Seglermesser ... was nehmen ?

  • Abends in die Kneipe würde ich es nicht mitnehmen. Andere Länder, andere Sitten, DK scheint in dem Bezug noch restriktiver zu sein.


    Führen bedeutet, griffbereit, einsatzbereit. Transportieren erfordert kein Köfferchen, dürfte auch ein Etui mit Reißverschluss oder ein Wickeltäschchen sein. Am besten nicht am Körper rumtragen. Am allerbesten jedewede Diskussion dazu dadurch vermeiden, dass sie sich erst gar nicht ergibt. Man braucht es ja auch quasi nie. Das macht es besonders einfach.

    Ob eine anlasslose körperl. Durchsuchung öfter oder fast nie stadtfindet hängt ja von Äußerlichkeiten ab, die man weitgehend selbst beeinflussen kann. Also ... (!)

  • Das Spannende ist, dass ich mittlerweile manche meiner geliebten Opinels teilweise auch einhändig öffnen und arretieren kann, auch wenn es komplizierter als beim Springmesser ist, aber...

  • Man muss nur unbedingt beachten, dass manche Messer waffenrechtlich problematisch werden können. So ergibt sich nach § 42a WaffG ein Führverbot für feststehende Messer mit Klingenlänge > 12 cm sowie für feststellbare Einhandklappmesser, jeweils außerhalb des "berechtigten Interesses".


    In der Praxis bedeutet dies, dass man z.B. ein Currey-Matrosenmesser mit seiner 12,5 cm Klingenlänge oder ein Victorinox-Seglerklappmesser, das einhändig feststellbar ist, nur an Bord "führen", d.h. lediglich dort zugriffsbereit bei sich tragen darf. Auf dem Weg dahin darf man solche Messer ausschließlich "nicht zugriffsbereit" transportieren. Sie müssen dazu in ein "verschlossenes Behältnis", also beispielsweise in ein abgeschlossenes Köfferchen.


    So weit jedenfalls das Gesetz. Ob das tatsächlich so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde, ob das Interesse auch außerhalb des Schiffes noch als berechtigt betrachtet wird, hängt sehr vom jeweiligen Auge des Gesetzes und dessen Tageslaune ab. Kann sein, es sieht nichts, zumal anlasslose körperliche Durchsuchungen nicht statthaft sind. Kann aber auch sein, es findet einen Anlass, das Messer und damit einen Grund für reichlich Ärger. Ich trage jedenfalls seit der Gesetzesnovelle kein einhändig feststellbares Taschenmesser mehr dauernd bei mir. Und auch kein Messer mit längerer Klinge als 12 cm.

    Moin,


    also da hab' ich in 30 Jahren noch nie Probleme mit gehabt. Auf den Weg zur "Alex" liegt mein Matrosenmesser (Klingenlänge müßte ich mal messen, aber 12 cm könnten hinkommen) im Seesack und bei mir an Bord Sommers in der Schublade an Kartentisch.


    Na ja, nicht ganz: einmal gab es auf dem Flughafen in Frankfurt eine Diskussion: da hatte ich meine Rettungsweste - warum auch immer - oben im Rucksack verstaut. Prompt klingelte es bei der Sicherheitskontrolle. Ich konnte dann den Kontrolleur davon überzeugen, daß von der CO2-Patrone keine Gefahr ausging, da solche Teile unter jeden Sitz vorhanden sind und durfte mich dann trollen. Als ich später am Ausgang den Rucksack wieder ordentlich packte, guckten mich von ganz unten unschuldig das Matorsenmesser und der Marlspieker an ... :erschrocken:


    Ich hoffe bloß, so etwas geht heutzutage nicht mehr!

    Mast- und Schotbruch,


    Jürgen

  • Das Spannende ist, dass ich mittlerweile manche meiner geliebten Opinels teilweise auch einhändig öffnen und arretieren kann, auch wenn es komplizierter als beim Springmesser ist, aber...

    Das geht nicht nur bei Opinels, mit genug Fingerspitzengefühl, Kraft und Geduld bekommt man so gut wie jedes Klappmesser einhändig auf, auch viele Victorinox. Das einzige bei dem ich gelegentlich auch mal mit beiden Händen Probleme hab ist mein britisches Marineklappmesser, da sitzen ordentliche Federn drin.

    Klappt.

  • Das "Köfferchen" war auch nur als Beispiel gemeint. Es kann sicherlich auch ein (allerdings geschlossener) Seesack oder ein Rucksack sein. Jedenfalls hat das Amtsgericht Kiel einen geschlossenen Rucksack als "verschlossenes Behältnis" anerkannt (AG Kiel, 597 Js OWi 27781/09).


    Mir ging es auch nur darum zu verdeutlichen, dass man zum Beispiel ein Messer mit mehr als zwölf Zentimeter Klingenlänge besser nicht weiter am Gürtel baumeln lässt, wenn man das Schiff verlässt, und entsprechend das feststellbare Einhandmesser nicht in der Hosentasche. Vor allem, wenn die Hafenkneipe Bestandteil des Landgangs ist. Unser Waffenrecht ist nun einmal ständig verschärft worden, weil der Gesetzgeber nach jedem Ereignis Taten zeigen wollte, auch wenn das meistens wenig nutzte. Auch wenn man selbst nicht zu den Spitzbuben gehört, so gilt das Gesetz dennoch für alle - wie eben seit 2008 die sehr viel strengeren Regeln für Messer.


    Auf der ganz sicheren Seite ist man also, insbesondere als etwas vergesslicherer Mensch, wenn man beispielsweise die Klingenlänge feststehender Messer von vornherein kleiner als 12 Zentimeter wählt und auf Einhand-Folder verzichtet.

    Grüße, Peter

  • Bin ich ganz bei Dir. Leider ist ein Opinel, das im frz. Tabakladen 9.50 kostet kein echtes Weihnnachtsgeschenk.

    Bei meinem Sohn bin ich den gegenteiligen Weg gegangen. Ein Bowie mit rund 25 cm Klingenlänge.("das ist ein Messer" C.D.) Das nimmt er garantiet nicht mit in die Schule. So gedacht und so hats auch funktioniert.

  • Aber das ist kaum lieferbar. Also Ihr Freunde der Materie... was nehmen und dem Weihnachtsmann flüstern ?

    Hallo,


    dann nehme einen Gutschein, der Weihnachten geduldig übersteht.

    Kannst versuchen den künstlerisch etwas auszuschmücken.


    Ich habe ein Victorinox Skipper.

    Das kann viel, aber nur annähernd gut. Als Notnager am Niedergang war ich dem schon oft dankbar.