Ein theoretischer Segler aus Hamburg stellt sich vor

  • Dies ist eine Neuvorstellung wie sie dieses Forum sicher nicht so häufig zu sehen bekommt.


    Vorsicht viel Text...


    Ich bin einer der nicht mehr aktiv segelt, bei dem das Segeln nur noch theoretisch in der Erinnerung an eine zurückliegende aktive Zeit stattfindet und der sich aktives Segeln (derzeit) höchstens nur noch virtuell vorstellen kann.


    Ich komme wie gesagt aus Hamburg, die Zahl 51 am Ende von meinem Nicknamen ist mein Alter zum Zeitpunkt der Registrierung hier.

    Warum findet das Segeln bei mir nur noch in der Erinnerung statt?

    Im Thread zur Zukunft der Bordkasse habe ich vom Segeln mit festen Freunden ohne Gäste gelesen, derartige Freunde hatte und habe ich nicht und so musste ich stets bei wildfremden Leuten mitsegeln.

    Als Einsteiger kam für mich Hand gegen Koje nicht in Frage, da ich dafür nicht genug "Hand" war. Eine weitere Einschränkung machte die Natur die mir einen Körper gab der nicht zu 100% zu leisten vermag was die Körper anderer leisten können und dann war ich auch noch ein Segel-Romantiker, der einfach das Segeln und die See genießen wollte.

    Ich war ausschließlich per Kojencharter mitgesegelt. Dabei bin ich dann mehrmals an die falschen Leute geraten. Meinen letzten derartigen Törn hatte ich mit vorzeitiger Heimreise nach der Hälfte abgebrochen, bevor die Konflikte an Bord möglicherweise gefährlich wurden.


    Nach diesem letzten Törn war mit dem Mitsegeln mit wildfremden Leuten Schluss, mir war das Risiko zu groß wieder an die falschen Leute zu geraten. Die Chance doch mal die richtigen zu treffen war für mich empfand ich im Vergleich dazu einfach viel zu klein. Auch die Teilnahme an einem Ausbildungstörn hatte ich mir da nicht mehr zugetraut. Scheine? In meiner aktiven Zeit erwarb ich die SBF See und Binnen (Motor).

    Eigenes Boot statt Kojencharter

    Ich versuchte es dann auf andere weise - mit einem eigenen Boot, wollte ich Erfahrungen selbst aneignen.

    In Hamburg gibt es ja genug Möglichkeiten wo man mit einem eigenen Boot erste Erfahrungen machen kann. Ich hatte das Boot an der Oberelbe. Der Versuch scheiterte letztendlich an Problemen technischer Art, mit deren Lösung ich überfordert war. Da ich alles ziemlich überstürzt hatte, war es wohl ein für mich falsches ungeeignetes Boot. Mit einem anderen Boot hätte es vielleicht besser geklappt.

    Ein zweiter Versuch mit einen anderen Boot kam aufgrund der gemachten Erfahrungen mit den Problemen und auch finanziell nicht in Frage.

    Die aktive Phase war damit für mich zu ende.

    Was kam danach?

    Seit dem bin ich der Trockensegler, der in der Erinnerung segelt.

    Warum melde ich mich dann hier an?

    Ich habe auch schöne Erinnerungen und die sind es, warum das Segeln bei mir nicht aus dem Kopf verschwunden ist. Es gibt einige Themen hier im Forum, insbesondere im Forum "Seemannschaft" wo ich mich durch meine Erlebnisse in meiner aktiven Zeit angesprochen fühle und wo ich mich auch zu Wort melden werde. Sonst werde ich hier überwiegend lesen.


    Ich hoffe meine etwas andersartige Neuvorstellung war nicht zu lang. 🙂

  • :willkommen:


    Deine Vorstellung war keineswegs zu lang, sondern ausgesprochen ehrlich!

    Danke dafür.

    Mitsegeln mit Unbekannten kann bisweilen, nun ja, überraschend sein. Ich hab vor wenigen Monaten gerade diese Erfahrung gemacht und hier geschildert. Das schreckt mich aber überhaupt nicht ab. Größere Reisen habe ich immer mit Leuten gemacht, die ich erst auf dem Boot kennengelernt habe. Das waren häufig recht "interessante" Erfahrungen. Andererseits habe ich auch, speziell mit meinen Griechenlandtörns, sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Auf dem Boot ist es halt nicht anders, als im sonstigen Leben. Auch im Beruf muss man bisweilen mit Leuten zusammenarbeiten, die recht speziell sind. Hilft nix, da muss man durch.

    Gruß, Klaus

  • Hallo und herzlich Willkommen. :welcome:


    Mit mir kommt auch nicht jeder zurecht. ;) :)

  • Moin,

    eine durchaus interessante Neuvorstellung. Die Erfahrungen mit völlig fremden Mitseglern habe früher auch mal gemacht und bin dann viele Jahre nur mit Menschen gesegelt, die ich mindestens als gute Bekannte, z.T. auch als Freunde bezeichnen konnte. Seit ich ein eigenes Boot habe, segle ich zu 99% alleine, das passt mir einfach besser, weil ich mein eigener Herr bin.

    Mal sehen, ob Du Deine Haltung zum Segeln vor allem über das Mitsegeln noch änderst. Das SF existiert nicht nur virtuell. Es gibt immer wieder Stammtische, auch in HH oder aktuell hier , die recht aktiv waren bis C. dazwischen kam. Sobald solche Treffen wieder möglich sind, sie werden hier angekündigt, könntest Du Dich unverbindlich dazu gesellen. Wer weiß, was sich da ergibt?

    Gruß Klaus

  • Moin, herzlich willkommen hier im Forum!


    Also ich habe diese Erfahrung mit den unbekannten Mitseglern auch gemacht. Hier in Kiel fahre ich mit verschiedenen Leuten auf meinem Boot. Zuerst gibts einen Nachmittagstörn und dann sieht man wie es weiter geht. Ich hatte schon Leute die waren nur ein Mal dabei, aber auch das ist ok, ich habe aber auch Mitsegler die seit dem ersten Tag dabei sind. Wegen Bootswartung und so weiter bin ich in einem Verein, und wenn ich frage bekomme ich jede Hilfe die es gibt.

  • Mal sehen, ob Du Deine Haltung zum Segeln vor allem über das Mitsegeln noch änderst. Das SF existiert nicht nur virtuell. Es gibt immer wieder Stammtische, auch in HH oder aktuell hier , die recht aktiv waren bis C. dazwischen kam. Sobald solche Treffen wieder möglich sind, sie werden hier angekündigt, könntest Du Dich unverbindlich dazu gesellen. Wer weiß, was sich da ergibt?

    Gruß Klaus

    Da kommt noch hinzu, dass meine aktive Zeit schon länger zurückliegt und ich daher bei Adam und Eva wieder anfangen müsste. Es ist damals zu viel passiert, so dass ich da sehr vorsichtig bin.

  • Moin,

    wir haben selbst bei Bootsurlauben, wo wir nichts machen mussten, außer Essen, trinken.....rumlümmeln.....uns zuvor zu einem gemeinsamen Nachmittag/Ausflug an Land getroffen und dann erst entschieden, ob die Gruppe zu uns passt.
    Ich bin seit 1965 auf dem Wasser.....Fischkutter vom Onkel....und danach jedes Jahr irgendwie, hauptsächlich zur "Nahrungsbeschaffung".
    Erst 2011 dann Mitfahrt auf Segelbooten bei sehr guten Freunden.....da ist es dann passiert.....der gemeine Segelvirus....
    Dann immer unterschiedliche Crews, immer mindestens ein "Lebensfreund" dabei....
    Ich hatte einmal eine, sagen wir mal, beindruckende Reise mit Leuten, die alle nicht küstennah aufgewachsen sind. Das passte nicht! Die konnten mit dem norddeutschen Humor auf See so überhaupt nichts anfangen...

    Wie schon vorgeschlagen wurde......wenn Treffen wieder möglich werden, kannst Du doch an Land Segelgemeinschaften suchen und dann ja, wie ebenfalls vorgeschlagen, mal ein Nachmittagstörn usw. machen. Dann siehst Du weiter. Ich würde da Ostsee vorschlagen. Dein "Trockendock" hört sich unschön an.
    Ich für mein Teil scheue kein Wetter, suche aber nicht speziell herausfordernde Situationen. Es darf gerne gemütlich sein.....bleibe auch gerne draußen vor Anker.


    VG

  • Moin und willkommen erst einmal.


    Zwei Versuche mit dem eigenen Boot? Aller guten Dinge sind drei...

    Ich hatte nach 20 Jahren Abstinenz mit 55 wieder die Segelei angefangen. Ich hatte seitdem zwei eigene Boote, nach jedem Boot wusste ich besser darüber bescheid, welches Boot ich bzw. unsere Familie braucht.


    Boote gehören für mich zum Glück dazu. Und mit dem Glück ist es oft eine Frage der Einstellung. Statt dauernd dem Glück hinterherzurennen, sollte man sich darum kümmern, dass es einen finden kann. Dann ergibt sich der Rest von selbst und für Dich vielleicht auch noch mal eine Perspektive nach vorne statt Gewesenem nachzuhängen.


    In diesem Sinne eine Handbreit

    Norbert

    "To infinity and beyond" (Buzz Lightyear)

  • Moin und willkommen erst einmal.


    Zwei Versuche mit dem eigenen Boot? Aller guten Dinge sind drei...

    Ich hatte nach 20 Jahren Abstinenz mit 55 wieder die Segelei angefangen. Ich hatte seitdem zwei eigene Boote, nach jedem Boot wusste ich besser darüber bescheid, welches Boot ich bzw. unsere Familie braucht.

    Das war nur ein Versuch mit eigenen Boot. Die dabei gemachten Erfahrungen mit den Problemen die dabei aufgetreten waren führten dazu, dass ich mir keinen zweiten Versuch zumuten wollte.


    20 Jahre Abstinenz - da kann ich jetzt ruhig zugeben, dass mein letzter Törn vor etwa 22 Jahren war. Danach folgte dann der Versuch mit dem eigenen Boot und dann die theoretische Phase.imm006.jpg

    Sønderborg anno 2000, dieses Bild entstand auf meinem vorletzten Törn.


    Ich war damals Einsteiger, heute nach dieser längeren Zeit wäre ich absoluter Totaleinsteiger, der praktisch wieder bei 0 beginnen würde.

    Einzig die schönen Erinnerungen sind es, weshalb ich mich hier angemeldet habe. Aber die Bedenken die durch meine damals gemachten Erfahrungen entstanden sind bleiben.

  • Moin,

    einige Tipps, wie du vom Trockendock herunterkommen könntest, hast du ja schon bekommen. Ein kleines eigenes Boot würde ich nicht von vornherein ausschließen, es gibt da eigentlich für jeden Geldbeutel die Möglichkeit, aufs Wasser zu kommen.

    Die Forenmitglieder sind sehr hilfsbereit, es findet sich garantiert auch jemand mit etwas Ahnung, den man zu einer Bootsbesichtigung mitnehmen könnte.

    Es muss ja nicht immer die seegehende Yacht und die Atlantiküberquerung sein, auch eine gutmütige Wanderjolle auf einem geschützten Gewässer kann unvergessliche Stunden bereiten.

  • Moin,

    einige Tipps, wie du vom Trockendock herunterkommen könntest, hast du ja schon bekommen.

    Will er ja aber offensichtlich nicht...

    Aus dem Zusammentreffen von Vorbereitung und Gelegenheit entsteht das, was wir Glück nennen.
    Anthony Robbins

  • Das war nur ein Versuch mit eigenen Boot. Die dabei gemachten Erfahrungen mit den Problemen die dabei aufgetreten waren führten dazu, dass ich mir keinen zweiten Versuch zumuten wollte.

    Ja, da habe ich nicht richtig gelesen. Hab jetzt gesehen, dass Du vom zweiten Versuch abgesehen hast. Immerhin, dann haste ja sogar noch zwei Schüsse frei :-)

    "To infinity and beyond" (Buzz Lightyear)