Lithium - welche?

  • Moin,



    wer hat auf Lithium umgerüstet (nur Verbraucherbatterie) und hat mal Tipps ala „Das und das mußte nehmen, das und das ist Schrott“? :Kaleun_Periskop:

  • Moin,


    etwas dürftige Information.

    LiFePO?

    12V?

    gewünschte Kapazität?

    Eigenbau oder Fertiglösung?

    Ich kann gar nicht segeln. Mein karges Wissen habe ich aus dem Internet. Ich schreibe hier nur mit, um Frauen kennenzulernen.

  • LiFePO?

    12V?

    Ja, beides.
    Kapazität sollte mindestens 100Ah sein. Besser mehr, max. 200Ah.

    Ob nun Eigenbau oder Fertiglösung - das ist eben einer der Fragen. Ich wollte eigentlich am 30. den Dampfer iuns Wasser setzen und da wär's schon schön, wäre auch Strömchen an Bord. Eine 90Ah-Bleibatterie ist noch drauf. Aber damit komm ich nicht weit. Es muß also relativ zügig eine Lösung her.


    Spricht zunächst gegen Eigenbau. Was mich dennoch reizen würde. Aber erstens - ich habe mich mit dem Thema näher bisher absolut nicht befaßt. Zweitens - es sollte schon auch sicher sein. Ein abgefackelter Dampfer segelt nicht so schön.

  • ... dann fällt aufgrund der Lieferzeiten der Selbstbau raus.

    Mit Fertigakkus kann ich leider nicht weiterhelfen.

    Es gibt aber hier im Forum bestimmt noch Leute, die Empfehlungen geben können.

    Ich kann gar nicht segeln. Mein karges Wissen habe ich aus dem Internet. Ich schreibe hier nur mit, um Frauen kennenzulernen.

  • Wenn Du kein Erfahrung mit Selbstbau hast, lass es.


    Sieh dich bei greenakku.de um, die haben was Du brauchst und sind keine Apotheke.

    you'll never walk alone, hinter dem Horizont geht's weiter und yolo

  • Das Forum ist voll mit Tröts zu LiFePo4. Da hast Du bis zum 30. Lesestoff und die Augen werden Dir schnell aufgehen, dass es doch nicht so einfach ist wie es Dir möglicherweise vorschwebt.

    Ich mutmaße mal, das wird nichts mehr bis zum 30.......

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Ich habe eine 80Ah Liontron letzten Monat gekauft und die ersten beiden Wochenenden auf dem Boot keine Probleme gehabt. Ich lade allerdings auch nur über Landstrom. Ein neues Ladegerät brauchte ich nicht.


    Mit der App im Handy den Verbrauch kontrollieren zu können ist schon genial.

  • Na ja, sooo schwierig ist der Selbstbau auch nicht. Man sollte sich aber zuvor gründlich in das Thema eingearbeitet und viel gelesen haben. Fast alle möglichen Fragen sind bereits gestellt und beantwortet worden.

    Bis zum 30. wird das aber nix, zumindest wenn der April diesen Jahres gemeint ist.

    Auf die Schnelle geht nur Fertiglösung. Teuer und keineswegs optimal und trotzdem nicht Plug and Play. Und die Ladetechnik kommt ggf dazu.


    Wir wissen also: Lithium soll es werden und 12V, etwa 100 Ah.


    Wir wissen nicht: Welches Fahrtgebiet, wie oft unterwegs, welches Winterlager, welche Ladetechnik, welche LIMA, welche Zusatzladetechnik (Wind, Solar und welche Leistung),wo sind die derzeitigen Akkus verbaut.


    Wir wissen also eine ganze Menge nicht.


    Ich hab‘ das alles hinter mir und zwei Lithiumbatterien 12V je 400Ah aufgebaut. Daher weiß ich, wie etliche andere hier im Forum ein ganz klein wenig Bescheid.


    Chris

    Fuirich bhur bruadar!

  • Wenn es im Juni noch aktuell ist, melde Dich dann !! Wohne fast um die Ecke Nahe Lassan. Vorher geht nicht, liege im KH.


    Hab noch ca 40 nahezu neue Lifepo4 Batterieblöcke aus Kundenrückläufern rum liegen und kann Dir dann auch Einbauhilfe geben.


    Hab selbst 1200Ah 12V bei mir eingebaut.

  • BL


    …jetzt mal weg von schnodderigen „Empfehlungen“.


    Eine Fertiglösung zu kaufen klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt und die qualitativ bessere Lösung erreichst Du mit dem Selbstbau. Das erfordert aber einiges Wissen, das man sich in diversen Foren hier und im WOMO-Sektor gut anlesen kann und natürlich gehörige Sorgfalt. Lithiumbatterien liefern sehr hohe Ströme, das kann bei Fehlern übel enden.


    Um einen Überblick zu bekommen, was auf Dich zukommt, ist es wichtig erstmal die vorhandene Infrastruktur zu checken.

    - Was hast Du für ein Ladegerät, ist dessen Kennlinie auf Lithium einstellbar?

    - Wie stark ist Deine Lichtmaschine und wie angetrieben (V-Keilriemen oder Rippenriemen)?

    - Wie sind die vorhandenen Kabelquerschnitte, taugen die für die hohen Ströme?

    - Sind die Kabelschuhe in Ordnung oder korrodiert?


    Als nächstes ist zu Entscheiden, ob Du die Batterie auch bei Minustemperaturen betreiben können willst. Wenn ja, brauchst Du LiYFePo4-Zellen von Winston. Diese sind deutlich teurer, aber qualitativ eine völlig andere Klasse als „normale“ LiFePo4. Im Fertigsektor gibt es sowas nicht. Nur die LiYFePo4-Zellen kannst Du bei Minustemperaturen laden! Entladen kannst Du alle.

    Überwintert das Boot an Land, kannst Du die Batterie ausbauen und zu Hause in den Keller stellen, dann brauchst Du die teuren Winstons nicht.

    Als nächstes brauchst Du ein gutes BMS (Batteriemanagementsystem) mit Abschaltrelais für OVP (OverVoltageProtection) und UVP (UnderVoltageProtection). Die Relais müssen Ströme in der Höhe der Maximalströme der Batterie schalten können, aber in Ruhe möglichst keinen Strom verbrauchen. Es sollten also Stromstoßrelais sein, diese brauchen aber u.U. eine geeignete Ansteuerschaltung.(Kosten rund 250€/Stück) Besonders bei UVP ist dieser Punkt kritisch. Wenn das Relais anzieht, will es die Batterie vor Tiefentladung schützen, da ist dann ein eigener Haltestrom kontraproduktiv, egal wie hoch der ist.

    Der nächste Punkt ist die Ladung über die Lichtmaschine. Da Lithiumbatterien beim laden alles an Strom nehmen, was sie kriegen können und das bis kurz vor der Vollladung uneingeschränkt weiter tun, wird die Lima stark belastet und kann leicht überhitzen. Deshalb baut man lieber ein B2B-Ladegerät ein (Kosten 150-500€ je nach Leistung), das die Lithiumbatterien aus der Starterbatterie lädt. Diese wiederum wird direkt von der Lima geladen, bleibt also immer voll. Der maximale Ladestrom des B2B-Laders sollte 50% des maximalen Ladestroms der Lima möglichst nicht übersteigen.

    Die Kabel, speziell die der Ladeseite, sollten zum Maximalstrom der Batterie passende Querschnitte haben, also eher etwas stärker wählen und auf exzellente Pressungen der Kabelschuhe achten! Willst Du hohe Ströme entnehmen (Inverter etc), gilt das auch für die Entladeseite. Übergangswiderstände sollten überall maximal minimiert sein, also nix korrodiert oder unzureichend angezogen.

    Wenn Du es also richtig machen willst, nimmst Du verzinnte Leitungen im richtigen Querschnitt. Damit vermeidest Du steigende Übergangswiderstände durch Ixidation der freiliegenden Kupferlitzen. Ist zwar um einiges teurer, lohnt sich aber auf die Dauer.

    Dann brauchst Du noch einen guten Batteriemonitor mit möglichst geringem Eigenstromverbrauch. (Gut ist: Victron Smart BMV 712, Kosten rund 250€).


    Du siehst, nicht ganz trivial, aber überschau- und machbar und leider nicht für finanziell Zaghafte.

    Bei Fertiglösungen weißt Du nichts über die Qualität des BMS und die Art der Sicherungen (OVP/UVP) und Bluetooth kostet nur unnötig Strom. Das kann der Batteriemonitor auch, wenn nicht besser.


    Nur auf die Schnelle wird das alles nix.


    Chris

    Fuirich bhur bruadar!

    Edited once, last by Magermix ().

  • Hier was Günstiges:

    allerdings sehe ich kein CE-Zeichen.


    Wie gut die auch immer ist …..



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  • Magermix


    Hast Du gut zusammengefasst, bis auf einen wichtigen Punkt perfekt:


    Fertige Lifepo4 Batteriezellen gibt es auch mit Heizung. Heißen meist „Arktis“ oder ähnlich im Zusatz. Hier wird eine integrierte Heizmatte aus dem Ladestrom mit versorgt.

    Ladung funktioniert bis -20 Grad. Kosten in der Regel etwa 100€ mehr im Vergleich.


    —-


    Die gelben !! Winston haben einen noch größeren Temperaturbereich und nur Max. 0,1V spannungsverlust pro Monat. Muss heißen 1% pro Monat

    Die meist blauen einfachen Zellen schwanken zwischen 0,2-0,3V spannungsverlust pro Monat je nach Hersteller. Hier 2-3% pro Monat

    Die grauen Calb sind technisch den „Blauen“ ähnlich, haben jedoch einen festes fast baugleiches Gehäuse wie die Winston. Einsatzgebiet sind dafür Fahrzeuge. Liegen im Preis dazwischen.


    ——-


    Für „Neulinge“ die selbst bauen wollen und mitlesen:

    Bei den blauummantelten Einzelzellen ist immer auf eine gute Isolierung zwischen den einzelnen Zellen/Zellenboden zu achten. Das Aluzellgehäuse unter der Folie ist mit dem +Pol der Zelle verbunden. Kurzschlussgefahr/Zellschluss.



    Jörg

    Edited once, last by Badewanne ().

  • Die meist blauen einfachen Zellen schwanken zwischen 0,2-0,3V spannungsverlust pro Monat je nach Hersteller.

    Da die meisten LiFePO-Zellen zwischen 3.0 V und 3.4 V bewegt werden, würde Deine Aussage bedeuten, dass diese Zellen nach 2 Monaten rumstehen leer wären.

    Das ist falsch.

    Ich kann gar nicht segeln. Mein karges Wissen habe ich aus dem Internet. Ich schreibe hier nur mit, um Frauen kennenzulernen.

  • Da die meisten LiFePO-Zellen zwischen 3.0 V und 3.4 V bewegt werden, würde Deine Aussage bedeuten, dass diese Zellen nach 2 Monaten rumstehen leer wären.

    Das ist falsch.

    Richtig. Danke.


    Das muss 1% und 2-3% pro Monat

  • ... ich muss nochmal meckern:

    Es handelt sich um einen Ladungsverlust, nicht um einen Spannungsverlust, da die Spannung über den größten Teil der Ladung/Entladung nahezu gleich bleibt.

    Mit alleiniger Spannungsmessung lässt sich der Ladezustand eines LiFePO-Akkus ja auch nicht bestimmen.

    Ich hoffe, Du siehst es nicht als Klugscheißerei an, aber bei Akkus werden im Netz dermaßen viele Falschinformationen verbreitet, dass es ein Graus ist.

    Ich kann gar nicht segeln. Mein karges Wissen habe ich aus dem Internet. Ich schreibe hier nur mit, um Frauen kennenzulernen.

  • ... ich muss nochmal meckern:

    Es handelt sich um einen Ladungsverlust, nicht um einen Spannungsverlust, da die Spannung über den größten Teil der Ladung/Entladung nahezu gleich bleibt.

    Mit alleiniger Spannungsmessung lässt sich der Ladezustand eines LiFePO-Akkus ja auch nicht bestimmen.

    Ich hoffe, Du siehst es nicht als Klugscheißerei an, aber bei Akkus werden im Netz dermaßen viele Falschinformationen verbreitet, dass es ein Graus ist.

    Ne, schon recht. Ich hab durch den ersten falschen Wert in Spannung nicht den Begriff in Ladungsverlust ersetzt.


    Und ja, es ist ein Graus mit den Falschinformationen.


    Hab letztens einem Händler nahe gelegt seine defekten!! Powerstationen mit Lithiumzellen nicht seiner Lagerhalle zu lagern.

  • Die beheizten LiFePo4 habe ich mit Absicht nicht erwähnt! Bisher hat mir kein Hersteller sagen können oder wollen, auf welche Weise die Zuschaltung der Heizung erfolgt und wie und wann sie abgeschaltet wird.

    Das bedeutet im Zweifel, die Heizmatte wird bei Minusgraden zugeschaltet, unabhängig davon ob und wodurch geladen wird. Ergo: sinnloser Stromverbrauch. Bei normalen LiFePo4 ist auch die Summe der entnehmbaren Ladung bei Temperaturen über 0°C höher. Deshalb ist bei beheizten Lipos in Autos die Heizung unter 0°C eigentlich immer an. Kaum Vorstellbar, daß für Nutzung auf Schiffen die Batterien mit einer anderen Steuerung versehen werden. Dafür ist der Markt zu klein. Aus diesem Grund kommen diese Batterien in meiner Zusammenfassung nicht vor. In Autos, wofür diese Batterien gedacht sind, mag das ja noch gehen. Wenn wir uns aber ausrechnen, was nur 1mA über 6 Monate in Summe an Strom kostet (rund 4,3A), wird klar daß eine Heizung, die min. 250mA verbraucht (1.080A/6Monate), für unsere Zwecke indiskutabel ist.


    Chris

    Fuirich bhur bruadar!

  • Ich fand den Kanal von Andreas Schmitz sehr informativ:


    Andreas Schmitz
    Moin, ich bin Andreas, bin beruflich Wissenschaftler (math. Optimierung& KI), habe Informatik&Maschinenbau studiert&einen Dr. in Ingenieurwesen. …
    www.youtube.com