Frage zur Einhandtauglichkeit einer Segelyacht

  • Also zum Festmachen kann man doch erstmal eine dünnere Leine übergeben und tüddelt dann um

    ja kann man ... aber meine Frau meine Kinder können die 16 er super über die Klampe werfen ... und eine Schlaufe zu werfen oder zu übergeben finde ich auch einfach ..

    ich hatte auch schon 15 m - da ist nix mehr einfach ..

    -- ich bevorzuge die Wurftechnik von Guido Dwer...

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  • Hier sind Hersteller Empfehlungen bezüglich der Tauwerksstärke in Bezug auf Schiffslänge bzw. Verdrängung.

    https://www.liros.com/catalog/…port/Einsatzempfehlungen/


    Beispiel, meine hat keine 40Fuß wie dort angegeben aber ist knapp unter den 5t Verdrängung, voll beladen, also nehme ich die z.B. die 14er Porto.

  • Die Zugfestigkeit von fingerdicken Stricken reicht. Die wären allerdings unter unglücklichen Umständen schnell durchgescheuert, nicht durchgerissen!

    Zuweilen legt man unter Umständen an, die nicht der Lehre des SBF entsprechen. Festmacher zum Nachbarboot, Spring, Landfeste, ... die Umstände sind sehr unterschiedlich wenn man den heimischen Kirchturm aus der Sicht verliert.

    Drei dicke Kälberstricke auf einer Klampe sind Kappes. Geschmeidige, handliche, weiche Leinen sind nach drei Tage Starkwind am Fähranleger von Virtsu durchgescheuert. Aber nur um den Umständen in Virtsu Genüge zu tun ständig mit armdicken Seilen zu kämpfen ist übertrieben.

    Wir haben üblicherweise lehnige 12mm Festmacher für jeden Tag und die unterschiedlichsten Bedingungen, und in den Tiefen der Backskiste störrige 16mm Trossen mit Ruckdämpfer für die harten Anwendungen (1, 2 mal /a).

    Die "Normen", die irgendwelcher Vertreiber oder Hersteller aufstellen sind mir wurscht.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Bei mir sind Vor- und Achterleinen immer an den Klampen mit durchgesteckten (Palstek)-Auge fest. Die Vorleinen sind nur so lang, daß sie nicht in die Schraube kommen können.

    So kann mir jemand am Steg beim Ablegen helfen und auch sehr spät die Leinen ins Wasser schmeißen und ich kann trotzdem sofort vorwärts Fahrt aufnehmen, falls es eng ist.

    Die Vorleinen liegen unterwegs von der Klampe kommend außen über der Reeling bis zum Cockpit und werden auf dem Süll an einer Klampe belegt. Beim Anlegen schmeiße ich vorher die Leinen mit Schwung nach vorne. Danach gehe ich nach vorne und lege die Leine nur noch zur guten Erreichbarkeit über den Bugkorb in den Durchstieg.

    Die schwimmfähigen Achterleinen haben einen großen Palstek und liegen im Cockpit immer bereit und verlaufen von dort über den Heckkorb bis zur Klampe. Wenn man den Palstek über den Pfahl gelegt hat, hat die Leine dann schon den richtigen Verlauf zum Pfahl. Häufig kann ich die dann loslassen, falls was Anderes wichtiger ist.

    Die Leinen müssen natürlich beim Anlegen an den Klampen über dem Palstek, der schon auf der Klampe ist belegt werden. Aber da ist immer noch Platz genug.

    Ich habe aber noch keine gute Lösung, wie man die Achterleine umgelenkt auf die Genuawinsch legen kann, um in die Leine eindampfen zu können. Meistens kommt die Leine vom Pfahl ja von oben. Vielleicht über die Mittelklampe oder einen Snatchblock...?

  • Ich habe immer 4x18m 14mm und zwei mal 12m 12mm vorn achtern und mittschiffs einseitig an bord belegt bereit liegen. Wenn es mal windmäßig ganz dicke kommt lege ich luvseitig einfach nochmal zwei 14mm leinen dazu also doppelte leinen.

    Michael :baden:



    Geschwindigkeit ist keine Hexerei ! Aber wer hexen kann ist schneller


    Für Rechtschreibfehler entschuldige ich mich schon mal vorab und bitte die dadurch entstandene Verwirrung zu verzeihen :loudly_crying_face:

  • Ein Bugstrahlruder kann meiner Meinung nach nur ein gewisser Komfortgewinn sein. Aber mehr ist es auf einem Sportboot üblicher Größe nicht,

    Das ist in dieser Pauschalität durchaus zu bezweifeln.


    Es gibt Boote, da brauchst du beim Rückwärtsfahren unbedingt ein BSR. Z. B. schwere Boote mit Skeg etc. die nach dem Einleiten einer Kurve trotz Geschwindigkeit im Boot und Gegenlenken die Kurvenfahrt nicht in angemessener Zeit wieder beenden. Z. B. ein großes Problem beim Rückwärts Fahren in der Boxengasse und Eindrehen in die Box.

  • Robert_H Ich hatte früher einen Langkieler, und mein heutiges Boot ist ein "gemäßigter" Langkieler. Entsprechend weiß ich recht gut, dass solche Boote bei Achterausfahrt grundsätzlich machen, was sie wollen. Am besten versucht man gar nicht erst, ein solches Boot über eine längere Strecke achteraus zu quälen, sondern wendet lieber rechtzeitig - falls nötig, z.B. bei starkem Wind oder Strömung, mit Leinenmanöver. Aber ein wirkliches Problem ist das ohne BSR nicht. Auch das Eindrehen in die Box gelingt mit Leine sehr sicher, wenn man das einige Male geübt hat, sogar einhand.

    Grüße, Peter

    🇺🇦

  • Vielleicht waren damals, vor'm Kriech, die Boxengassen auch nicht so eng?

    Vielleicht. Vor allem aber waren die meisten Segelboote deutlich kleiner. Allerdings ist es in engen Häfen bei starker Belegung auch nicht die schlechteste Idee, nach Möglichkeit zunächst provisorisch festzumachen und sich erst einmal zu orientieren, statt endlos in den Boxengassen herumzugurken.

    Grüße, Peter

    🇺🇦

  • Ich hatte nicht von Langkielern gesprochen, die beim Rückwärtsfahren machen, was sie wollen, sondern von Booten, die nicht wirklich aufhören zu drehen, wenn man eine Kurve eingeleitet hat. Das sind zwei komplett unterschiedliche Dinge.

  • Mein Boot ist recht einhandtauglich:

    1) Es steuert gut unter AP

    2) Es ist steif.

    3) Es bewegt sich im Seegang moderat.

    4) Es treibt wenig beim Anlegen.

    5) Es lässt sich alles easy trimmen.

    6) Die zu bewältigenden Kräfte durch die Segel sind moderat, da Segel eher klein.

    7) Man kommt gut an Land.

    :smiling_face_with_sunglasses: Man kann an Deck gut laufen.

  • Das Bugstrahlruder,


    Diskussionsthema seit seiner Erfindung. Braucht man es? Es kommt darauf an!

    • Der routinierte Skipper mit handlichem Boot braucht es nicht
    • Der Jungskipper, für den die Lernphase nach bestandener SBF-Prüfung zu Ende war, braucht es dringend.
    • Der Skipper mit unhandlichem Langkieler könnte eins gebrauchen.
    • Der Regattaskipper will es nicht, weil es wiegt und die Strömung am Rumpf stört.

    Es kommt also auf Skipper und Boot an.


    Viele Jahre sind wir mit handlichen Kurzkielern unterwegs gewesen, nur gelegentlich mit trägen Langkielern. Das Unvermögen mit diesen habe ich mir selbst wegen mangelnder Übung zugeschrieben, zu Recht.


    Seit einiger Zeit bewegen wir einen klobigen Motor-Stahlverdränger. Die Lehrzeit begann ganz von vorne. In den Anfangstagen wäre ohne das BSR einiger Lack auf der Strecke geblieben. Wenn man bereit ist, als erfahrener Skipper noch mal ins erste Lehrjahr zu wechseln, wird aus dem nötigen Hilfsmittel eine willkommene Hilfe – fremder Hafen, unübersichtliche Situation, viel Wind, gelobt sei der Erfinder des Quallenschredders.


    Am wichtigsten ist das Helferlein für jene, die nicht bereit sind zu lernen und zu üben (weil sie vermeintlich alles im Griff haben).


    …. und wenn wir hier über Einhandtauglichkeit sprechen, ist das Bugstrahlruder eine Frage die sorgfältig geprüft werden muss.



    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • :gooost:

    ... was uns außerdem direkt zurückführt zur ursprünglichen Frage des TE nach der Einhandtauglichkeit einer Segelyacht. Sofern man die Wahl hat, sollte die so bemessen und entworfen sein, dass man einhändig mit möglichst wenig Hilfsmitteln zurecht kommt. Ich habe überhaupt nichts gegen Bugstrahlruder. (Außer natürlich, wenn ich schon längst in meiner Koje liege und ein verpäteter Nebenlieger eiert sich damit nächtens lautstark in die Nachbarbox :drohen:.) Aber es ist eben auch wieder ein technisches Teil mehr, das gewartet und bedient werden muss und das auch ausfallen kann - was logischerweise genau dann geschieht, wenn man es dringend benötigt. Ab einer gewissen Größe, zumal bei größeren Motoryachten mit Einzelschrauben-Antrieb, ist ein Bugstrahlruder selbstverständlich hilfreich. Doch würde ich als Einhandsegler kein Boot wählen, das ohne BSR im Hafen nur schwer zu manövrieren ist.

    Grüße, Peter

    🇺🇦

  • Doch würde ich als Einhandsegler kein Boot wählen

    Jaaaa.... theoretisch. Dann kommen wir aber zu dem Problem, dass man sich auch mal schockverliebt in ein Boot und man weiß, "das ist mein Boot". Möglicherweise ist das dann aber einer von den Kähnen, die rückwärts nur Kreise fahren, und auch nur in eine Richtung. Damit kann man dann allerdings lernen umzugehen.


    Also. Et es wie et es, et kütt wie et küüt un et hätt noch immer jot jejange.

  • Doch würde ich als Einhandsegler kein Boot wählen, das ohne BSR im Hafen nur schwer zu manövrieren ist.

    Jaaaa.... theoretisch. Dann kommen wir aber zu dem Problem, dass man sich auch mal schockverliebt in ein Boot und man weiß, "das ist mein Boot". Möglicherweise ist das dann aber einer von den Kähnen, die rückwärts nur Kreise fahren, und auch nur in eine Richtung. Damit kann man dann allerdings lernen umzugehen.

    Ich würd jetzt ein Boot auch nicht nach der Manövrierbarkeit im Hafen auswählen. Das sind 10 andere Sachen wichtiger.