Bruchgefahr bei Swivelblöcken

  • Danke Klaus für den wichtigen Hinweis.

    Ich habe da bei mir auch zuerst die Fallenumlenker am Mastfuss im Auge. Vom Aufwinschen einer Person mal abgesehen (Horrorvorstellung) nehmen die Dinger große Lasten auf und sind permanent Wind, Wetter, Salzwasser und Sonne ausgesetzt. Vielleicht schicke ich meine mal mit einer leichteren Aufgabenstellung in Rente und setze dort junge, frische Kräfte ein...

    Was soll das ganze Geld auch auf der Bank vergammeln :traurig1:

  • Hallo,

    ich sah mir nochmals das Foto an. Mir blieb bisher auch verschlossen, warum an dieser Stelle sich die Rollen (beide fast zeitgleich) verabschieden.

    Wäre der Bolzen mit Bund geschmiedet (Gesengschmieden) oder der Bund angedreht (mit Übergangsradius) wäre die Position 4 eher die schwächste Stelle. Auch wenn der Hebel (Pos.1) den Bolzen gegen Verdrehung am Nut (Pos.2) arretiert hätte, ist der Bruch nicht erklärbar.

    Das Aussehen der Bruchfläche lässt nur eine Möglichkeit zu:

    Der Bund am Bolzen wurde am Bolzen mittels Stumpfschweißung "angepappst". Fertigungstechnisch ist das sehr günstig - aber nicht für den Anwender.

    Ich würde Harken über die Haltbarkeit ihrer Rollen informieren.


    Reinhard

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    Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
    Nur meine Erwartungen vermögen das.

  • Danke Reinhard,


    jetzt brachtest Du Licht in mein Dunkel.


    Ist ja nicht die Achse sondern der Bolzen der den ganzen Block haltet - alles klar. Das dieser den Bund nur angepappst war ist ja wirklich ein Witz! Werde das bei meinen genau prüfen!

    Ja passieren kann immer etwas im Laufe vieler Jahre im Salzmilieu aber ich zahlte ca € 120 per Stück - da dürfte man sich einen einteiligen gesenkgeschmiedeten Bolzen erwarten!


    Schöne Grüße,


    Thilo

  • Ist ja nicht die Achse sondern der Bolzen der den ganzen Block haltet

    Genau, es ist der Bolzen, an dem der Schäkel befestigt wird, damitder Block irgenwo angeschlagen werden kann.

    Wer das vermeiden will, ist m.M. nach auf teure Regattablöcke angewiesen, die mit Dyneemaloops angeschlagen werden.

    Gruß, Klaus

  • Wäre jedoch mal ein echtes Argument für Dyneema-Blöcke. Über die lange Anwendungsdauer relativiert sich dann auch der höhere Anschaffungspreis.

  • . . . Wer das vermeiden will, ist m.M. nach auf teure Regattablöcke angewiesen, die mit Dyneemaloops angeschlagen werden.

    . . . wenn du das meinst (s. Foto), dann ist das nicht die Lösung des Problems.

    Harken hat bei der Rolle (# 1) ungewollt eine Sollbruchstelle konstruiert. Gegen Pfusch ist man selten geschützt.

    Man kann doch nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben.

    Mit der Regatte-Rolle von Harken hat man doch keine Garantie, dass diese eine bessere Haltbarkeit aufweist.

    Die UV-Beständigkeit von Dyneema ist ja wohl nicht maßlos, ebenso nicht die Scheuerfestigkeit.


    Reinhard

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  • Unzerstörbar sind die nicht, aber man würde dem Dyneema leichter ansehen, wenn es anfängt durchzuscheuern und stände nicht vor dem Problem eines plötzlichen Materialversagens. Oder gibt es gegenteilige Erfahrungen? Äußerlich unversehrtes Dyneema, das unterhalb der Bruchlast plötzlich nachgegeben hat?


    reinglas: Was genau meinst Du mit „Sollbruchstelle bei #1”?

  • Die UV-Beständigkeit von Dyneema ist ja wohl nicht maßlos, ebenso nicht die Scheuerfestigkeit.


    Reinhard

    Nein, nichts ist auf ewig haltbar. Aber bei dem von Dir abgebildeten Block kannst du den Verschleiß an der Dyneemaschlaufe sehen.

    Gruß, Klaus

    Edited once, last by Kokopelli: Scheiß T9 ().

  • Unzerstörbar sind die nicht, aber man würde dem Dyneema leichter ansehen, wenn es anfängt durchzuscheuern und stände nicht vor dem Problem eines plötzlichen Materialversagens. Oder gibt es gegenteilige Erfahrungen? Äußerlich unversehrtes Dyneema, das unterhalb der Bruchlast plötzlich nachgegeben hat?
    reinglas: Was genau meinst Du mit „Sollbruchstelle bei #1”?

    Hallo,

    Sollbruchstellen sind bewußt eingebaute "Schwachstellen" die bei Höchstbelastung entweder bersten, reißen, brechen oder zersplittern. Sie verhindern somit größere Beschädigungen am zu schützendem Bauteil.

    - Kettenkasten am Motorrad. Es wird das Blockieren der gerissenen Kette bzw. des Hinterrades vermieden.

    - Brechbolzen am Hebel eines Hubzuges. Hier wird die Überlastung der Mechanik vermieden.

    - Berstkappe. Diese verhindert einen sehr plötzlichen Druckanstieg in Reaktoren. Nicht alle Druckbehälter lassen sich durch ein Sicherheits-Ventil absichern.

    _________________________________________

    Ich schrieb im # 26 ". . .ungewollt eine Sollbruchstelle konstruiert" und umschrieb somit sehr höflich den Begriff "Pfusch" (s. # 22 Pos.3 auf Foto)

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    Ganz bestimmt erkenne ich Scheuerstellen an der "Dyneema-Schlaufe". Ich muss mir die Rolle dann aber näher betrachten. Die Versprödung der Faser durch UV-Licht und somit die Verminderung der Festigkeit erkenne ich nicht - auch bei nähere Betrachtung. Es bleiben auch noch viele andere Stellen übrig, um verborgenen Pfusch einzubauen. Ein hoher Preis schützt nicht vor Pfusch.


    Reinhard

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  • Vielen Dank für die ausführlichen Einlassungen zum Begriff „Sollbruchstelle“

    Nur - danach hatte ich nicht gefragt.

    Interessante Art zu kommunizieren übrigens.

    Nun, wenn ich es recht verstehe, ist Dein Hauptkritikpunkt die mangelnde UV-Beständigkeit von Dyneema. Nun ist Dyneema allerdings eine recht UV-beständige Faser, wie man leicht herausfinden kann. Besonders scheuerempfindlich ist sie ebenfalls nicht, jedoch natürlich scheueremfindlicher und weniger UV-beständig als Stahl.

    Aber zumindest Scheuerstellen sieht man - wenn man hinsieht. Je nun, das könnte man doch vielleicht einmal im Jahr machen.

    Dass ein hoher Preis nicht vor Pfusch schützt ist jetzt irgendwie eine Binsenweisheit. Und dass es potenziell noch andere Möglichkeiten für Sollbruchstellen gibt, auch.

    Und vielleicht hast Du ja Recht und der Block taugt nichts - ich kenne das Produkt nicht. Ich würde aber behaupten, Du wahrscheinlich ebenfalls nicht.

  • . . . Und vielleicht hast Du ja Recht und der Block taugt nichts - ich kenne das Produkt nicht. Ich würde aber behaupten, Du wahrscheinlich ebenfalls nicht.

    . . . ich möchte ja gar nicht Recht haben. Ich meine auch nicht, dass dieser abgebildetet Block nichts taugt.

    Ich weiß nicht, ob er etwas taugt.

    Ich meinte, dass überall nicht erkennbarer Pfusch stecken kann. Es bleiben neben der Langlebigkeit von Dyneema noch viele andere Möglichkeiten. Deshalb schrieb ich:

    "Ein hoher Preis schützt nicht vor Pfusch" und meine, dass ein Neukauf immer ein wenig Lotterie bedeutet.


    Reinhard

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