Altes Seeventil, zwei Fragen: 1) ist das Bronze? 2)Seeventil ist dicht, wie dennoch winterfest machen

  • Hallo,
    ich hänge euch mal drei Bilder an. Bei einem Bild sind zwei Ventile zu sehen. Das vordere ist der Abgang vom Fäkalientank nach aussenbords.


    Meine Fragen:
    1) ich will die Ventile im Frühjahr erneuern, bin allerdings unsicher, ob es sich um Bronze handeln könnte. Wenn es Bronze ist, sollte ich sie dann drin lassen?
    2) Das Ventil "Abgang vom Fäkalientank nach aussenbords" scheint verstopft zu sein. Zumindest habe ich nach dem Öffnen, obwohl der Tank nicht leer war, beim Blick über die Reling keine braune Spur hinter uns hergezogen :D . Demnach kam nichts raus. Mein Verdacht: das Ventil ist dicht. Meine Frage: wie mache ich das Ventil dann winterfest? Wenn es verstopft ist, kriege ich da ja auch keinen Frostschutz rein...


    Alle Seeventile sind unter der Wasserlinie



    Danke für eure Tipps!

  • Von der Bauart her und der Patina würde ich auf Edelstahl-Ventile tippen.


    Austauschen der Ventile inkl. der Borddurchlässe ist bei dem Anblick sicherlich angebracht.


    Zur Verstopfung: Kannst Du den Hebel abschrauben und sehen, ob die Kugel bzw. hier die Achse sich wirklich dreht? Wir hatten das nämlich auch schon, daß der Hebel übergedreht war. Macht keinen Spaß. Evtl. das Ventil mit einer großen Zange dann aufdrehen.
    Ansonsten raus mit dem Boot, von außen (noch unterm Kran) durch den Borddurchlaß mit einem stabilen Draht durchstoßen und, obacht, daß könnte anrüchig werden, die Verstopfung beseitigen.
    Danach kräftig spülen und Ventile austauschen.


    Viel Erfolg, christian

    "Nach vorn geht mein Blick, zurück darf kein Seemann schau'n!" (La Paloma, Hans Albers)

  • Von der Bauart her und der Patina würde ich auf Edelstahl-Ventile tippen.


    Sicher? Edelstahl-Ventile setzen keinen Grünspan an, da fehlt das Kupfer für. Da aber Reste von "glänzendem Metall" sichtbar sind, gehe ich von verchromten Messing Ventilen aus, z.b. Maestrini aus MS58 mit verchromter Oberfläche hat solche im Programm. Da kann Grünspann über die Jahre trotz Verchromung entstehen.

  • Von der Bauart her und der Patina würde ich auf Edelstahl-Ventile tippen.


    In grüner Patina? Ich denke, das war mal Irgendwas (also Messing) verchromt oder vernickelt. Tausch sie aus, dann hast Du ein ruhiges Gewissen.


    Aber der kleine Schlauchverteiler da, der ist niedlich. Den kannst Du lassen.

    There's nothing - absolutely nothing - half so much worth doing as simply messing about in boats.

  • Das obere Bild linkes größeres Seeventil zeigt ja schon deutliche "Anfressungen" am Gehäuse. Ich weiß zwar nicht welches Material das ist, aber das würde für mich bedeuten vorsichtshalber alle Ventile zu erneuern.
    Gruß, Thomas

  • Ergänzend vielleicht der Hinweis das der graue Schlauch, auf dem Bild am hinteren Seeventil montiert, aus meiner Sicht so wirkt als
    wenn es sich um einen handelt, der nicht mit Gewebe verstärkt ist.
    Diese Bauart kenne ich eher von einem Blasebalg fürs Schlauchboot und die reißen gerne an den verdickenden Ringen ein.


    Wenn meine Vermutung richtig ist, würde ich so etwas grundsätzlich nicht an einem Seeventil montieren, es bietet sich also vielleicht
    gleich an auch den Schlauch zu tauschen. ;)


    Grüße, Oliver

  • Das ist ein Saugschlauch für Wasser, verstärkt mit einer Drahtspirale, das hat wenig mit einem Blasebalgschlauch zu tun, aber einer mit Gewebe wie die anderen wäre robuster, aber knickt auch leichter. Ich frag mal was anderes: Wo sind die Leckstopfen ? Ich sehe da keinen der an die Schläuche getaped ist.

    Edited once, last by HeikeS. ().

  • Das ist ein Saugschlauch für Wasser, verstärkt mit einer Drahtspirale, das hat wenig mit einem Blasebalgschlauch zu tun, aber einer mit Gewebe wie die anderen wäre robuster, aber knickt auch leichter. Ich frag mal was anderes: Wo sind die Leckstopfen ? Ich sehe da keinen der an die Schläuche getaped ist.

    Leckstopfen liegen griffbereit im Schapp. Nur, dass niemand an Bord ist, falls im Winter ein Ventil Probleme macht.


    Ich habe ohnehin vorgehabt, alle Ventile zu tauschen, aber eigentlich erst im Frühjahr zusammen mit der Arbeit am Unterwasserschiff und ich wollte die Ventile dann selber machen (dann in Bronze).
    Allerdings macht mir das Ventil, das offenbar dicht ist, Sorgen. Denn wenn ich das nicht entfrosten kann, dann…. Uiuiui…..


    Als Möglichkeit bleibt, jetzt vor dem Winter die Ventile machen zu lassen (dann durch die Werft). Und dann im Frühjahr nochmal raus für das Unterwasserschiff. Sind dann rund 800 Euro Mehrkosten inkl. Kranen. Aber wenn dafür dann das Schiff nicht absäuft… mal sehen.

  • Ich frag mal was anderes: Wo sind die Leckstopfen ? Ich sehe da keinen der an die Schläuche getaped ist.


    Sieht man bei den wenigsten Schiffen an besagter Stelle. Wichtig zu wissen wo sie sind. Wieviele Schiffe gehen unter weil der Leckpropfen nicht da angetapt ist? (Ich glaube die Frage stellst Du öfters?)


    Gruß Odysseus

  • Das Ventil "Abgang vom Fäkalientank nach aussenbords" scheint verstopft zu sein. Zumindest habe ich nach dem Öffnen, obwohl der Tank nicht leer war, beim Blick über die Reling keine braune Spur hinter uns hergezogen :D . Demnach kam nichts raus. Mein Verdacht: das Ventil ist dicht.


    Mein Verdacht ist, dass das an einigen, nicht ins Klo gehörigen, Sustanzen liegt welche sich vor den Abgang festgesetzt haben. Ich überlasse es der Phantasie was das sein könnte. So oder so läuft das aber auf eine Tankreinigung hinaus. Dazu gibt es je nachdem verschiedene Möglichkeiten, alle aber sollten damit beginnen das der Tank regulär an einer Absaugstation abgesaugt wird. Danach dann kann man von außen mit einem Draht, oder mit einem Wasserschlauch mit viel Druck, versuchen die kurze Leitung frei zu bekommen, oder von innen über eine Revisionsöffnung (Gasmaske vorhanden? :verstecken: ).
    In jedem Fall ist das aber auch möglich wenn das Schiff noch im Wasser ist, denn die Lenzöffungen liegen scheinbar nicht sehr weit unter der Oberfläche. Danach dann mit viel Wasser spülen und wieder absaugen.

    Ein Freund ist, wer Dich für gutes Schwimmen lobt, nachdem Du beim segeln gekentert bist.

  • Mein Verdacht ist, dass das an einigen, nicht ins Klo gehörigen, Sustanzen liegt welche sich vor den Abgang festgesetzt haben. Ich überlasse es der Phantasie was das sein könnte. So oder so läuft das aber auf eine Tankreinigung hinaus. Dazu gibt es je nachdem verschiedene Möglichkeiten, alle aber sollten damit beginnen das der Tank regulär an einer Absaugstation abgesaugt wird. Danach dann kann man von außen mit einem Draht, oder mit einem Wasserschlauch mit viel Druck, versuchen die kurze Leitung frei zu bekommen, oder von innen über eine Revisionsöffnung (Gasmaske vorhanden? :verstecken: ). In jedem Fall ist das aber auch möglich wenn das Schiff noch im Wasser ist, denn die Lenzöffungen liegen scheinbar nicht sehr weit unter der Oberfläche. Danach dann mit viel Wasser spülen und wieder absaugen.

    Tja, was da alles im Tank ist, weiß ich nicht. Das Schiff ist vor kurzem gebraucht gekauft und hat einige Jahre meist gestanden.


    Das mit dem Absaugen werde ich machen. Frage dazu: ich sehe keine Entlüftungsleitung. Es ist ein Stahltank. Ist da früher üblicherweise oben einfach ein Loch zum Entlüften drin gewesen (kann ich leider aufgrund der Einbausituation nicht sehen)?


    Denn irgendwie muss ich ja beim Absaugen entlüften, wenn ich den Tank beim Absaugen nicht durch Unterdruck zusammenfalten will.

    Sorry, möglicherweise blöde Fragen, aber es ist mein erstes Schiff…

  • Denn irgendwie muss ich ja beim Absaugen entlüften, wenn ich den Tank beim Absaugen nicht durch Unterdruck zusammenfalten will.


    Tja, und wenn keine Entlüftung da wäre, wäre es auch schwierig das erstmal etwas reinzukriegen. :O
    Eine Entlüftung, am besten auch mit Geruchsfilter, sollte also bei einem normalen System schon vorhanden sein.

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  • Tja, und wenn keine Entlüftung da wäre, wäre es auch schwierig das erstmal etwas reinzukriegen. :O

    Klingt logisch. Sonst würde man den Tank wohl nicht vollsch….en können.


    Demnach kann es eigentlich keinen Tank, egal wie alt, geben, der keine Entlüftung hat.


    Bei unserem Dieseltank sieht das so aus: siehe Bild. Beim Fäkalientank kann ich es wie gesagt leider nicht sehen, aber könnte ja sein, dass da so ein ähnliches Loch drin ist…

  • ich glaube nicht daran, dass das die Tankentlüftung sein kann. do habe ich das noch nie gesehen.
    normalerweise ist es ein Schlauchstutzen mit aufgesetztem schlauch der über das Tankniveau mindestens geht. dort geht er durch die Außenwand und zieht da lust.

    Handbreit
    paulemeier1

  • Hmmm, muss ich mir mal genauer ansehen. Bin nachher am Schiff.

  • Bei unserem Dieseltank sieht das so aus: siehe Bild. Beim Fäkalientank kann ich es wie gesagt leider nicht sehen, aber könnte ja sein, dass da so ein ähnliches Loch drin ist…


    Ich muss da mal ungläubig nachfragen, dieses Loch soll wirklich die Dieseltankentlüftung sein? Wie wird denn da verhindert das bei heftigen Schiffsbewegungen Diesel ausläuft, bzw. das ständig Dieselgase ins Schiffsinnere gelangen?
    Eine Entlüftung, egal ob Diesel oder Fäkalien führt üblicherweise direkt nach außenbords, und selbst dann sollte bei Fäkalien noch ein Geruchsfilter vorhanden sein, sonst kann das bei bestimmten Windrichtungen.....


    PS. Ich lese gerade Sunbeam. Ne ne, die bauen so einen Pfusch sicher nicht, da muss es so etwas geben.

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  • Einfach mal tankentlüftung segelboot googeln. Dann sieht man wonach man an Deck mal suchen muss.

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  • Diese Bohrung in der Tankwand ist sehr wahrscheinlich ein eingeschweißtes Rohr, das für die Steifigkeit des Tanks sorgen soll. Mit dem Innenraum steht es ganz bestimmt nicht in Verbindung.


    Die Tankentlüftung ist sicher anders geregelt.


    Zum Seeventil für den Ablass des Fäkalientanks: Hier gehe ich davon aus, dass die Verbindung zwischen Hebel außen und Kugel innen gebrochen ist. Kannst du durch klopfen herausfinden ob der Tank tatsächlich noch zum Teil gefüllt ist? Gibt es gar eine Tankanzeige?


    Mein Tipp insgesamt:
    Vor dem Winter den Kreuzer an Land und alle diese wahrscheinlich noch originalen Seeventile samt Borddurchlässen tauschen oder tauschen lassen. Kunstoff ist teurer, aber meiner bescheidenen Meinung auf Dauer problemloser.

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