(Kurzzeit-)Sabbatical in Griechenland

  • Hallo zusammen!



    Meine Frau und ich planen 2023 einen dreimonatigen Segeltörn in Griechenland zu machen. (quasi Kurzzeit-Sabbattical)


    Da ich noch nicht länger als drei Wochen am Stück auf einem Segelboot war und darüber hinaus (noch) kein Griechenland Experte bin, würde ich mich über Antworten auf meine Fragen aber auch allgemeine Tipps&Tricks sowie Empfehlungen freuen.
    Geplant ist eine Yacht mit 30 – 35 Fuß für den Zeitraum zu chartern. Folgende Fragen haben sich mir jetzt auf die Schnelle ergeben:


    Zeitraum: Gedacht haben wir an Apr – Juni oder Mai – Juli, da sollten wir meiner Meinung nach einen guten Mix aus nicht zu voll (im April) bis hoch sommerlich (im Juni/Juli) haben. Geht diese Überlegung auf oder würdet ihr eher den Herbst empfehlen? Hochsaison möchten wir eigentlich (auch aus Kostengründen) nicht unbedingt.


    Route/Revier: Bislang kenne ich nur das Ionische Meer rund um Lefkas. Die ganze griechische Inselwelt wird sich natürlich auch in drei Monaten nicht besichtigen lassen. Daher:Welche Reviere haben euch besonders gut gefallen? Ich persönlich plane aktuell so mit ca. 100sm in der Woche also insgesamt ca. 1200sm „Strecke“.
    Ich denke das sollte eine gute Mischung aus viel Segeln aber dennoch auch etwas Zeit für kleinere Landausflüge, Schnorcheln oder auch einfach mal ein paar Tage in einer Lieblingsbucht bleiben zulassen. Kommt das ungefähr hin? Was meint ihr?


    Charterunternehmen: Ich hatte bisher mit Dream Yacht und Charterbar Kontakt diesbezüglich und habe bereits die ersten Angebote erhalten. Könnt ihr mir andere empfehlen? Wäre es zweckmäßig kleine Charterunternehmen direkt anzuschreiben? Ich denke bei einem größeren Unternehmen mit mehreren Basen könnt das Thema Wartung/Reperatur (bei Bedarf) besser funktionieren?


    Vielen Dank und einen schönen Abend!
    Sebastian

  • Griechenland ist eigentlich überall schön. Ihr solltet vielleicht das Wetter etwas berücksichtigen bei der Törnplanung. Im Norden ist es im April eher noch etwas kühler, während weit im Süden die Temperaturen schon höher sind. Am Ende Eures Törns seid Ihr in der Meltemi-Saison. Da wollt Ihr nicht von Ost nach West durch die Ägäis.
    Meine Spontan-Idee wäre, wenn Ihr einen One-Way raushandeln könnt bei der Charter:
    Start in Preveza, nach Süden um den Peloponnes, evtl Kreta, dann am Südrand der Ägäis Richtung Kos / Rhodos, dann durch Dodekanes / Sporaden hoch Richtung 3 Finger / Thessaloniki und dann auf der Westseite wieder runter bis Athen. Ganz grob 1000sm ohne Schlenker. Das müsste man aber nochmal deutlich verifizieren, ist wirklich nur spontan...


    Ich würde bei so einem langen Törn auch auf die Komfort-Ausstattung des Bootes achten. Wir hatten in GR mal eines bei DreamYachtCharter, da war wirklich alles an Bord, was man so braucht (oder eben in einer Woche dann auch nicht so vermisst).
    Und ich finde es immer ganz gut, über Agenturen zu buchen, die haben häufig mehr Hintergrundwissen und der Preis ist idR auch nicht schlechter.

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  • Griechenland ist eigentlich überall schön. Ihr solltet vielleicht das Wetter etwas berücksichtigen bei der Törnplanung. Im Norden ist es im April eher noch etwas kühler, während weit im Süden die Temperaturen schon höher sind. Am Ende Eures Törns seid Ihr in der Meltemi-Saison. Da wollt Ihr nicht von Ost nach West durch die Ägäis.
    Meine Spontan-Idee wäre, wenn Ihr einen One-Way raushandeln könnt bei der Charter:
    Start in Preveza, nach Süden um den Peloponnes, evtl Kreta, dann am Südrand der Ägäis Richtung Kos / Rhodos, dann durch Dodekanes / Sporaden hoch Richtung 3 Finger / Thessaloniki und dann auf der Westseite wieder runter bis Athen. Ganz grob 1000sm ohne Schlenker. Das müsste man aber nochmal deutlich verifizieren, ist wirklich nur spontan...


    Ich würde bei so einem langen Törn auch auf die Komfort-Ausstattung des Bootes achten. Wir hatten in GR mal eines bei DreamYachtCharter, da war wirklich alles an Bord, was man so braucht (oder eben in einer Woche dann auch nicht so vermisst).
    Und ich finde es immer ganz gut, über Agenturen zu buchen, die haben häufig mehr Hintergrundwissen und der Preis ist idR auch nicht schlechter.


    Gute Ratschläge. Bis auf die Idee, aus dem südlichen Dodekanes nach N/NW segeln zu wollen - das will zur Meltemi-Zeit niemand.

  • Ein sehr schöner Plan!
    Meine Erfahrungen einer solchen Reise, (war auch 3 Mo. unterwegs):
    Einige Vercharterer anschreiben per Mail und sich das beste Angebot raussuchen.
    One way vereinbaren, da wird der Aktionsradius größer.
    Im Hochsommer wird es sehr warm! und es gibt Meltemi.
    Dieser Wind ist nicht zu unterschätzen! Da kann es schon mal einige Tage mit 6+ wehen.
    Meltemi kommt immer von NO tagelang dagegen an, ist nicht jedermanns Sache.
    Die Touristen Hotspots meiden, insbesondere am WE, es sei denn man möchte bis in den Morgen in der Disco feiern.
    Es ist gar nicht so einfach DIE tolle einsame Bucht zu finden.
    Auf ausreichend Trinkwasser und Strom achten. Die griechische Infrastruktur hat Entwicklungspotenzial.
    Ein Dinghi mit AB !
    Lange Landleinen mit Kettenvorläufer.
    Viel Spaß!!!
    Und gute Reise!


  • Meltemi kommt mitnichten "immer von NO". Im Osten der Ägäis bläst er im Gegenteil zumeist aus NW.


    Außenborder und Landleinen braucht man nicht.

  • Außenborder und Landleinen braucht man nicht.


    Hallo? Da bin ich aber ganz anderer Meinung!


    In GR legt man - wenn man denn in die Stadthäfen oder in Marinas geht (letzteres vermeiden!) - römisch-katholisch an. Ohne Landleinen bist Du da echt verloren.
    Zweitens: Ankern ist gerade in GR eine tolle Sache, man verpasst was, wenn man drauf verzichtet. Aber nur mit Dingi und AB, es sei denn, Du schwimmst gerne.

    MuSui1HWuK


    Wolfgang

  • Hallo? Da bin ich aber ganz anderer Meinung!


    In GR legt man - wenn man denn in die Stadthäfen oder in Marinas geht (letzteres vermeiden!) - römisch-katholisch an. Ohne Landleinen bist Du da echt verloren.
    Zweitens: Ankern ist gerade in GR eine tolle Sache, amn verpasst was, wenn man drauf verzichtet. Aber nur mit Dingi und AB, es sei denn, Du schwimmst gerne.


    Hallo auch.


    Verwechselst du gerade Landleinen mit achterlichen Festmachern (letztere, nicht erstere brauchst du für das rk Anlegen)?


    Meinen AB habe ich seit gut zwei Jahren nicht mehr benutzt.

  • Ah ja, das verwechsele ich tatsächlich. Aber auch Landleinen habe ich persönlich öfters genutzt, dazu habe ich eine Ankorilina, und in vielen Buchten und auch einigen Häfen wirst Du ohne sie Probleme bekommen.


    AB seit zwei Jahren nicht genutzt? Warum nicht? Kaputt?
    Ernsthaft: Wenn Du vor einem Ort / in einer Bucht ankerst, pullst Du dann rein / an Land? Oder ankerst Du nicht? Oder fährst Du gar nicht rein?


    Jedem wie er mag, aber unser Dingi und der AB sind nahezu täglich im Einsatz.

    MuSui1HWuK


    Wolfgang

  • Ah ja, das verwechsele ich tatsächlich. Aber auch Landleinen habe ich persönlich öfters genutzt, dazu habe ich eine Ankorilina, und in vielen Buchten und auch einigen Häfen wirst Du ohne sie Probleme bekommen.


    AB seit zwei Jahren nicht genutzt? Warum nicht? Kaputt?
    Ernsthaft: Wenn Du vor einem Ort / in einer Bucht ankerst, pullst Du dann rein / an Land? Oder ankerst Du nicht? Oder fährst Du gar nicht rein?


    Jedem wie er mag, aber unser Dingi und der AB sind nahezu täglich im Einsatz.


    Ich ankere sehr viel. Und, genau, ich pulle dann an Land. Das ist gut für die See und die Luft. Gut für die anderen Ankerlieger, weil leise. Und, das ist der Hauptgrund, gut für mich, meinen Körper. Außerdem ist es in Hellas in aller Regel problemlos möglich, da du nie weit entfernt von der Anlandemöglichkeit ankerst. Und es funktioniert bis etwa 25 kn Wind - wenn es mit mehr bläst, verlasse ich meine ankernde Yacht nicht.

  • Okay, sehr puristisch. Der Beitrag zur Reinerhaltung der Umgebung und Stärkung des Körpers ehrt Dich. Nach meinen persönlichen Beobachtungen die letzten Jahre im MED (!nicht in NL o.a.) ist diese Art der Dingi-Fortbewegung aber eher die Ausnahme.


    Sei's drum, der TO kennt Für und Wider und muss sich selbst entscheiden.

    MuSui1HWuK


    Wolfgang

  • Jedem das seine. Ich fahre auch schon mal mit dem Dinghy eine halbe Meile zum Einkaufen, wenn ich länger wo liege. Das wäre mir zum Rudern zu weit.
    Aber ich habe auch Bekannte, Briten, beide 70+, die haben auch keinen AB. Scheint also zu gehen

  • Danke für die Antworten!


    Ob AB oder nicht kann ich mir ja noch die nächsten 1,5 Jahre den Kopf zerbrechen :D


    Meltemi im Sommer ist mir soweit klar. Mit welchen Windverhältnissen kann ich denn im April und Mai (in der Ägäis) ca. rechnen? Auch aus Nord und dabei eher schwächer? Monatskarten habe ich leider keine zur Verfügung.


    Erste Idee zur Route:


    Ausgangspunkt Athen dann im Uhrzeigersinn Sporaden - Nordägäis - (evtl. Dodekanes) - Kykladen - Kreta - Peloponnes Ostseite wieder hoch
    Somit könnten wir die Fahrten Richtung Norden auf den Anfang (wo der Meltemi vermtl. noch kein großes Problem darstellen wird) und das Ende (aber um den Peloponnes wohl nicht so stark wenn meine Recherchen stimmen) begrenzen.


    Was hält ihr davon?

  • In der Tat kommt der Meltemi nicht immer aus NO!
    Sorry für die Falschinfo! Aber halt doch sehr häufig.
    Das sieht man auch wenn man sich bei Windfinder mal die Windstatistik für Mykonos anschaut!
    Aber geschenkt! Die obige Reiseroute sieht doch schon ziemlich gut aus!
    Man sollte jedoch überlegen Euböa im Westen zu runden, da bekommt man auch die Besonderheit des Fahrwassers von Diavlos Avlidos
    und an der Meerenge von Euripos mit. Ferner muss man dann nicht zw. Euböa und Andros (NO Kurs) durch.
    Man kommt noch an den Thermopylen und an der Bucht von Volos vorbei.
    Das wird doch eine tolle Reise!
    Gute Fahrt!