Stromverbrauch Aufheizung 25 l Warmwasserboiler?

  • Wichtig ist mir ja gewesen, ob ich mit ca. der Hälfte der Batterieladung von null auf heiß hin komme. Das scheint der Fall. Das Nachheizen verteilt sich dann -das ist nicht so relevant.

    Ich bin Wassersparen seit Kindheit gewohnt. Ich kann bequem und komfortabel in 2 bis maximal 3 Minuten Duschen. Mehr mach ich im Hafen oder Zuhause auch nicht. Bei dem Wasserdruck im Boot gehen da keine 20 l durch. Nicht einmal die Hälfte, weil ja kalt bei gemischt wird.

    Ich bin auch nicht auf Duschen morgens angewiesen. Das lässt sich ja je nach Batteriestand steuern. Der Boiler wird bei mir in der Naviecke getrennt ein- oder ausgeschaltet, was den Elektrokreislauf betrifft.


    Und ja, über mein Cerbo sehe ich direkt, wie viel Batterie beim Aufheizen sausen geht...

  • Jeder ist ja anders. Ich z. B. würde auf jeden Fall weitere Batterien ins Boot einbauen. Das bisschen Platz und Gewicht macht einen so wahnsinnig frei, was den Stromverbrauch angeht. In diesem Fall müsste man überhaupt nicht rechnen.


    Selbiges hinsichtlich Solarzellen, würde ich ebenfalls auf jeden Fall mehr aufs Boot nehmen.


    Daher echt interessant, wie andere eine komplett andere Sicht an dieser Stelle haben können. Aber vielleicht macht's das ja auch alles gerade wieder interessant :smiling_face:

  • Ist ja nicht so, dass ich nie motore. Aber ich versuche das so stark zu beschränken, wie möglich.

    Sehr löblich, aber so steht sich der Diesel kaputt und das wird teuer !

    Gruß Jens

  • Robert_H:

    Da denkst Du noch zu theoretisch, glaub ich. Du brauchst den Platz an den richtigen Stellen. Noch eine Batterie wäre extrem umfangreicher Umbau geworden. Da hätte ich extrem viel Leitungen verändern und verlegen müssen. Wozu? Eher wäre eine größere Batterie mit 300 Ah oder 400 Ah die Lösung gewesen. Aber wofür?

    Dasselbe gilt auch für Solarpanele. Schaff den Platz für die Leistung... So, dass er zum Trim noch passt und den besten Kompromiss zwischen Segelleistung und Energie darstellt.

    Für mich ist ein Wellengenerator die beste Lösung, weil dann das Nachladen unterwegs einfach und schnell geht. Dann reicht der Rest aus...


    Jeder muss halt seinen Kompromiß für sich finden.

  • Das muss ja auch noch alles praktikabel und seegerecht sein, wenn man mit dem Boot segeln will. Das limitiert den Platz für Solarzellen schon deutlich.

    Ich halte nicht viel davon, den Komfortanspruch auf dem Boot immer höher zu schrauben und dafür immer mehr Ausrüstung mitzuschleppen, bis dann irgendwann das Boot zu schwer, mit Solarzellen, Wind- und Schleppgenaratoren zugepflastert ist und dann im Zweifelsfall gedieselt wird, weil das Ding nicht mehr vernünftig segelt.


    Der TO hat die Überlegung angestellt, ob es mit seiner Ausstattung möglich ist, heiß zu duschen. Das scheint ganz gut zu gehen. Wenn jetzt durch welche Umstände auch immer der Strom knapp wird, kann er sich immer noch überlegen, ob ihm die Dusche oder der Plotter wichtiger ist :winking_face:


    Im Zweifelsfall ist er dann halt da, wo er jetzt auch schon ist: für eine warme Dusche muss er 20 min dieseln (wenn die Batteries das warme Wasser nicht hergeben). Deshalb die Batteriebank im Sinne von "mehr ist immer besser" hochzurüsten, halte ich für nicht sinnvoll.


    Schöne Grüße,


    Roman


    EDIT: Peter war schneller...

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Auch wenn wir abschweifen: Das hat nicht primär was mit Komfortanspruch zu tun. Wenn man für länger als 2-3 Tage autark sein will, kommt man an ca. 200 Wp Panels oder Wind/Schleppgen nicht vorbei. Ich brauche ca. 140 Ah pro Tag und bin fro über meine netto 500 Ah Akkukapazität.


    Die Sache ist binär, entweder es hat Dunkelflaute und es kommt nix rein oder es hat min. nen guten Vierer und 12-14 Sonne, dann ist elektr. Energie kein Thema, soviel kann ich dann gar nicht duschen/abwaschen. Wird auf anderen Booten ähnlich sein

  • Das sei Dir unbenommen, aber ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass von Deinen 140 Ah/Tag ein goßer Teil auf Kühlung entfällt.

    Und damit kann man Deinen Anspruch von "länger als 2-3 Tage autark" auf "länger als 2-3 Tage autark mit Kühlung" ändern. Das ginge auch ohne Kühlung, nur mit dem Fehlen des Komforts von frischem Gemüse, kaltem Bier oder Weißwein oder frischem Fleisch. Alles nicht lebensnotwendig (und man höre und staune: Moitessier ist damit sogar nonstop um die Welt gekommen, etwas > 2-3 Tage :winking_face: ) und damit m.E. Komfort.


    Den Komfort darfst Du haben, auch ich möchte nicht gerne auf die Kühlbox verzichten (das ist der Hauptgrund für meinen Ausbau der Elektroanlage).

    Aber das mache ich eben, damit meine Freundin die Lust am Fahrtensegeln nicht verliert, und nicht, weil "man" es braucht. Komfortanspruch eben.


    Ich hoffe mit meinen Ansprüchen mit 100 Wp und 150-200 Ah LiFePo4 hinzukommen (und die Erfahrung des TO macht mich optimistisch), auf meinem kleinen Boot habe ich kaum Platz für mehr Panels, ohne die Funktionalität des Bootes zu sehr einzuschränken. Wenn das nicht klappt, muss ich halt mit einer Solartasche am Ankerplatz nachhelfen oder den Kühlschrank bei zu wenig Strom stillegen (Komfort halt).


    Das sind so die Unterschiede: Der TO und ich würden im Zweifelsfall den Komfort einschränken, Du kommst mit Deiner Lösung gut klar und Robert würde im Zweifelsfall noch eine Batterie und ein Solarpanel mehr einbauen. Alles gangbare Möglichkeiten.


    Nur so "... braucht man mindestens..." Aussagen mag ich in dem Zusammenhang nicht, sonst kommen wir bald zu "unter 10 m auf die offene See ist lebensmüde (man kann ja nicht mal mehr genügend Strom für den Plotter generieren)".


    Schöne Grüße,


    Roman

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Wenn man für länger als 2-3 Tage autark sein will

    braucht man meiner Erfahrung nach 200Ah Lithium Akku und nicht ein einziges Solarmodul. Und damals (also letztes Jahr im Juli)) hatte ich die Innenbeleuchtung im Boot noch mit antiken Glühfaden-Sofitten, hatte die Kühlbox durchgängig laufen und habe vom Boot aus gearbeitet (=der Router lief 24/7) :face_screaming_in_fear:


    Also was man "braucht" scheint, wie Roman schon schrieb, doch sehr unterschiedlich zu sein :winking_face:

  • Was „man“ braucht ist zum Glück tatsächlich unterschiedlich, sonst wären wir ja Alle gleich und das wäre langweilig.


    Aber egal wieviel/was man braucht, ohne Nachladen wirds nicht gehen.


    Ja, Kühlung brauche ich, die Zeiten mit kalten Ravioli aus der Dose unter undichter Persenning sind zum Glück vorbei. Dank heutiger Technik bekommt man 100-200Wp auf nahezu jedem Boot auch gut unter….

  • Hab ich doch geschrieben: 2 x 120 Wp sind vorhanden, Superwind auch -der hat die letzten Wochenenden perfekte Arbeit geleistet auch deutlich jenseits der 5 A.

    Ich werd am Wochenende dann mal (immer nach dem Segeln) an den Umbau der Elektrik gehen, die Absicherung mit FI-Schutzschalter des Landstromanschlusses neben das MultiPlus verlegen (der ist von Jeanneau mit 10 qmm Kabel verlegt und von dort weiter mit 6 qmm...) wegen der besseren Zugänglichkeit, und damit ist dann Beschäftigung mit dem MultiPlus angesagt, das ja dann ab sofort alles steuern kann. Und bei dem ich auch die Stromaufnahme vom Landstrom einstellen kann, damit an Land nicht immer die Sicherung rausfliegt, egal was ich an Verbrauchern an Bord angeschaltet habe. Und damit nähere ich mich dann auch langsam aber sicher meinem Endausbau.

  • Passt vielleicht nur am Rande zum Thema aber ich meine mich zu erinnern, dass jemand mal hier im SF eine Art Durchlauferhitzer verlinkte, der direkt am Wasserhahn sitzt. Die Idee finde ich immer noch reizvoll, weil der weniger Energie benötigt (das Wasser wird ggf. auf Wunschtemperatur statt auf 60 Grad erhitzt, das mischen mit kaltem Wasser entfällt).

    Leider bin ich zu schlecht im googlen und finde den nicht... und der TO hat ja bereits einen Boiler :winking_face:


    VG

    Holger

  • Ein Durchlauferhitzer braucht ein Vielfaches an Energie wie ein Boiler, der mit weniger Energie arbeitet, aber dafür länger für die Zurverfügungstellung braucht. Da der Durchlauferhitzer die Temperatur sofort machen muss, muss er also zwangsweise mit mehr Strom arbeiten. Daher wird ja auch fürs Haus empfohlen, Warmwasser über die Heizungsanlage zu erzeugen statt per Strom.

    Dazu kommt, dass ich dann für jeden Wasserhahn den entsprechenden Kleinerzeuger bräuchte. Der Boiler macht das Wasser zentral warm und stellt es für Dusche, Waschbecken Bad und Küchenbecken zur Verfügung, sowie dann noch die Außendusche.

  • Nein, ein Durchlauferhitzer braucht ein vielfaches an Leistung (W bzw. kW), weil er das Wasser schnell heiß macht.

    Die Energie (kWh, Joule) um einen Liter Wasser um 40°C aufzuheizen ist die gleiche (von unterschiedlichen Wirkungsgraden mal abgesehen).


    Im Haus macht man i.d.R das Warmwasser über die Zentralheizung warm, weil eine kWh Gas oder Heizöl billiger ist als eine kWh Strom.

    Zumindest war das bisher so. :thinking_face:


    Die Leistung für einen Durchlauferhitzer wäre bei 12 V wohl nur schwer bereitzustellen (Typischerweise haben die so 20-30 kW).


    Schöne Grüße,


    Roman

    A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for !

  • Die "Wasserhahndurchlauferhitzer" haben mit ihren maximal 3 kW (was für einen Inverter aber schon eine Ansage ist) ein zu niedriges ΔT.

    Dann gibt es noch ein Mittelding mit 3 l Speicher. Der zentrale Boiler scheint für unsere Anwendungen schon sinnvoll zu sein.

    Gruß, Norman

  • noopd:

    Hat zwar mit dem thread nichts zu tun, aber ich meine gelesen zu haben, dass die schon lange im Boot verboten sind...

    Hat man aber früher häufiger gesehen.

  • Bei mir hat der Boiler einen Stecker und es gibt neben dem Boiler eine vom Landstrom gespeist Steckdose. Ich könnte aber relativ einfach umstecken auf Inverter. Damit hat man beide Optionen.