Anrechnung von SBF Binnen auf SKS

  • Hallo zusammen,


    ich habe viele Beiträge gefunden, in denen gefragt wird ob man, sollte man den SKS schon besitzen, den SBF Binnen angerechnet bekommt. Mich würde es andersherum interessieren. Ich habe den SBF See und will eigentlich auch den SKS machen, allerdings habe ich noch nie gesegelt und weiß noch gar nicht, ob es etwas für mich ist. Da würde sich für mich eigentlich der SBF Binnen unter Segel anbieten. Allerdings wäre es schön, wenn mir das etwas für den SKS bringen würde. Vor allem was die praktische Prüfung angeht. Weiß das vielleicht jemand? Vielen Dank!

  • Durch die praktische SKS Prüfung musst du auf jeden Fall durch, da der Schein "höher" angesiedelt ist als der SBF. Gilt auch für die Theorie.

    Also kurzum, es wird nix angerechnet. Der SBF See ist übrigens Voraussetzung um den SKS zu machen.


    Grüsse Simon

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen.


    Ich vermute aber Mal, dass Binnen unter Segel aber trotzdem eine ganz gute Vorbereitung auf den SKS ist. Ich finde irgendwie "einfach Mal" 300 Seemeilen ohne Vorkenntnisse auf einem Segelschiff machen und dann die praktische Prüfung absolvieren irgendwie hart (auch wenn ich öfters gelesen habe, dass das wohl gehen soll). Mindestens werde ich dann wohl Mal einen kleinen Kurs machen um es mir anzuschauen. Vielen Dank!

  • Kleine Ergänzung:

    Segeln gehen kann man auch ganz ohne Schein. Entweder einen Jollenkurs machen oder Mitsegeltörns.

    So passt es



    Segeln gehen kann man auch ganz ohne Schein

    PS

    Gartenzwerge sind Pflicht auf dem Vorschiff.

    …… :viannen_06:



  • Ich vermute aber Mal, dass Binnen unter Segel aber trotzdem eine ganz gute Vorbereitung auf den SKS ist.


    Wo gibt es denn diesen Schein? Der ist mir persönlich unbekannt.


    Es gibt m.W. den Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) - das ist ein Führerschein zum Fahren eines Motorbootes mit mehr als 15 PS auf Binnenschifffahrtsstraßen.


    Und dann gibt es den Segelschein A - Das ist Grundkurs Segeln auf einer Jolle


    Beide Scheine sind vollkommen unabhängig - als richtiger Führerschein gilt nur der SBF Binnen und wird auch amtlich nur benötigt


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    Der SKS inkludiert den Binnen auch nicht, denn der SKS gilt als Küsten- und Yacht-Ausbildungszertifikat - KEIN offizieller amtlicher Führerschein wie SBF.


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    Laut meinem Kenntnisstand brauchst Du Binnen, wenn Du auf Rhein etc. oder Weser oder Elbe inwärts von See kommend weiter fahren willst.


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    In Holland gibt es keine Führerscheinpflicht von Amtswegen.


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    Was ein Vercharterer als "Befähigungsnachweis" sehen möchte ist einzig Vercharterersache.


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    Wichtig als "Führerschein" ist zumindest in deutschen Hoheitsgewässern oder Gebieten in den Binnenfunk vorgeschrieben ist, noch das Funkzeugnis SRC bzw. oder und UBI sofern auf dem Schiff ein Gerät zur Teilnahme am Funkverfahren verbaut ist


    My 2 cents

  • Ich würde das erstmal etwas sortieren was es gibt und wozu:


    Erstmal wird nach Revier unterschieden


    Binnen:

    - SBF Binnen unter Motor

    - SBF Binnen unter Segel


    See:

    - SBF See (unter Motor, unter Segel gibt es da nicht)

    - SKS unter Motor und unter Segel

    (Vollständigkeitshalber gibt es noch den SSS und SHS)


    Grob gesagt: Rechtlich brauchst du nur je nach Revier den SBF Binnen o. See


    Alles andere (solange nicht gewerblich unterwegs) ist eher eine Frage des persönlichen Bedarfs und wie man sich fit fühlt.


    Meine Gedanken dazu wären:

    - Definiere für dich dein Ziel - Wo willst du was fahren?

    - Mach den "Mindestschein" SBF See und/oder Binnen (auch in der Reihenfolge weil einfacher)

    - Mach dich fit für das was du fahren willst


    Für den letzten Gedanken führen verschiedene Wege nach Rom. SBF Binnen unter Segel oder SKS können da gute Mittel sein, aber auch die Verbände bieten eigene "Scheine" und verschiedene Anbiete Praxiskurse an. (Wobei bei den Praxiskursen Angebote und Qualität stark unterschiedlich ein können, leider...)


    Was das segeln betrifft:

    Binnen sind oft eher kleine Boote (Jollen) und beim SKS eher Yachten (ab 30ft). Beides die gleiche Physik, aber dennoch etwas unterschiedlich.

    Vielleicht schaust du mal nach einen Schnupperkurs um rauszufinden was das richtige für dich ist.


    Was ich nicht machen würde? Auf Teufel komm raus den SKS ohne zu wissen warum und ob ich den überhaupt jemals brauche. Eigentlich nur, weil ich bannig viele Leute kenne, die sich da durchgearbeitet haben und mit Mindestanforderungen den Schein zwar in den Händen halten, aber weder handwerklich noch mental in der Lage wären ein Schiff zu führen. Da war die Überlegung den Schein zu machen falls man mal.....denke mehr Spaß hat man, wenn man sich für das eigene Bedürfnis (also was und wo, nicht unbedingt Schein) entsprechend vorbereitet

    Das Leben ist zu kurz, um nur Motorboot zu fahren...deswegen segel ich lieber :smiling_face:

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen.


    Ich vermute aber Mal, dass Binnen unter Segel aber trotzdem eine ganz gute Vorbereitung auf den SKS ist. Ich finde irgendwie "einfach Mal" 300 Seemeilen ohne Vorkenntnisse auf einem Segelschiff machen und dann die praktische Prüfung absolvieren irgendwie hart (auch wenn ich öfters gelesen habe, dass das wohl gehen soll). Mindestens werde ich dann wohl Mal einen kleinen Kurs machen um es mir anzuschauen. Vielen Dank!

    Der SKS dient doch einzig dazu Gewerblich im Küstenbereich zu skippern oder auch als Qualifikationsnachweis bei machen Eignern, bevor man ein Boot mietet. Die 300 Seemeilen sind einfach die Mindestanforderung bevor man zur Prüfung geht. Wer sich aber zum SKS anmeldet, sollte bereits sicher segeln können, dass lernt man weder in der Prüfung noch in der praktischen Woche. Klar gibt es immer wieder Kandidaten die durch Talent oder Glück dadurch kommen, darauf hoffen würde ich nicht. Der SBF Binnen unter Segel ist aus meiner Sicht total überflüssig, sofern man nicht auf einem Gewässer segelt, wo dies explizit vorgeschrieben ist. Ich würde einfach mal ein Schnuppersegeln bei einem Verein oder bei einer Segelschule anfragen. Dur wirst nach 1-2 Stunden schnell merken ob Dir das Spaß macht auf kleinen Booten zu segeln.

    Spar Dir erstmal das Geld für die DSV Prüfungen und schau ob Dir das segeln Spaß macht. Dann kommen die Scheine oft von ganz alleine.

  • Der SKS dient doch einzig dazu Gewerblich im Küstenbereich zu skippern

    Das ist NICHT KORREKT - Du meinst hier den SSS


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    Für gewöhnlich machst man beim SKS eine praktische Ausbildung - meistens 5-6 Tage auf einer entsprechenden Yacht.


    Dort lebt und lernt man dann die 5 * 24 Stunden Leben an Bord.


    Außerdem werden hierbei durch die Übungsfahrten die 300 sm für die Berechtigung zur Prüfung auch erfahren und ersegelt.


    Dabei bekommt man das Handling der Yacht erfahren.


    Im Anschluss ist meistens jeder in der Lage, die Prüfung zu fahren.


    Typischerweise: Boje über Bord unter Segel und unter Motor (2 Manöver) und bisschen fahren und Fragen zur Seemannschaft. Das ist es bei der praktischen Prüfung.


    ---


    Richtig ist aber: Je mehr Vorerfahrung Du hast und je mehr klare Vorstellung "warum" Du den SKS machen willst - desto klarer und mehr Spaß wird es machen.


    Es sei denn Du willst Scheine sammeln - dannn habe ich nichts gesagt.


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    Ansonsten die Empfehlung - nutze den SBF - nimm Dir ne kleine Yacht 27-33 Fuss - und probiere es auf dem Ijsselmeer o.ä. - am besten nimm jemanden mit, der es (etwas) kann oder buche 1-3 Skippertrainings für ein Wochenende.


    Lernen mit mehreren macht Spaß und bringt riesig Erfahrung

  • Hi Tom,


    glaub zum SKS liegst du verkehrt, damit darf man sehr wohl gewerblich skippern (Siehe https://www.gesetze-im-internet.de/seespbootv/__15.html)


    Problem beim SKS ist halt, dass der im Prinzip gut und logisch ist aber teilweise! ereignisorientiert (sprich Prüfungreife) ausgebildet wird.


    Da bieten halt manche dem Kunden was er will: Schnell einen Schein ...und das bringt dann einer guten Idee eben auch Kritik ein. (...und mal ehrlich, wieviele haben einen SKS aber trauen sich nicht in der Ostsee eine kleine Bavaria zu chartern ohne aber die "Ausbilder" und den eigenen Anspruch zu hinterfragen? Finde mit einem Schein müsste man auch in echt befähigt sein - ich höre mal auf um nicht in die typische Scheindiskussion abzudriften)


    Es gibt aber ja auch gute Anbieter :smiling_face:


    Grüße


    Jens

    Das Leben ist zu kurz, um nur Motorboot zu fahren...deswegen segel ich lieber :smiling_face:

  • Warum SKS? Ich als Eigner eines Bootes haber den nie vermisst. Ich habe den SBF See und den SPOSS. Genügt für alles was ich vor habe. Wenn ich chartern wollen würde kann ich immer noch einen Meilennachweis anhängen.

  • Fakten:

    Für den SKS benötigt man den SBF See

    Für die SKS-Praxis muss man nicht zwingend eine Woche am Stück auf einer Yacht verbringen :winking_face:

    Hat man den SKS, kann man sich den SBF Binnen /Segel ohne weitere Prüfung ausstellen lassen

    Segeln lernt man nicht durch Scheine-machen

    Den SKS benötigt man u.a., wenn man gewerblich skippern möchte


    Und: Ich kenne so viele Leute, die nicht segeln können, aber den SKS besitzen, dass dieser Schein ziemlich abgewertet ist.


    VG

    Holger

    Unser Blog: Schlickspur.de (NEU!) - Unser YT-Kanal: SY Slocum

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    SF-Zitat des Monats: "...Aber Hauptsache A&M schmieren sich vegane Pampe aufs Brot."

  • Vielen Dank für die ganzen interessanten Infos. Scheine sammeln ist definitiv nicht mein Ziel, aber ich entnehme den Kommentaren auch, dass man nach den 300sm vmtl noch lange nicht segeln kann. Ich hab den SBF See ja bereits und ehrlich gesagt traue ich mich nach den 3x45 Min Praxisstunden nicht Mal ein Boot auszuleihen. Vmtl wäre das nach den 300sm ähnlich.


    Das günstigste erscheint mir dann doch einfach Mal ein paar Segelstunden auf einem See zu nehmen - da muss ich dann nicht extra ans Meer fahren und kann mir mal anschauen ob es was für mich ist. Auch wenn es natürlich nicht das gleiche ist wie auf einer größeren Yacht zu segeln, keine Frage. Und den SBF Binnen unter Segel dann eher zu vergessen - ich will eigentlich nicht auf Seen segeln, sondern wenn dann auf dem Meer.


    @BurkhardK Danke für den Link. Das hatte ich auch gefunden, allerdings stand da die Reihenfolge die mich interessiert hatte nicht drauf, also ob man mit dem SBF Binnen unter Segel etwas für den SKS angerechnet bekommt. Ich denke aber es ist mittlerweile geklärt, dass da nichts angerechnet wird.

  • Ich denke, das hast du für dich gut erfasst. Was du für dich beim SBF See erfahren hast wird ja bei steigender Komplexität (SKS & Yacht) nicht wirklich besser durch den Schein, sondern durch Praxis.


    Binnen erstmal etwas Jolle zu segeln ist schon super. Alleine aufgrund der geringeren Größe bekommst du viel mehr Feedback, kommst schneller auf's Wasser und trainierst den "Popometer". Auch andere Themen wie z.B. Segeltrimm finde ich auf der Jolle einfacher erfahrbar.


    Wird später mal beim SKS definitiv helfen.


    Zu den 300sm wurde auch hier im Forum ja schon viel geschrieben. Kurz gesagt: Angebots und Nachfrageproblem. Teils machen die Leute einen SBF See in der VHS und Co (was ja grundsätzlich o.k. ist und Zugang zum Wassersport gibt) und beschäftigen sich dann zum ersten Mal mit dem "was dann". Dann folgen Hochglanzbroschüren "in einer Woche zum SKS -Praxis" und schwupps findet die Resturlaubswoche auf See statt. Was beim Auto o.k. sein mag (weil man ja vorher 17 Jahre mehr oder weniger am Verkehr teilgenommen hat) passt nicht zum Wasser. Der Fokus liegt dann eben auf 300sm und Prüfung und allein aufgrund der Zeit nicht auf Bootsführung und dem ganzen Drumherum. Im Ergebnis gibt es dann SKS'ler, die im Leben nicht ohne weitere fit sind ein Boot zu fahren. Das hat den SKS dann auch etwas in Verruf gebracht, wobei ich die Idee dahinter super finde und es auch Anbieter gibt, die da klarer im Versprechen sind und eben auch mehr anbieten

    Das Leben ist zu kurz, um nur Motorboot zu fahren...deswegen segel ich lieber :smiling_face:

  • Ich kenne einige, die trotz SKS und einigen hundert Meilen Mitsegeln danach, sich nicht trauen, selbst ein Schiff zu führen. Andererseits gibt es leider genug, die, die Tinte auf dem Schein noch nicht trocken, sofort eine 50' Yacht chartern mit Freunden oder Familie, die allesamt noch weniger Erfahrung haben als sie selbst.


    Der richtige Weg ist m.E. irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Heute werden genug Skippertrainings angeboten, die das, was man beim SKS gelernt hat vertiefen und - hoffentlich - das lehren, was einem beim SKS nicht beigebracht wird. Gab es zu meiner Zeit so nicht.


    Ich hatte nach bestandenem SKS (damals noch BR Schein - mein Skipper erzählte mir damals BR stehe für "Berechtigung zum Reffen". Damals habe ich das noch nicht verstanden.) ein 23' Boot gekauft und dann war es Learning by Doing. Und viel Lesen. So richtige Papierbücher. Internet gab es damals nur beim CERN. Über manche Dinge, die ich damals gemacht habe, kann ich 40 Jahre später nur den Kopf schütteln. Erst 7 Jahre später habe ich zum ersten mal was gechartert.


    Ich bin mir nicht sicher, ob ein Jollenkurs das richtige ist um festzustellen, ob dir Yachtsegeln liegt. Das sind doch zwei sehr verschiedene Dinge.

    Die physikalischen Grundlagen sind die gleichen, das stimmt wohl, aber ansonsten sind da doch zwei recht verschiedene Skillsets die sich nur in Teilbereichen überlappen, und so manches, was du auf der Jolle lernst, vergisst du auf einer Yacht am besten sofort wieder. Umgekehrt natürlich genauso.

    Ich würde eher schauen, ob ich ein Schnuppersegeln auf einer Yacht finde. Muss nicht gleich eine ganze Woche sein. Es gibt auch Wochenendangbote.

  • Also ich bin ins kalte Wasser gesprungen und habe direkt einen SKS Ausbildungstörn in Kroation gemacht. (Letzte Woche :winking_face: )

    Segelerfahrung hatte ich nur über den Grunskurs (Seepferdchen) auf dem Forggensee letztes Jahr, dann ein Jahr Pause.


    Der Törn war einfach nur geil. Sehr anstrengend aber danach wusste ich definitiv was ich will: Segeln!

    Wenn man sich nicht zu blöd anstellt und konzentriert ist lernt man das Notwendige (Steuern, An/Ablegen, Leinenhandling, Manöver, Seemannschaft,...)

    Und man lernt den Flair der Marinas usw. kennen.

    Zu guter Letzt gibt es noch die Prüfung, Theorie kannst du danach machen wenn's dich gepackt hat.

    Kostet natürlich alles Geld, das ist dann eine andere Sache.


    Grüsse Simon