Ankerkette wie lang für die Ostsee und welche Kette...

  • odysseas :

    deswegen ja mein Hinweis, dass es die Gefahr einer zusätzlichen Leine im Wasser beinhaltet. Ansonsten ist das Ding für den Rudergänger automatisch die Einweisung, gelle......nur wenn er dann eben plötzlich weg ist, weil das Wasser tiefer und der Drift stärker wird, ist es unschön.

    Ich sehe sehr viele Ankerlieger, die eine Ankerboje vor sich haben. Das ist ansonsten schon praktisch.

    Ich habe meine Erkenntnis daraus gezogen.


    VG

  • Bei der kalíbrierten Kette geht es nicht um Festigkeit, sondern um Masshaltigkeit, siehe z.B. https://freu-dich-auf-froenden…chnik/kalibrierte-ketten/ (wichtig für die Kettennuss der Ankerwinsch).


    Verbindungsglieder gibt es; sie werden typischerweise vernietet, also keine "ad hoc"-Lösung. Durch den zweiteiligen Aufbau ist Korrosion im Kontaktbereich möglich und nicht immer leicht zu sehen.


    "Nur Kette" streckt sich bei Starkwind/Sturm gerade, dämpft dann beim Einrucken gar nicht und verursacht enorme Schockbelastungen an der Klampe. Hier hilft eine Kombination von Kette+Leine oder Kralle mit langer Leine. Gerade auf der Ostsee hat man ja im Ernstfall eher kurze Hackwelle als lange Dünung.


    Ehrlich gesagt ankere ich in den Schären aber normalerweise sehr geschützt; mit M-Anker (Bruce-Kopie), Kettenvorlauf und Leine (Gurtband) habe ich, wenn, dann eins der beiden folgenden Probleme:


    a) Schlick zu weich (Anker pflügt)

    b) glattes Felsplateau unter Wasser (Anker greift nicht)


    In beiden Fällen keine Frage der Kettenlänge oder Kette vs. Leine, sondern ein systematisches Problem - ich muss mir dann einfach einen anderen Ankerplatz suchen.


    Wo willst Du denn eigentlich ankern, buszwo ? Deutsche Küste, dänische Südsee, Polen, Westschären, Ostschären?


    Gruss

    Ville

  • Bist du Schönwetterankerer? 10m Kette plus 30m Leine. Willst du bei Sturm umd Wind? 50m Kette und fetter Anker.

  • .


    Wo willst Du denn eigentlich ankern, buszwo ? Deutsche Küste, dänische Südsee, Polen, Westschären, Ostschären?

    Ist das nicht irgendwie egal, ob das polnischer, schwedischer oder deutscher Schlick, Sand Gras oder was auch immer ist? Ich behaupte sogar es ist egal, ob der Sand in der Ostsee oder in der Nordsee liegt….

  • Überall wo es schön ist zb Dyvig finden wir klasse, soll ja auch nicht nur für die Ostsee sein.

    Ein Spill hab ich dann auch.

  • Ist das nicht irgendwie egal, ob das polnischer, schwedischer oder deutscher Schlick, Sand Gras oder was auch immer ist? Ich behaupte sogar es ist egal, ob der Sand in der Ostsee oder in der Nordsee liegt….

    Na ja, nicht ganz egal, insbesondere der Anker sollte ja zum Untergrund passen. Früher empfahl man mehrere Anker (z.B. den Stockanker für Seegras), heutzutage hofft man auf den kann-alles-Superanker.

    Die Schweden sind ja sogar mit ihren Pilzankern zufrieden.


    Und Kette ist da besonders wichtig, wo spitze Korallen oder Felsen eine Ankerleine schnell verschleissen lassen (Schamfilen). Das ist in der Ostsee kein grosses Problem, die Eiszeit hat das meiste gut abgerundet, aber in anderen Revieren kann dies wichtiger sein.


    Bei der Frage ging es ja insbesondere um Kette/Leine und Länge; mit der oben genannten Präzisierung würde ich sagen, nur 25m Kette ist zuwenig (man sollte auch bei etwa 10m Tiefe noch 1:5 hinbekommen, man sollte ja auch "Notankern" können, wo man sich keinen optimalen Platz suchen kann), aber Verlängerung mit Tauwerk fände ich auch ausreichend.

  • Wir haben 50m Kette, 50m Leine und einen Rocna Vulcan Anker.

    Bei dem ist ein flacherer Winkel wichtiger als nur eine schwere Kette.

    Damit sollten wir von hier bis dort erstmal alles abgedeckt haben.

    Die meißten Menschen haben nur Angst vor dem Tod, weil sie aus ihrem Leben nicht genug gemacht haben - Ustinoff

  • Moin,


    ein netter Skipper aus Kiel hat mir seine Ankerkette vor längerer Zeit angeboten, leider ist die die

    PN wohl gelöscht worden. Gibt es Dich und die Kette noch ?


    vg

  • vor Jahren Ostsee: 22ft Boot - 10kg Bügelanker 10m 6er Kette plus 30m Trosse.

    heute Med: 34ft Boot - 15kg Rocnaanker 75m 8er Kette.


    Holger

    Holger

    SV RUNAWAY (Catalina 34) - gerne mal anklopfen, wenn ihr mich irgendwann irgendwo seht :smiling_face:

  • odysseas :

    deswegen ja mein Hinweis, dass es die Gefahr einer zusätzlichen Leine im Wasser beinhaltet. Ansonsten ist das Ding für den Rudergänger automatisch die Einweisung, gelle......nur wenn er dann eben plötzlich weg ist, weil das Wasser tiefer und der Drift stärker wird, ist es unschön.

    Ich sehe sehr viele Ankerlieger, die eine Ankerboje vor sich haben. Das ist ansonsten schon praktisch.

    Ich habe meine Erkenntnis daraus gezogen.


    VG

    Habe ich das richtig verstanden?

    Man verzichtet auf eine Ankerboje, weil sie beim Bergen plötzlich weg sein kann?

    Wenn man keine Ankerboje setzt ist sie auch nicht da, also irgendwie weg. Wenn sie aber nicht weg ist, könnte sie beim Ausbrechen des Ankers extrem gute Dienste leisten. Wenn sich ein Anker richtig im Schlick eingegraben hat und die 3 to des Bootes halten, ist es verdammt schwer ihn auszubrechen. Wenn man dann den Anker einfach hochziehen kann, vereinfacht das einiges.

    Allerdings gibt es sicher auch Situationen, wo so ein Ding hinderlich sein kann.

    Gruß Jürgen



    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber sinnlos.

  • Eine Ankerboje ohne triftigen Grund zu verwenden ist eine Zumutung für alle anderen Ankerlieger.

    - Der zur Verfügung stehende Platz für andere wird eingeschränkt, weil sie sich von der Boje freihalten müssen. Tun sie das nicht, besteht die Gefahr, dass sie beim Swojen die Boje z.B. ins Ruder bekommen und den Anker rausreißen. Dann sind da gleich zwei manövrierunfähige Schiffe im Ankerfeld. Herzlichen Glückwunsch.


    - Irgendein Vollpfosten könnte auf die Idee kommen, das Ding ist eine Muringboje und daran festmachen. Schon selbst erlebt.


    - Im Dunkeln ist die Boje unsichtbar und wenn da noch jemand ankommt kann er die Boje überfahren. Ergebnis wie im ersten Fall.


    - Wenn beim Anker auf der Vorschiffsmann pennt kann man die eigene Bojenleine in die Schraube bekommen. Auch schon erlebt. Dann ist wenigstens nur ein Schiff manövrierunfähig.


    Eine Ankerboje macht dann und nur dann Sinn, wenn man weiß (aus eigener Erfahrung oder aus anderen Quellen), dass der Ankergrund unrein ist und die reale Gefahr besteht, den Anker nicht mehr hoch zu bekommen UND der Ankerplatz wenig belegt ist.

    Und selbst in diesem Fall gibt es Möglichkeiten, ohne die Boje auszukommen.


    Ich habe früher auch gerne eine Boje benutzt, bis mir klar wurde, dass sie mehr Probleme schafft als sie löst.

  • Dann ist wenigstens nur ein Schiff manövrierunfähig.

    😂


    Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit und zwar lediglich eine schwimmfähige Leine ohne Boje zu verwenden, die von der Länge so gewählt wird, dass deren mit einer Schlinge versehenes Ende auf keinen Fall höher als z. B. 5 Meter unter der Wasseroberfläche zu schweben kommt. Falls man tatsächlich ein Problem hat, kann man zur Schlinge runtertauchen und dort eine Leine einhängen und damit den Anker ausbrechen. Aber wie betont, es muss ganz sicher sein, dass die Leine nicht zu dicht unter die Wasseroberfläche kommen kann.


    Ergänzung: Ein nicht schwimmfähige Leine mit der Länge der Ankertiefe kann auch an der Ankerkette festgemacht werden, dann kann sie auf keinen Fall nach oben kommen und ist trotzdem gut erreichbar.

  • Wobei die zweite Methode den Nachteil hat, dass die Leine unter ungünstigen Umständen (Murphy ist immer und überall) beim Swojen bzw. starken Winddrehern mit dem eigenen Anker unklar kommt.

    Ist zwar nicht sehr wahrscheinlich aber denkbar.


    Wenn man keine schwimmfähige Leine hat, kann man auch eine normale Leine an einer Boje nehmen, die dann permanent die o.g. 5m unter Wasser ist. Dann lässt sich auch die Länge besser einstellen.


    Wobei 3m m.E. auch ausreichend sind. Wenn da eine tiefgehende Yacht mit dem Kiel langstreift passiert nichts, und die Propeller sind nicht so tief.

  • Wobei die zweite Methode den Nachteil hat, dass die Leine unter ungünstigen Umständen (Murphy ist immer und überall) beim Swojen bzw. starken Winddrehern mit dem eigenen Anker unklar kommt.

    Das müsste sich eigentlich dadurch verhindern lassen, dass man die Leine mit dünnen, nicht reißfesten Bändseln/Leinen an die Ankerkette fixiert und wenn sie dann gebraucht wird, man sie von der Ankerkette sozusagen abreißt.


    Oder wie würdest du das sehen?

  • Das klingt in der Theorie gut. In der Praxis müsste man sehen, was die Nuss von der Ankerwinsch daraus macht.


    Ich hatte mal damit experimentiert, die Tripleine durch einzelne Kettenglieder zu führen, aber das führte zu Chaos im Ankerkasten.


    Ich denke, die Unterwasser Boje ist der praktischte Ansatz. Man könnte in der Tripleine im Abstand von einem halben Meter Augen reinknoten und dann in das zur Wassertiefe passende die Boje einschäkeln.


    Am besten ist natürlich, erst gar nicht auf unreinem Grund zu ankern.

  • eine mögliche Lösung: ca. 1,5 m Schwimmleine am Bügel mit einem Auge dran. Das kann man notfalls meist tauchend erreichen und eine "Arbeits"Leine dranschäkeln.


    Holger

    Holger

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  • Viel hilft viel. Beim Ankern tatsächlich, aber...

    - müssen wir in der Südsee am Anker Stürme überstehen oder wollen wir bei lauem Wetter genüsslich am Parkhaken übernachten?

    - sparen wir uns das Hafengeld auch bei Starkwind?

    - sind wir gezwungen im Tiefwasserbereich (und bei Sturm) reichlich Kette zu geben?


    Wir sollten darauf achten, dass aus unseren Segelyachten keine Schwermetalltransporter werden. Mit ordentlicher Segelleistung voranzukommen ist ja auch nicht schlecht. Dabei sind zentnerweise Ankergedöns sicher keine Hilfe.

    Wir sind jahrzehntelang mit Ankerleine und Reitgewicht zurechtgekommen (9,5m). Allerding haben wir nie bei Sturm oder hoher Welle geankert. In der kleinräumigen Ostsee ist bei zuverlässiger Wettervoraussage immer ein sicherer Hafen zu erreichen.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Moin,


    ich glaube es kommt drauf an wo man ankert und wie die Verhältnisse sind.

    Ich ankere im Tidengewässer mit bis zu knapp 3 kn Strom. Da tauchste nicht nach Unterwasserbojen.

    Im glasklaren Wasser der Karibik sind die Verhältnisse natürlich komplett anders.


    Wenn ich in de Strömung liege und der Anker so richtig eingegraben ist, bin ich froh, wenn ich den nach oben wegziehen kann.


    Aber wie gesagt, es gibt sicher auch Situationen, in denen das keinen Sinn macht.

    Gruß Jürgen



    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber sinnlos.

  • eine mögliche Lösung: ca. 1,5 m Schwimmleine am Bügel mit einem Auge dran. Das kann man notfalls meist tauchend erreichen und eine "Arbeits"Leine dranschäkeln.


    Holger

    Bei einem Bügeltyp könnte man auch komplett auf die Tripleine verzichten und mit einem Draggen den Bügel "angeln" vom Dinghy aus. Hab ich noch nicht versucht, aber bei nicht zu großen Tiefen könnte das gehen.

  • Bei einem Bügeltyp könnte man auch komplett auf die Tripleine verzichten und mit einem Draggen den Bügel "angeln" vom Dinghy aus. Hab ich noch nicht versucht, aber bei nicht zu großen Tiefen könnte das gehen.

    ja, möglich. Andererseits stört der Anderhalb Meter dünne

    Leine auch nicht besonders.

    Holger

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