Empfehlung Reiserücktrittsversicherung und Skipperhaftpflichtversicherung

  • Hallo,


    ich bin hier recht neu hier und hoffe dass das der richtige Bereich ist.

    Meine Ausgangssituation:

    Ich habe recht neu einen SBF See (+Bodenseeschifferpatent + SBF Binnen) und UBI/SRC.

    Im Februar mache ich SKS Theorie.

    Ende Mai/Anfang Juni SKS Meilentörn und Praxis in Kroatien, hier wird vom Veranstalter eine Reisrücktrittsversicherung empfohlen

    Für Mitte/Ende August habe ich eine Bavaria 39 Cruiser in Kroatien gechartert, als Qualifikation habe ich nur SBF See und SRC angegeben, SKS hab ich ja noch nicht. Die Reise soll mit Frau und Kindern geschehen und vielleicht meinem Bruder.


    Zum einen suche ich nach einer Reisrücktrittskostenversicherung und/oder Stornoversicherung, die einspringt wenn ich die SKS Praxis nicht antreten kann. Zum anderen eine die im August eventuelle Stornogebühren auffängt. Was ich bisher gesehen habe:

    - Leistung bei Reiserücktritt bei eigener Erkrankung oder Erkrankung eines nahen Angehörigen

    - keine Leistung bei Coronabedingter Quarantäneanordnung und dadurch bedingtem Storno. Diesen Fall halte ich aber für viel wahrscheinlicher als dass es mich oder meine Mitreisenden selber erwischt. Das habe ich noch gar nicht gefunden.

    - ich habe gelesen dass der Charterpreis eventuell nicht zu Reisekosten zählt, die Stornokosten hätte ich aber doch gerne abgedeckt.

    Eine Selbstbeteiligung ist für mich ok, hat mir jemand einen Tipp der das Szenario abdeckt? Eventuell auch beide Reisen. Bislang hab ich noch nie eine Veranlassung für eine Reiserücktrittsversicherung gehabt, aber die Zeiten sind besonders und die Hinweise dass man das doch haben möchte sind sehr dicht.

    Habt ihr irgendwelche Empfehlungen? Ich lese die Vertragsbedingungen gerne selber durch, aber bei der Suche nach Versicherungen tauchen da Tonnen von Maklern/Resellern auf die dann am Ende doch wieder vom selben sind, das wird leider erst nach vielen Klicks und Dateneingaben sichtbar.

    Wenn es so was nicht gibt komme ich auch ohne Versicherung aus, die Beträge sind überschaubar.


    Zum anderen suche ich eine Skipperhaftpflichtversicherung die bei so ungefähr allem was ein Skipper verantworten muss einschließlich grober Fahrlässigkeit haftet. Die brauche ich natürlich nur für den Charterurlaub im August. Das Boot ist versichert und es gibt dazu die Option auf eine Kautionsversicherung, die springt aber bei einer ganzen Menge Dinge nicht ein auch bei dem was ich persönlich als am wahrscheinlichsten einstufe, Schrammen im Lack beim Anlegen mit ordentlich Seitenwind und wenig erfahrenem Skipper mit unerfahrener Crew.

    Da habe ich prinzipiell auch schon welche gefunden, aber da sind unter anderem Ansprüche von Familienmitgliedern ausgeschlossen. Und das müssen ja nicht die Familienmitglieder selber sein sondern kann durchaus auch deren Krankenversicherung sein.

    Auch dafür freue ich mich auf Empfehlungen. Die Beträge die hier als Schaden auflaufen können kann ich nicht gut abschätzen. Am Boot maximal Totalverlust mit anschließenden Forderungen wegen Verdienstausfall beim Vercharterer.


    Es geht mir hier um die finanzielle Versicherung, der Vercharterer bietet auch noch stunden- und tageweise Skipper mit an. Das mache ich dann oder auch nicht, länger oder kürzer, das weiß ich erst im Juni.


    Vielen Dank

  • - keine Leistung bei Coronabedingter Quarantäneanordnung und dadurch bedingtem Storno. Diesen Fall halte ich aber für viel wahrscheinlicher als dass es mich oder meine Mitreisenden selber erwischt. Das habe ich noch gar nicht gefunden.

    Es gibt keine Versicherung, die Coronabedingte Quarantäneanordnung und dadurch bedingten Storno absichert.


    Lesen: Coronavirus und Reiserücktrittsversicherung Info und Abschluss | Allianz Travel (allianz-reiseversicherung.de)




    - ich habe gelesen dass der Charterpreis eventuell nicht zu Reisekosten zählt, die Stornokosten hätte ich aber doch gerne abgedeckt.

    Meist ist das so, da Vercharterer kein Reiseveranstalter. Ich würde es trotzdem (telefonisch) abklären.

    Einfach mal googeln, die hier werben z.B. damit.

  • Grundlegendes zu Versicherungen.

    Risiken, die man finanziell selbst tragen kann, sollte man nicht versichern. Versicherungen tragen das Risiko gegen eine Versicherungsprämie und verdienen damit Geld. Dieses Geld kann man sich selbst verdienen.

    Bei Risiken deren Folgen man nicht selbst stemmen kann, muss man versichern. Die Kosten für eine verpatze Reise/Charter kann man selbst tragen.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Grundlegendes zu Versicherungen.

    Risiken, die man finanziell selbst tragen kann, sollte man nicht versichern. Versicherungen tragen das Risiko gegen eine Versicherungsprämie und verdienen damit Geld. Dieses Geld kann man sich selbst verdienen.

    Bei Risiken deren Folgen man nicht selbst stemmen kann, muss man versichern. Die Kosten für eine verpatze Reise/Charter kann man selbst tragen.


    Gruß Franz

    Grundlegend bin ich damit einverstanden, finde die Aussage jedoch etwas pauschal. Alle Risiken, die man nicht finanziell stemmen kann sollte man dringend absichern (z.B. Privathaftplicht). Bei allen anderen Versicherungen sollte man persönlich abwägen. Viele würden durch den Verlust des neu gekauften Autos nicht finanziell ruiniert, wählen aber trotzdem die Vollkasko - Ebenso ist es für mich eine persönliche Abwägung ob man eine Rücktrittsversicherung oder dergleichen abschließen möchte. Man verteilt sein eigenes Risiko eben auf viele Personen. Natürlich kostet das auch etwas. Pauschal kann man hier finde ich keine Empfehlung dafür oder dagegen aussprechend.

  • Grundlegend bin ich damit einverstanden, finde die Aussage jedoch etwas pauschal. Alle Risiken, die man nicht finanziell stemmen kann sollte man dringend absichern (z.B. Privathaftplicht). Bei allen anderen Versicherungen sollte man persönlich abwägen. Viele würden durch den Verlust des neu gekauften Autos nicht finanziell ruiniert, wählen aber trotzdem die Vollkasko - Ebenso ist es für mich eine persönliche Abwägung ob man eine Rücktrittsversicherung oder dergleichen abschließen möchte. Man verteilt sein eigenes Risiko eben auf viele Personen. Natürlich kostet das auch etwas. Pauschal kann man hier finde ich keine Empfehlung dafür oder dagegen aussprechend.

    Ja, das ist richtig, kommt auf die Prämie an. Die von Dir zitierte Vollkasko ist oft so preiswert, dass man überlegen sollte.

    ... und, "Grundsätzlich" heißt, "es gibt Ausnahmen".


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • -- Versicherungen leben von versichern ...


    gerade von der Überversicherung profitieren viele ...


    Man versichert sich um ein besseres Gefühl zu haben ; und klar kann man Schäden selber stemmen ...


    aber warum ?


    Versicherungen sind dazu da zu versichern - damit ich sicher bin ..


    (wenn man Versicherungen benutzt um zu sanieren - (haben viele bei der WGV gemacht ) - schießen diese in die HÖHE - irre hoch - dazu kommt das mache alten Häuser gar keine Versicherung mehr finden oder extrem hohe SB haben))


    bei den privaten Haftpflicht Versicherungen sieht man das viele das Risiko tragen - deshalb liegen diese für Personen oder Familien bei immer noch 50-100 € .. )


    also wer alles versichern möchte soll das nur tun .. je mehr Risiken desto besser kann die Versicherung kalkulieren ... und man selbst besser schlafen ...


    ((schwierige Diskussion - den wer braucht Lebensversicherungen - hier geht es nur um die Versorgung der Angehörigen ..

  • Hier geht es hauptsächlich um

    - Reiserücktrittversicherung. Die Kosten für eine entgangene Reise kann man stemmen. Falle ich als Skipper aus und die vielköpfige Crew will ihr Geld zurück, sieht die Sache anders aus. Falls die Versicherung jedoch nur für meinen Anteil gerade steht (so wird es sein) und nicht für die mir entstandenen Kosten, nützt es wenig. (Die Feuer- Enbruch- und Wasserversicherung zahlt nur für den Einbruch, wenn das Haus brennend unter Wasser steht :) ) .

    - Skipperhaftpflicht. Der Job eines Skippers besteht in erster Linie darin, die Verantwortung zu übernehmen. Will oder kann er das nicht, soll er noch mal intensiv nachdenken.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • wenn man Versicherungen benutzt um zu sanieren - (haben viele bei der WGV gemacht ) - schießen diese in die HÖHE -

    Sorry, aber das ist so Volksmund Quatsch.


    wer braucht Lebensversicherungen - hier geht es nur um die Versorgung der Angehörigen ..

    Vielleicht jeder, dem die Angehörigen nicht egal sind?



    Skipperhaftpflicht. Der Job eines Skippers besteht in erster Linie darin, die Verantwortung zu übernehmen. Will oder kann er das nicht, soll er noch mal intensiv nachdenken.

    Wenn sich einer deiner Passagiere schwer verletzt und du im Anschluss die Rechnung seiner Krankenkasse auf dem Tisch hast, wird dir das mit der "Verantwortung" klar.

    Ist nur ein Beispiel. Es gibt unzählige, wo man dir nach dem Törn das Fell über die Ohren ziehen kann. Oder es zumindest versuchen wird.

  • Sorry, aber das ist so Volksmund Quatsch.

    ah ... ist deine WGV .. die letzten Jahre nicht gestiegen ...


    hast du eine ALTE ... frage mal nach einer neuen Ab morgen ... du zahlst mit etwas Glück weniger als das doppelte .. (( Sorry))


    ((ja wenn man an seine Verwandten denkt und es sich leisten kann ... ganz genau ... das sind die Gründe ) sorry ))

  • - Skipperhaftpflicht. Der Job eines Skippers besteht in erster Linie darin, die Verantwortung zu übernehmen. Will oder kann er das nicht, soll er noch mal intensiv nachdenken.

    Ein Skipper, der Verantwortung übernimmt, schließt eine Skipperhaftpflicht ab. Auch, weil diese die Crew-Mitglieder gegenseitig mit versichert.

    VG

    Burkhard

  • ................



    Wenn sich einer deiner Passagiere schwer verletzt und du im Anschluss die Rechnung seiner Krankenkasse auf dem Tisch hast, wird dir das mit der "Verantwortung" klar.

    Ist nur ein Beispiel. Es gibt unzählige, wo man dir nach dem Törn das Fell über die Ohren ziehen kann. Oder es zumindest versuchen wird.

    Hatte ich schon. Beim achterlichen übersteigen über den Festmacher gestolpert, Fraktur am Ellenbogen. Die Rechnung der Krankenkasse blieb aus. Kein Verschulden.

    Ich habe schon ein Vereinbarung unterschrieben, die den Skipper von Forderungen meinerseits befreit. Als Skipper habe ich mich mit der mündlichen Vereinbarung (unter Zeugen) begnügt. Es gilt das gesprochen Wort.

    In zunehmendem Maß wird es üblich, sich gegen alle Gefahren zu versichern, das nennt man Vollkaskomentalität. Muss man nicht mitmachen.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • ah ... ist deine WGV .. die letzten Jahre nicht gestiegen ...

    hast du eine ALTE ... frage mal nach einer neuen Ab morgen ... du zahlst mit etwas Glück weniger als das doppelte .. (( Sorry))

    Du siehst nicht die Ursache(n). Die Versicherer haben sich über mehr als zwei Jahrzehnte mit einem ruinösen Verdrängungswettbewerb die Preise kaputt gemacht. Das wird jetzt umgekehrt.

    Es sind nicht die Kunden, die die Versicherung betuckt haben, die zu der aktuellen Preisentwicklung geführt haben. Weil das sind nur ganz wenige.


    Es gilt das gesprochen Wort.

    In zunehmendem Maß wird es üblich, sich gegen alle Gefahren zu versichern, das nennt man Vollkaskomentalität. Muss man nicht mitmachen.

    Man muss nix. Aber es ist ebenfalls in zunehmendem Maße üblich, dass geguckt wird, wo man sich was zurückholen kann. Und Anwälte erklären dir dann, was das gesprochene Wort wert ist.

  • Du siehst nicht die Ursache(n). Die Versicherer haben sich über mehr als zwei Jahrzehnte mit einem ruinösen Verdrängungswettbewerb die Preise kaputt gemacht.

    ich möchte das Thema hier nicht sprengen -- das ist ein Teil der Ursache ... ja die Versicherungen kämpfen aber das tun sie immer ... aber die Sanierung über die WGV hat ebenfalls zu den Preisen und Vertragsanpassungen geführt .. )) aber gut ich höre jetzt auf ..

  • Informier mich, wenn du Jemanden gefunden hast, der das Deine übernehmen will. Sowas unmögliches brauche ich auch

  • Zu Charterzeiten hatte ich die Skipper-Haftpflicht von Schomacker abgeschlossen. Kann aber nichts dazu sagen, wie die Abwicklung im Schadensfall läuft. Ich hatte nie einen.


    Kautionsversicherung: Habe ich nie abgeschlossen, da die Versicherungsprämien relativ hoch im Vergleich zur versicherten Kaution sind und immer noch einen Selbstbehalt einschliessen.


    Reiserücktritt: die ADAC-RRT schließt Corona-Gründe zumindest nicht pauschal aus

  • War es nicht mal so - das man sich hier im Forum erst mal vorstellt.


    ...für manche ist bareboot chartern einfach nix...


    Gruß

    Wolfgang

  • Hatte ich schon. Beim achterlichen übersteigen über den Festmacher gestolpert, Fraktur am Ellenbogen. Die Rechnung der Krankenkasse blieb aus. Kein Verschulden.

    Ich habe schon ein Vereinbarung unterschrieben, die den Skipper von Forderungen meinerseits befreit. Als Skipper habe ich mich mit der mündlichen Vereinbarung (unter Zeugen) begnügt. Es gilt das gesprochen Wort.

    In zunehmendem Maß wird es üblich, sich gegen alle Gefahren zu versichern, das nennt man Vollkaskomentalität. Muss man nicht mitmachen.


    Gruß Franz

    Leider ist eine Vereinbarung zum Haftungsausschluss nicht immer gültig - wenn durch eine Verletzung eines Crewmitgliedes höhere Heilbehandlungskosten für den betreffenden Krankenversicherer anfallen, kann der sich wohl trotzdem an den Verursacher halten; da hilft dann auch eine entsprechende Verzichtserklärung zwischen den Teilnehmern nichts. Das ist bei einer verstauchten Hand in Sonderburg sicherlich nicht schlimm, aber eine Verletzung der Wirbelsäule auf Anholt mit entsprechenden medizinischen Folgekosten wird dann schon eher teuer.


    Grundsätzlich sollte nach meiner Information aber immer die Haftpflichtversicherung der Yacht selbst als erstes am Zuge sein, aber wenn diese nicht greift oder die Deckungssummen zu niedrig sind, dann sollte die Skipperhaftpflicht als "doppelter Boden" einspringen. Ich kenne aber nur einen solchen - sehr lange zurückliegenden - Fall aus dem Bekanntenkreis, der im Ausland eine lokale Yacht gechartert hat, dessen Versicherung wohl mangels Prämienzahlung Anfang der Saison gekündigt hat - davon hat aber der Vercharterer nichts gesagt... Glücklicherweise kam das nur durch einen Minimalschaden ans Tageslicht, der dann so geregelt werden konnte. Peinlich war es allemal - und hätte für meinen Bekannten höllisch teuer werden können.


    Was Corona angeht - da sollte man genau prüfen, ob nur die Corona-Erkrankung selbst versichert ist oder auch weitere Einschränkungen wie Reisewarnung oder Quarantäneverordnung. Soweit ich das bei mir nachgelesen habe, ist nur die eigene Erkrankung versichert - aber für Reisehindernisse wie Risikogebiertsregelung oder Quarantäne bei Rückkehr kommt die Reiseversicherung nicht auf, die damit verbundenen Stornokosten muss ich dann selbst zahlen bzw. kriege ich nicht wieder.

    Am liebsten gehts mir gut.

  • ...für manche ist bareboot chartern einfach nix..

    Wenn ich das richtig gelesen habe, braucht er die Versicherung ja nicht nur wegen Corona, sondern auch wenn er seinen Schein nicht bestehen sollte. Also eine sogenannte Scheinausfallversicherung oder Scheindurchfallversicherung :)