Wir müssen draußen bleiben ! > 15 Meter und Kats .

  • Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass man die 200 rausschmeißen sollte ?

    Ich habe nur meine persönliche Sichtweise geschildert, warum ich nicht in einem Vereinshafen liege.

    Gruß
    Arne

  • Ich habe nur meine persönliche Sichtweise geschildert, warum ich nicht in einem Vereinshafen liege.

    Überhaupt kein Widerspruch, alles ist gut.


    Ich meinte dich nicht (allein), das bezog sich auf die gesamte Diskussion wg. Verein und damit auch die Beiträge von Meeresfee, odysseus, Quallenschubser, Löhni, usw. usf..

    Edited once, last by Marinero ().

  • Das 100%ige Vereinsleben betreibt doch nur der harte Kern *

    an den Arbeitssamstagen nehmen immer die gleichen 30 Leute teil
    an den Mittwochsregatten nehmen immer die gleichen 10 / 15 Boote teil


    Im Verein sind aber 300 Mitglieder.

    Sollen die jetzt 200 rausschmeissen, die da nur mit ihrem Boot liegen und Urlaubstörns fahren?

    Meine Frage ist wie ein solcher Verein dann noch gemeinnützig sein kann oder überhaupt noch rechtlich ein Verein ist, wenn 90% der Mitglieder nur an der wirtschaftlichen unternehmerischen Tätigkeit des Vereins teilnehmen, die eigentlich nicht der Hauptzweck eines ideellen Vereins sein darf, schon gar nicht wenn er gemeinnützig ist. Der Betrieb eines Bootshafens steht ja in unmittelbarer Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern. Nur so meine 2 cent als ehemalige Vereinsschatzmeister eines nicht-segel Vereins.

  • Ich stell mir gerade die Situation vor. Ich, glücklicher Neueigner eines Bootes; nachdem ich Mitglied bei euch geworden bin, um einen Liegeplatz zu haben. Und dann heißt es nach einem Jahr: Tja, ist nu' blöd, aber wir haben keinen Platz mehr für dein Boot.

    Hallo Dirk, ich bin vor Jahren auch zunächst als "Saisongast" zu einem festen Dauerliegeplatz gekommen. Theoretisch könnte das von Dir beschriebene Szenario eintreten.

    Faktisch sind die "Saisongäste", wenn man es richtig managt, auch die ersten Anwärter der Warteliste, so dass ein vollständiger Liegeplatzverlust realiter wohl (fast) immer vermieden werden kann.

    Er könnte eigentlich nur eintreten, wenn die Zahl der saisonal zu vergebenden Liegeplätze zurückgeht und gleichzeitig im Bestand keine Plätze zur Neubelegung frei werden. Das ist aber eigentlich immer der Fall. Die Auswirkungen verknappter saisonal belegbarer Plätze sind daher faktisch meist so, dass in der betreffenden Saison keine weiteren Saisonplätze (oder weniger davon) vergeben werden. Anders mag es sich verhalten, wenn die saisonalen Liegeplatzinhaber keine Vereinsmitglieder, sondern "echte" Gäste sind - die haben dann natürlich keinerlei Priorität und müssten sich in jedem Jahr aufs neue hinten anstellen.
    Ein Saisongastplatz bedeutet bei uns: ein Platz ist für die gesamte Saison (oder einen vereinbarten Zeitraum daraus) garantiert, nur der konkrete Liegeplatz ist es nicht, d. h. das Boot muss in Abständen auf einen anderen Platz verholt werden. In den wirklich allermeisten Fällen rücken solche Saisongäste nach 1-3 Saisons zu Festliegern auf - sofern sie es denn wollen.


    Zu Grisu im vorigen Beitrag: Solche Vereine mag es geben, ich kenne allerdings keinen, der auf die obige Beschreibung zutrifft.
    Wir sind hier also bei Ausnahmen. Ein Verein könnte seinen Hafen unternehmerisch vermarkten, indem er Liegeplätze an jedermann anbietet, wie die benachbarte kommerzielle Marina auch. Macht er i. d. R. nicht. Schon um seine Gemeinnützigkeit nicht zu verlieren. Ein Verein ist eine Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit, und dass seine Mitglieder neben anderen Themen, die sie zusammenhalten (es gibt sicher einige Vereine, die sich lediglich als Liegeplatzgemeinschaften begreifen, das sind häufig die kleinen) einen gemeinsamen Hafen geschaffen haben, dessen Betrieb aus den Kostenbeiträgen aller unterhalten wird, macht dies kaum kaum zu einer unternehmerischen Tätigkeit, denn das wäre jede andere Form einer vergemeinschafteten Leistung mit Kostenbeteiligung so gesehen auch. Vom Fest über den Segelkurs, das Optitraining, den Führerscheinkurs bis zum Abendseminar - alles könnte auch im Wettbewerb zu gewerblichen Anbietern stehen. Ferner fehlt die Gewinnerzielungsabsicht.

    Das Überschüsse aus Hafen- oder Ausbildungsbetrieb in Rückstellungen zum Hafenunterhalt oder in Boote für die Jugengruppe fließen, ist originärer Bestandteil des Vereinszweckes und nicht nur unproblematisch, sondern zur Erfüllung des Vereinszweckes sogar geboten.

    Gruß
    Andreas

  • Grisu, die Gemeinnützigkeit von Segelvereinen wird in D in den allermeisten Fällen durch den Betrieb einer Jugendabteilung gesichert. Ich kenne mindestens einen Verein in Kiel, der vor Jahren mal versucht hat, sich als Liegeplatzgemeinschaft zu organisieren, aber als Verein zu erscheinen.

    Es gab da dann irgendwann ganz plötzlich ein Trainerboot und eine Handvoll Optis.

    Ich vermute, das Finanzamt hat mal genauer hingesehen. 🙂


    Die Diskussion hier krankt etwas daran, dass so getan wird, als wären alle Vereine gleich.

    Das letzte Mal, als ich nachgesehen habe, hatte alleine die Kieler Förde über 30 Segelvereine.


    Und von manchen weiss ich, dass die völlig anders ticken als unser.

    Auch in Bezug auf Neumitglieder.


    Deshalb sind Aussagen wie "die Vereine tun dies und das" einfach unsinnig.

    In unserem Verein weiss ich (aus nächster Nähe), dass Neumitglieder, die einen Liegeplatz haben wollen, belastbare Aussagen zur Situation bekommen.


    Es geht soweit, dass Leute parallel Liegeplatzantrag und Aufnahmeantrag gestellt haben.

    Und der Aufnahmeantrag wurde erst angenommen wenn ein Liegeplatz sicher war.

    Das hat - soweit ich das mitbekommen habe - super funktioniert.

    Dieser Service wird übrigens von Ehrenamtlern geleistet.


    Aber weder Vereine noch kommerzielle Anbieter können mal eben mehr Liegeplätze schnitzen.

    Ich kann mir aber auch mit viel Phantasie nicht vorstellen, dass ein Verein wirklich eine Box leer lässt, weil die "Vereinsmeierei" betreiben und unter sich sein wollen.


    Früher fand ich entfernt wohnende Mitglieder auch nicht so prickelnd.

    Die fallen schon manchmal gerne in die Rolle der reinen "Nutzer" des Vereins.

    Da ist immer diese schöne Ausrede, dass man ja schliesslich weit weg wohnt.


    Zumindest ein paar Leute kann man ja heute trotzdem in die Vereinsarbeit einbinden.

    Die Vereinswebsite z.B. kann auch von weit weg gepflegt werden. 🙂


    Holger

  • Grisu100 der Verein feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen, da kümmer dich ma nich drum 😏 tz tz

  • Zur Quote Aktive Beteiligung vs. Mitgliederzahl. Bei uns 300 Mitglieder, um 100 Plätze, somit sind die Meisten aktive Segler. Von den 100 Crews nehmen ca. 30 regelmässig an den Regatten teil, auch übernehmen fast alle 10 Stunden Arbeit für die Gemeinschaft p.a. Die es nicht tun zahlen 150,- in die Kasse, es sind sehr wenige. Die Senioren ohne Boot, weil sie nicht mehr können, haben ihren eigenen Stammtisch und ihren Shantychor. Die Jugend ist ein Extraverein im Verein mit Jugendvorstand und nochmal um 60 Aktive u 18. Sie haben ehrenamtliche Trainer. Man versteht sich dezidiert als Sportverein und ist natürlich im DSV und im Landesseglerverband, bemüht sich auch um die Ausrichtung überregionaler Regatten. So hatten wir die IDM der Contender, den Deutschland Cup der X79 u.a.m. ausgerichtet. Ich denke, Marinero, das ist in Apenrade sehr anders, da finanziert ihr Auswärtigen den Lokals das Vereinsleben, ihr bekommt dafür Liegeplatz. Eine andere Struktur.

  • Ich kenne mindestens einen Verein in Kiel, der vor Jahren mal versucht hat, sich als Liegeplatzgemeinschaft zu organisieren, aber als Verein zu erscheinen.

    Das wäre ein wirtschaftlicher und keine ideeller Verein. Alle Einnahme auch Mitgliedsbeiträge fließen in die Gewinn- und Verlustrechnung mit ein und eine Gewinn wäre zu versteuern. Gehen tut das wenn die Behörden mitspielen.


    Grisu100 der Verein feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen, da kümmer dich ma nich drum 😏 t

    Und. ADAC und diverse Fußballclubs wurden auch nach über 100 Jahren mehr oder weniger gezwungen Ihre wirtschaftliche Tätigkeit auszulagern und zu versteuern. Beim ADAC stand direkt der Vereinsstatus auf dem Spiel, es lief bereits ein Verfahren vor dem Registergericht, genauso beim FC Bayern. Auf der andren Seite wurde in Berlin bereits ein Kita-Verein zwangsgelöscht. Es wurden zuviele Kita-Plätze an Nichtmitglieder angeboten und damit stand die wirtschafliche Tätigkeit des Vereins im Vordergrund.


    Anonsten wo keine Kläger da kein Richter. Solange der Verein sportliche Aktivitäten hat und die meisten Liegeplätze durch Mitglieder belegt sind, passt das schon. Man wird die Mitglieder nicht nach der Motivations des Vereinseintritts fragen.

  • Wenn ein Verein einen Hafen hat, musst du den Teil eh auslagern und privatrechtlich als Wirtschaftsbetrieb führen.

  • Wenn ein Verein einen Hafen hat, musst du den Teil eh auslagern und privatrechtlich als Wirtschaftsbetrieb führen.

    Ersetze "muss" durch "kann". Es mag sicher Konstellationen geben, in denen das geboten ist, z. B. wenn der Hafen hauptamtliche Mitarbeiter hat, aber da bin ich nicht sicher.
    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass der Betreiber (und ggf. auch Eigentümer) des Hafens seinerseits ein Verein ist, der von einem oder idR mehreren Segelvereinen getragen wird, die dort Liegeplatzkontingente erhalten. Fast alle großen Sportbootanlagen in HH und vielfach auch deren Winterlager sind so organisiert.

    Gruß
    Andreas

  • rsetze "muss" durch "kann". Es mag sicher Konstellationen geben, in denen das geboten ist, z. B. wenn der Hafen hauptamtliche Mitarbeiter hat, aber da bin ich nicht sicher.

    Ein Zweckbetrieb wie ein Bootshafen muss nicht ausgelagert werden, es wäre aber eine getrennte Buchführung zu prüfen.

  • Zur Quote Aktive Beteiligung vs. Mitgliederzahl. Bei uns 300 Mitglieder, um 100 Plätze, somit sind die Meisten aktive Segler.

    Von den 100 Crews nehmen ca. 30 regelmässig an den Regatten teil, auch übernehmen fast alle 10 Stunden Arbeit für die Gemeinschaft p.a. Die es nicht tun zahlen 150,- in die Kasse, es sind sehr wenige. (...)

    Die Jugend ist ein Extraverein im Verein mit Jugendvorstand und nochmal um 60 Aktive u 18. Sie haben ehrenamtliche Trainer. Man versteht sich dezidiert als Sportverein und ist natürlich im DSV und im Landesseglerverband, bemüht sich auch um die Ausrichtung überregionaler Regatten. (...)

    Ich denke, Marinero, das ist in Apenrade sehr anders, da finanziert ihr Auswärtigen den Lokals das Vereinsleben, ihr bekommt dafür Liegeplatz. Eine andere Struktur.

    30 Teilnehmer ist schon ne Menge.

    Gemeinschaftsarbeit bei uns freiwillig, keine Pflichtstunden und man muss sich auch nicht freikaufen.

    Jugendabteilung gibt es.

    Segelschule gibt es.

    Sogar ne Abteilung für Kajak, Modellboote und E-Sailing (siehe unten).


    Struktur

    Die ist nicht anders. Wir finanzieren nicht die Lokals, wir "Auswärtigen", das sind gerade mal ne Handvoll. Wir sind alle Mitglieder und zahlen alle die gleichen Beiträge.

    Ein sehr großer Posten bei den Einnahmen sind bei uns die Wohnmobile, wenn, dann finanzieren die zu einem guten Teil die Bootfahrer. 😉



    Aktivitäten.jpg

  • Es geht mir nur darum, deutlich werden zu lassen, dass ein Segelverein etwas Anderes ist als eine Serviceagentur für Liegeplätze. Das ist ganz sicher in Dk auch so. Da gibt es ja auch den Sejlklub und die Brolauget, die Brückenloge, deren Zweck es ja ist eine Steganlage zu betreiben und zu vermieten.

    Viele in D.schimpfen auf Vereine. Sie wollen aber eigentlich eine Brückenloge. Die gibt es hier an der See so nicht, vielleicht an Talsperren?

  • Es geht mir nur darum, deutlich werden zu lassen, dass ein Segelverein etwas Anderes ist als eine Serviceagentur für Liegeplätze.

    Ja und nein.

    Die Segelvereien müssen ihren Bootshafen überwiegend mit Vereinsmitglieder belegen oder es besteht die Gefahr das es kein Zweckbetrieb mehr ist sondern ein wirtschaftlicher Betrieb und man den Status als ideeller Verein gefährdet. Damit ist man auf Bootslieger angewiesen die ggf. nicht wirklich aktiv am Vereinsgeschen teilnehmen aber Vereinsmitglied werden. Gegenwärtig gibt es da ein Bewerberüberangebot und Wartelisten.


    Die Bootslieger gehen in den Verein, weils meist günstiger ist als bei kommerziellen Marinas. Es ist also eine Win-Win Situation.


    Bitte mal manchen Thread hier lesen. Man sucht eine Liegeplatz. Man wird Mitglied in dem Verein XY weil es da noch frei Liegeplätze gibt, nicht man wird Mitglied im Verein weil da die Mitglieder wirklich tolle Menschen sind und der Verein genau die Segelei oder Ausbildung betreibt wie ich sie haben will. Das sind eben die negativen Auswirkungen des Liegeplatzproblems an der deutschen Ostsee.

  • Man wird Mitglied in dem Verein XY weil es da noch frei Liegeplätze gibt, nicht man wird Mitglied im Verein weil da die Mitglieder wirklich tolle Menschen sind und der Verein genau die Segelei oder Ausbildung betreibt wie ich sie haben will.

    Als nicht vor Ort Wohnender und im Besitz eines Bootes sucht man sich natürlich einen Verein der gut erreichbar ist, dessen Lage, Ambiente und Website (gab es damals bei uns noch nicht) gefällt. Die "tollen" Menschen kennt man natürlich noch nicht, hat aber keine Angst sie kennenzulernen.


    Gruß Odysseus

  • Stimmt schon, Grisu.

    Das mit den Neumitgliedern, die eigentlich gar nicht in einen Verein wollen,

    ist ein Problem, mit dem die Vereine hier umgehen müssen.


    Bei uns wurde glaube ich schon lange versucht, den Leuten gleich klarzumachen,

    das so ein Verein vom Mitmachen lebt.

    Das fruchtet natürlich auch nicht bei allen.


    Andererseits habe ich den Eindruck, dass bei uns gerade eine gewisse Dynamik von Neu- und Altmitgliederm entsteht.

    Es gibt neue Ideen und Ansätze, die glaube ich langfristig viel bringen.


    Holger