Verarbeitung von Deks Olje D1 auf Teak im Aussenbereich

  • Hallo zusammen,


    leider sind meine Arfahrungen mit dem Deks Olje D1 nicht so gut.


    Ich habe meinen Süllrand aus ca. 30 Jahre altem Teakholz - nachdem ich ihn bis aufs gesunde Holz runtergescjlifffen habe - 3x in der ersten Stunde getränkt und dannach das überflüssige Öl mit Zewa abgetupft. An den beiden darauffolgenden Tagen, habe ich die Prozedur wiederholt mit dem Ergebnis, dass das Öl eine glänzende, klebrige Oberfläche bildete, welche extrem stossempfindlich ist.

    D.h. beim kleinsten Anstoßen gegen eine Wand oder dem Fußboden ist die Ölschicht bis aufs Teak verletzt.


    Gegen das Kleben bin ich nach 4 Tagen auf einen Tipp im Internet hin mit Orangenterpene und der grünen Schicht eines Kratzschwamms angegangen, was auch einen Großteil entfernen konnte, aber die Stoßempfindlichkeit ist geblieben.


    Frage: was habe ich falsch gemacht bzw. wie kann ich das "Projekt" noch retten?


    Schönen Gruß von der Seacloud :traurig1: :Mauridia_44:

  • D1 ist eine Imprägnierung, das Finish macht man mit D2.

    Aber ich bezweifle, dass ein öliges Holz wie Teak sich mit D1 tränken lässt. Das ist ja von Natur aus imprägniert.

    Ich brauche keine Therapie. Ich muss nur segeln.

  • Ich habe meinen Süllrand aus ca. 30 Jahre altem Teakholz - nachdem ich ihn bis aufs gesunde Holz runtergescjlifffen habe - 3x in der ersten Stunde getränkt und dannach das überflüssige Öl mit Zewa abgetupft. An den beiden darauffolgenden Tagen, habe ich die Prozedur wiederholt

    Das ist halt nicht das, was in der Anleitung steht:


    Permanentes Tränken des Holzes über mindestens einen Tag lang alle 15 - 30 Minuten nass-in-nass, bis das Holz kein D1 mehr aufnimmt.

    Verbrauch ist abhängig vom Aufnahmevermögen des Holzes, daher kann die Zahl der Anstriche bis zur Sättigung unterschiedlich sein.

    Überschüssiges Öl am Ende des 1. Tages nach 1 Stunde abwischen, um Filmbildung zu vermeiden.

    Matte Flächen am folgenden Tag weiter tränken bis gleichmäßiger Seidenglanz entsteht.

  • Hmmm, ich hatte halt am 1. Tag nach den 3 Anstrichen in der ersten Stunde den Eindruck, dass das Holz halt kein Öl mehr aufnimmt, am 2. Tag nach 24h aber wohl wieder.


    Das erklärt vielleicht, dass die Oberfläche klebrig ist, da zuviel Öl aufgetragen und nicht weggewischt wurde. Mein hauptsächliches Problem ist aber die Empfindlichkeit gegen "Anstoßen" oder "Kratzer". Hat jemand eine Idee, ob ein Anstrich mit D2 hier helfen kann?


    Schönen Gruß von der Seacloud

  • D2 ist in erster Linie ein UV-Schutz. Dick genug aufgetragen verhindert das vielleicht (bei leichter Berührung) Kratzer im Holz selber. Ein richtiger Stoßschutz ist das aber natürlich nicht. Und optisch ist dann eben der Kratzer im D2, was zugegeben leichter zu beheben ist, als beschädigtes Holz. Mein Teak Süllrand ist einfach unbehandelt. Ich finde Teak ist recht unempfindlich gegen Kratzer. Zumindest sieht man sie nicht.

    Potz Hummer und Haifischflossen! Die Welt wird immer moderner...

  • Ich vermute, dass Du einen Denkfehler machst. Eine Impgrägnierung des Holzes ist kein Schutz gegen äußere mechanische Beeinträchtigung jeglicher Art, sowohl physich wie auch über UV.

    Es schützt das Holz "nur" gegen das, was der Hersteller von D1 in seiner Produktbeschreibung zusichert (hoffentlich).

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • moin

    D1 ist keine endgültige Versiegelung. Im Prinzip eine Grundierung, die tief in das Holz eindringt. D1 ist auch nicht UV-beständig. Es muß D2 darübergetrichen werden. Stoßstellen und Macken sieht man auch bei anderen Holzbehandlungen. Der Vorteil von D2 ist, man kann es ohne anschleifen übermalen. Wenn man Teak nicht hochglänzend haben will, Deckssealer von Owatrol nehmen. Da ist UV-Schutz dabei. Nehme ich für meine Plichtbänke.

    Handbreit bukh1

  • Moin zuzrück,


    das hilft mir deutlcih weiter!! Ich werde also die klebrige Schicht D1 entfernen und dann D2 auftragen!


    Besten Dank für die guten Tipps :thumb:


    Gruß von der Seacloud

  • Mein hauptsächliches Problem ist aber die Empfindlichkeit gegen "Anstoßen" oder "Kratzer". Hat jemand eine Idee, ob ein Anstrich mit D2 hier helfen kann?

    Meiner Erfahrung nach gar nicht. D2 hat dafür IMHO eine zu geringe Schichtdicke. Sieht aber ganz nett aus (ich hatte es auf Fisch und Schandeckel.)

    Für Schichtdicke auf Teak haben Vereinskollegen gute Erfahrungen mit dem Epi Hartholzöl gemacht.

  • Ich arbeite jetzt seit vielen Jahren nur noch mit D1. D2 (bzw. überhaupt Lacke) kommt überhaupt nicht mehr auf das Holz (Lärche, Eiche, Teak, Mahagoni).

    Holzöle haben einen enormen Vorteil, sie lassen sich nahezu bei jedem Wetter verarbeiten. Auch kann nach der Verarbeitung das Wetter sich verschlechtern, hat bisher noch nie zu 'Ausfällen' geführt.

    Die Nass-in-Nass-Technik hat sich bei D1 bewährt, auch auf Teak. Nach dem ersten Tag und gut 5-10 Schichten kann das Öl gerne erstmal durchtrocknen. Danach kann auch ohne Zwischenschliff nochmal D1 aufgetragen werden. Es entsteht dann eine seidenmatte Oberfläche, die auch relativ stoßunempfindlich ist.

    Nach dem Winter wird dann nur angeschliffen und wieder ein paar Schichten Nass-in-Nass aufgetragen und alles sieht gut aus.


    Gruß, christian

    "Nach vorn geht mein Blick, zurück darf kein Seemann schau'n!" (La Paloma, Hans Albers)

  • Hallo Christian,

    das war eigentlich auch mein Plan, nur war mir nach lesen der Verarbeitungsanleitung nicht klar, dass man das Öl regelrecht einmassieren und nicht nur abtupfen soll. Daher hatte ich wohl die "Überölung" was zum Kleben geführt hat.

    Danke nochmal für Deine Erfahrungen

    Gruß Andreas

  • Seacloud1

    Moin Andreas,


    ja, eine Nachbehandlung mit einer langsam rotierenden Polierscheibe ist hilfreich.

    Wenn es jetzt noch klebt, würde ich es jetzt erstmal noch etwas aushärten lassen, dann vorsichtig mit 120er Papier schleifen und dann nochmal eine Lage D1 auftragen.

    Evtl. kann man auch mit frischem Öl das klebrige Öl lösen und dann kräftig abwischen.


    Viel Erfolg, christian

    "Nach vorn geht mein Blick, zurück darf kein Seemann schau'n!" (La Paloma, Hans Albers)

  • Ich habe den kleinen Mast von meinem Eastport Pram mit D1 ausführlich getränkt - und mir ging es wie dir, dass hinterher alles geklebt hat. Trotz Abtupfens. Ich habe das runtergeschliffen (was eine ganz doofe Arbeit war) und dann noch mal neu gemacht, und dann war es sehr schön.

    Ich nehme an, dass ich das Holz beim ersten Mal zu fein geschliffen habe, so dass das Öl nicht gut einzog. Ich wollte schön glatt haben, aber das war wohl keine gute Idee.

    In der Anleitung steht, man soll 80er Korn nehmen.


    Wie fein hattest du geschliffen?

  • Moin.


    Erfahrungen mit D1 an Bord hab' ich nicht, aber ganz aktuell drei Bänke (Teak / Edelstahl) und 2 Handläufe (Teak) bei uns im Verein aufgearbeitet.

    Die Bänke standen seit Jahren Sommers wie Winters draußen:

    DSCF7118.jpg


    Draufsetzen mochte sich da keiner mehr so recht. Ich hab' die zunächst zerlegt und mit weicher Bürste, warmen Wasser und Soda grob gereinigt.

    DSCF7120.jpg


    Anschließend geschliffen (60er Körnung). Die Oberfläche war ziemlich rissig.

    DSCF7124.jpg


    Dann gings ans Imprägnieren. Ich hab' zunächst die Oberseiten naß in naß getränkt. An den Seiten heruntergelaufenes D1 verstrichen und hängende Tropfen entfernt. Am Anfang konnte ich nach Imprägnierung des letzten Stabes gleich vorne wieder beginnen. Am ersten Tag wurde so zwischen 15 und 20 mal getränkt. Abends hatte sich z.T. ein dünner Film gebildet den ich mittels Küchentuch entfernt hab'. Am Folgetag wurden dann noch 2-3 weitere Gänge aufgebracht. Pro Bank hab' ich 1,5 l D1 verarbeitet, die schlechteste Bank erforderte 2 l.

    DSCF7141.jpg


    DSCF7142.jpg


    Wie lange das jetzt hält, wird sich erweisen.

    Eine glänzende Oberfläche soll und will D1 nicht erzielen. Dazu müßte man dann noch D2 auftragen. Davon halte ich allerdings nicht viel, denn die wird 100pro reißen, Wasser unterkriechen und dann gibt's ganz häßliche Stellen...


    Meines Erachtens kann man D1 nur auf ebenen waagerechten Flächen korrekt anwenden. Das Zeugs ist dünnflüssig wie Wasser und dringt dadurch sofort ins Holz ein, läuft aber auch schnell runter. Wie das an senkrechten oder abfallenden Flächen funktionieren soll ... keine Ahnung. Dann darf sich auf keinen Fall ein Film bilden. Denn der verhindert, das weiteres D1 vom Holz aufgenommen werden kann. Die Filmbildung wird durch Schleifen mit zu feinem Papier extrem begünstigt: bei einer Bank (hab' davon leider kein Foto gemacht) hab' ich nach dem Durchtrocknen mit 180 - 400er Papier stufenweise geschliffen und 2 dünne Schichten aufgebracht. Sieht super aus, war aber nur für Show :tongue2:

    Mein Holz an Bord hab' ich seit 38 Jahren wie folgt behandelt:

    • Plichtbänke und -grätings: nur gereinigt, sonst nix
    • Handgriffe, Fußreling, Scheuerleiste: mit Benar UVR; muß alle 2-3 Jahre ausgebessert werden. Nach 8-10 Jahren ist ein Neuaufbau fällig

    Mast- und Schotbruch,


    Jürgen

    Edited 3 times, last by cr838 ().

  • Moin zusammen,


    vielen Dank allen für die hilfreichen Tipps. Ich habe inzwischen die Süllränder wieder bgeschliffen, mehrfach mit D1 getränkt UND SEHR INTENSIV danach das Öl einmassiert.

    Nachdem sich das Ganze trocken anfühlte, habe ich - ebenfalls mehrfach - D2 aufgetragen, was bei ca. 10 - 20°C zunächst auch nicht so recht trockenen wollte. Nach Auslagern in die Sonne wurden die Latten dann trocken und ich habe sie inzwischen wieder montiert. Sieht alles in allem zufriedenstellend aus, muss sich aber noch zeigen, ob die Arbeit sich - langerfristig - gelohnt hat.


    Immer ne Handbreit ....


    Andreas

  • Ich habe Plichtbänke (nach ganz leichtem Abschleifen und Entgrauen), Schiebeluk-Griff, Handläufe (alles Teak), Pinne (Mahagoni) und Pinnenverlängerung (Eiche) mit D1 behandelt. D1 habe ich mit Papiertüchern aufgetragen und stehendes Nass je nach 30 Minuten mit Papiertüchern abgenommen. Optisch sehr gutes Ergebnis.


    Nach einer Saison habe ich die Plichtbänke und die Pinne mit einer Schicht D1 ohne weitere vorherige Behandlung aufgefrischt. Wieder mit gutem Ergebnis.


    Bin zufrieden damit.

    Arbeite am Unterwasserschiff. :grinning_squinting_face:
    Segle mit nur ein Jahr altem Unterwasserschiff. :grinning_squinting_face:
    Irgendwann muss ich wieder ans Unterwasserschiff. :loudly_crying_face:

  • Moin,


    hier das Zwischenresultat zum Vergleich:

    1. Bank (nontiert am 23. April - also nach gut 4 Monaten), letztes Foto in #15 war diese Bank:

    DSCF7792.jpg


    2. Bank (montiert am 7. Mai - also nach 3,75 Monaten):

    DSCF7793.jpg


    3. Bank (montiert am 3. Juni - also nach knapp 3 Monaten):

    DSCF7794.jpg


    Die Unterschiede in der Bewitterung sind deutlich sichtbar. Allerdings liegt es in der Hauptsache daran, daß ich bei der ersten Bank zu eilig mit dem Tränken war. In die beiden letzten Bänke hab' ich einiges mehr 'reingebracht. Folglich muß ich bei der ersten Bank zeitnah nochmals 'ran: leichtes Anschleifen mit 100er Papier und weiteres Tränken. Die 2. und 3. Bank laß' ich wie sie sind und bin auch deren Zustand am Saisonende gespannt.

    Mast- und Schotbruch,


    Jürgen