseln auf Wanderschaft begeben haben. Ich erinnere mich an eine lustige Situation. Ein Freund hatte sich einen Kleinkreuzer gekauft, u. a. war auch ein Plotter montiert. Kurz vorm Einlaufen schnibbelte ich eine StB-Tonne, die wir auf dem Plotter korrekt an StB hatten, die wir aber im hier und jetzt an BB passierten. Die Differenz zwischen dem Plotter und der Realität belief sich auf ca. 10 m.
    Gerade wenn man sich in unbekannten Ecken herumtreibt, darf man sich niemals auf ein einziges System verlassen. Alles nutzen, was an Bord vorhanden ist. Plotter, GPS, Papierkarte, Lot, Handkompass zum Peilen.

    Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist.

  • Es wäre schön, wenn Plotter den Wert EHPE als Bereichsring um das Fahrzeug anzeigen würde. Dann hätte man jederzeit einen Indikator für die aktuell zu erwartende Genauigkeit. Aber zumindest bei Raymarine/Lighthouse sieht man den Wert nur auf GNSS Status-Seite.

  • Aktuell Barther Bodden und Saaler Bodden..... Letztes Jahr mit der gleichen Karte und dem gleichen Plotter aber auch ein paar Mal im Stettiner Haff.
    Laut Auskunft des Eigners ist die Karte aber relativ frisch, sprich Update letztes Jahr.

    Warum will man in diesen gut betonnten Revieren nach Plotter steuern? Schau, wo Du hinfährst, im Original. Btw: Segeln ist eine sinnliche Angelegenheit.

    Ich brauche keine Therapie. Ich muss nur segeln.

  • Es wäre schön, wenn Plotter den Wert EHPE als Bereichsring um das Fahrzeug anzeigen würde. Dann hätte man jederzeit einen Indikator für die aktuell zu erwartende Genauigkeit. Aber zumindest bei Raymarine/Lighthouse sieht man den Wert nur auf GNSS Status-Seite.

    Hochwertige GNSS Empfänger können sicherlich CEP und EHPE berechnen. Die Frage ist ob NMEA2000 die Daten weitergeben kann und dann eben auf dem Plotter anzuzeigen. Berets ein CEP wäre hilfreich, weil man da sieht wie genau gegenwärtig das GNSS Ergebnis ist.

  • Warum will man in diesen gut betonnten Revieren nach Plotter steuern? Schau, wo Du hinfährst, im Original. Btw: Segeln ist eine sinnliche Angelegenheit.


    Ich benutze einen Plotter nicht anders als eine Papierkarte, bloß eben daß so ein Plotter draußen am Ruder bei Mistwetter deutlich praktischer und handlicher ist . Und " sehen wo ich hinfahre " ist eine ziemlich logische Sache, dazu muß ich aber erst mal grob vorneweg wissen, wie der Kurs denn im weiteren verlaufen soll.


    Wenn ich irgendwo um eine Schilfinsel biege und plötzlich ein halbes Dutzend Tonnen eines gewundenen Fahrwassers vor mir habe ohne zu wissen, welche die erste ist oder ohne direkt erkennen zu können welche mir am nächsten ist, dann muß ich zwangsläufig in die Karte schauen. Ob das nun eine Papierkarte oder ein Plotterbildschirm ist spielt dabei dann keine Rolle.

  • Die Amerikaner sind zur Zeit ja wieder militärisch deutlich aktiver. Vllt. werden wie Störsignale versendet, um die eigenen Angriffe zu schützen.

    LG und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!


    Maik