Blauwe Slenk - die Dicken benutzen die Sportboote-Spur

  • Wir sind heute von Terschelling kommend in Harlingen gelandet. Was mir schon auf der Hinfahrt nach Vlieland und auch heute auf dem Rückweg aufgefallen ist: einige der Großen, Dicken und Schnellen nutzen völlig ungerührt die "Sportschifffahrt-Spur", die durch gelbe Tonnen neben dem Hauptfahrwasser markiert ist. Da kann es dann vorkommen, dass dir ebendort diese blaue, flache Kat-Fähre entgegenkommt und dich mit 20 Knoten und 20 m Abstand passiert - inkl. des unvermeidlichen "Wellenereignisses".


    Ich dachte immer, dass Sportboote dort sozusagen ein Exklusivrecht hätten. Da scheine ich aber schwer daneben gelegen zu haben. Dass einem dort fischende Fischer begegnen - geschenkt. Aber gehören die Dicken und Schnellen nicht in ihre originäre Spur?


    Gruß, Manfred

  • Ich denke die Spuren sind eher dafür da, das wir uns aus deren Hauptfahrwasser raushalten :winking_face:

    First 21.7, Etap 21i, Sunbeam 22.1, Dufour 350 GL

  • Na ja, soweit ich das damals mitverfolgt und noch korrekt in Erinnerung habe, war Sinn und Zweck der Sportbootspuren eine Trennung von klein und groß.

  • Na ja, soweit ich das damals mitverfolgt und noch korrekt in Erinnerung habe, war Sinn und Zweck der Sportbootspuren eine Trennung von klein und groß.

    Ist das nicht wieder so eine Frage ; wie das mit den Tonnen vor Stavoren ? Kann da unser Stegfunk helfen ?

  • Die Praxis war eigentlich immer so, wie es Rüm Hart beschrieben hat.

    Fähren und Co. fuhren im Tonnenstrich, die Sportschifffahrt konnte sich etwas Abseits halten zwischen rot/grün und gelb.

    Das auch die Fährenkapitäne ab und zu mal abkürzen, ist aber auch immer schon vorgekommen, war aber nicht die Regel.

  • Vielleicht noch der Hinweis auf das frühere Thema, zur Info.

  • So wie Manfred es beschrieben hat, haben wir die Passage immer im ruhigen Nebenfahrwasser erlebt.

    Da es einige flachere Stellen gibt, halte ich es sogar für sehr gefährlich wenn mit dem Speed und dem Abstand dort jemand eine ordentliche Welle schmeißt. Wir haben 1,9m Tiefgang. Ich bin dieses Jahr noch nicht dort lang gefahren, aber kann mich aus dem letzten Jahr an Stellen unter 3 Meter Wassertiefe erinnern (je nach Gezeiten). Das kann aber böse enden...

    Danke für die Info, wir werden dann im Hauptfahrwasser bleiben...

    viele Grüße der Jörg

  • Vielleicht noch der Hinweis auf das frühere Thema, zur Info.

    Cooles Video. Und ich kann mir lebhaft vorstellen und es auch nachvollziehen, dass den Dickschiff-Käpt'ns die Sportschipperei gehörig auf den Senkel geht. Ich mein, so eine Wuchtbrumme von Fähre sehe ich ja schon von sehr weit kommen. Was also trödele ich dann der vor dem Bug herum?!


    Klar, die ersten 3 Kurven nach Harlingen werden von allen Sportbooten gehörig geschnippelt; die gelbe Sportbootseite wechselt ja auch gleich in der ersten die Hauptfahrwasserseite. Kann man ja machen - mit Schulterblick bitte. Und falls man sich verschätzt hat - kein Wunder bei dem Speed einiger dieser Dinger -, gibt's ja immer noch den Jockel und nen Hebel, den man auf den Tisch legen kann.


    Trifft aber alles nicht, was ich meine. Nämlich: was haben die Superschnellen und Dicken in der Sportbootspur zu suchen? Bei einigen hatte ich den Eindruck, die suchen meine Nähe. Nun gehe ich denen schon mal aus dem Weg, rücken die mir nach.


    Aber, um die Kirche im Dorf zu lassen, es ist die Minderheit, nur einige wenige.


    Gruß, Manfred

  • Meine Beobachtung ist ähnlich, betrifft aber vorwiegend die LKW-Fähre, die zu den Inseln geht. Die großen Dinger halten sich nach meiner Beobachtung fast immer ans Hauptfahrwasser.


    Was mir auffällt: Schon in den letzten Jahren sehe ich vermehrt, dass die LKW-Fähre auch bei Terschelling nicht mehr durch den Slenk geht, sondern durchs Schuitengat.

    Jetzt ist mir vor wenigen Wochen erstmals einer von den großen, neuen - die Willem Barentsz - entgegen gekommen. Das kann da schon irritierend sein, denn sooo breit ist das Schuitengat nu auch wedder nich...


    Nu gehen wir das Ganze doch mal analytisch an und prüfen unser Bauchgefühl. Sowohl was das Schnippeln betrifft, wie auch die Nutzung von Schuitengat vs. Slenk.

    Die Past Tracks aus Marinetraffic.com geben doch wunderbar Auskunft hierüber.

    Das "reguläre" Fahrwasser ist dort als dünn-blaue Linie zu sehen, oder eben nicht, wenn der Käptn sich dran hält und auf dem Strich fährt.

    Zunächst mal die ganz neuen, großen Katamarane, die beiden Willems:

    Willem Barentsz fährt zwar auch noch mal durch den Slenk (rechts), lieber aber durchs Schuitengat (links). Schnibbeln tut er nicht.

    Willem-Barentsz.png

    sein Bruder Willem de Vlamingh nimmt nur noch das Schuitengat, schnibbelt aber auch nicht.

    Willem_de_Vlamingh.png

    Der etwas ältere Kat "Vlieland" hält sich auch an seine Spur...

    Vlieland.png

    Die "Friesland" - ein klassischer Mono ist auch ganz artig auf der Hauptfahrbahn, nutzt Slenk und Schuitengat

    Friesland.png


    Bis hierher - lieber Manfred Rüm Hart - bestätigen die Daten Deine These also nicht.

    Schauen wir mal auf den ebenso bekannten wie rasanten Kat "Tiger"

    Tiger.png

    Bei genauerem Hinsehen können wir schon zwei kleine Schnibbler entdecken, normalerweise aber auch "in der Spur".

    Dann hätten wir noch die von mir erwähnte LKW-Fähre "Noord Nederland":

    Noord_Nederland.png

    und hier lässt sich nun beobachten, dass der wirklich lieber den kurzen Weg nimmt, denn die blaue Linie ist schön und vollkommen unangetastet zu sehen, selbst unten bei Harlingen wird mal geschnibbelt.


    Frage ist: Wie lange wird der Slenk noch erhalten? Die Fähren nutzen ihn offenbar nur noch in Ausnahmefällen (Niedrigwasser...) - das Schuitengat wird Jahr für Jahr breiter und tiefer. Gut so...

  • … Frage ist: Wie lange wird der Slenk noch erhalten? Die Fähren nutzen ihn offenbar nur noch in Ausnahmefällen (Niedrigwasser...) - das Schuitengat wird Jahr für Jahr breiter und tiefer. Gut so...

    Moin Frank,

    ja, die Entwicklung im Schuitengat mag ich bestätigen - genau wie von Dir geschildert. Es ist nicht so irre lang her, da war das eine eher schmale und flache Angelegenheit. Und wurde von vielen „normal tiefgehenden“ Booten eher wenig(er) genutzt.


    Das Gat scheint sich derzeit jedes Jahr zu vertiefen - und ist mittlerweile auch bei nicht ganz so idealen Wind- oder Tidensituationen für uns ein oft gewählter Weg geworden.


    Wir hoffen dennoch, daß das Slenk bleiben wird. Nachts vor allem und bei „ganz lausigem“ Wind ist es immer noch klar unsere erste Wahl.


    ————

    … Ich dachte immer, dass Sportboote dort sozusagen ein Exklusivrecht hätten. …

    Moin Manfred,

    diese „gelbe Außenfahrbahn“ ist ja für uns (aus Harlingen startend) meist der direkte Weg „raus“.


    Wir fragten insofern unsere Freunde und lokalen Segler & Wattfüchse damals gleich zu Beginn, wie das hier im täglichen Miteinander tatsächlich gehandhabt werden sollte. Die Antwort für uns damals war sinngemäß:

    Quote

    „Fahrt, wann immer Ihr könnt in der ‚gelben Spur‘. Dort solltet Ihr fahren - rein, wie raus. Überall woanders - auch im Fahrwasser - dürft(et) Ihr fahren, keine Frage. Bloß werden alle anderen (& Großen) dankbar sein, wenn Ihr‘s nicht tut. Solltet Ihr dort kreuzen wollen, haltet Euch von dem Steindamm fern. Der ist magnetisch. Merkt Euch das. Und wenn ‚Wind‘ ist gilt das doppelt. Dann laßt die Maschine im letzten Stück mitlaufen“.

    Die revierkundige Stimme der Erfahrung. Daran haben wir uns dann einfach immer gehalten.


    Uns sind in den Jahren in der ‚gelben‘ Randzone‘ alle möglichen fahrbaren Untersätze begegnet. Nur der tieffliegende Tiger, sowie die großen der genannten LKW-Fähren nicht.


    Ach und mit dem Tiger geht es uns so, wie in der Heimat mit dem Halunder. Wenn der mit seinem langen „AIS-Vorausrichtungs-Rüssel“ auch nur irgendwo auf unseren Plottern im Sichtfeld auftaucht, dann halten wir uns flach am Boden (sprich an der Seite) und kreuzen diese Vorauslinie *nie* vor ihm. 😉😂😂

    LG, STEPHAN!


    „Man muß ja nicht die hellste Kerze auf der Torte sein. Aber man kann ja vielleicht n Docht haben!“ [Ina Müller]


  • Aber wenn der Pollendam magnetisch ist, ist das doch für eure Aluschüssel quasi risikolos