Gibraltar...und dann?

  • Guten Tag zusammen,


    das ist mein erster Tag hier im Forum, daher verzeiht bitte, falls der Thread an einem falschen Ort erstellt wurde.


    Ich habe recht spontan demnächst vor meine Tasche zu packen und nach Malaga und Gibraltar zu reisen. Vorraussichtlich Ende Februar Anfang März.


    Da ich meiner Segelleidenschaft schon immer weiter nach gehen wollte, hier mal meine Frage bzw. dem Wunsch nach einer Einschätzung.


    Wie hoch haltet ihr die Chance, dass ich dort vor Ort ins Gespräch mit mehreren Seglern bekomme, die evtl. eine Atlantiküberquerung planen und noch Mannschaft suchen? Erfahrung hab ich jetzt nicht unbedingt als Profi, aber ich weis, wie man segelt. Ist das dort so üblich, kann mir jemand berichten, wie sich das generell so verhält und ob speziell Gibralta da vllt. eine gute Möglichkeit wäre?

  • Die Chance, von La Linea über den Atlantik zu kommen sehe ich bei Null.

    Niemand nimmt für so einen Trip "auf die Kalte" unbekanntes Personal mit.

    Positiv: du kommst mit dem Bus ab AGP zum Felsen - und auch wieder retour..

    spliss

    p.s.: irgendwie auch suboptimal für Transat, versuchs lieber in Westfrankreich...

    Holt groß das Dicht !

  • Kannst Dir ja mal den Bericht von Kokopelli: ansehen, der den Törn mit unbekannter Crew gerade hinter sich hat.

    Gruß Thomas



    Die besten Kapitäne sterben an Land

  • Ja, die hat er hinter sich. Aber die Mitsegelgelegenheit habe ich etliche Wochen vorher im Internet eingestielt. Ich war auf einigen Crewbörsen (kostenpflichtig) angemeldet und hab dort lange gesucht.

    Während meines Aufenthaltes in La Linea saß dort am Kai ein junger Deutscher, der abends auf seiner Gitarre klampfte und ein Pappschild mit Gesuch einer Segelgelegenheit vor sich hatte. Ob er dort ein Boot gefunden hat, weiß ich nicht, aber man muss ganz sicher sehr viel Zeit und vor allem Segelerfahrung mitbringen, um auf so einem Törm mitgenommen zu werden.

    Gruß, Klaus

  • Hey danke, hab Kokopelli erst mal ein like da gelassen, sehr lesenswert! Na, was schrub ich gerade.... sein Bericht als Bestätigung aufs Exempel. 👍

    Holt groß das Dicht !

  • Danke, spliss 🙂


    Ich würde auch nicht nach Gibraltar oder La Linea reisen, wenn ich so adhoc an Bord genommen werden wollte, sondern nach Las Palmas. Boote, die dort liegen werden mit viel höherer Wahrscheinlichkeit übern Teich segeln, als die in Gibraltar.

    Ich empfehle Börsen wie findacrew.net und oceancrewlink.com

    Obwohl ich dort eine umfangreiche Segelvita veröffentlicht hatte, standen die Skipper keineswegs Schlange. Erst als ich im vergangenen Jahr wie wild auf alle passenden Inserate geantwortet hatte, bekam ich letztendlich EIN Angebot. Und das hab ich schleunigst angenommen. Der Törn verlief dann immer noch ganz anders als erträumt. Egal, ich bin rüber gekommen! 👍

    Gruß, Klaus

    Edited once, last by Kokopelli: Rechtschreibkorrektur ().

  • Auf unserem Törn 2020/21 Kanaren und Azoren waren fast alle kanarischen Inseln überhäuft von Hand gegen Koje suchenden Menschen.

    Im Moment (Corona Zeit) wird es sehr schwierig sein einen Lift zu bekommen. Das heißt egal wohin, es sei denn es hat vorher eine Zusage gegeben.

    Ab La Linea sehe ich absolut keine Chance, egal wohin mitgenommen zu werden.


    Falls es überhaupt nur den Hauch einer Chance gibt (Meines Erachtens) dann von den Kanarischen Insel ab Santa Crux/ Teneriffa oder Gran Canaria

    SY Zora
    MMSI: 211473740
    Call Sign: DJ 7991

  • Falls es überhaupt nur den Hauch einer Chance gibt

    Bisweilen haucht es auch mal etwas kräftiger. Bei meiner Recherche in den genannten Crewbörsen gab es einige eilige Gesuche, weil einigen Eignern kurz vor dem Start der ARC die vorgesehenen Mitsegler abgesagt hatten.

    Gruß, Klaus

  • In den Häfen zwischen Malaga und La Linea findest du jetzt keine Schiffe mehr, die über den Atlantik wollen. Absprunghafen aus dem MM ist wohl eher Almerimar, aber wer da noch im November auf passendes Wetter gewartet hat, ist jetzt auch schon unterwegs.

    Ich schließe mich der Meinung an und würde es auch auf Gran Canaria versuchen, obwohl die Chance, ein Schiff zu finden, das im März noch über den Atlantik will, wohl äußerst gering sein wird.

  • Wie schon andere schrieben: la Linea ist nicht sehr geignet, da währen die Kanaren besser ....... aber: falscher Zeitpunkt! Ende Februar / Anfangs März wirst die die Anzahl Boote, die noch über den Atlantik fahren wohl an einer Hand abzählen können. Ende November / Anfangs Dezember oder dann kurz nach Weihnachten / Neujahr musst du das machen.

  • Ich stimme hier weitgehend den Vorrednern zu:


    In "Gibraltar" bzw. typischerweise im spanischen La Linea genau daneben (Fusswegentfernung) gibt es so gut wie keinen "ad hoc-Crewmarkt".

    Auch ist es in Bezug auf Atlantiküberquerungen ein Stop nur für Boote, die aus dem Mittelmeer kommen (und hier ist auf das Zeitfenster zu achten). In Gibraltar kann man bekanntlich günstig zollfrei tanken.

    Zum geplanten Zusteigen (z.B. nach Absprache in einer Online-Crewbörse) ist La Linea wiederum geeignet.


    Allgemein ist es für das "Mitsegeln mit Fremden" gut, Referenzen zu haben, d.h. Nachweise, wo Du Dich schon bewährt hast.


    Einem Unbekannten ohne Nachweise wird nicht jeder Atlantik-Einzelnachtwachen einer (mehrere-) hunderttausend-Euro-Yacht mit schlafender Crew anvertrauen.


    In Hinblick auf eine Atlantiküberquerung (die ja schon ein grosses Erfahrungspensum erfordert) könnten bestandene kleinere Projekte helfen, z.B. Biscayaüberquerung, Norwegen-Schottland, Deutschland-Norwegen, rund England/Irland, grössere Strecken im Mittelmeer o.ä.


    Auch Qualifikationen sind hilfreich, z.B. anerkannte Scheine, Erste Hilfe, Motortechnik o.ä.


    Ein Unterthema des Mitsegelns sind Überführungen; segeltechnisch (viel Motoren) und in Hinblick auf Land&Leute (Eile und viel non-stop) sind diese nicht so attraktiv, aber als "Trittbrett" denkbar.


    Gruss

    Ville