Störungen der Tiefenanzeige vom Echolot durch Sinus-Inverter

  • moin

    Ich hatte vor längerer Zeit schon mal meine "komischen" Tiefenangaben auf dem Echolot angesprochen. (Die Tiefenabgaben "springen" immer hin und her... 1,8 11 19 22 43 2,5m usw.) Alle Vorschläge habe ich ausprobiert oder umgesetzt (u.a. dicken Entstörkondensator vorm Anzeigegerät), nichts hat geholfen. Durch Zufall habe ich jetzt rausgefunden, das die Störungen nur auftreten, wenn der Sinuswandler in Betrieb ist (Ective SI32 300W). Wobei es reicht, wenn der Wandler eingeschaltet ist und es wird kein Wechselstrom entnommen. Die Zuleitungskabel laufen ca. 2m parallel mit der Geberleitung. Die 220V Leitungen sind 1m entfernt. Wobei parallel zur Geberleitung liegen auch noch Verbraucherleitungen und Leitungen vom Ladegerät, die stören allerdings nicht.

    Ist der Wandler aus, zeigt das Echolot richtig an. Hat jemand eine Idee, wie das abzustellen wäre? Einfach auszuschalten ist keine Option, da hängt mein Bildschirm für die Navigation dran.

    Handbreit

    bukh1

  • In der Berufsschifffahrt haben wir auch einfache Netzkabel mit Abschirmung verlegt um Störungen von vornherein zu vermeiden. Also eventuell Dein Kabel mit Alufolie einwickeln, Die Folie sollte Kontakt zu Masse haben.

    Gewendet wird erst, wenn die Möwen am Strand auffliegen :winking_face:

  • Der einfachste Versuch dürfte sein, das Geberkabel gegen ein abgeschirmtes Kabel zu tauschen. Sollte funktionieren.

    Netz- und Schwachstrom sollte nicht gebündelt verlegt werden.


    Besonderes Augenmerk sollte auf dem Schiffsnetzwerk liegen. Sind da alle Kabel sauber angeschlossen im Hinblick auch auf die Abschirmung?

  • Diese ganzen "Schaltnetzteile" sind oft die Störquelle. Besonders wenn fernöstlich mangelhaft konstruiert. Ich stelle oft fest, dass viele Bastellösungen meiner Nachbarn nicht nur den Navtex sondern auch erheblich den Langwellenempfang stören. Auch die kreative Minicomputerfraktion mit den Rapsberry PI et c. sind oft übele Störstrahler.

    Da hilft dann die Bundesnetzagentur wenn der Nachbar zwar kreativ aber voller Unkenntnis ist.

    Zu dem geschilderten Problem: Ein System im Boot kann halt nicht mit jeder beliebigen Komponente ergänzt werden ohne die gesamte Kompatibilität in Frage zu stellen.

    Viele Grüsse


    Dieter

  • moin, danke für die Antworten

    Das Geberkabel ist ein abgeschirmtes Kabel, sieht aus wie ein Koax-Kabel, die Stecker sind dazu passend. Extra an Masse ist die Abschirmung nicht gelegt, ich geh mal davon aus, das das im Anzeigegerät erfolgt (fertig konfektioniertes Kabel). Das 220V-Kabel ist ca. 1m vom Geberkabel entfernt, aber die Abschirmung mit Alufolie werde ich ausprobieren. Leider bekomme ich den Bildschirm nicht geöffnet (verklebt?), sonst häte ich die Versorgung schon auf 12V umgebaut.

    Handbreit

    bukh1

  • Die 220V Leitung in 1m Entfernung sollte eigentlich nicht mehr in ein Koaxkabel einstrahlen. Falls in den direkt parallel liegenden Leitungen auch die 12V Zuleitung zum Wandler liegt, werden die Einstrahlungen höchstwahrscheinlich von da kommen.


    LG Till

  • (u.a. dicken Entstörkondensator vorm Anzeigegerät)

    Was bekanntermaßen maximal behelfsmäßig ist.

    So ein dicker Kondensator, Elko?, filtert zwar viel, aber nicht schnell. Er hat noch ein paar andere Besonderheiten, wen z.B. sehr kurze, hohe, Spannungsspitzen auftreten, so kurz, dass man sie auf einem 100 MHz Oszi nicht sieht, aber das muss nicht interessieren, wenn man ein L-C-Glied* baut.

    Von der Spgs.-Versorgung vor dem Kondensator eine Spule, z.B. eine Ferritkern-Ringspule, wie sie zum Entstören in vielen elektronischen Geräten mit 230-Volt-Netzanschluss zu finden sind. Die Spule ist recht gut gegen hoge, aber weniger gut gegen niedrige Brummfrequenzen. Dafür hätten wir den Elko, sofern derartige Brummfrequenzen überhaupt auftreten sollten, was aus Deiner Fehlerbeschreibung nich unbedingt hervorgeht. Parallel zu dem Elko vlt. einen 10 uF Tantal. Den Bau einer richtigen Entstördrossel ersetzt es nicht, auch nicht ein Ermitteln der Art von Störung, aber es ist ein erster Schritt und kostet nichts.**


    Extra an Masse ist die Abschirmung nicht gelegt, ich geh mal davon aus, das

    Eine Masse kann ihrerseits auch Störungen aufnehmen und weitergeben. Diese Masse, die es bei Deiner Installation hoffentlich nicht gibt, als ein in sich ruhendes Etwas zu verstehen, erleichtert die Betrachtung der Stromkreise, entspricht aber selten der Realität. Teilen sich Echolot und Spannungswandler am Ende einen gemeinsamen Minuspol, der nicht Hans oder Emma sondern Masse getauft wurde? Dann kannst Du lange entstören. Es wird aufwendig.



    * Googeln oder Werkbuch Elektronik konsultieren. Bin schon neugierig, wie es demnächst gegendert wird.

    ** Eigenrecycling.