Haarrisse längs im Knick der Sitzducht / Cockpit

  • Lange Haarrisse in der Sitzducht


    Moin Moin


    Diese Haarrisse (siehe Link oben) sind uns ein Dorn im Auge.

    Im Laufe der jahrelangen Belastung ist wohl etwas Leben in den Bootskörper gekommen, denn er windet sich gerne einmal unter der Last der Crew.

    Deswegen werden die Sitzduchten des Cockpits gerade im Unterbau verstärkt und vorbereitend für die Regattasaison sollen die Lauffflächen mit rutschfestem Anstrich versehen werden.

    In diesem Zusammenhang wollen wir die über die Jahre entstandenen Risse, im Knick der Sitzduchten, reparieren.

    Die Frage bleibt aber WIE?

    Nach einigen Suchen im Forum kommt immer der Hinweis, die Haarrisse aufzudremeln und neu zu füllen.

    Gilt das auch für diese länglichen Risse?

    Hat ggf. jemand diese OP schon einmal durchgeführt und womöglich bebildert?

    Welches Material eignet sich denn eurer Meinung nach am ehesten zum Füllen?


    Gruß Tom

  • Den Link kann ich nicht öffnen (Datenschutzfehler). :nixweiss2:


    Aber ich habe letztes Jahr aus Langeweile mal alle Pfahl-Knutscher beseitigt. Da waren auch längere Scharten dabei. Die Vorgehensweise ist aber die gleiche, ob lang oder kurz.


    Anleitung: YACHT tv: Gelcoat-Reparatur – Aus für Schrammen - YouTube


    Material: GELCOAT REPAIR KIT VT // Yachtcare


    Wenn Du den Farbton triffst, ist hinterher nichts mehr davon zu sehen.



    macken.jpg


    ohne macken.jpg

    Edited once, last by Marinero ().

  • Moin,


    ich habe selbst gerade Gelcoat repariert. Sobald du eine entsprechende Krümmung hast wie bei den Sitzduchten und keine gerade Fläche wie im Yachtvideo, ist es deutlich schwerer hinterher vernünftig zu schleifen. Von den anderen Themen wie Lufteinschlüssen oder nicht klebefreiem Aushärten abgesehen. Eine Herausforderung.

    Das das Gelcoat an den Sitzduchten ohnhin kaputt ist, macht der Versuch klug.


    Tikay

  • Gelcoat gibt es in verschiedenen Farben als 2 Komponenten zu kaufen, die werden zusammengemischt, die Risse gefüllt, luftdicht verschlossen und danach gibt es eine Oberfläche, die kaum mehr nachgearbeitet werden muss und perfekt farblich passt. So die Theorie.

    Wie immer ist aber Vorarbeit und Schleifen der Teil, der dafür sorgt, dass es länger dauert, man sieht dem Riss nicht an, wie tief er ist und wie sehr er sich im Laufe der Zeit mit Flüssigkeit gefüllt hat, die eine perfekte Oberfläche verhindert (z.B. eine Mischung mit öligem Schmutz, das einfach nicht überstrichen werden sollte, weil es danach wieder sichtbar ist). Ich habe bei mir Risse mit dem Dremel mit einer flexiblen Welle und einem Diamantschleifkopf so weit ausgefräst, dass ich am Grund der Risse angekommen bin und kein Schmutz mehr im Riss enthalten ist. Alles danach ist befolgen der Anleitung, penibles Einhalten der Mischungsverhältnisse und sehr gründliches Schleifen. Dann sieht das Ergebnis viel besser als vorher aus, auch wenn man eventuell noch einen Farbunterschied sehen kann ist das weniger störend als der Riss davor.

    Jürgen


    Ach ja, ich habe das 2K-Zeug von Yachtcare, Gelcoat Repair Kit VT genommen, in der Farbe, die mein Rumpf ab Werk hatte. War am Anfang etwas erschreckend, dass es in der Konsistenz eher wie Pudding ist, wird aber bei korrekter Mischung und ohne Sauerstoff genauso hart wie das originale Gelcoat.

  • An solchen Stellen wird aufgrund der Form, der Eigenheiten beim Laminieren in der Negativform Gelcoat (als erste Schicht) gern etwas dicker aufgetragen. Was zunächst zu einem einwandfreien Ergebnis führt, führt später zu Rissen, manchmal auch Abplatzern. Das ist fast unausweichlich, auch dass es später immer wieder mal auftritt, weilGelcoat etwas spröder als das Laminat darunter ist.


    Um solche Risse künftig zu vermeiden, muss die Gesamt-Gelcoatstärke also so dünn sein, wie am restlichen Laminat. Wie macht man das? Gelcoathobel, Trockeneisstrahlen, geh zum Jupp, nur der kann das? Schleifen tuts auch, gerade an solchen Stellen, die so gut erreichbar sind und man leicht eine ebenmäßige Fläche kriegt.


    Einigeder Risse werden dadurch bereits verschwunden sein. Für den Rest gibts im Wesentlichen zwei Methoden, wobei die etwas umständlichere die vorherrschende Internetmeinung ist. Findest Du selbst. Die eine hast Du ja außerdem schon gefunden.

  • Aaaah :lupe: am anderen Rechner kann ich auch mal das Bild öffnen.



    Risse.jpeg


    O.k., so viele Risse so eng beieinander kann man unmöglich aufdremeln und mit Gelcoat Repair wieder füllen.


    Dann würde ich: Fläche schleifen (gucken wie es aussieht, s.o.; Moderboot), wenn die Risse durchgehend sind, weiter schleifen, spachteln, Gelcoat Farbe drüber.


    gelcoat_farbe_400ml.png

  • Einige der Risse werden dadurch bereits verschwunden sein. Für den Rest gibts im Wesentlichen zwei Methoden, wobei die etwas umständlichere die vorherrschende Internetmeinung ist. Findest Du selbst. Die eine hast Du ja außerdem schon gefunden.

    OK - Eure Antworten stützen meine eigene Befürchtung - nur die zweite umständliche Methode hab ich noch nicht gefunden.

    Nun ja ersteinmal wird wohl vorsichtig angeschliffen um zu sehen ob die Risse zum teil schon verschwinden - den Rest erledigt dann der Neuanstrich.

  • Moin, ich hab ja nur eine Jolle, Haarrisse hab ich mit Captain Tolley gefüllt und so gelassen.


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    Grüsse

  • Im letzten Jahr, vor dem Verkauf meines Bootes, habe ich die Hinterlassenschaften meiner Vorgänger und auch meine Spuren beseitigt. Die Risse wurden mit einem Dremel und Schleifköpfen (Chinamann) erweitert, mit Spachtelmasse verfüllt, geschliffen und poliert. Mit der Spachtelmasse von International, meinem Multimaster und einem Modellierspachtelset (Chinamann) habe ich dabei beste Erfahrungen gemacht. Die farbliche Anpassung war gut, da die Spachtelmasse die RAL-Farbe 9010, genau wie die Rümpfe, hatte.

    Ich hatte einen Lukendeckel mit zu SVB genommen um eine annähernd passende Spachtelmasse zu finden. Allein von International gab es dreimal Spachtelmasse in weiß, nur in verschieden Abtönungen, aber RAL 9010 war der Volltreffer.

    Aufwändiger war es die raue Struktur der Laufflächen wieder herzustellen.

    Die erweiterten Risse wurden mit Spachtelmasse satt verfüllt und die Struktur mit Hilfe einer mit Spüli getränkten Zahnbürste wieder hergestellt.

    (Spüli verhinderte das Anhaften der Spachtelmasse an der Zahnbürste)

    Ein mit diversen Rissen "verzierter" Lukendeckel habe mit einer Carbon-Folie aus dem Autozubehör beschichtet. Der hat dem Boot dann das gewisse Etwas gegeben.

    Für diese Arbeiten müssen die Temperaturen stimmen und man sollte ausreichend Zeit und Geduld mitbringen. Eine dreifache Rundung musste ich leider dreimal gespachtelt und schleifen. Danach war sie besser als neu und hatte den unwiderstehlichen Neubootglanz. 😉

  • Moinsen,


    ich bin bei Marinero: bei derart flächendeckend eng beisammenliegenden Rissen dürfte eine Einzelbehandlung nicht möglich sein - und auch nicht zielführend, denn die Ursache der Rissbildung wird dadurch ja nicht beseitigt. Ich sehe zwei Wege: 1. Minimalinvasiv: Captain Trolley Creeping Crack (wurde bereits empfohlen) zur Versiegelung - Obacht, überstehende Flüssigkeit sofort abwischen, sie hinterlässt Verfärbungen an der Gelcoat-Oberfläche. Oder 2. der Großversuch mit einem flächendeckenden Abtrag und zumindest partiellem Neuaufbau des Gelcoats bei gleichermaßen Anpassung der Rundung sowie der Farbgebung. Ich befürchte stark, dass ein Stehenlassen des alten spröden Gelacoats zu erneuter Rissbildung führen wird - also müsste es vermutlich vollständig entfernt werden.
    Ganz ehrlich? Ich würde einfach nicht hingucken. Die Chance, dass nach einer zeitintensiven Reparatur diese Empfehlung immer noch gilt, ist nicht ganz klein...

    Gruß
    Andreas

  • Die Ursache war bei mir recht einfach zu ermitteln.

    Mein Vorgänger hatte im Cockpit mit der Winschkurbel und auf Deck mit Werkzeug gewütet. Es waren die überaus beliebten Sternrisse an Stellen wo mit Werkzeug hantiert wird. Materialermüdung oder Verformung des Laminats dürfte nicht die Ursache gewesen sein, die Risse sehen anders aus.

    Beim folierten Lukendeckel vermute ich, dass er drauf gefallen ist.

  • Also ich habe ganz aktuell mit dieser Farbe keine gute Erfahrung gemacht. Sowohl in Sachen Deckkraft, Ergiebigkeit und Verarbeitung nicht. Der Preis wurde auch ohne Beanstandung vom Verkäufer zurückgezahlt, ich war nicht der Erste...

  • Moin, ich hab ja nur eine Jolle, Haarrisse hab ich mit Captain Tolley gefüllt und so gelassen.

    Ja davon habe ich auch schon mal gehört - Ich denke als Versiegelung kann ich das ja mal probieren und dann um die Optik zu erhalten überstreichen.

  • Moin, das ist wässrig weiß und zieht tief ein. Wird nach einem Tag hart. Das muss mann mehrmals mehere Tage machen, damit es gefüllt wird. Spuren obendrauf werden bei mir nach ein paar Tagen rosa, liessen sich aber abschaben und wegpolieren.

    Einfach mit der Kanülle Tropfen drauf, die Risse saugen das förmlich rein.

    Grüsse

  • Klasse Zeug, zwei mal im Jahr ist das Balsam für die Fenster.

    Gruß SY mona Willi