Spiritus-Kocher mit Vergaser

  • Wir haben einen Spiritus-Kocher an Bord (Gas wollen wir nicht), sind aber nicht so glücklich damit.


    Es ist ein Origo 3000 oder ähnlich, seht jedenfalls so aus;
    unten drin sind zwei Kartuschen zum Befüllen mit Spiritus.


    Nun liebäugle ich mit einem Spiritus-Vergaser-Kocher.


    Frage an die Runde:


    Wie ist die Heizleistung verglichen zu denjenigen ohne Vergaser?


    Wie ist die Regulierbarkeit, vor allem bei kleinen Flammen ?



    Danke



    PS
    Leider haben wir unseren alten Optimus Petroleum-Kocher mit dem alten Schiff weitergegeben.
    Bereue ich bis heute ...

    Es ist erst dann alles gesagt, wenn alle etwas gesagt haben.

  • Moin,
    Gas möchtest du nicht. Kann man verstehen. Origo Spiritus möchtest du nicht.Kann man noch besser verstehen.
    Warum kaufst du denn dann keinen Petroleumkocher? Der Origo hat doch eine treue Fangemeinde, so dass man den ganz prima und für viel Geld verkaufen kann.


    Uwe


    Bei Ebay Kleinanzeigen gibt es einen Enders. So einen hatte ich vor 30 Jahren. Der war für einen Petroleumkocher ok.
    Bei Ebay findet man einen Optimus in weiß emailiert.

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  • Nun liebäugle ich mit einem Spiritus-Vergaser-Kocher.


    So ein HPV Mambo? Haben wir und ist Okay, mehr aber nicht. Das zünden ist mit der Schale auch nicht Boots tauglich, die flamme wird gerne auch ausgeblasen. Bekommt man das nicht mit, kann es in die Schale nachtropfen und das zweite Zünden wird zum riesen spaß ;). Für uns hatten alle Spiritus Systeme zu wenig Dampf zum "Scharfanbraten" so das wir eigentlich wieder bei Gas sind :O

  • Moin,


    ich hätte noch einen Petroleum Kocher 2flamig von Turm rum zu liegen.
    Lediglich die Abdichtung der Handumpe muss erneuert werden.
    Die Petroleumkocher haben definitiv mehr Leistung, sind aber was die Handhabung angeht etwas sehr anspruchsvoll.
    Vorheizen mit Spiritus und dann muss das Ding auch beim ersten Versuch ordentlich zünden, sonst hast Du innerhalb von ganz schnell die Kajüte voll Ruß.
    Die Kocher von Enders gab es dann auch mit einem kleinen Pilotbrenner der die Verdampfer/Brenner vorheizen soll, nur leider leiden/verschleißen bei diesem Modell die Verdampfer/Brenner Recht schnell weil durch die einseitige Erwärmung der Pilotbrenner das Material sehr leidet.

    Komm lass mich mal machen, äh nu is kaputt.

  • Habe selbst den originalen Spiritusvergaser von Enders, der leider nicht mehr gebaut wird. Der Kocher ist inzwischen sehr alt, hat noch nie ein Ersatzteil gebraucht. Er arbeitet drucklos, lediglich mit Gefälle. Die Heizleistung von 1kW, die beim technisch identischen "Mambo" angegeben ist, scheint realistisch. Dass 1kW weniger ist als 2, ist ja noch keine höhere Mathematik, erklärt aber gewisse Eigenheiten. Für eine ausgesprochene Beilagenküche, in der täglich pfundweise Nudeln, Kartoffeln oder Reis gekocht werden, ist er vielleicht nicht so geeignet. Er ist ansonsten sehr sparsam. 3 Wochen Urlaub mit regelmäßig Kochen, meistens Kurzgebratenem, Omlettes, auch mal Würstchen oder Frikadellen, etwa 5 Tassen Kaffe am Tag machen eine Literflasche mit Spiritus noch nicht leer. Bei einem Origo reicht 1 Liter für 2,5 Stunden Vollast, wenn dazwischen mehrere Unterbrechungen liegen.


    Im Gegensatz zu anderen Flüssigbrennstoffvergasern gibt es quasi keine Probleme mit der Düse. Es kann sein, dass man sie mal duchblasen muss. Das ist selten und geht sehr schnell. Außerdem hat er kein Drucksystem, das über die Gesamtlebensdauer immer wieder undicht wird. Zum Vorheizen lässt man bei geöffnetem Regler etwas Spiritus in das Pfännchen laufen, steckt es an und das wars im Grunde. Den Rest macht er selbst. Viel zu viel oder viel zu wenig führt wie bei anderen Vorrichtungen zu weniger optimalen Ergebnissen - aber kein Vergleich zu einem Benzin-, Diesel, oder auch Petroleumkocher.


    Ein Punkt, der mehr dem Spiritus an sich zuzuschreiben ist, dass er sehr flüchtig ist. Der Kocher ist über den Tag betrachtet die meiste Zeit aus. Der Tankdeckel zwar zu, die Entlüftung allerdings nicht. Schüttet man nach dem Kochen nicht benötigten Spiritus zurück, hat man den angegebenen Verbrauchswert. Kippt man ihn nicht zurück und es ist draußen sehr warm, dann hat man relativ hohe Verluste durch Verdunstung. Beim Origo ist man dem ausgeliefert. Was drin ist, ist drin und verlässt den Tank nur gasförmig.


    Der Kocher ist relativ windempfindlich. Noch etwas 5windempfindlicher als Gas und w.e. als ein Coleman Benzinkocher allemal. Wenn man bei Wind kochen wird, sollte man einen Windschutz haben oder den Trangia nehmen, der in dem Kocher-Topfsystem einen guten Windschutz integriert hat. Der Standard-Trangia hat einen etwas größeren Brenner, etwas mehr Heizleistung und mit dem Kocher/Topf-System einen sehr guten Wirkungsgrad. Er verteilt die Wärme auch sehr gut.


    Zuhause koche ich trotz der vielen Vorteile von Spiritus lieber mit Gas. Bei wenig Platz hat man mit Spiritusvergasern einen Kocher, der kompakt und sparsam ist, ohne Installation und ohne große Brennstoffvorräte auskommt. Letzteres ist gerade bei Gas ungünstig. Zu dem großen Flaschenbehälter kommen rund 5 kg Gas, 5 kg Flasche. Statt dessen kann man auch 10 l mehr Wasser oder Sprit mitnehmen.

  • Ich hatte vor vielen Jahren einen Spiritus-Kocher mit Drucktank (Enders 310/312). Der war im Prinzip nicht schlecht, aber die Heizleistung war mau. Es dauerte lange, bis die Kartoffeln kochten,
    und Fleisch braten war schwierig. Der Kocher erzeugte keine große Hitze, und wenn etwas Wasser aus dem Fleisch austrat, dauerte es lange, bis das wieder verdampft war, und die Hitze in der Pfanne wieder
    für den Bratmodus reichte. Ich vermute, dass drucklose Systeme noch weniger Heizenergie an den Topf bringen.


    Die Flammengröße war gut regelbar. Das wird bei drucklosen Systemen eventuell anders sein. Allerdings bestand wegen der geringen Heizleistung nur wenig Bedarf dazu. Bei ganz kleiner Flamme fängt der Brennkopf


    an zu glühen.
    Nachteilig fand ich, dass man regelmäßig wieder Druck in den Tank pumpen musste. Und vereinzelt versagte dabei die Pumpe, so dass Spiritus austrat. Das war bei laufendem Kochbetrieb schon spannend.
    Vorteilhaft ist natürlich die einfache Löschbarkeit von Spiritusbränden mit Wasser.
    VG
    Burkhard

  • Enders und auch Optimus hatten zu ihren Petroleum Modellen auch solche für Spiritus im Angebot; die hatten lediglich einfachere Brenner, da Spiritus einfacher vergast als Petroleum, dadurch hatte auch die Düsen andere Durchmesser, der Rest war gleich.
    Wie schon beschrieben brennen sie bei weniger heiß, da der Heizwert von Spiritus eben geringer ist, auch daher dürften die meisten ehemaligen Spirituskocher dieser Hersteller auf Petroleumbrenner umgebaut worden sein.
    Deren Nutzung muss man einfach nur mal lernen, dann brennen die astrein, wir haben vor 3 Jahren die Gasanlage still gelegt, einfach zu nervig das ganze Thema und kochen wieder mit Petroleum.

    Gruß

  • Vor über 30 Jahren hatten wir auch einen Optimus Petroleumkocher mit Spiritusvorwärmung. Für den Notfall gab es Düsen mit etwas größerem Durchmesser für reinen Spiritusbetrieb. Hab ich noch in der Bastelkiste ganz unten. Aber nie gebraucht. Gegenüber Petroleum bleibt das Problem der geringen Heizleistung bestehen.


    Grüße von Kugelblitz

  • Der Support für die Optimus Kocher für Spiritus ist ausgelaufen ich würde da auch nicht mehr mit anfangen sondern auf Petroleum gehen. Nur als Hinweis, das machen immer mehr Leute, die an Bord ernsthaft kochen und Gas nicht (mehr) wollen. Kocher sind ausreichend amMarkt auch wenn die Preise für Gebrauchte steigen.

    Gruß

  • Habe seit 49 Jahren auf allen Booten Gas. Ist und bleibt geil. Keine verrußten Töpfe, keine fehlenden Augenbrauen (wegen der Stichflamme beim Spiritus) und immer ordentliche Kochleistung. Alle Sterneköche dieser Welt kochen mit Gas und die können sich doch nicht alle irren. Und gut gewartet (Gasprüfung und co) und mit den ganzen heutigen Sicherheitssystemen passiert da auch nichts!
    Aber das ist off topic, sorry…

    Edited once, last by ex-express ().

  • Der Support für die Optimus Kocher für Spiritus ist ausgelaufen ich würde da auch nicht mehr mit anfangen sondern auf Petroleum gehen. Nur als Hinweis, das machen immer mehr Leute, die an Bord ernsthaft kochen und Gas nicht (mehr) wollen. Kocher sind ausreichend amMarkt auch wenn die Preise für Gebrauchte steigen.

    Jeder soll das so machen, wie er mag, aber mir käme das nicht in den Sinn, meinen Gaskocher (incl. Backofen) gegen einen Petroleumbrenner einzutauschen.

    Habe seit 49 Jahren auf allen Booten Gas. Ist und bleibt geil. Keine Verrusten Töpfe, keine fehlenden Augenbrauen (wegen der Stichflamme beim Spiritus) und immer ordentliche Kochleistung. Alle Sterneköche dieser Welt kochen mit Gas und die können sich doch nicht alle irren. Und gut gewartet (Gasprüfung und co) und mit den ganzen heutigen Sicherheitssystemen passiert da auch nichts!
    Aber das ist off topic, sorry…

    Sehe ich auch so. Das Anwendungsspektrum ist bei Gas viel größer.

  • Vielen Dank für alle Euren Antworten.


    Ich hatte übers Wochende zufällig Gelegenheit, einen Spiritus-Vergaser-Kocher auszuprobieren.


    Nein, das ist nichts.
    Zuerst war der Vergaser zuwenig heiss, dann gabs ne Mini-Verpuffung, am Ende lief er, aber er war und ist diffizil zu bedienen.
    Die Pfanne war zwar weniger verrusst, aber das wars auch schon, Heizleistung nicht spürbar besser als Std-Spiritus-Kocher mit Kartusche.


    Zu unserem alten Petrol-Kocher muss ich auch anmerken, da war vorheizen ebenfalls mit Petrol (unter Druck), und wenn man zuwenig vorheitzte, gab es eine blakende Flamme.
    Wir haben den immer nur im Cockpit draussen bedient - auch, weil das Schiff zuwenig lüftung hatte.
    Ansonst aber, dh, bei richtiger Bedienung und Geduld beim Vorheizen war er Spitze.
    Tempi passati, er ist seit Jahren weg.



    Nun liebäugle ich mit wieder-verschliessbaren Gas-Kartuschen zu einem Gas-Kochherd,
    sowas das die Outdoor-Sportler haben.
    Verschliessbar, damit ich diese irgendwie ausserhalb des Schiffes lagern kann, denn
    1) wir haben keine entlüfteten Behältnisse für Gas auf dem Schiff
    2) ich will da auch gar nicht mit anfangen
    Vielleicht irgendwo hinten am Heckkorb einen kleinen weissen Behälter.


    Mal sehen.
    Da nun Ende Saison kommt, hat es noch Zeit


    Nochmals danke für alle Antworten

    Es ist erst dann alles gesagt, wenn alle etwas gesagt haben.

  • Bei den Outdoorsportlern sind Gaskartuschen nur mittelmäßig gut beleumundet. Das Kochen ist zwar einfach, preislich bis auf die Kartuschen ausgesprochen interessant, aber das war es schon. Anfangen tun viele damit, nach ein paar Jahren nutzt ihn fast keiner mehr.


    Anschauen würde ich mir möglichst den 08-15 Colemankocher. Nicht den doppelten, sondern am ehesten 2 Single. Von der Heizleistung das Modell "schneller Brüter", vorheizen entfällt quasi. Verarbeitung ist gut - aber Vorsicht bei gebrauchten. Wenn man ihn weder mit Coleman-Spezialbenzin noch mit Wundbenzin betreibt, sollte man Benzin duch einen Vorfilter aus Papier laufen lassen.


    Besser in jeder Hinsicht der Vielstoffbrenner von MSR. Von Zuverlässigjeit und Bedienung allerdings auch preislich die Referenz der Flüssigbrennstoffkocher. Gegenüber einem Gaskartuschenbrenner etwa das was Lowa Renegade gegen ein paar Aldi-Wanderschuhe ist. Einfach Spitze. Zu dem nicht ganz billigen Brenner gehört ein separater Tank, der natürlich separat kostet - ebenso wie ein zweiter und ein dritter Brenner. Habe selbst zwar keinen, aber Millionen von Fliegen können nicht irren.


    Wenn ihr ohnehin draußen kocht und Outdoor auch an Land in Frage kommt, sei der Vollständigkeit halber ein Hobo-Kocher genannt. Sie sind relativ unkompliziert, Anheizen selbstredend, relativ effizient, garantiert druck- und verpuffungsfrei und Düsen können auch nicht verstopfen. Er kann höchstensdurchrosten. Der Brennstoff kann weder auslaufen noch sich selbst entzünden. Bei mir an Bord habe ich allerdings das Gefühl, die Zeit wäre noch nicht reif dafür. Man muss ihn schon mögen.