Ankern. Ein Thema, das keinen Grund findet.

  • Nach Einfahren in die "Garage" sollte die Ankerwinsch entlastet und der Anker immer gesichert werden.

    Auch beim Ankern sollte die Ankerkette/Trosse nicht auf der Winch gesichert/belegt werden, sondern mit einem Kettenstopper oder Kettenklaue unabhaengig gesichert werden.


    Best, A.

  • Es ist immer besser, die Kettennuß und Welle der Ankerwinsch zu entlasten. Bei mir ist dazu ein Bolzen im Einsatz, der durch die Kette gesteckt wird und damit verhindert, daß der Anker ausrauschen oder die Winde unter Zug bleibt. Eine Ankerkralle wird beim ankern auf die Kette gesetzt und zwei daran geschäkelte Tampen übertragen die Last auf die Klampen.


    Chris

    Fuirich bhur bruadar!

  • Wo wir gerade dabei sind: Habt ihr das Ende eurer Ankerketten mit einem Tampen am Boot befestigt?

    Damit man ihn "zur Not" schnellstens kappen kann? Ist immerhin eine SKS-Seemannschafts-Frage :winking_face:


    VG

    Holger

    Blog: Schlickspur.de - Videos: youtube.com/@schlickspur Mein Blog für alles andere: Aussernet.de

    Forget that pot of gold - There's nothing at the rainbows end

    SF-Zitat der Woche: "Schnell Schnell - birgt nach meiner persönlichen Erfahrung die meisten Gefahren."

  • Natürlich! Und ein Keramikmesser ist an der Ankerwinsch befestigt und klar zum Einsatz, ebenso ein Kleiner Fender mit Karabiner zum schnellen einpicken ins Kettenende. Schließlich will ich das Geschirr auch wieder aufnehmen können.


    Chris

    Fuirich bhur bruadar!

  • Natürlich! Und ein Keramikmesser ist an der Ankerwinsch befestigt und klar zum Einsatz, ebenso ein Kleiner Fender mit Karabiner zum schnellen einpicken ins Kettenende. Schließlich will ich das Geschirr auch wieder aufnehmen können.


    Chris

    "kleiner" Fender? Wenn da 8 m Kette dranhängen, muß der doch schon mindestens 10 kg tragen, oder?

  • Ich habe naturgemäß ziemlich große Fender, da is so wine 40er Kugel eher klein.


    Chris

    Fuirich bhur bruadar!

  • Schaue ich mir die Lofrans Tigres horizontal so an, so ist die genauso aufgebaut, wie meine mechanische Winsch (Marke hab ich nicht parat). Bei Schiffsübernahme war die Winsch mindestens 6 Jahre nicht in Betrieb, denn die Quartiermeisterin des Voreigners wollte nicht ankern….(was ich jetzt verstehen kann, denn es war ein grottenschlechter kastrierter QR Anker dran, der 2021 feierlich von Bord ging….)




    Nun musste ich damals aber die Winsch wieder gangbar machen und hier besonders die „Bremse“ der Kettennuss. Es handelt sich bei meiner dabei um eine konusmäßig geformte Bronzebuchse. Wenn die unter Spannung ist, ist es egal. Ich kann mir auch sehr schwer vorstellen, dass die Zahnradmechanik dahinter Schaden nehmen würde. Ein Schaden an der Winsch durch eine dauerhafte Kettenspannung scheint mir daher unwahrscheinlich zu sein……falls doch, hätte das Teil lieber „Fön“ werden sollen, aber keine Ankerwinsch. Bedenke vor meckern…..es kommt zu keinen Schlägen!

    ABER, damit der Anker immer sicher an Bord ist UND es keine Beschädigungen AM BOOT gibt, ist diese Sicherungsvariante nicht so toll. Durch die ewigen Bewegungen des Bootes kann sich diese auf die Kettennuss und damit auf die konische Rutschkupplung übertragen und diese letztendlich lösen.

    Ich komme also zu den gleichen Maßnahmen. „Anker per Bolzen o.ä. sichern und Kette entspannen, aber NICHT um eine Beschädigung der Wisch vermeiden zu wollen!

    (wenn man diese Kupplung mit Bedacht bedient, so passiert der Winsch der Kette und auch dem Boot nichts…..(vergleicht es mit einer Spule an einer Angel! Da macht die Bremse den Karpfen müde, nicht die Rute und schon gar nicht der Angler…)

    Ich musste bei 2m Dünung nach 3h Gewitterstürmen bis 42kt vom Ankerpatz flüchten. Da der Ankertrack auf dem Potter bleistiftscharf gezeichnet war und ich vormittags bei Faute als Untergrund eindeutig besten Riffelsand sehen konnte, musste ich davon ausgehen, dass der Anker wie in Beton da unten im Sand sitzt. Die Schläge der Dünung will man nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Also habe ich mit der Bremse gearbeitet (wie beim Angeln) gerade so, das die Kette sicher kommt. Damit konnte ich die Schläge stark mindern und so 10 Wellenbewegungen reichten, um den Anker dann sanfter zu lösen. = Wellenberg Nuss rutscht etwas, auf dem Weg ins Wellental spannst Du die Kette wieder durch…..bis der Anker ausbricht. Hat geklappt. Ich stelle es mir diesen Trick aber bei einer elektrischen Winsch schwieriger vor.


    VG

  • Wo wir gerade dabei sind: Habt ihr das Ende eurer Ankerketten mit einem Tampen am Boot befestigt?

    Damit man ihn "zur Not" schnellstens kappen kann? Ist immerhin eine SKS-Seemannschafts-Frage :winking_face:


    VG

    Holger

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt (diese Saison wird die erste mit Ankerwinde und -kette): Wo macht Ihr die letzte-Meter-Ankerleine dann fest? Optimalerweise sollte es dazu doch eigentlich einen Beschlag im Ankerkasten geben ...

  • Es war die erste Maßnahme, den "Knoten" am Ende der Kette, bestehend aus 4 Kettengliedern, die per M8 Bolzen verbunden waren, zu lösen. Dieser Knoten ging nicht durch das Kettenfallloch der Winsch. Das war also von Voreignern zuvor nicht klug gelöst. Hatte dann schnell etwas 8mm Fall als "Schneidsicherung" irgendwo "festgetüddelt." Das war schonmal besser. Jetzt sind 30m 16mm Ankerleine fest in die Kette eingespleißt. Diese ist am Ende per Palstek geeignet im Ankerkasten mit dem Boot verbunden.
    Bei nur Kette würde mir ein Softschäkel einfallen.


    VG

  • Ich habe gesehen, daß es verschiedene Spleißarten Tau-Kette gibt. Einmal eine Art Rückspleiß durch ein Kettenglied, dann die Kardelen längs durch viele Kettenglieder, dann eine entsprechend dünne Leine komplett durch einen Kettenteil und wieder zurück zur Leine und dort mit Takling gesichert.

    Ich habe immer noch, ich weiß, halbe Bruchlast, einen Palstek dreikardeelig durch einen Schäkel. Geht natürlich nicht über die Ankerwinsch. Wenn man nicht bei Desasterbedingungen ankert, kann man die Leine aber immer von Hand aufholen und dann erst die Kette auflegen.

    Überlege aber doch noch zu spleißen. Aber wie?

  • Es gibt eine DVD von Egmont Friedl wo diese Tau-Ketten Spleisse beschrieben werden. Ich hatte mir mal den Film dafür runtergeladen und bin gut mit der Anleitung zurecht gekommen.


    Gibts bei Segel-Filme.de:


    Spleissen - Filmdownload
    Über ein Kapitelanwahl lässt sich z. B. in Quicktime auch beim Filmdownload wie bei einer DVD jeder Knoten einzeln anwählen und anschauen. Dies ist…
    shop.segel-filme.de

  • Wenn Not am Mann/Frau ist, der Anker schnell weg muß und Zug auf der Kette ist würde ich bedenken: der Softschäckel steht unter Last, er läßt sich nicht so leicht öffnen, die Dyneemaleine nicht mit jedem x beliebigem Messer durchtrennen. Besser ist eine mehrfach geschorene dünne Polyesterleine.


    Gruß Odysseus