Radar Schulung

  • Hallo,


    ich möchte mir ein Radarantenne anschaffen und zwar die Raymarine Quantum. Einen Kartenplotter Axiom + 9 habe ich schon.


    Daher suche ich vor dem Kauf eine Schulung um zu sehen, ob die Anlage für mich etwas ist. Ich möchte keine Verkaufsschulung, sondern eine Bediener Schulung.
    Kann mir einer sagen wer so etwas durchführt ?


    Gruß Jürgen

  • Radar kommt in der Ausbildung nur sehr wenig vor, ich kann mich nur an Infos zum Radar und ein wenig praxisfernes Radarplotten in der SSS Theorie erinnern. Dazu in der Praxis ein bisschen zur Nutzung des Gerätes, das war's. Wie man mit MARPA umgeht, was man in der Praxis mit dem Radargerät anfangen kann - weitgehend Fehlanzeige.


    In meiner eigenen Erfahrung ist AIS wesentlich wichtiger. Sehr klare Informationen, gut vom Gerät aufbereitet. Aber: eben nur von Schiffen, die auch tatsächlich senden. Fischer und Sportboote fallen da öfter mal durch's Raster.


    Ja, wir haben Radar - aber wirklich ernsthaft eingesetzt habe ich es noch nie.


    Fazit: vor dem Kauf würde ich noch einmal überlegen, ob sich die Investition in Radar für dich wirklich lohnt. Aktives AIS und ein guter Radarreflektor (die Berufsschiffahrt nutzt Radar immer) wäre für mich wichtiger.

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    Autokorrektur ist grässlich!
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  • Ich habe vor Jahren bei dem einen Radar Kurs gemacht , war sehr interessant , aber das meiste vergessen, weil nie gebraucht
    https://marina.ch/wp-content/u…echnik_Radarkurs_90_D.pdf


    Fazit: Radar anschaffen Ja, Radar Kurs nein.



    Gruß Klaus

    Ab Windstärke zwölf gibt es keinen Atheisten mehr.( Helmut Gollwitzer)

  • Radar kommt in der Ausbildung nur sehr wenig vor, ich kann mich nur an Infos zum Radar und ein wenig praxisfernes Radarplotten in der SSS Theorie erinnern. Dazu in der Praxis ein bisschen zur Nutzung des Gerätes, das war's.


    Wir haben beim SSS sowohl in der Theorie als auch in der Praxis recht ausführlich mit dem Radar gearbeitet. In der praktischen Prüfung musste man dann auch nur mit dem Radar seine Position bestimmen, in dem man auf der Karte verzeichnete Objekte peilte.


    Bei modernen Plottern wird das Radarbild als eigene Ebene zusätzlich zu Karte und AIS eingeblendet und das ist wirklich ein großer Gewinn! In sehr dichtem Nebel waren wir schon sehr froh, dass z. B. die Position von Fahrwassertonnen per Radar „bestätigt“ wurden und andere Hindernisse mit und ohne AIS „auftauchten“.

    :segeln:

  • Fazit: vor dem Kauf würde ich noch einmal überlegen, ob sich die Investition in Radar für dich wirklich lohnt. Aktives AIS und ein guter Radarreflektor (die Berufsschiffahrt nutzt Radar immer) wäre für mich wichtiger.

    Nicht für ungut, aber war das die Fragestellung?

  • Wen du des englischen mächtig bist, schau mal auf Youtube "Raymarine Quantum How to". Die haben vor kurzem einen einstündigen Online-Kurs zur Bedienung und interpretation gegeben.


    Einen richtigen Kurs halte ich für überflüssig, die modernen Radare mit Überblendung auf Seekarte sind eigentlich recht einfach zu verstehen und zu bedienen. Da reicht es Online ein paar Kniffe dazu zu lernen. Dass ab einer gewissen Entfernung die Hafeneinfahrt bauartbedingt zu einem soliden Blob verschmilzt etc. Wie Wetterfronten aussehen, wie man die Alarme einstellt, feddich.


    Wenn du einen Kurs belegst und pech hast, musste dir von einem alten Seebären erzählen lassen wie man jeden einzelen Pixel interpretiert, obwohl die Quantum Serie das meiste für dich schon selbst tut. Bewegte von unbewegten Signalen unterscheiden, verfolgen usw.

    /Marco


    Blog, Live-Track, Fotos und Bootsinfos: sailing-serenity.eu
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  • Schöne neue Welt. Mit Plotter kann jeder zur See fahren, AIS wird als Ersatz für Radar interpretiert und die neuen Radargeräte machen praktisch alles von selbst, da braucht man keinen Kurs.... :rolleyes:


    Die Bedienung des Gerätes ist ja nicht mal die Herausforderung, das muss man zugeben.
    Aber im Falle, wenn das Radargerät wirklich gebraucht wird, geht es um die Interpretation des Bildes, relativer Bewegung von Kontakten, "Fahren nach Radarsicht" und vollständige Anwendung der KVR Regel 19.
    Wenn ich lese, dass man ja Karte und Radar übereinander legen kann und daher alles einfach ist, stellt das imho nur klar, wie wenig Ahnung / Erfahrung über die Thematik vorhanden ist.


    In einem guten Kurs lernt man die korrekte Anwendung des Radargerätes und nur nebenbei dessen Bedienung.
    Fazit, wenn man es richtig machen will, macht man einen Kurs und kauft sich anschließend ein Gerät.


    Gruss
    excos48

  • :gooost:


    In einem guten Kurs lernt man die korrekte Anwendung des Radargerätes und nur nebenbei dessen Bedienung.


    Und das Spielen mit der manuelle Einstellung um das letzte an Information aus dem Radar rauszukitzeln.

  • Wenn ich die Eingangsfrage richtig verstanden habe, geht es nicht um Grundlagen sondern um explizit der Umgang und die Bedienung/Menüführung eines bestimmten Gerätes.


    Ob es solche Spezialschulungen gibt?
    Vielleicht Mal beim Hersteller/Händlern nachfragen.

    (Nick)namen werden überbewertet. :nono:

  • In einem guten Kurs lernt man die korrekte Anwendung des Radargerätes und nur nebenbei dessen Bedienung.
    Fazit, wenn man es richtig machen will, macht man einen Kurs und kauft sich anschließend ein Gerät.


    Jan, kannst Du denn einen guten Kurs empfehlen?


    Gruß

  • Wenn ich lese, dass man ja Karte und Radar übereinander legen kann und daher alles einfach ist, stellt das imho nur klar, wie wenig Ahnung / Erfahrung über die Thematik vorhanden ist.


    Das ist sicherlich richtig,aber in der praxis für den Sportbootfahrer braucht man das nicht, oder wer kennt schon alle Möglichkeiten, und nutzt sie auch, des ,,einfachen`` Plotter`s.


    [quote='excos48','index.php?page=Thread&postID=2332190#post2332190']Fazit, wenn man es richtig machen will, macht man einen Kurs und kauft sich anschließend ein Gerät.


    ich mein es kann auch umgedreht sein.


    Gruß Klaus

    Ab Windstärke zwölf gibt es keinen Atheisten mehr.( Helmut Gollwitzer)

  • Ob es solche Spezialschulungen gibt?


    ...die gleichzeitig keine Verkaufsschulungen sind?


    Das Bedienen ist im Grunde nicht so das Problem. Man stellt es so ein, dass man was sieht. So wie man ein altes Radio so einstellt, dass man was hört.
    Sieht man nichts ist entweder nichts da oder die Einstellung stimmt nicht. Standard wären Reichweite und Rauschunterdrückung. Mit dem Entfernungsring und der Peillinie kommst Du so zurecht. Sonderlich oft braucht man die nicht.


    Schwieriger ist das Deuten von dem was man sieht. Von Medemblick ausgehend sollte es sehr viel geben, das man ausgesprochen gut deuten können wird. Je öfter man aufs Radar schaut und das mit der anderen Wirklichkeit vergleicht, der, die man mit bloßem Auge sieht, umso besser klappt's.


    Ob es sich lohnt? Du musst Dir quasi keine Sorgen machen, ob es nebelig wird, kannst auch bei dichtem Frühnebel mit der Tide auslaufen, ohne ein Risiko zu haben. Eine gute Auflösung ist wichtig, Energiebedarf vielleicht noch, fast irrelevant die max. Reichweite.

  • Ich habe es einem Clubkameraden so empfohlen (er hatte das Gerät schon gekauft):


    Fahr ne Zeit lang immer mit Radar AN und fahre nach Sicht. Jetzt kannst Du draußen sehen, was da ist und dann auf den Schirm sehen, wie es dargestellt wird. Bedenke jedoch, dass Wetter und Seegang die Anzeige dann, wenn Du sie wirklich mal bei schlechter Sicht benötigst, recht nett verändern kann. Die Hersteller geben sich zwar Mühe, diese Effekte für den Bediener so gering wie möglich zu halten.....aber die sind ja keine Zauberlehrlinge und Meister schonmal gar nicht. Heiß also,,,,nächste Übung dann mit 2-3m Welle. Da ist dann auch gerne Wasser in der Luft. Das dann am besten in einem Revier, dass Dir durch die ersten Übungsfahrten schon bei gutem Wetter auf dem Radarschirm bekannt ist.
    Gerne auch screenshots Fotos machen und so alles dokumentieren.


    Du hast ja Deine Wahl des Gerätes schon getroffen. CHIRP und Doppler....die Wahl ist schonmal gut. Spielt ja auch keine Rolle, dass es kein wirkliches Doppler sein kann, aber die Info, ob sich ein Ziel entfernt oder annähert ist auf dem Schirm und damit passt das.....dann nennt man das halt so!
    Das wichtigste ist dabei CHIRP. Das macht schöne starke Echos und vor allem schmale Echos. Du wirst trotzdem überrascht sein, wie dick so eine kleine Fahrwassertonne sein kann und das 12m Segelboot sehr viel kleiner ist.
    Achte deshalb sehr genau da drauf, wie besonders Segelschiffe dargestellt werden. Hier ideal.......Du hast das Segelboot in der Nähe gesehen und es entfernt sich mit einem bestimmten Kurs. Du hast die Art Radarreflektor sehen können.also kleine Röhre gegen dicken Primablechreflektor....Jetzt "verfolgst Du dieses Ziel bis zur Reichweitengrenze.....und wirst überrascht sein. "Ist doch egal......in 10nm ist mir das Ding doch egal. Ja, aber schlechtes Wetter macht in Punkto Empfangsqualiät gerne aus 10nm dann 2nm.....also dichter Nebel usw.
    Das hilft Dir, die Bildschirminformation besser lesen zu können und eben Vertrauen und/oder gesundes Misstrauen in bestimmten Situationen zu entwickeln.
    Das kann Dir für Dein Radar kostengünstig KEINER als Kursus anbieten, weil es eben wirklich 1-3 Saisons dauern kann.


    Ich kann mich aber bei einigen "Videos" auf YT, wo man meint Radar zu erklären immer so schön amüsieren.....


    VG
    hinaksen
    (Radartechniker und 25 Jahre Ausbilder an Radargeräten für die fliegende Fakultät)

  • Robert H:


    das, was da steht. Ist oft sehr unterhaltsam...eine Comedyshow kommt da nicht mit.....und nein, ich nenne keine Beispiele. Es ist meine eigene "laienhafte" unbedeutende Meinung dazu.


    VG
    (und ja, ich habe auch Erfahrung mit maritim eingesetzten "Ortungsfunkgeräten", wie sie im deutschen mal genannt wurden.....und ebenfalls ja, was man maritim sehen will, stört bei den "Fliegzeugen" . Der eine will den Clutter, der andere eben nicht.


  • (und ja, ich habe auch Erfahrung mit maritim eingesetzten "Ortungsfunkgeräten", wie sie im deutschen mal genannt wurden.....und ebenfalls ja, was man maritim sehen will, stört bei den "Fliegzeugen" . Der eine will den Clutter, der andere eben nicht.

    Wozu braucht Ihr bei den Fliegzeugen den Clutter? :verstecken:


    Jan

  • janni:


    jo, schnell hinter die Mauer mit Dir. Du willst den Satz falsch verstehen.....


    aber dann eben deutschkurs


    maritim.......Fliegzeuge.......jetzt bezieht sich der erste Teil des nächsten Teilsatzes eben auf erstgenanntes des Einleitungssatzes.....auf maritim (der will Clutter) und der zweite auf die Fliegzeuge (der will den Kram eben nicht.)


    ....obwohl.....auch da gibt es Geräte, die einen ganz bestimmten Anteil des Clutters dringend benötigen. Anflugradargeräte richten sich gerne anhand von Reflektoren, die an der runway plaziert sind, aus. (diese Blechtüten, die auch wir alle fahren sollten, damit ein S-Band Radar eine reelle Chance hat uns wegen des Reflektors zu sehen) . Dieses Echo solch eines Reflektors ist purer Clutter für alle Radaranwendungen.


    VG